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My Life on the Road

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20131-9

Erschienen: 11.07.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Sie ist klug, elegant und charmant. Eine Kämpferin mit Leidenschaft und Stil. Ein Vorbild für Frauen seit fünf Jahrzehnten. Hillary Clinton verehrt sie genauso wie die Schauspielerin Emma Watson. Lange vor Facebook-Chefin Sheryl Sandberg hat Gloria Steinem Frauen den Glauben an sich selbst gegeben. Sie hat provoziert, Mut gemacht und alte Rollenbilder über den Haufen geworfen. Auch heute noch, mit über achtzig Jahren, ist Gloria Steinem ein Star, der Frauen jeder Generation begeistert. In MY LIFE ON THE ROAD erzählt Steinem von einem rastlosen Leben, ausgefüllt mit Reisen und unvergesslichen Begegnungen. Schon als Kind, als Tochter eines durch die Lande tingelnden Antiquitätenhändlers aus Toledo, Ohio, war ihr eines klar geworden: Man braucht nicht unbedingt einen geografischen Anker im Leben, dafür aber ein klares Ziel vor Augen.

Gloria Steinem (Autorin)

Gloria Steinem, 1934 in Toledo, Ohio geboren, ist Journalistin und eine der bedeutendsten Feministinnen unserer Zeit. Sie studierte am renommierten Smith-College in Washington D.C und begann ihre journalistische Karriere mit einer Reportage über ein dreiwöchiges Experiment als Playboy-Bunny in New York. 1971 gründete sie »Ms.«, die erste feministische Zeitschrift Amerikas, und setzte sich auch in den folgenden Jahrzehnten für die Gleichberechtigung der Frauen ein. Obwohl eine erbitterte Gegnerin der bürgerlichen Ehe, heiratete sie mit 66 Jahren den Unternehmer David Bale.

Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné
Originaltitel: My Life on the Road
Originalverlag: Random House US

eBook (epub), 9 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-641-20131-9

€ 13,99 [D] | CHF 17,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 11.07.2016

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Über ein Leben auf Reisen

Von: Sputnik FFM - Frankfurt, Books & Rock'n'Roll Datum: 11.09.2016

https://sputnikffm.wordpress.com/

Anfang des Jahres hat die Schauspielerin, UN-Botschafterin und Verfechterin für die Gleichberechtigung, Emma Watson, auf Goodreads einen feministischen Buchclub gegründet mit dem Namen „Our Shared Shelf“. Wie die Idee dazu entstand, beschreibt sie wie folgt:

„As part of my work with UN Women, I have started reading as many books and essays about equality as I can get my hands on. There is so much amazing stuff out there! […] I decided to start a Feminist book club, as I want to share what I’m learning and hear your thoughts too.”

Mehr über „Our Shared Shelf“

Der Plan ist jeden Monat gemeinsam ein ausgewähltes Buch zu lesen und darüber zu diskutieren. Besprochen wurden bereits Bücher wie „Persepolis“ von Marjane Satrapi oder „Die Farbe Lila“ von Alice Walker. Der Club erfreut sich großer Beliebtheit und hat allein auf Goodreads aktuell über 142.000 Mitglieder, die „stillen Mitleser“ natürlich nicht eingeschlossen. Das allererste Buch, das im Januar 2016 von Watson auf der Agenda des Buchclubs gesetzt wurde, war „My Life on the Road“ von der Amerikanerin Gloria Steinem, die zu den zentralen Wegbereiterinnen der Frauenbewegung in den 1960er Jahren zählt. Und dieses Buch, auf das ich dank des Buchclubs gestoßen bin und das im Juli in der deutschen Übersetzung von Eva Bonné bei btb erschienen ist, möchte ich heute vorstellen.

Wer ist Gloria Steinem?

Gloria Steinem ist eine politische Aktivistin, Journalistin und Frauenrechtlerin, die 1934 in Ohio, USA geboren wurde. Sie ist Gründerin und Herausgeberin des amerikanischen, feministischen Magazins „Ms.“, dass 1972 das Licht der Welt erblickte. In dem autobiographischen Buch „My Life on the Road“ blickt Sie auf ihr aufregendes Arbeitsleben als reisende Aktivistin zurück. Das Buch ist laut ihrer eigenen Aussage „die Geschichte einer modernen Nomadin“.

