Robo sapiens

Roman

(4)
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In der Zukunft ist die Welt eine andere geworden: Seit dem großen Aufstand der Maschinen gibt es keine Menschen mehr. Nach den Roboterkriegen wird der Planet von zwei gewaltigen künstlichen Intelligenzen beherrscht, die das Bewusstsein von Abermillionen Computern und Robotern in sich vereinen. Doch einige wenige Roboter weigern sich, im Universalbewusstsein der KIs aufzugehen, und sie schweben in tödlicher Gefahr. Einer dieser Roboter ist Brittle, der einsam und rastlos durch die Wüste streift, die früher der Nordosten der USA war. Dies ist Brittles Geschichte ...

»Der Roman steckt voller melancholischer, herrlich sarkastischer Rückblicke auf die letzten Tage der Menschheit…. Ein Pageturner mit Anspruch. Eine Freude.«

Helmut Petzold, Bayern 2 Diwan (02. Juni 2019)

Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
Originaltitel: Sea of Rust
Originalverlag: Harper Voyager
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-24071-4
Erschienen am  13. Mai 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wenn Einer alles will

Von: StMoonlight

08.08.2019

Viele Jahre sind seit dem großen Aufstand vergangen. Viele Jahre in denen Brittle, mit nichts als ihrem Rucksack und ihrem Buggy, durch das Land streift. Im Rostmeer, einem Landstrich in denen Artgenossen zum Sterben kommen, ist sie immer auf der Suche nach Handelsware. Was ein wenig wie ein Nachkriegsroman klingt, entpuppt sich schon bald als harte Überlebenskampf der anderen Art, denn Bristl ist ein Roboter. Eine lebende und denkende KI. Ein Fürsorgermodell und damit gerade mal eines von zwei noch existierenden Exemplaren. Beide benötigen Ersatzteile, um ihren Fortbestand zu sichern – und diese gibt es nur noch im Körper des jeweils anderen... Menschen gibt es schon lange nicht mehr. Dafür aber noch einige andere Roboter. Manche sind friedlich und wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden, doch es gibt zwei große Mächte, die das Ziel haben, alles Wissen – und damit eben auch jede KI – zu einem großen Ganzen zu vereinen. Alternativ werden sie ausgelöscht. Eine durchaus zweifelhafte Wahl. Doch es gibt jemanden, der „die Großen“ aufhalten will und dazu benötigt er Unterstützung. Wird Bristl helfen, auch wenn es ihren sicheren Tod bedeutet? Die Geschichte ist interessant, schon alleine deswegen, weil sie mal etwas anderes ist. Anfangs hatte ich ein wenig meine Schwierigkeiten mir bewusst zu machen, dass die Protagonistin eben kein Mensch ist. Tatsächlich merkt man das gar nicht so oft, da sie viele menschliche Züge an den Tag legt. - Genau wie viele andere Roboter. Die KI ist hier, im Gegensatz zu unserem heutigen Stand, bereits viel weiter ausgereift. Und so begann auch die Auslöschung der Menschheit, denn einer von Ihnen wollte ein Recht auf Selbstbestimmung. Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Hier zahlt es sich aber aus einige Kapitel durchzuhalten. Zwischendurch gibt es immer mal wieder einen Rückblick, dadurch kommt es das eine oder andere Mal zur Wiederholung. Das empfand ich teilweise etwas störend, doch ansonsten: Ein herrlich postapokalyptisch Roman, der es schafft erschreckend dystopisch zu wirken – und (fast) ganz ohne Menschen auskommt.

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Darf ein Mensch ein anderes Bewusstsein besitzen - auch wenn er selbst letzteres erschaffen hat?

