Mittagsstunde

Roman

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Der aktuelle Bestseller von Dörte Hansen!

Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

»Dörte Hansens neuer Roman ist ein literarisches Ereignis, ihre Leserinnen und Leser werden zu Recht begeistert sein.«


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ISBN: 978-3-641-16783-7
Erschienen am  15. Oktober 2018
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Leserstimmen

Melancholische und liebevolle Reise ins Geestland

Von: Sarah Sophie

04.01.2020

Melancholische und liebevolle Reise ins Geestland.. Ingwer Feddersen ist Archäologe, knapp vor der 50 und lebt in einer 3er WG in Kiel. Er stammt aus Brinkebüll, einem kleinen bäuerlichen Dorf bei Husum. Aufgewachsen ist er bei seinen Großeltern, die eine Gastwirtschaft betreiben. Jetzt, im Alter, brauchen sie seine Hilfe und Unterstützung. Seine Großmutter wird dement und sein tattriger Großvater hält stur die Stellung im Dorfkrug. Darum kehrt Ingwer heim und wir mit ihm. Ich finde die Tonart, in der Dörte Hansen schreibt deutlich melancholischer als in „altes Land“ da dieses Dorf im Sterben liegt. Nach der Flurbereinigung der 70er Jahre ist hier nichts mehr wie es war, Höfe geben auf, Mittagsstunde kann sich keiner mehr erlauben, Ingwers Großeltern haben um ihre Existenz zu kämpfen. War der Gasthof Schauplatz vieler Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und Mittelpunkt des Dorflebens, vereinsamt er nun zunehmend. Auf vielen Höfen leben nun Städter, die es zurück in die Natur zieht. Wir tauchen tief ein in die Dorfgemeinschaft, lernen Freud und Leid der Bewohner kennen und Dörte Hansen schaffe es sprachlich zu fesseln und uns Norddeutschland nahe zu bringen. Ein Roman sich zu besinnen auf die gute alte Zeit, die nicht immer nur „besser“ war, sondern auch hart und arbeitsintensiv.

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Atmospärisch dicht und bildgewaltig geschrieben

Von: Nicoles Bücherwelt

30.03.2019

Mittagsstunde in Brinkebüll… Ingwer Feddersen ist in dem kleinen Dorf Brinkebüll in Nordfriesland aufgewachsen. Doch später zog es ihn zum Studieren und Arbeiten nach Kiel. Nun kehrt er mit 47 Jahren zurück – denn er hat noch etwas gutzumachen. Seine Großeltern, beide inzwischen über neunzig, leben weiterhin dort – in einem Dorf, das Stück für Stück verschwindet. Angefangen mit dem Niedergang hat es in den 1970er Jahren nach der Flurbereinigung und dem Verschwinden der Hecken und Vögel. Auch Ingwer verschwand – nach Kiel. Doch im alten Gasthof, der seine besten Zeiten längst hinter sich hat, hält Ingwers Großvater Sönke weiterhin die Stellung. Doch Ingwer macht sich zunehmend Sorgen, auch um seine verwirrte Großmutter Ella. Er blickt zurück und überdenkt sein eigenes Leben… „Die Arbeit der Vermessungsingenieure war getan, sie hatten Brinkebüll bereits erledigt, abgehakt. In ihren Flurkarten und Plänen gab es dieses alte Dorf nicht mehr, es war auf dem Papier schon ausradiert, berichtigt und begradigt.“ – Seite 31,eBook Nach ihrem Debüt „Altes Land“ ist „Mittagsstunde“ der zweite Roman der Autorin Dörte Hansen. Schauplatz hier ist das fiktive nordfriesische Dorf Brinkebüll, das Mitte der 1960er Jahre große Veränderungen durchmachte und danach Stück für Stück weniger wurde. Was Dörte Hansen hier besonders gelungen ist: Die detailreiche und atmosphärisch dichte Beschreibung des Dorfes – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Sie fängt viele einzelne kleine Momente des typischen Dorflebens ein und gibt sie auf ihre ganz eigene Art wieder. Ob Sommerhitze und klirrend kalter Winter – bildgewaltig schildert sie die jeweiligen Gegebenheiten. Aber auch die Charaktere sind sehr gut und stark beschrieben. Die Handlung spielt in der Gegenwart, springt aber auch oft in die Vergangenheit. Dort wird vor allem das Leben von Ingwers Mutter und das der Großeltern beschrieben, sowie seine eigene Kindheit. So setzt sich nach und nach ein Bild zusammen – sowohl von den Haupt- und Nebencharakteren, als auch vom Dorf selbst, wie es langsam auf das Vergessen zustrebt. Auch kommt hier das typische Dorfleben zur Geltung – Jeder scheint alles zu wissen, es gibt Geheimnisse und oft wird auch einfach weggeschaut: „Sie hörte alles. Alle hingehaltenen Wahrheiten, wer wen mit wem betrogen hatte, wer Schulden nicht bezahlen konnte, wer schlug und wer geschlagen wurde. (…) Sie kannte dieses Dorf von seiner Unterseite, wusste Dinge, die der Pastor gar nicht wissen durfte und die Polizei auch besser nicht.“ – Seite 113, eBook Es wird tragisch und auch mal traurig, es gibt Abschiede und ein Neubeginn, aber auch überraschende Entwicklungen. Nach und nach entfaltet sich die Geschichte des Dorfes und deren Bewohnern und ergibt am Ende ein vollständiges Bild. Mein Fazit: Ein atmosphärisch dichter Roman, der den Leser schnell packt. Dörte Hansen gibt hier das Damals und das Heute eines fiktiven Dorfes mit ihren ganz eigenem und besonderem Schreibstil wieder. Einen halben Stern ziehe ich ab, da die Zeitenwechsel manchmal etwas durcheinander waren und man sich neu orientieren musste. Doch das ist nur ein winziger Kritikpunkt. „Mittagsstunde“ ist mal komisch, mal herzlich, aber oft auch berührend – bildgewaltig geschrieben und sehr lesenswert. 4,5 von 5 Sternen.

