Mein Weg durch die Wälder

Was mich Pilze über das Leben lehrten

(2)
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Mit 19 zog Long Litt Woon als Austauschstudentin von Malaysia nach Norwegen. Kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie dort der Liebe ihres Lebens, Eiolf Olsen. Als sie nach 32 gemeinsamen Jahren ihren Ehemann und Seelenverwandten völlig unerwartet durch plötzliches Herzversagen verliert, bricht ihre Welt zusammen. Nur mühsam findet sie aus ihrer Erstarrung. Als sie sich zu einem Pilzkurs für Anfänger anmeldet, ahnt sie noch nicht, dass dies einen Wendepunkt für sie bedeutet: ihre Reise in die wundersame Welt der Pilze ist nicht nur eine Reise in ihre eigene Seelenlandschaft, es ist auch der Beginn eines neuen Lebens voller Erfüllung, zu dem ihr die Pilze den Weg gewiesen haben.


Aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein
Originaltitel: Stien tilbake til livet. Om sopp og sorg
Originalverlag: Vigmostad & Bjørke
eBook epub (epub)
durchgehend illustriert
ISBN: 978-3-641-23213-9
Erschienen am  12. August 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Auf in die Pilze!

Von: floskel

05.01.2020

Pilzesammeln gilt als der Nationalsport der Polen. Und tatsächlich habe ich sehr viele Kindheitserinnerungen daran: Wir huschen, mit Körben, Gummistiefeln und Messern ausgestattet, durch den Wald. Recht schön sind die Erinnerungen insofern nicht, weil das Pilzesuchen ziemlich frustierend war für mich als Kind. Selten hab ich überhaupt Pilze gefunden. Und wenn ich dann doch mal welche gefunden habe, die hübsch und deshalb meiner Meinung nach essbar aussahen (haha!), dann stellte sich, nachdem ich durch den ganzen Wald nach meinem Opa gebrüllt habe, IMMER heraus, dass sie nicht essbar waren. Auch mein Biologiestudium hat an dieser Ahnungslosigkeit nichts geändert. Nach der Lektüre von „Mein Weg durch die Wälder: Was mich Pilze über das Leben lehrten“ (furchtbarer Titel übrigens, da finde ich den englischen so viel besser und passender: „The Way Through the Woods: of Mushrooms and Mourning“) von Long Litt Woon hab ich jetzt aber sowas von Feuer gefangen... aber jetzt Mal von Anfang an: Witzigerweise ist mir das Buch tatsächlich zuallererst auf Polnisch begegnet (wenig verwunderlich, siehe oben). Ein Buch über Pilze und Trauer, das klingt doch ganz nach meiner Kragenweite. Dann habe ich viele begeisterte Rezensionen gelesen.... Und ja, was soll ich sagen, es ist tatsächlich hauptsächlich ein wunderbares, unterhaltsames, lehrreiches, kurzweiliges Buch über die Welt der Pilze. Genauer: über die (schräge!) Pilzsammlercommunity und ihre (Initiations-)Rituale, über essbare, nicht essbare und giftige Pilze und über die höchst interessanten, oft kulturell bedingten länderspezifischen Unterschiede in der Einteilung verschiedener Arten zu diesen Gruppen, über das Pilzesammeln und dessen Wirkung auf die hauseigene Küche, auf die Naturverbundenheit der PilzesammlerInnen, über psychoaktive Pilze, weiteres Kurioses, ach, es ist einfach äußerst facettenreich (und dabei so interessant!!!!). Ich habe es nicht nur wahnsinnig gerne gelesen, sondern auch nie ohne mein Handy dabeizuhaben – ich glaube so viel gegoogelt und recherchiert hab ich noch nie neben der Lektüre (Bilder, Informationen, Rezepte, Pilzkurse!). Und zu alldem (und das allein würde wirklich schon reichen um das Buch gut zu finden!) ist es in geringeren Teilen auch noch ein Buch über Trauer. Long Litt Woon hat sich nämlich nach dem tragischen und unerwarteten Verlust ihres Ehemannes dem Reich der Pilze zugewandt. Sie lässt uns teilhaben an den Gefühlen, die sie im Zuge dessen durchlebt – Trauer, Schmerz, das Bedürfnis nach Ablenkung (die Pilze!), die Isolation, der langsam voranschreitende Heilungsprozess (die Pilze!!)... das ist ehrlich und intim und treffend beschrieben und oft berührend. Dass das Buch auch noch ziemlich schön gestaltet ist (aber: der Titel!), tut dem Ganzen noch ein Übriges. Nach der Lektüre hab ich meine (polnischen!) Eltern angerufen und sie mussten mir versprechen, dass sie mich, diesen Herbst beginnend, in die Kunst des Pilzesammelns einweihen – ich kanns wirklich kaum erwarten. Jippie, auf in die Pilze!!

