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Kennen Sie diesen Mann? Roman

Kundenrezensionen (3)

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-15451-6

Erschienen: 31.08.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch, Taschenbuch

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David hat sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wer er ist. In einer Zeitungsanzeige fordert er Verwandte und Bekannte auf, ihm einen Brief zu schreiben, um ihm seine Erinnerungen zurückzugeben. Und er bekommt Antworten auf seine Fragen. Aber will er die wirklich hören? Denn sie sind ganz unterschiedlicher Art und nicht immer schön. Sein Jugendfreund Jon, ein Musiker, der gerade den Halt zu verlieren scheint, meldet sich. Sein Stiefvater Arvid, ein Pfarrer, der auf den Tod wartet. Und seine Jugendliebe Silje, eine Frau mittleren Alters, die möglicherweise gerade im Begriff ist, aus ihrer Ehe auszusteigen. Die Briefe geben ihnen allen die unerwartete Chance, von ihrem eigenen Leben zu erzählen, während sie zugleich Davids Geschichte einkreisen. Aber wer ist David wirklich?

Carl Frode Tiller (Autor)

Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 16 Sprachen übersetzt.

Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger
Originaltitel: Innsirkling 1
Originalverlag: Aschehoug

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-15451-6

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 31.08.2015

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Ein Leben, drei Personen, drei verschiedene Erinnerungen

Von: Buecherlabyrinth Datum: 19.09.2015

dasbuecherlabyrinth.blogspot.com

David hat sein Gedächtnis verloren und bittet in einer Zeitungsanzeige um Mithilfe, um mehr über sich selbst zu erfahren. Jon, sein Jugendfreund, Arvid, sein Stiefvater und Silje, seine Jugendfreundin schreiben ihm lange und ausführliche Briefe, die jedoch nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Manche Ereignisse können von den verschiedenen Personen anders wahrgenommen worden sein, andere müssen einfach falsch sein, weil sie sich gegenseitig widersprechen.

Als Leser habe ich am ehesten Arvid, dem Stiefvater vertraut. Er ist todkrank und schreibt, dass er in seinen ersten Briefentwürfen der Versuchung unterlegen war, David als gläubigen Menschen darzustellen, so wie Arvid, Priester, ihn sich gewünscht hätte. Schlussendlich beschreibt er David als ein fröhliches Kind, das nach und nach zu einem schwierigen Jugendlichen wurde. Jons Beschreibung sind dramatischer. Er stellt David viel negativer dar als der Stiefvater. In Jons Erzählung ist Jon die Hauptperson während Silje nur neben ihnen geduldet ist. Im Gegenzug sieht Silje sich als Davids Jugendliebe und billigt Jon nur als Nebenfigur.

Das Buch ist in drei geteilt. Teil eins erzählt Jon, danach kommen Arvid und Silje zu Wort. Jon fand ich nicht schlecht, Arvids Teil habe ich verschlungen, während ich Siljes Teil (Silje selbst übrigens auch) gehasst habe und sogar Abschnitte übersprungen habe. Passagen aus dem aktuellen Leben wechseln sich ab mit den Briefen der jeweiligen Person. Der Schreistil ist dicht und doch leicht verständlich, so dass man sich als Leser ganz auf die Erzählung konzentrieren kann.

"Kennen Sie diesen Mann?" ist interessant zu lesen, weil man viele Ereignisse unter den verschiedenen Aspekten kennenlernt. Carl Frode Tiller analysiert seine Personen bis ins letzte Detail. Oft habe ich zurückgeblättert, mich nach einer Aussage gefragt, wie die beiden anderen dies dargestellt haben, gegrübelt, wem ich in welcher Situation Glauben schenken sollte. Um das Buch wirklich ganz zu verstehen müsste man es eigentlich nach dem Lesen ein zweites Mal lesen.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Anspruchsvolle Handlung mit kreativer Erzählart

