Mörderinnen

Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers

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Warum töten Menschen? Was lässt sie diese letzte Grenze überschreiten? In über 30 Tötungsdelikten hat Veikko Bartel schon vor Gericht verteidigt, in »Mörderinnen« erzählt er die vier spektakulärsten, anrührendsten, grausamsten Fälle: die Kindsmörderin, die Sadistin, die Gattenmörderin, die Giftmörderin. Eindrücklich schildert er die Hintergründe, die hasserfüllten Reaktionen der Öffentlichkeit und die biographischen Tragödien, die sich hinter den Taten verbergen. Seine Erzählungen stellen die Frage nach Gerechtigkeit und zeigen mit jedem Fall: Die Realität ist spannender als jeder Krimi.

»Ich will wirklich niemandem zu nahe treten, aber Schirachs Kurzgeschichten wirken wie lapidare Kindermärchen gegenüber Bartels Ausführungen.«

www.zwischen-den-zeilen.com (13. September 2018)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-23505-5
Erschienen am  20. August 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Game over! Darf ein Mensch über Leben oder Tod eines anderen Menschen entscheiden?

Von: BeautyPeaches

28.08.2019

Mit einer Freundin habe ich früher immer sehr viel philosophiert. Unsere Gedankengänge brachten uns von einem Thema zum anderen und nicht alles, was wir besprachen, klang realistisch. Einmal redete sie sogar davon, dass sie sich vorstellen könnte, dass wir alle unter einer riesigen Kuppel leben und von oben gesteuert werden und so sei unser Leben vom Anfang bis zum Ende durchgeplant. Wenn dem so wäre, dann ist doch alles ganz einfach. So können wir nichts für unsere Handlungen, denn schließlich sind wir nur Marionetten, schlichtweg Spielfiguren. Vielleicht hätte das eine der Mandantinnen von Veikko Bartel zu ihrer Verteidigung vorbringen können. In seinem Buch “Mörderinnen” schreibt Veikko Bartel über vier seiner ungewöhnlichsten Fälle, die er vor Gericht zu vertreten hatte. Bereits in über 30 Tötungsdelikten hat der Strafverteidiger vor Gericht verteidigt, mitunter auch einige Frauen, die zu Mörderinnen wurden. Für die Verteidigung braucht man natürlich auch sämtliche Informationen und ich kann mir vorstellen, dass man dann oft Sachen hinterfragt. Was bewegte die Mörderin zu dieser grausamen Tat? Wie wird ein Mensch zum Mörder? Was war schlussendlich der entsprechende Auslöser, um die letzte Grenze zu überschreiten – die Grenze, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen? Schützt man als Strafverteidiger den oder die Täter/in nicht auch auf irgendeine Art und Weise? Allein mit diesem Thema darf sich ein Strafverteidiger wahrscheinlich sehr oft auseinandersetzen. Auch das thematisiert Veikko Bartel in seinem Buch und äußert sich zu seinem Standpunkt dazu. Ist Hass ein Mordmotiv? Oder Gier? Ist Ausweglosigkeit eine Entschuldigung? “Das ist eine Mörderin, die gehört weggesperrt”, sagt sich so leicht daher und dieser Meinung schließe auch ich mich an. Veikko Bartel muss als Strafverteidiger natürlich ohnehin mit Interesse an die Fälle gehen, die er vor Gericht zu vertreten hat, dennoch stellt er sich darüber hinaus auch immer wieder die Frage, wie ein Mensch zum Mörder wird. Hinzu kommt seine Neugier und der Wunsch, es verstehen zu können. Er möchte verstehen, was jemanden dazu treibt, ein Menschenleben auszulöschen. In seinem Buch “Mörderinnen” schildert uns der Autor vier grausame Morde. Er verschont den Leser auch nicht mit der Ausführung der jeweiligen Tat. So lesen wir nicht nur, was die Täterin abschließend zu ihrer Verteidigung zu sagen gedenkt, sondern erfahren auch Einzelheiten, was während der Tat geschah. Gleich zu Anfang muss der Leser tief Luft holen, denn der erste Fall handelt von einem Babymord. Der Tötungsakt selbst ist wahrscheinlich die gebräuchliche Methode, sich einem ungewünschten Kind zu entledigen, aber was die Mutter anschließend mit dem Leichnam anstellt, ist barbarisch. Der Autor schmückt diese Szenen aber nicht weiter aus, sondern schreibt sehr sachlich. Schließlich geht es hierbei um das Motiv und nicht um die Tat. So erfährt der Leser auch, wie es zu dieser ungewollten Schwangerschaft kam und was in der Täterin vorging. Jetzt wo ich aufgeklärt bin, würde ich gerne sagen, dass ich die Mörderin verstehe. Aber so einfach ist das für mich nicht. Ich kann es nicht verstehen. Den zweiten geschilderten Fall fand ich persönlich weniger spektakulär, da es gerade bei starken Alkoholikern immer wieder zu Affekthandlungen kommt. Ein Ehepaar besäuft sich bereits nach dem Aufstehen, noch bevor eigentlich die Morgentoilette verrichtet wurde. Der Mann erliegt unzähligen Messerstichen und nur die Frau steht unter Verdacht. Auch der dritte Fall schockierte mich weniger. Es gibt so viele Menschen, die anderen gerne Schmerzen zufügen, um sich zu stimulieren und ebenso gibt es zig Menschen, die das auf freiwilliger Basis ebenfalls aus anregenden Gründen aushalten möchten. Im vierten Fall haben wir sie wieder – die Marionetten. Hierbei handelt es sich um diverse Männer, die sich von einer Frau vorführen lassen. Selbst nachdem sie ihren Ehemann vergiftet hatte, schaffte sie es weiterhin, die anderen Männer zu manipulieren. Ihr Strafverteidiger überquerte sogar unsere Landesgrenzen, um in ihrer Heimat mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren. Game over! Darf ein Mensch über Leben oder Tod eines anderen Menschen entscheiden? Die Beweggründe einen Mord zu begehen, lassen sich letztendlich nicht erahnen und schon gar nicht, was in diesem Moment der Tat in der Mörderin vor sich geht. Wenn man die Taten aus den verschiedenen Perspektiven betrachtet, versteht man dann? “Mörderinnen” von Veikko Bartel war schwer aus der Hand zu legen. Der Autor schreibt auf eine nüchterne, aber auch interessante Art über diese Fälle. Dabei bleibt er sehr sachlich, aber schließlich ist er auch “nur” der Strafverteidiger und nicht der Richter.

