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Nicht schuldig Gerechtigkeit ist keine Verhandlungssache
Ein Plädoyer des legendären Strafverteidigers

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20226-2

Erschienen: 11.10.2016
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Er hat Rechtsgeschichte geschrieben, war entscheidend an einigen der spektakulärsten Prozesse der Bundesrepublik beteiligt. Er setzt Richtern, Staatsanwälten, Kriminalbeamten hart zu. Er kämpft mit beharrlichen Fragen, anwaltlicher Ermittlungsarbeit und emotionalen, notfalls auch provokanten Auftritten um ein kostbares Gut: die Rechte eines Beschuldigten.

Steffen Ufer ist einer der bekanntesten Strafverteidiger Deutschlands, er streitet für Menschen vor Gericht, die des Mordes, des Betrugs oder der Erpressung beschuldigt werden. Jetzt erzählt er erstmals aus 50 Jahren Strafverteidigung, berichtet über haarsträubende Fehler der Strafverfolger und Sachverständigen – und schildert, wie schwierig es oftmals ist, der Gerechtigkeit zu ihrem Recht zu verhelfen.

Ein Buch, "das sich von den reißerisch betitelten Exemplaren, die zuletzt von weniger bekannten Strafverteidigern erschienen sind, wohltuend unterscheidet. Ufer hat wirklich etwas zu erzählen".

Süddeutsche Zeitung, Christian Rost (08.10.2016)

Steffen Ufer (Autor)

Steffen Ufer, geboren 1940, ist einer der bekanntesten Strafverteidiger Deutschlands. In 50 Berufsjahren verteidigte der langjährige Partner von Rolf Bossi mehr als 10.000 Mandanten, darunter Prominente wie Ottfried Fischer, Konstantin Wecker, Uli Hoeneß, den Oetker-Entführer Dieter Zlof und den Vierfach-Mörder Jürgen Bartsch. Ufer war oft in den USA tätig und engagierte sich gegen die Todesstrafe, etwa im Fall der LaGrand-Brüder. Steffen Ufer lebt in München.


Göran Schattauer (Autor)

Göran Schattauer, Jahrgang 1967, ist mehrfach preisgekrönter Journalist und Buchautor (Der letzte Schultag - die Amoktat von Winnenden). Seit 15 Jahren arbeitet er als Polizei- und Justizreporter beim Nachrichtenmagazin Focus, für seine Recherchen ist der Verfasser zahlreicher Enthüllungsgeschichten, Reportagen und Porträts weltweit unterwegs. Schattauer lebt mit seiner Familie in München.

Ein Buch, "das sich von den reißerisch betitelten Exemplaren, die zuletzt von weniger bekannten Strafverteidigern erschienen sind, wohltuend unterscheidet. Ufer hat wirklich etwas zu erzählen".

Süddeutsche Zeitung, Christian Rost (08.10.2016)

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20226-2

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

Erschienen: 11.10.2016

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Straftaten, die die Menschen bewegten

Von: Inas Bücherkiste Datum: 29.03.2017

inasbuecherkiste.blogspot.de

Steffen Ufer hat ein langes Berufsleben als Strafrechtsanwalt hinter sich. 1966 begann er als Referendar in der Kanzlei des in den 1960-er bis 1990-er Jahren sehr bekannten Strafverteidigers Rolf Bossi, dessen Name in den Medien häufig in Zusammenhang mit prominenten Mandanten auftauchte. Dem steht Ufer in nichts nach: Auch er wird gern als „Star-Anwalt“ bezeichnet, was er aber nicht gern hört. 2016 hat der Jurist zusammen mit dem Journalisten und Buchautor Göran Schattauer Nicht schuldig herausgebracht. Mit der Schilderung von 19 Fällen erläutert Ufer, was er vom deutschen Rechtsstaat hält und was für ihn das Wesen eines fairen Prozesses ist.

50 Berufsjahre und jede Menge Schicksale

Ufer erzählt nicht nur von seinen sehr bekannten Mandanten wie Konstantin Wecker, Ottfried Fischer oder Uli Hoeneß. Er schildert auch Fälle, in denen im Ausland lebende Deutsche von ihm betreut wurden oder er Menschen vertreten hat, deren Namen es nicht in die Zeitungen geschafft hatten, deren Schicksale aber nicht weniger tragisch waren. (...)

Was macht das Recht aus?

Bei allen anderen Schilderungen von Gerichtsverfahren wird Steffen Ufers Rechtsverständnis deutlich: Es soll bei einer Strafverfolgung nicht darum gehen, „im Namen des Volkes“ Rache an den Tätern auszuüben. Ein fairer Prozess soll vielmehr die gesamten Umstände, die zu einer Tat führten, in den Blick nehmen. In den Anfangszeiten der bundesdeutschen Rechtsprechung war dieser Gedanke, sich auch den psychischen Ursachen einer Straftat zu nähern, nicht üblich. Die juristische Wende läutete der Fall des Kindermörders Jürgen Bartsch ein, der 1962 im Alter von 15 Jahren einen Jungen getötet hatte. Bis 1966 ermordete er drei weitere auf grausame Weise. Das zuständige Landgericht verurteilte Bartsch zu lebenslanger Haft und der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Doch der Bundesgerichtshof verwies das Urteil nach der von Bossi und Ufer eingelegten Revision an das Landgericht Wuppertal zurück und rügte, es sei zu wenig auf die Täterpersönlichkeit eingegangen worden. Das führte zum heutigen § 20 des Strafgesetzbuches, der Tätern, die wegen einer krankhaften seelischen Störung, einer tiefen Bewusstseinsstörung oder einer „schweren anderen seelischen Abartigkeit“ ihr Unrecht nicht einsehen können, Schuldunfähigkeit zuspricht. Seit damals wird bei allen Strafprozessen auch das bisherige Leben der Angeklagten beleuchtet.
Steffen Ufer hat sich als Strafverteidiger immer wieder Vorwürfe gefallen lassen müssen, wenn er Mandanten verteidigte, die sich zum Teil grausame Verbrechen hatten zuschulden kommen lassen. Das „Wie kann man nur?“ stand immer wieder im Raum. Doch er sieht seine Aufgabe als Anwalt darin, seine Mandanten so gut wie möglich zu vertreten und darauf zu achten, dass die geltenden Gesetze angewendet werden. Ein Anwalt hat nicht über seinen Mandanten zu richten und seine Taten zu verurteilen, dazu gibt es Richter und Staatsanwälte.

Interessantes Buch mit vielen Einblicken

Nicht schuldig ist ein plakativer Buchtitel, der längst nicht auf alle von Steffen Ufer geschilderten Verfahren passt. Neben der sehr gut verständlichen rechtlichen Erläuterung der einzelnen Fälle bietet das Buch einen Eindruck von der Entwicklung der bundesdeutschen Rechtsprechung bei Strafprozessen seit den 1960-er Jahren. Der Umstand, dass es sich nicht um Krimi-Fiktion, sondern um wahre Fälle handelt, macht Nicht schuldig zu einem spannenden Titel.

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