Orangenblütenjahr

Roman

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Manchmal hängen Ende und Anfang so nahe beieinander wie die Blüten und Früchte am Orangenbaum

Der Tod ihres Mannes enthüllt ein Geheimnis, mit dem Nelly nicht gerechnet hätte. Sie hält es in der Enge im Odenwald einfach nicht mehr aus, und so nimmt sie das Angebot ihrer Freundin Mona an, in deren Apotheke in München zu arbeiten. Großstadt statt Dorf und obwohl sie genug von der Liebe hat, umschwärmen die Männer sie wie die Bienen den Honig. Ihre Kinder allerdings haben Schwierigkeiten mit den vielen Änderungen im Leben ihrer Mutter, dabei hat es Gabriel, Kuchenbäcker und Heißluftballonfahrer, Nelly ganz besonders angetan.


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ISBN: 978-3-641-22759-3
Erschienen am  11. Februar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Orangenblüten für den Neubeginn

Von: Bücher in meiner Hand

24.02.2020

Dass der Titel dieses Romans Sinn macht, stellt man schon auf den ersten Seiten fest. Mit ihrem Orangenbäumchen zieht Nelly von Odenwald nach München. Der Orangenbaum mit seinen Blüten und Früchten begleitet Nelly auf ihrem Weg zu einem neuen Lebensabschnitt. In der Grossstadt möchte sie sich ein neues Leben aufbauen, ihr altes hinter sich lassen. Ihre Kinder sind schliesslich schon erwachsen, ihr Mann gestorben, und ihre ehemals beste Freundin ist es für Nelly im übertragenen Sinn. Nelly fühlt sich wohl in der Stadt, ebenso an ihrer neuen Arbeitsstelle in der Apotheke ihrer Freundin Mona. Bald schon wollen gleich mehrere Männer Nellys Aufmerksamkeit. Ihr alter Nachbar Ludwig aus Odenwald, in München der Ballonpilot und Krimiautor Gabriel und Thomas, Nellys alter Schulfreund, jetziger Anwalt, dem sie buchstäblich vor das Auto fährt. Eigentlich könnte Nellys Neustart gut beginnen, wenn ihre Tochter Elena sie nicht komplett anfeinden würde. Als sähe Elena nicht, was ihr Vater ihrer Mutter angetan hat. Diese Kränkungen werfen Nelly immer wieder zurück in ihren Bemühungen einerseits auch von ihrer Familie verstanden zu werden und andererseits Männern wieder vertrauen zu lernen. Nach der etwas langatmigen Geschichte in "Hortensiensommer" hat mir "Orangenblütenjahr" wieder sehr gut gefallen. Obwohl auch hier eine tragische Geschichte im Hintergrund steht, kommt der Roman viel freundlicher und positiver daher. Nelly hat gegen einige Fronten zu kämpfen, tut dies aber im Bewusstsein, endlich wieder einige glückliche Jahre vor sich zu haben - und sich diese auch verdient hat. Ulrike Sosnitza hat in ihrem dritten Roman die Proportionen gut verteilt. Das Drama in der Vergangenheit, dessen Aufarbeitung in der Gegenwart kombiniert mit den jeweils eigenen Geschichten der anderen Charaktere wie etwa Mona, die jemanden datet, aber nicht verraten will, wen. Alles zusammen ergibt eine stimmige Geschichte, dich ich gerne gelesen haben. Fazit: Ein schöner Wohlfühlroman um eine Frau, die nach einer grossen Enttäuschung ihr Lebensglück auch mit über 50 Jahren nochmals finden will. 4 Punkte.

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Schöner Roman der eher leisen Töne

