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Kurzer Abstecher Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20359-7

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Erschienen: 11.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Alte Messer schneiden gut

Jim Francis hat endlich seinen Frieden gefunden. Zusammen mit seiner Frau und den beiden Töchtern führt er ein beschauliches Leben unter der Sonne Kaliforniens. Nichts mehr deutet darauf hin, dass er einst ein berüchtigter Straftäter war. Doch dann wird sein Sohn aus erster Ehe ermordet. Um der Beerdigung beizuwohnen, reist Jim noch einmal in die Stadt, die er nie wieder betreten wollte. Und auf Edinburghs Straßen flüstern die Leute: Franco Begbie ist zurück ...

»Es ist ein großartiges Buch, ein atemberaubender Thriller.«

Frankfurter Rundschau

Irvine Welsh (Autor)

Irvine Welsh, geboren 1957 in Leith bei Edinburgh, schreibt Romane und Kurzgeschichten und gilt als einer der wichtigsten Autoren der Underground-Literatur. Sein Debütroman Trainspotting und die gleichnamige Verfilmung mit Ewan McGregor machten ihn international bekannt. Welsh lebt in Chicago.

www.irvinewelsh.net

»Es ist ein großartiges Buch, ein atemberaubender Thriller.«

Frankfurter Rundschau

»Ein mörderischer Spaß.«

APA

»Ein Thriller von der Machart, in der Tarantino Western oder Kriegsfilme dreht: Große Themen verpackt in Genrestoff.«

Alan Bett, Skinny

»Die Unnachgiebigkeit, mit der der Protagonist immer tiefer ins Dunkel gezogen wird, erinnert an James Ellroy.«

Hannah McGill, Scotsman

»Kurz, klug, knackig«

The Telegraph

Aus dem Englischen von Stephan Glietsch
Originaltitel: The Blade Artist
Originalverlag: Jonathan Cape

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20359-7

€ 13,99 [D] | CHF 17,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne Hardcore

NEU
Erschienen: 11.09.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Am Ende bleibt Unentschlossenheit

Von: Sebastian Datum: 16.10.2017

stuffed-shelves.de

Die Verfilmung zu Irvine Welsh’ Erstling »Trainspotting« brachte es innerhalb kürzester Zeit zum Kultfilm. Von vielen geliebt, von einigen auf Grund seiner drogenverherrlichenden Machweise verflucht, muss man dem Titel eines auf jeden Fall lassen: Er ist noch heute Kult und noch immer im Gespräch. Die Vorlage kenne ich nicht und auch der Film ist so lange her, dass ich mich kaum noch an ihn erinnern kann. Von daher war es vielleicht etwas gewagt, mir »Kurzer Abstecher« zuzulegen, welches die Weiterentwicklung des Vorzeigepsychos Francis Begbie aus besagtem Vorgänger erzählt.

Auf den ersten Blick hat der Roman mit der Vorlage dann aber gar nicht so viel zu tun. Begbie, mittlerweile unter dem Namen Jim Francis ein anerkannter Künstler, scheint zum treusorgenden Familienvater geworden zu sein. Doch schon nach einigen Seiten sieht man immer wieder die soziopathische Ader des guten Herrn durchschimmern, die mit seiner Ankunft in Schottland immer mehr an die Oberfläche tritt. Welsh ist es gut gelungen, eine vorgebliche Weiterentwicklung zu beschreiben, die unter der Vergangenheit und den geänderten Umständen leidet und das schlechteste im Menschen wieder zum Vorschein bringt. Diese tatsächliche Rückentwicklung hat einen morbiden Reiz, der sich in der nach und nach immer bedrohlicher und (man möge mir die Wortwahl verzeihen) abgefuckteren Atmosphäre niederschlägt. »Kurzer Abstecher« mag zwar kein klassischer Thriller sein, doch die Spannung ist auf einem hohen Niveau, insbesondere da die beiden unterschiedlichen Persönlichkeiten des Francis Begbie so interessant beschrieben und handwerklich gut umgesetzt sind, dass man unbedingt wissen möchte, welche von ihnen die Oberhand behält und ob die Rückkehr ins bürgerliche Künsterleben gelingt.

Die Charaktere des Buchs sind dabei vermutlich eine Verneigung vor den Fans des Vorgängers, denn viele von ihnen sind bereits in »Trainspotting« aufgetaucht. Für mich nun nicht gar so reizvoll. Lange her, kaum noch präsent, wir erinnern uns. Gelungen ist jedoch die nachvollziehbare Entwicklung des Hauptakteurs, der, trotz einiger auch sehr gut beleuchteter Nebencharaktere, in »Kurzer Abstecher« eine ziemliche One-Man-Show abliefert. Welsh gelingt es, dem Leser diese brutale und durchgeknallte Seite seiner Hauptfigur nahezubringen und ihn, trotz der sich später häufenden Gewaltexzesse, immer noch irgendwie sympathisch zu finden, ohne ihn dabei zu einem Antihelden der Marke Punisher werden zu lassen. Insgesamt also gut gelöst und dank der vielen psychologischen Ansätze immer noch mit einem gewissen Niveau verbunden.