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Eintauchen ins Pilzreich als Weg aus der Trauer

Von: Elementares Lesen

02.11.2019

Seit ihrem Jahr als Austauschstudentin lebt die Malaysierin Long Litt Woon in Norwegen, denn dort traf sie die Liebe ihres Lebens. Der plötzliche Tod ihres Mannes nach mehr als dreißig Ehejahren wirft sie völlig aus der Bahn. Um mit ihrer Trauer zurechtzukommen, belegt sie ein Einsteigerseminar über Pilze. Ihr Buch "Mein Weg durch die Wälder – Was mich Pilze über das Leben lehrten" handelt vom geheimnisvollen Reich der Pilze, vom Mikrokosmos der Pilzbesessenen und von ihrem Weg aus der Trauer zurück ins Leben. Als Sozialanthropologin hat Long Litt Woon einen aufmerksamen, durchdringenden Blick in diese Sphären. Mit Feuereifer stürzt sie sich auf ihr neues Thema, die Mykologie. Das Eintauchen ins Pilzreich gleicht einer anthropologischen Feldforschung. Sie versucht, diese Kultur von innen kennenzulernen und all dem Unbekannten einen Sinn abzutrotzen, ebenso wie in der fremdartigen Trauerlandschaft, in der sie sich befindet. Die Struktur im Reich der Pilze hilft, Ordnung in ihr Gefühlschaos zu bringen. Und allmählich durchschaut sie die verborgenen Hierarchien unter Pilzkennern, schließt Freundschaften und darf manch eigenbrötlerischen Sammler zu dessen geheim gehaltenen Pilzstellen begleiten. In Norwegens Wäldern beginnt die Saison mit dem Maipilz. An Heiligabend endet sie mit den letzten Trompetenpfifferlingen. Vielen Norwegern ist diese Welt fremd und geradezu suspekt, denn Pilze gelten als Tierfutter, potentiell gefährlich und mit Schadstoffen belastet. Ganz anders empfindet dies Long Litt Woon. Auf ihren Exkursionen geht sie in den “Pilzmodus” und genießt das Glück des Suchens und Findens:  "Ich bin den Pilzen verfallen und habe dadurch ein Paralleluniversum entdeckt, eine unsichtbare Zauberwelt direkt vor meinen Schuhspitzen, mit einer eigenen Logik und unkontrollierbaren Lebenskraft, an der ich früher vollkommen unwissend vorbeigegangen bin. Wenn ich Pilze finde, habe ich mitunter das Gefühl, die Zeit würde aufhören zu existieren. Ich erlebe Zen und Flow auf einmal."  An alle Aspekte der Pilzkunde geht die Autorin mit wissenschaftlicher Akribie heran. Sie spricht mit Experten, kniet sich in Fachliteratur, eignet sich das Pilzlatein an und probiert viele Rezepte aus. Nachdem sie sich zur Pilzsachverständigen weitergebildet hat, kann sie 150 in Norwegen wachsende Pilzarten sicher bestimmen, vor allem die essbaren von giftigen Doppelgängern unterscheiden. Kulturelle Prägungen spielen beim Pilzgenuss eine wichtige Rolle, stellt Long Litt Woon fest. Sie vergleicht die Pilz-Vorlieben verschiedener Länder wie Frankreich, Großbritannien, Malaysia und Norwegen. Zu ihrer Verblüffung gibt es keinen internationalen Konsens über die Giftigkeit von Pilzen, über ihre Qualität und über den Geruch. Der Edelpilz Matsutake, der für Japaner eine kostbare Delikatesse ist, wird in anderen Ländern als widerlich empfunden. Riesenchampignons, die in vielen Ländern beliebt sind, gelten in Frankreich wegen ihres hohen Cadmiumgehalts als minderwertig. Diese Beobachtungen, ja die Beharrlichkeit, mit der sie diese Themen verfolgt, sind wirklich erfrischend! Offen gibt Long Litt Woon ihre Gefühle und Gedanken während der schlimmsten Trauerzeit preis. Kennen- und lieben gelernt hat sie ihren Mann Eiolf Olsen schon mit Anfang 20. Nun, nach seinem Tod, erinnert sie sich an dessen liebevolle Seiten, an das gemeinsame Kochen, den Austausch über Bücher, die sie gelesen hatten; sie erfreut sich an Gebäuden, die er als Architekt geplant hat. Sie berichtet, was ihr in der Trauer half und wo Freunde und Bekannte als Tröstende versagten. Und wie seltsam es ihr vorkommt, dass die neuen Pilzfreunde Eiolf nicht kennen. Mit ihm ging auch ein “Lebenszeuge” verloren, jemand, der sie mehrere Jahrzehnte begleitet hat, dem sie nichts über sich erklären musste! Das Buch erinnert ein bisschen an "H wie Habicht" von Helen Macdonald, einer Historikerin und Schriftstellerin, welche die Trauer über den Tod ihres Vaters durch die Zähmung eines Habichts überwand. Long Litt Woons Buch hat nicht den poetischen Klang von Helen Macdonald, doch ihr gelingen anrührende Passagen über ihre “Wanderung durch die Wüste der Trauer”, über das, was sie durch den Tod ihres Mannes verlor, und was sie im Laufe der Zeit durch ihre Beschäftigung mit Pilzen gewann. Dabei ist es lehrreich und unterhaltsam geschrieben, was man bei einem Buch über solch einen Verlust nicht unbedingt erwartet! Für Pilzsammler, die nur wenige Arten kennen, ist es ein Lockruf, sich auf die Vielfalt in den Wäldern einzulassen.

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Vita

Long Litt Woon, geboren 1958 in Malaysia, ist Anthropologin und zertifizierte Pilzexpertin. Als Austauschstudentin kam sie nach Norwegen, wo sie ihren späteren langjährigen Ehemann Eiolf Olsen kennenlernte. Sie arbeitete für das norwegische Ministerium für Entwicklungshilfe und für die Europäische Kommission, von 2003 bis 2005 leitete sie Norwegens Zentrum für Gleichstellung. Wenn sie nicht unterwegs ist, um auf der ganzen Welt nach Pilzen zu suchen, berät sie Unternehmen und Behörden in Sachen Gleichstellung und Diversity. Long Litt Woon lebt in Oslo.

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