Anliegen des Buches „My Life on the Road“

Gloria Steinem macht zu Beginn ihres Buches ganz klar, welche Anliegen damit verknüpft sind:

Sie möchte über ihre Reisen als Aktivistin durch Amerika und somit auch über Amerika erzählen.
Sie möchte den Leser dazu ermutigen selbst auf Reisen zu gehen. Dabei geht aber vor allem darum sich die Geisteshaltung des Reisenden anzueignen, der offen bleibt für alle was geschieht, sobald er die Haustür verlässt.
Sie möchte Geschichten erzählen.
Sie möchte für Frauen eine Wegbereiterin in puncto Reisen sein, denn: „Für eine Frau ist vielleicht nichts so revolutionär, wie selbstbestimmt auf Reisen zu gehen – und bei ihrer Rückkehr mit offenen Armen empfangen zu werden.“

Abenteuer einer reisenden Frau

In „My Life on the Road“ erzählt Gloria Steinem nicht strikt chronologisch aus ihrem Leben als Reisende, sondern setzt, unterteilt in sieben Kapitel, Themenschwerpunkte, die wiederum oft eine bunte und abwechslungsreiche Collage aus Geschichten darstellen. Der große gemeinsame Nenner ist dabei immer das Reisen. Ein paar Beispiele:

In dem ersten Kapitel „In den Fußstapfen meines Vaters“ ergründet sie die Ursprünge ihrer Leidenschaft fürs Reisen als Lebenskonzept, indem sie verrät, dass der Grundstein für ihr späteres Nomadenleben und ihren Freiheitsdrang bereits in der unsteten Kindheit gelegt wurde, durch den Beruf und die Mentalität des Vaters, der als Trödelhändler stets „on the road“ war, nicht selten mit der kompletten Familie im Schlepptau.

In „Wenn das Politische privat wird“ erzählt sie von ihren Aktivitäten als Wahlkämpferin in den letzten Jahrzehnten in den USA, unter anderem im US-Vorwahlkampf 2008 als Hillary Clinton und Barack Obama gegeneinander antraten und sie sich für Clinton engagierte.

In „Gesprächskreise“ wird der Fokus gelegt auf faszinierende Begegnungen mit Fremden, im Rahmen von Vorträgen und Gesprächsrunden, ,,die einander mit allen fünf Sinnen begegnen und einen echten Bewusstseinswandel zulassen.“

Eins meiner absoluten Lieblingskapitel war außerdem „Warum ich nicht Auto fahre“, in dem Steinem erzählt, warum das einsame Reisen im Auto für sie keine Option ist: „Manchmal zitiere ich Umfragen, aus denen New Yorker als die glücklichsten Menschen Amerikas hervorgingen. Und warum? Weil man sich in der ‚Hauptstadt der Nichtfahrer‘ auf der Straße begegnete, statt isoliert voneinander in rollenden Blechdosen zu sitzen.“ Sie versammelt in diesem besonderen Kapitel eine große Vielfalt höchst interessanter Anekdoten über Begegnungen, die sie beispielsweise beim Taxifahren oder im Flugzeug erlebt hat. Darunter sehr bewegende und unvergessliche Geschichten.

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Authentisch, einnehmend und mit Herzblut geschrieben

Gloria Steinems Erinnerungsbuch hat mich in seinen Bann gezogen. Sie verfällt beim Scheiben nie ins Selbstdarstellerische oder Belehrende sondern nimmt den Leser mit auf die Reisen ihres Lebens und teilt mit ihm, was sie dabei erlebt und gelernt hat. Der Stil ist dabei stets sehr klar und äußerst einnehmend (Kompliment auch an die Übersetzerin). Steinem erzählt mit Herzblut und Aufrichtigkeit aus ihrem Leben, ohne Scheu neben Erfolgen auch Unsicherheiten und Fehler zu benennen. Ihre Empathie für die Menschen und ihr Enthusiasmus beim Kampf, um eine gerechtere Welt, ist im höchsten Maße imponierend und inspirierend. Ebenso wie die Passion fürs Reisen und der Mut dazu, sich immer wieder alleine auf den Weg zu begeben und sich auf immer neue Abenteuer einzulassen.

Beim Lesen dachte ich hin und wieder, dass die collagenartige Form des Buches bei dem einem oder anderen Kapitel etwas unstrukturiert wirkt. Andererseits habe ich nie den Eindruck gehabt, die Autorin hätte beim Schreiben (oder ich beim Lesen) den roten Faden verloren. Am Ende wurde mir klar, dass diese Brise Chaos die Authentizität des Buches nur bestärkt. Denn so ist das Reisen eben: kein gerader Weg, sondern eine Collage auch kleinen und großen Erlebnissen, Gefühlen und Lektionen. „My Life on the Road“ ist ein kluges und mitreißendes Buch über die Suche nach seiner eigenen Bestimmung, den Kampf für den Feminismus und das Reisen als Lebenshaltung.