Von: Marquardt  aus Duisburg Datum: 29.12.2015

rainbows-in-paradise.blogspot.de/

Bei diesem Buch habe ich einige Zeit gebraucht um hinter das Erzählkonzept des Autors zu blicken. Einige sind da ja sehr kreativ. In drei Abschnitten, aus Sicht von jeweils drei Figuren, wird David, der sein Gedächtnis verloren hat, über sein Leben erzählt. Das hat der Autor ziemlich raffiniert umgesetzt, denn David kommt selber im Buch überhaupt nicht vor. In den Alltagsgeschehnissen zwischen den Briefen seiner Freunde/Familie wird über die Person, die ihm die Briefe geschrieben hat, erzählt. Es hat bis zum zweiten Part der Geschichte gedauert, bis ich das kapiert habe. Im ersten Teil wird also aus Jons Leben erzählt und er schreibt auch die Briefe an David, dann geht es mit Arvid weiter und zum Schluss mit Silje.
Dabei benutzt Carl Frode Tiller auch andere Satzstrukturen, die vor allem ein wenig bei den Geschehnissen der Figuren gewöhnungsbedürftig sind. Die Briefe lesen sich ganz normal.
Ansonsten fand ich die Handlung aber recht interessant. Bei Jon hat es etwas gedauert bis ich verstanden habe, dass er auch die Briefe schreibt und anfangs war ich ständig am Rätseln ob die nun eine Frau oder ein Mann schreibt, weil es keinerlei Hinweise in den Briefen gab. Erst nach 60 Seiten, als dann erzählt wurde, dass er und David etwas am laufen hatten, wurde mir klar, dass hier Zusammenhänge bestehen.
In den Texten hatte ich teilweise mit den Figuren Mitleid, weil jeder so seine Schwierigkeiten innerhalb der Familie hatte und nicht immer auf Akzeptanz gestoßen ist, egal was sie gemacht haben. Bei allen läuft das Leben gewaltig aus dem Ruder, in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart. Jon stößt auf Widerstände innerhalb seiner Familie, weil er schwul ist und sein Berufswunsch mit Musik zu tun hat, die in den Augen der Familie aber nicht als richtige Arbeit angesehen wird. Arvid ist allein im Krankenhaus und auf sich gestellt und Silje hat Schwierigkeiten innerhalb ihrer Ehe.
Davids Leben wird von jeder Figur aus einer anderen Sicht erzählt. Jon mochte ich. Er hat auf mich sehr zerbrechlich gewirkt, ebenso wie in Arvids Erzählungen. Silje hingegen hat kaum ein gutes Wort über ihn verloren und ihn als Dramaqueen dargestellt. Wahrscheinlich war sie mir von allen Dreien deswegen auch nicht wirklich sympathisch. Sie wirkte auf mich voreingenommen und ichbezogen. Aus Jons Briefen erschien sie mir auch eher wie eine kleine Diva, die immer alles bekommen hat was sie wollte.
Arvid, Davids Stiefvater, war eine interessante Figur. Mir gefiel es, die Geschichte auch aus seiner Sicht zu erfahren und was er durchmachen musste. Neben seiner Ehe hat man hier auch am deutlichsten gemerkt wie drastisch David sich verändert hat und das teilweise doch sehr besorgniserregend. Was Silje hingegen wieder als Teil von Davids Persönlichkeit dargestellt hat und es hingegen eher beschönigte.
Es war auf jeden Fall interessant zu lesen und hat mir gut gefallen. Man merkt, dass der Autor sich bei dieser Geschichte sehr viel Mühe gegeben hat.

Der Autor hat hier auf jeden Fall ein ansprechendes und tiefgründiges Werk geschrieben mit einer sehr erfrischenden Erzählart und mit einer ebenso dichten Handlung. Für mich war es ein Page-Turner, was wahrscheinlich vor allem an dem Schreibstil lag und auch an den Erlebnissen der Figuren. Wer mal etwas Abwechslung vom üblichen Einheitsbrei braucht sollte hier unbedingt reinlesen.

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