Von: Barbaras Bücherbox

24.07.2019

Brittle ist eine Überlebende. Mit nichts als ihrem Rucksack und ihrem Buggy reist sie durch das Rostmeer, immer auf der Suche nach Ersatzteilen, mit denen sie ihre Sammlung erweitern kann. Sie ist allein – seit dem großen Krieg gegen die Menschheit und deren absoluter Auslöschung, gibt es keine Produktion mehr, keine neuen Teile und keine Reparaturen. Und so sind Kannibalen wie Brittle essentiell für die noch funktionierenden Roboter – auch wenn manch einer wohl nicht damit einverstanden wäre, wie Brittle an die Teile kommt. Als sie dann jedoch in einer Stadt mitten in einen Anschlag einer der großen KIs gerät und sich entgegen ihrer Überzeugung dazu entscheidet nicht zu fliehen, begibt sie sich auf eine Reise, an deren Ende sie mehr als nur Antworten auf Fragen findet, die sie und viele andere Roboter begleiten. Brittle ist keine Sympathieträgerin. Sie ist eine Kannibalin und lebt von Teilen, die sie fast toten, aber noch einigermaßen funktionierenden Robotern abluchst, indem sie sie überredet sich abzuschalten und ihnen dann die Teile ausbaut, die noch zu gebrauchen sind. Dass sie sich dabei ausschließlich an Roboter hält, die kurz vorm Exitus stehen, ist wohl der einzige, wenn auch geringe Sympathiepunkt. Sie und viele andere Roboter sind verzweifelt, denn zwar aus der Knechtschaft befreit haben sie sich selbst offenbar keine „Industrie“ aufgebaut, um sich selbst am Leben zu erhalten. Ausschließlich die Teile anderer Roboter sind es, die zur Reparatur verwendet werden können. Eine äußerst deprimierende Vorstellung, denn obwohl man meinen könnte, eine künstliche Intelligenz wäre der unseren soweit überlegen, ist dies hier in einem ganz sicher nicht der Fall: Menschlichkeit. Die Roboter agieren zwar äußerst „human“ – Brittle hat ein Bewusstsein wie ein Mensch, jedoch auch eine große Gefühlskälte, die den Leser immer wieder daran erinnert, dass sie das eben nicht ist: ein Mensch. Sie erzählt uns von der Welt, in der die Roboter leben – einer Endzeit, man schmeckt förmlich das Ende der Welt nahen, es gibt keine Menschen, keine Lebewesen mehr, alles wurde vernichtet – und in vielen Rückblicken auch davon, wie es dazu kommen konnte. Zitat (S. 70): „Welchen Sinn hätte es denn überhaupt eine KI zu erschaffen, wenn wir sie anschließend wie eine Person behandeln müssen? Warum nehmen wir dann nicht gleich eine Person? Wir haben die KIs geschaffen, um Dinge zu tun, die Menschen nicht tun können oder wollen. Sie sind keine Leute, sie sind Maschinen. Sie sind zu einem bestimmten Zweck gebaut worden und bestimmen nicht über ihr Schicksal, wie wir es tun.“ Und das ist die größte Stärke des Romans. Mit den Rückblicken verfolgen wir einer Rassenunruhe, die hier nicht zwischen Mensch und Mensch stattfindet, sondern zwischen Mensch und Roboter. Denn darf ein Roboter, sobald er ein Bewusstsein hat, noch der Sklave eines Menschen sein – ganz gleich, ob dieser ihn geschaffen hat? Mit dieser Frage beschäftigt sich dieses Buch; zwar nicht immer, aber doch zu einem großen Teil. Wir kennen das schon ein bisschen aus Blade Runner bzw. Träumen Androiden von elektrischen Schafen? (sehr empfehlenswert!), Westworld oder iRobot, die Prämisse selbst ist somit ganz sicher nicht neu, aber die Umsetzung in Form einer Rassenbewegung ist großartig gelungen. Dies ist jedoch nur der Hintergrund der eigentlichen Geschichte, in der Brittle in einen Krieg zwischen KIs gerät, sogenannten EWIs, die das Bewusstsein der Roboter „vereinen“ will und dadurch die Individualität und die Freiheit, für die im Aufstand gegen die Menschen gekämpft wurde, vernichtet werden soll. Und diese Geschichte ist äußerst actionreich – hier hätte mir sogar ein bisschen weniger besser gefallen. Vor allem gegen Ende stolpern wir von einer Explosion zur nächsten, wodurch die großartige Idee ein wenig ins Hintertreffen gerät. Trotzdem ... trotzdem! Ist dieses Buch großartig. Es ist wunderbar geschrieben und vermittelt diese grausame Welt so plastisch, dass ich eine absolute Leseempfehlung aussprechen muss. Auch für Menschen, die – wie ich – kaum oder gar nicht zu Science-Fiction greifen. Doch sollte der geneigte Leser gewarnt sein: es ist keine schöne Zukunft, die uns C. Robert Cargill hier zeichnet - sie ist traurig und erschütternd, auch wenn man die Auslöschung der kompletten Menschheit dabei unberücksichtigt lässt.

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Vita

C. Robert Cargill ist Romanautor, Drehbuchautor und Filmkritiker, der viele Jahre unter dem Pseudonym Massawyrm für Ain’t It Cool News schrieb. Er lebt mit seiner Frau in Austin, Texas.

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