Von: Susanne Edelmann

01.03.2019

Nelly muss gleich zwei Schicksalsschläge verkraften: Ihr Mann stirbt ganz plötzlich und unerwartet und lässt sie mit Mitte 50 als Witwe zurück. Doch damit nicht genug: Am Tage seines Todes erfährt Nelly, dass ihr Mann eine Geliebte hatte und mit ihr ein gemeinsames Kind. Diese Geliebte ist ausgerechnet Nellys vermeintlich beste Freundin. Kein Wunder, dass Nelly zusammenbricht! Zumal sich scheinbar jeder in dem kleinen Dorf im Odenwald das Maul über sie zerreißt. Wie es scheint, war sie die Einzige, die nichts von der Affäre ihres Mannes gewusst hat. Da kommt das Angebot ihrer Freundin Mona gerade zur richtigen Zeit: Mona besitzt eine Apotheke in München und bietet Nelly dort einen Job an. Nelly verkauft also ihr Haus und die Apotheke im Odenwald, die seit Generationen in Familienbesitz war, und zieht in eine Wohnung in München-Sendling, bereit, dort ein neues Leben anzufangen. Voller Begeisterung erkundet sie die Stadt, geht in Museen und Theater, knüpft Kontakte zu ihren neuen Nachbarn. Doch Nellys erwachsenen Kindern ist das alles suspekt: Elena und Severin geht dieser Neuanfang zu schnell, obwohl sie selbst schon längst ihr eigenes Leben führen. Aber sie haben eben nicht den untreuen Ehemann verloren, sondern den geliebten Vater. Trauert ihre Mutter denn gar nicht? Wie kann sie so leichten Herzens das Haus, in dem die Familie gelebt hat, und die Apotheke verkaufen, der Heimat den Rücken kehren? Vor allem Elena kann ihrer Mutter das nicht verzeihen, es kommt zum Zerwürfnis. Und dann interessieren sich gleich drei Männer gleichzeitig für Nelly: Gabriel, der nette Autor und Ballonpilot aus der Nachbarschaft, Ludwig, der treue Freund aus der alten Heimat, und Thomas, Nellys Schwarm aus der Schulzeit, den sie in München zufällig wiedertrifft. Für wen wird Nelly sich entscheiden? Wird sie sich überhaupt für einen entscheiden, ist sie schon bereit für eine neue Liebe, nach all den Verletzungen, die ihr zugefügt wurden? Und was werden ihre Kinder dazu sagen? Und die Ex-Schwiegermutter? Im Laufe ihres ersten Jahres in München muss Nelly allerhand Probleme bewältigen und schafft es am Ende sogar, ihre Höhenangst in den Griff zu bekommen. Sinnbildlich für ihre Entwicklung steht dabei der Orangenbaum, der am Tag ihres Umzugs erstmals zarte Knospen zeigt, im Verlauf der Geschichte zu blühen beginnt und schließlich erste Früchte trägt. Ich habe sofort gut in die Geschichte hinein gefunden, Nellys Aufbruchstimmung ist richtig ansteckend und ich habe direkt Lust bekommen, mit ihr gemeinsam München zu erkunden. Allerdings fehlt dem Roman meiner Meinung nach ein wenig die Spannung. Es ist eher eine ganz ruhige und sehr einfühlsam erzählte Geschichte, bei der man sich in alle Personen richtig gut hinein versetzen kann. Was das Buch für mich zu etwas ganz Besonderem macht: Ich wurde bei den Danksagungen erwähnt 🙂 Vor einiger Zeit hat die Autorin Ulrike Sosnitza auf Facebook gefragt, was ihre Protagonistin in München denn so alles erleben und anschauen könnte. Ich hatte ihr damals u.a. den Stemmerhof in Sendling und die Auer Dult empfohlen – und habe sie dann auch tatsächlich rein zufällig im Mai letzten Jahres auf der Auer Dult getroffen, als sie auf Recherchereise in München unterwegs war. Beide Locations haben es dann schlussendlich in den Roman geschafft, was mich riesig gefreut hat. Fazit: Ein sehr sympathischer Roman von Ulrike Sosnitza, die mich bereits mit „Novemberschokolade“ und vor allem mit „Hortensiensommer“ begeistert hat. Auf der Homepage der Autorin gibt es eine Leseprobe und das Rezept zu dem leckeren Apfelkuchen, den Gabriel im Verlauf der Geschichte bäckt.

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Vita

Ulrike Sosnitza, 1965 in Darmstadt geboren, durchstreifte als junge Frau gerne den Wald, um alte Bäume zu fotografieren. Heute liebt sie ihren Garten, auch wenn die Blumen dort meist nicht so wachsen, wie sie sich das vorstellt. Die frühere Bibliothekarin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Würzburg. »Sternenblütenträume« ist ihr vierter Roman bei Heyne.

www.ulrike-sosnitza.de

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