Stilistisch kann ich »Kurzer Abstecher« nicht sonderlich gut einschätzen, wenn ich ehrlich sein soll. Eines von Welsh’ Markenzeichen ist die intensive Verwendung von schottischem Dialekt und Slang in den Dialogen. Das mag in der Originalfassung durchaus gut funktionieren und authentisch wirken, in der deutschen Übersetzung leidet der Aha-Effekt aber deutlich. Ich denke, dass Stephan Glietsch eine undankbare Aufgabe zuteilwurde, die zu lösen eine echte Gratwanderung gewesen ist. Überzeugen kann mich das Endergebnis nur bedingt. Wo die normalen Handlungspassagen schmissig und mit ordentlich Drive auch auf Deutsch gut wirken, sind die Dialoge nach einer gewissen Zeit nervig. Der Dialekt ist in erster Linie damit gelöst, letzte Buchstaben wegzulassen, aus einem ›nicht‹ wird also beispielsweise ein ›nich‹. Wie gesagt, ich will Glietsch keinen Vorwurf machen, insbesondere da ich unlängst selbst feststellen musste, wie schwer es ist, mit Slang umzugehen, wenn man die Wirkung nicht verfälschen will. Somit würde ich also sagen, dass es akzeptabel gelöst ist, der Reiz sich für mich aber schnell abgeschliffen und eine nervige Penetranz hinterlassen hat.

Fazit:

Ich bin unentschlossen. »Kurzer Abstecher« ist grundsätzlich kein schlechter Roman, die Story ist überzeugend und gut erzählt. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und die Folgen daraus wissen zu gefallen und sind, trotz aller Unwahrscheinlichkeiten bis zum überraschenden Ende, auch glaubhaft umgesetzt. Wenn da nur nicht die nach kurzer Zeit nervtötenden und nicht mehr stimmig wirkenden Dialoge gewesen wären, die den guten Gesamteindruck deutlich nach unten ziehen und definitiv verhindern, dass ich mir mehr von Welsh zu Gemüte führen werde.

Back on track?

Von: Elke Heid-Paulus Datum: 02.10.2017

www.lovelybooks.de/mitglied/Havers/rezensionen/

Wer erinnert sich nicht an „Trainspotting“, den 1993 erschienenen Roman Irvine Welshs über die schottische Drogenszene. Fortgeschrieben wurde die Geschichte der Clique in „Porno“ (2002), und 2012 machte uns der Autor in „Skagboys“ mit der Vorgeschichte bekannt. Was ist in der Zwischenzeit aus den Protagonisten geworden? Haben sie die Drogenexzesse überlebt, sitzen sie im Knast oder sind sie clean geworden? Diese Fragen mag sich auch der Autor gestellt haben. Antwort darauf gibt er in „The Blade Artist“ aus dem Jahr 2016, nun in der Übersetzung unter dem Titel „Kurzer Abstecher“ in der Übersetzung bei Heyne Hardcore erschienen, wobei Welsh sich hier auf Franco Begbie konzentriert, den einzigen aus der Clique, der nicht drogensüchtig war, sondern sich an und mit Gewalt berauscht hat.

Franco Begbie gibt es nicht mehr. Nein, er ist nicht tot, er hat nur einen anderen Namen angenommen und lebt jetzt als Jim Francis in Kalifornien mit Frau (einer Kunsttherapeutin, die er im Gefängnis kennengelernt hat) und zwei Töchtern. Sein neues Betätigungsfeld ist nun die Bildende Kunst, und mit seinen verstörenden Plastiken hat er sich einen Namen bei den Reichen und Schönen gemacht. Aber die Aggressionen brodeln noch immer unter der Oberfläche.

Eine Nachricht aus seinem früheren Leben katapultiert ihn zurück in die Vergangenheit. Sean, sein Sohn aus einer früheren Beziehung, wurde in Edinburgh ermordet. Zwar hat er schon seit Jahren nichts mehr von ihm gehört, aber er ist sein Fleisch und Blut. Also dann, auf zu einem kurzen Abstecher nach Schottland! Und zwar nicht nur, um an den Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen, sondern um den Mörder seines Sohnes ausfindig zu machen. Edinburghs Unterwelt ist alarmiert, denn hier weiß jeder, dass Begbie ein Meister mit der Klinge ist…

Schaut man sich „Kurzer Abstecher“ im Vergleich mit den Vorgängern an fällt auf, dass deren Stories zwar durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten wurden, aber dennoch eher in der Struktur einem Mosaik ähnelten. „Kurzer Abstecher“ hingegen ist ein astreiner Thriller und konzentriert sich ausschließlich auf Franco Begbie und dessen Rückkehr auf bekanntes Terrain. Innere Monologe kombiniert mit Rückblicken in die Vergangenheit lassen die Zwiespältigkeit des Protagonisten erkennen, der sich durch seinen jüngeren Sohn mit seinem alten Ich konfrontiert sieht. Und es stellt sich die Frage, ob er sich wirklich geändert hat oder noch immer der kaltschnäuzige Kriminelle von damals ist. Das ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Thrillers.

Wie immer ist Irvine Welsh nicht zimperlich in seiner Wortwahl bzw. der Beschreibung von Gewaltszenen – von daher eher eine Lektüre für abgebrühte Leser.

Kurze Bemerkung zum Schluss: Wie eingangs erwähnt ist „Kurzer Abstecher“ der mittlerweile vierte Roman um die Edinburgher Clique, und wenn man diesen mit „Trainspotting“ vergleicht, hat die Geschichte doch ziemlich an Substanz verloren. Zu viel Blut, zu viel Nabelschau, zu wenig kritische Blicke auf die gesellschaftspolitischen Zustände, zu wenig bissige Kommentare. Scheint so, als wäre diese Story auserzählt.

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