Ruhelose Wanderarbeiterin in Sachen Feminismus

Von: Jules Barrois Datum: 22.07.2016

https://julesbarrois.wordpress.com

Gloria Steinem passt in keine Schublade. Dafür waren und sind die Aktivitäten der jetzt über 80-Jährigen einfach zu vielfältig. Sie ist Sozialaktivistin, Schriftstellerin, Dozentin, wandernde Feministin, Veranstalterin und eine Anführerin, die wirklich etwas verändert.
In diesem Buch, My Life on the Road, bietet Gloria Steinem, Schnappschüsse und ganze Porträts von Dutzenden starker Frauen, die sie bei ihren Vortragsreisen kreuz und quer durch Amerika, so getroffen hat.
Bei vielen der wichtigsten politischen Momente der letzten fünf Jahrzehnte war sie anwesend: Sie hörte Martin Luther King Jr. im März 1963 in Washington; Sie stand im Weißen Haus im Büro des Redenschreibers Ted Sorensen als John F. Kennedy ihm Lebewohl sagte, vor seiner Reise nach Dallas im Jahr 1963; Sie ist im Jahr 1968 in Kalifornien zusammen mit Dolores Huerta und Cesar Chavez, in Solidarität mit dem Streik der Landarbeiter; Sie organisiert die Konferenz der National Women in Houston im Jahre 1977; Sie ist auf der Bühne mit der Vizepräsident-schaftskandidatin Geraldine Ferraro 1984; Sie ist nach der Wahl 2000 in Palm Beach, als die Wähler eine Nachzählung verlangen usw.
Steinem beschreibt ihre frühen Begegnungen mit Basisaktivismus, ihre informelle Ausbildung, die sie durch die Beobachtung der von Gandhi geprägten Organisatoren bei ihrer ersten Wanderung durch Indien erhalten hat und die vielen Details ihrer unerbittlichen Kampagne für die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen. Gloria Steinem betrachtet Reisen nicht als Luxus, sondern als einen transformierenden, potentiell radikalen Akt, vor allem für Frauen, die lange verbannt waren, hinter ihren Männern zu reiten - oder zu Hause zu bleiben.
Gloria Steinem hat eine bemerkenswerte Karriere als „Hybrid-Journalistin-Aktivistin“ hingelegt. In einem Moment verfolgt sie eine Kampagne als Reporterin, und im nächsten Moment ist sie auf der Bühne als Veranstalterin. So ist sie ebenso ein Teil der Medien, als auch ein Teil der Bewegung.
Was Gloria Steinem geprägt hatte, ist ihre Kindheit. Lange weigerte sie sich, das anzuerkennen. Jetzt widmet sie wichtige Teile dieses Buches ihrer Kindheit. Vor allem das Porträt ihres Vaters Leo wirft ein helleres Licht auf ihren Feminismus und ihre nomadische Lebensweise. Ihr Leben lang ist sie getrieben von Unruhe, Neugier und dem Wunsch, gehört zu werden. Aber auch zuzuhören, eine Gewohnheit, die sie bei ihrem ersten Besuch in Indien entwickelt hatte, wo sie die Methode des Gesprächskreises kennenlernte, eine Methode bei der jeder eine Stimme hat.
Dieses Buch ist eine hochinteressante Mischung aus Memoiren, Philosophie des Feminismus, eine Verneigung vor Freunden und Mentoren auf ihrem Weg und natürlich auch eine Geschichte der Frauenbewegung. In vielerlei Hinsicht beschreibt sie auch die Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft während ihrer eigenen prägenden Zeit. Sie schreibt mit tiefen Reflexion und großer Sensibilität.
My Life on the Road ist ein Buch voller Weisheit, Freude, Empathie und einem pragmatischen Optimismus. Es ist eine Vorlage für die Zukunft, aber es macht auch Mut, indem es zeigt, wie weit wir schon gekommen sind. Und es ist reich an neuen Erkenntnissen. Vor allem ist es für mich wieder ein Beweis für das Motto: „Bleiben Sie in Bewegung. Und hören Sie nicht auf Fragen zu stellen.“
Ich empfehle das Buch für Männer, damit sie wirklich begreifen, welche Geschlechterunterschiede auch heute noch herrschen. Und ich empfehle es allen Frauen, für die der Feminismus kein Thema mehr zu sein scheint, weil sie all die bisherigen Erfolge als selbstverständlich hinnehmen, ohne sich weiter anzustrengen. Es wird Euer Bewusstsein ein bisschen weiter öffnen.

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