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Interessant und grausam

Von: Fhina

25.06.2019

Worum geht's?: Veikko Bartel ist Starfverdeitiger und schildert in dem Buch vier seiner erschreckensten Fälle, die er vor Gericht verteidigt hat. Ihm geht es vor allem darum, viel über die Hintergründe zu erfahren und dem Warum und Wieso genau auf den Grund zu gehen. Kein Mensch ist von naturaus böse, aber was treibt einen Menschen dazu einen anderen umzubringen? Der Autor gibt uns einen kleinen Einblick in seine Arbeit, erläutert, dass er immer nur die Menschen aber nie die Tat selbst verteidigt hat und das es in dem Buch um die Schicksale der Täter geht, nicht um die unschuldigen Opfer. Veikko Bartel erzählt ebenfalls, dass man als Strafverteidiger schnell als herzlos begestempelt wird, weil man den Täter ja in "Schutz" nimmt. Aber auch das spricht er interessant an und erklärt seinen Standpunkt dazu. "Jeder Mensch kann töten. Und er wird es tun, kommt er nur an eine ganz bestimmte Grenze." Die vier Geschichten selbst sind verstörend und grausam. Jede Frau begeht eine andere Art und hat ein anderes Motiv zum töten. Besonders grausam fand ich die Kindsmörderin, welche ihr Baby kocht (!), aber auch die Gattenmörderin ist nicht ohne. Zu jeder Geschichte gibt es etwas Hintergrundwissen und man wird nach und nach durch den Fall geführt. Meine Meinung: Alles in Allem sehr interessant zu lesen und mehr über die Arbeit eines Strafverteidigers, aber auch über die Fälle selbst zu erfahren. Jeder der True Crime liebt wird an diesem Buch vermutlich gefallen finden. Bei der Sadistin und die Giftmörderin haben mir leider ein paar mehr Informationen gefehlt. Aber ich würde wieder etwas von dem Autor lesen.

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Vita

Veikko Bartel, geboren 1966 in Karl-Marx-Stadt (DDR), studierte nach der Wiedervereinigung Jura und arbeitete von 1996 bis 2011 als Rechtsanwalt in Potsdam, ab 1998 als Strafverteidiger. Heute ist er Dozent für Steuerrecht. Er lebt mit seiner Familie in Potsdam.

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Events

02. Nov. 2019

Lesung mit Veikko Bartel

20:00 Uhr | Auerbach/Vogtland | Lesungen
Veikko Bartel
Mörder | Mörderinnen

14. Nov. 2019

Lesung mit Veikko Bartel

20:00 Uhr | Berlin | Lesungen
Veikko Bartel
Mörder | Mörderinnen

09. Jan. 2020

Lesung mit Veikko Bartel

19:00 Uhr | Chemnitz | Lesungen
Veikko Bartel
Mörder | Mörderinnen

Pressestimmen

»[E]in packendes und höchst lesenswertes Buch.«

Das Kriminal Magazin (30. November 2018)

»Bartel [...] gibt auch einen tiefen Einblick in seine Arbeit als Strafverteidiger. Und diese Perspektive ist es, die das Buch unterscheidet von so vielen anderen Kriminalschilderungen.«

Berliner Morgenpost (25. August 2018)

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