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Vita

Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, lernte in der Grundschule, dass es außer Plattdeutsch noch andere Sprachen auf der Welt gibt. Die Begeisterung darüber führte zum Studium etlicher Sprachen wie Gälisch, Finnisch oder Baskisch und hielt noch an bis zur Promotion in Linguistik. Danach arbeitete sie als Autorin für Hörfunk und Print, bis ihr gefeierter Debütroman »Altes Land« 2015 erschien und zu einem riesigen Bestsellererfolg wurde. Er wurde zum »Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels« gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Auch ihr zweiter Roman »Mittagsstunde«, im Herbst 2018 erschienen, wurde zum SPIEGEL-Jahresbestseller und von Publikum und Kritik gefeiert. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von Husum.

Zur Autor*innenseite

Pressestimmen

»Ein Buch voller Wehmut, schmucklos schön, das überraschend und klug in die Zukunft weist. Ein literarisches Ereignis!«

»Ihr neuer Roman 'Mittagsstunde' setzt einer untergehenden deutschen Lebensform ein literarisches Denkmal.«

»So eindringlich geraten Bücher selten.«

FAZ, Andreas Platthaus (18. Oktober 2018)

»Eine große Erzählung voll leiser Melancholie und ein wunderschönes Denkmal für die Dörfer von damals.«

»Dörte Hansen erzählt ganz unsentimental vom Verschwinden der ländlichen Welt mit ihren eigenen Regeln und Ritualen und von einem alten Gasthof, in dessen knarzigem Tanzboden die Geschichte und Geheimnisse des Dorfes noch lebendig zu sein scheinen.«

BRIGITTE, 5/5 Sternen (10. Oktober 2018)

»Wer ‚Altes Land‘ mochte, wird ‚Mittagsstunde‘ lieben und zwar weit über Nordfriesland hinaus.«

Süddeutsche Zeitung, Jörg Magenau (18. Dezember 2018)

»Die Schilderungen der Eigenartigen genauso wie die aller anderen gelingen Dörte Hansen hervorragend. Sie findet treffende Worte, die so schnodderig wie zärtlich den Blick auf das Atmosphärische richten, das von einem Menschen ausgeht. Hansen schmeißt mit Wortschätzen um sich, dass der Text vor Kostbarkeit klirrt, sie reichert ihre präzisen Beschreibungen mit einem herben Humor an.«

»Die wunderbarste Liebesgeschichte des Herbstes. So klug, bewegend, komisch, liebenswürdig, unterhaltend und gut, dass man sich die nächste Mittags- oder Abendstunde zum Lesen herbeisehnt.«

Augsburger Allgemeine, Stefanie Wirsching (07. November 2018)

»Ein liebenswürdiges, vergnügliches und zugleich untergründig ernstes Buch, das in Dörte Hansens austariert lakonischer Sprache nicht nur die sehr flache Landschaft Nordfrieslands nachzeichnet, sondern auch dafür sorgt, dass alle skurrilen Charaktere mit viel Empathie bedacht werden.«

»Das Buch ist eine Liebeserklärung an all die Brinkebülls da draußen.«

LiteraturSPIEGEL, Maren Keller (01. Oktober 2018)

»Zum Glück gibt es diesen unsentimentalen, allenfalls leise melancholischen, nüchtern erzählten Roman.«