Ruhet in Friedberg

Kriminalroman

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Österreich, Ende der 90er. Im Provinznest Friedberg, Heimat ewig gestriger Saufbrüder und anderer dubioser Gestalten, verplempern die unverbesserlichen Schlawiner Andi und Fipsi ihre Jugend. Doch ihr ruhiger Alltag als Aushilfen beim Bestatter endet jäh, als ein Bekannter zu Grabe getragen wird und sein Sarg scheinbar das Doppelte wiegt. Andi schöpft Verdacht: Will einer der Kollegen da etwas – oder jemanden – verschwinden lassen? Die Spur führt schnell zum cholerischen Vorarbeiter Macho – die Wahrheit ist aber weit schlimmer. Und kaum hat sich das ganze Ausmaß des Schlamassels gezeigt, häufen sich die Leichen und die Bestatter bekommen alle Hände voll zu tun…

»Wer die Eberhofer-Krimis von Rita Falk und Wolf Haas' trockene Meisterwerke liebt, ist bei Rudolf Ruschels Debüt genau richtig aufgehoben.«

Bernd Teichmann, Stern (19. März 2020)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-25228-1
Erschienen am  10. Februar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Schwarzhumoriges Krimi-Debüt

Von: Recensio Online

12.02.2020

Zugegeben: Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Vielmehr habe ich mich in die 90er Jahre zurückversetzt gefühlt, als ich - noch völlig grün hinter den Ohren - plötzlich einen Typen aus der Parallelklasse interessant fand, der mir vorher mächtig auf die Nerven ging. Aber weil ich ihn immer öfter auf dem Schulgelände sah, ich mich an seine Sprüche und seine Art gewöhnte, mochte ich ihn dann doch eines Tages. Aufgrund des ungewöhnlichen Schreibstils brauchte ich eine Weile, um in die Story abtauchen zu können. Ungewöhnlich heißt aber nicht gleich schlecht. Sondern einfach: ungewohnt, untypisch, anders eben. "Scheiße, hat sich der Andi gedacht, und gesagt hat er es auch [...] aber als dann der glasige Blick vom Andi den glasigen Blick vom Rebhansel Wirt getroffen hat, da ist es ihm wieder eingefallen: die Beerdigung, scheiße!" Weiß man aber irgendwann, wie herum der Fuchs den Hasen jagt - also, wie dieser Stil funktioniert -, kommt man viel besser mit diesem zurecht. Was man in diesem Krimi neben allerlei Leichen ebenfalls findet, ist schwarzer Humor. Einige Passagen habe ich mehrmals gelesen, weil ich sie echt witzig fand, wie zum Beispiel diese zwei hier: "Weil in einem Puff zu einer Hure Hure sagen, ist eigentlich wie am Bauernhof Schwein zum Schwein sagen [...] Normalerweise, wenn einer so ein Benehmen an den Tag legt, dann Securitys zack-zack und die Zahnbürste fährt am nächsten Tag ins Leere." (Pos. 2007) "Dann sagt der Chef so etwas wie: Mahagonisarg mit Messingbeschlägen, und Sie sagen: Fichte reicht. Und der Chef sagt wieder: Trauermusik vom Streicherquartett, und Sie sagen: Bocelli vom Band reicht. Am Ende sagt dann der Chef: 45.000 Schilling, und Sie sagen nix mehr. So eine Bestattung ist halt arg kostspielig." (Pos. 133) Die Protagonisten sind mir durchweg sympathisch. Jeder hat so seine Ecken und Kanten, keiner ist wie der andere. Und das ist auch gut so. In Friedberg hausen nicht nur die Serben und Mafiosi, sondern ganz "normale" Leute wie du und ich. Ein bisschen gaga hier, ein bisschen gaga dort. Jeder hat seine eigenen Probleme, mit denen er klarkommen muss, und bei dem einen klappt's, bei dem anderen eben nicht. Letzteres wohl eher häufiger, denn mit den Problemen kommen die Toten und mit den Toten neue Probleme. Ein Teufelskreislauf, bei dem der Autor keine Mühen gescheut hat, um den Leser damit bei Laune zu halten. Auf jedes gedankliche "Ach, du Scheiße!" folgte direkt ein "Oh, nein, bitte nicht!" Und jetzt muss ich etwas beichten, was mich selbst total überrascht hat: Mir fehlte das Lokalkolorit! Kein Witz! Normalerweise mag ich das überhaupt nicht in Krimis, aber ich hätte gern mehr von Friedberg gehabt. Zwar konnte ich mir anhand dessen, was der Autor mir quasi nebenbei mitgegeben hat, ein ungefähres Bild von den Örtlichkeiten machen, aber es war stets etwas Luft nach oben. Bitte mehr Provinz-Feeling beim nächsten Mal! Das Ende hat absolut alles, was ich bis dahin gelesen hab, in einen Sarg gepackt und drei Meter tief in der Erde verbuddelt. Es ist ein Ende in einem Ende in einem möglichen Ende. Irgendwie so. Man weiß plötzlich nicht, wo hinten und vorne ist und was eigentlich los ist. ABER - bitte nicht zu voreilig urteilen! - es passt nämlich zu dem, was der Plot hergab. Das macht jetzt vermutlich keinen Sinn, daher empfehle ich - nicht nur deswegen, auch sowieso - dieses Buch zu lesen. Persönliches Fazit: Wer gern einmal mit schwarzhumoriger Leichtfüßigkeit durch eine österreichische Provinz spazieren und erleben möchte, wie vom Schicksal gezeichnete Weggefährten in ihren rappelvollen Erdmöbeln eindrucksvoll abdanken, der möge Friedberg unbedingt einen Besuch abstatten. Dazu empfehle ich ein pfeifendes: "Always look on the bright side of life".

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Vita

RUDOLF RUSCHEL, Jahrgang 1986, geboren und aufgewachsen in Niederösterreich. Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien, nebenbei Aushilfskraft bei einer Bestattung. Lebt heute als Autor und Texter in Hamburg. „Ruhet in Friedberg“ ist sein Debüt.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Voller Überraschungen, sprachlich virtuos und brüllkomisch.«

Erla Bartmann, B5 aktuell (21. Februar 2020)

»Schwarzer Humor aus der österreichischen Provinz, raffiniert angerichtet«

Tages-Anzeiger (21. Februar 2020)

»„Ruhet in Friedberg“ ist ein rabenschwarzer Krimi mit herrlich schrulligen Figuren, ganz eigenem Sound und bitterbösen Wendungen. Humor und Spannung haben selten so gut harmoniert.«

Brigitte online (21. Februar 2020)

»Rabenschwärzester Humor, brilliant geschrieben und immer mit ironischer Distanz.«

Volker Albers, Hamburger Abendblatt (16. März 2020)

»Absurd-komisches Krimi-Debüt von Rudolf Ruschel.«

Franziska Trost, Kronen Zeitung (01. April 2020)

»Ein Mörderspaß ohne Genierer.«

Wiener Zeitung (21. Februar 2020)

»Wunderbar eigenwillige Lektüre!«

GUIDO (20. Februar 2020)

»Rudolf Ruschel hat als Debüt einen grandios absurden Krimi über ein paar Dorfschlawiner in bestem österreichischem Slang geschrieben. Zum Verlieben!«

GALA (13. Februar 2020)