Mein Name ist Judith

Roman

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Wenn sich Geschichte wiederholt … ein hellsichtiger und sehr berührender Roman

Wien in der nahen Zukunft. Seit einem Attentat auf dem Hauptbahnhof ist der Ausnahmezustand zur Regel geworden. Auch die Welt des Autors León Kortner ist aus den Fugen geraten: Bei dem Anschlag sind Frau und Tochter umgekommen, seitdem führt er ein Leben unter Toten. Einsam versucht er einen Roman über die jüdische Familie Klein zu schreiben, die bis zur Flucht vor den Nazis eine Buchhandlung in dem Haus führte, in dem León wohnt. Eines Morgens sitzt ein fremdes Mädchen in einem altmodischen Mantel in seiner Küche. Wer ist diese Judith, die behauptet, dass ihrem Vater der Buchladen gehört?

Mit großem Feingefühl erzählt Martin Horváth von Verfolgung, Flucht und Exil einer jüdischen Wiener Familie und zieht Parallelen zu unserer Zeit – ein kluger, eindringlicher Roman über die Macht des Erzählens und das Vergessen, Vergessen-Wollen und Nicht-vergessen-Können.

»›Mein Name ist Judith‹ ist eine komplexe Geschichte aus Erinnerung und Trauer, in der sich Figuren der Vergangenheit materialisieren und Literatur große Kraft zugesprochen wird. Ein ungewöhnliches Buch.«

Tiroler Tageszeitung (16. April 2019)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-15974-0
Erschienen am  25. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Mein Name ist Judith

Von: Judith Schörghuber aus Steyr

20.12.2019

Und genau aus diesem Grund möchte ich mich sehr sehr herzlich für dieses Buch bedanken. Ich wurde als zehntes Kind einer streng römisch katholischen Familie geboren. Meine weiteren Schwestern tragen die typischen Namen der gängigen Heiligen. Ich wurde auf den Namen Judith getauft, vermutlich in Anlehnung an meine ungarische Tante. Seit jeher beschäftigte mich die Frage, warum mein Name dem Judentum näher gewählt wurde als dem Christentum. Judas, der Verräter, das Judenkreuz, Judith, die Holofernes tötete.... Erst vor zwei Jahren eröffnete mir mein Vater, dass er nach einem neuerlichen Studium der Bibel entdeckt habe, dass Judith doch keine Ehebrecherin war! Mit dem Makel einer Ehebrecherin hat man mich aufwachsen lassen und immerhin habe ich es mittlerweile zu einer unehelichen Tochter und einer Scheidung gebracht. Holofernes aber lebt noch quietschvergnügt und gräbt meiner Lust beharrlich das Wasser ab. Ich arbeite noch am Rest meines Auftrags.😉😅. Mein Auftrag wird es vielleicht sein, Holofernes mit Worten Einhalt zu gebieten. In diesem Sinne nochmal recht herzlichen Dank und liebe Grüsse an die grosse und kleine Judith, Danke an Hanna, die den Namen meiner Enkelin trägt, Danke für die Bilder aus New York, einer Stadt, die ich noch nicht erreicht habe. Mir war das Buch, als wäre es ein Stück meines Lebens gewesen. Aufrichtigen Dank. Gebürtige: Judith Haunold

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Hier und jetzt und damals

Von: ulrike rabe

31.10.2019

Wien in einer nicht allzu fernen Zukunft. Ein Anschlag auf den Hauptbahnhof vor zwei Jahren kostete einigen Menschen das Leben. Seither trauert der Schriftsteller Leon Korten um seine Frau Lydia und seine Tochter Hanna. Er verkriecht sich aus Einsamkeit und Kummer in seiner Wohnung. Doch eines Tages ist da ein kleines Mädchen in seiner Küche, Judith Klein, geboren vor fast hundert Jahren, verschwunden und vermutlich verstorben im Holocaust. Martin Horvath beschreibt ein Wien, ein Szenario, das ich so nicht kenne, aber das genauso sein könnte. Und doch kenne ich dieses Wien, über das der Autor „Mein Name ist Judith“ schreibt. Ich kenne die Leopoldstadt, die Stolpersteine, die orthodoxen Juden mit ihren Pelzhüten und weiße Strümpfen. Ich kenne die Parolen, die polemischen Redner, die die Angst schüren, kenne die Forderungen derer, die Freiheit gegen Sicherheit aufrechnen. Leon Korten kennt all das auch und er weiß auch vom damals, als in der Wohnung, die er heute bewohnt einst die jüdische Familie Klein lebte. Leon wohnt mit vielen Geistern der Vergangenheit, seinen eigene und denen der Familie Klein. Mit der Kraft der Erzählung schafft er für die kleine Judith eine neue Realität. Aber auch für sich selbst findet er dadurch einen neuen Lebenswillen, findet einen Abschluss zu seinen Geistern, seinen Toten. Damals wie heute, hier und jetzt: Mein Name ist Judith ist eine Einladung, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, aus der Geschichte zu lernen.

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Vita

Martin Horváth wurde 1967 in Wien geboren, studierte an der dortigen Universität für Musik und darstellende Kunst und lebt seit 1988 als freischaffender Musiker. Während eines mehrjährigen New-York-Aufenthalts arbeitete er als Journalist und Übersetzer sowie an einem Forschungsprojekt zur Geschichte der österreichisch-jüdischen Emigration in die USA. Für seine Kurzprosa, Essays und andere Texte erhielt er Preise und Stipendien. 2012 erschien sein Romandebüt, "Mohr im Hemd oder Wie ich auszog, die Welt zu retten" (DVA), für das Martin Horváth mit der AutorInnenprämie des österreichischen Kulturministeriums ausgezeichnet wurde. Zudem ist das Buch für den Rauriser Literaturpreis und den Debütpreis des Buddenbrookhauses Lübeck nominiert.

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Pressestimmen

»Vielschichtig.«

Wienerin, 04/2019

»Berührend!«

vormagazin (A), Helmut Schneider (01. August 2019)

»Horváth beweist viel Feingefühl in seiner Geschichte und weist Parallelen zu unserer Zeit auf. Lesenswert.«

Hellweger Anzeiger (11. Mai 2019)

»›Mohr im Hemd‹ ist ein wahrer Glücksfall für die österreichische Literatur.«

ORF, Ö1, Ex libris, über MOHR IM HEMD

»Man darf diesen starken Roman ruhig als Simplizissimus-Geschichte aus dem 21. Jahrhundert lesen. Dem Autor ist ein furioser Erstling gelungen.«

Buchkultur, über MOHR IM HEMD

"Ein literarisch mutiges Debüt, das einen genauen und frischen Blick auf jene Menschen wirft, die von der Mitte der Gesellschaft gerne übersehen werden."

WAZ - Westdeutsche Allgemeine Zeitung, über MOHR IM HEMD

»Selten ist das aktuelle Thema der Migration, des Fremdseins, des Geringachtens der an den Rand Gedrängten so scharfsichtig verpackt und mit unbändiger Formulierkunst dahergekommen.«

Passauer Neue Presse, über MOHR IM HEMD

»Martin Horváths Debüt überzeugt, weil man eine realistische Geschichte liest, die unangenehme Themen unverschleiert anspricht.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, über MOHR IM HEMD

»Ein von Zorn getriebener und dennoch leichtfüßig-irrwitzig fabulierender Schelmenroman über das Überleben in der Unmenschlichkeit ist Horváth da gelungen.«

die tageszeitung, über MOHR IM HEMD

»... ein mutiges, bestürzendes, wahnwitziges, zorniges, wichtiges Buch.«

ORF, fm4, über MOHR IM HEMD

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