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Runas Schweigen Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-23672-4

NEU
Erschienen:  03.09.2018
Dieser Titel ist lieferbar.

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»Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben.«

Paris, 1884. In die neurologische Abteilung der Salpêtrière-Klinik wird ein kleines Mädchen eingeliefert: Runa, die allen erprobten Behandlungsmethoden trotzt und den berühmten Arzt und Hysterieforscher Dr. Charcot vor versammeltem Expertenpublikum blamiert. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er eine Patientin heilen, indem er eine Operation an ihrem Gehirn durchführt. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis ...

Die Hardcover-Ausgabe erschien unter dem Titel »Runa« bei Limes.

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Vera Buck (Autorin)

Vera Buck, geboren 1986, studierte Journalistik in Hannover und Scriptwriting auf Hawaii. Während des Studiums schrieb sie Texte für Radio, Fernsehen und Zeitschriften, später Kurzgeschichten für Anthologien und Literaturzeitschriften. Nach Stationen an Universitäten in Frankreich, Spanien und Italien lebt und arbeitet Vera Buck heute in Zürich. Ihr Debütroman »Runa« wurde von der Presse hochgelobt und für den renommierten Glauser-Preis nominiert.

08.10.2018 | 19:30 Uhr | Hannover

Lesung
Eintritt: € 9,-
Kartenreservierung über Tel.: 0511/313055

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23.10.2018 | 19:30 Uhr | Hamburg

Lesung
Ticketreservierung über Tel.: 040/771908

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Buchhandlung am Sand
Hölertwiete 5
21073 Hamburg

Tel. 040/771908, buch@amsand.de

Originaltitel: Runa
Originalverlag: Limes Verlag, München 2015

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-23672-4

€ 9,99 [D] | CHF 12,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blanvalet

NEU
Erschienen:  03.09.2018

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

„Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben“

Von: Birgit Pirker Datum: 06.08.2018

www.abenteuerland-blog.at

„Runa“ ist eine dieser Geschichten, die mich in meinen Grundmauern erschüttern haben.
Ich liebe es ja, Bücher zu lesen, die auf wahre Begebenheiten beruhen. Natürlich wurde auch in diesem Buch wieder eine fiktive Komponente hinzugefügt, aber ich finde das tut der Geschichte an sich keinen Abbruch. Ich hab das Buch beim Stöbern entdeckt und gleich beim durchblättern, sind mir sofort bekannte Namen wie Dr. Jean-Martin Charcot, Gilles de la Tourette und Joseph Babinski aufgefallen. Alles Ärzte die zum Ende des 19. Jahrhunderts in der Klinik Salpetrière unterrichtet und/oder geforscht haben.
Wir werden hier in eine Zeit entführt, die noch gar nicht so lange vorbei, aber dennoch so weltfremd ist, dass ich es wirklich nur schwer akzeptieren konnte!

Das Buch an sich war wirklich toll zu lesen. Vera Buck hat einen super Job gemacht. Allein schon, was diese Frau an Recherchearbeit hier hineingesteckt haben muss: meinen allergrößten Respekt! Der Schreibstil ist bildlich und flüssig, aber auch spannend und man fliegt nur so durch die Seiten.

Warum hat mich dieses Buch jetzt so aus der Bahn geworfen:
Dr. Jean-Martin Charcot ist bis dato einer der berühmtesten Leiter der französischen Nervenheilanstalt Salpetrière. Er leitete die Klinik bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, die sich bis heute noch mit seinen innovativen Behandlungsmethoden an hysterischen Frauen rühmt. Jeden Dienstag konnte die pariser „High Society“ an einer öffentlichen Vorstellung teilnehmen und die „Künste“ des werten Herrn Docteur bewundern, bei der man am lebenden Versuchsobjekt beobachten konnte, wie hysterische Anfälle auslöst wurden, wie diese ablaufen und wie man sie letztendlich zu der damaligen Zeit „behandeln“ konnte. Unter hysterischen Frauen golten damals junge Frauen (um die 13-14 Jahren) die ihren, in der Regel bedeutend älteren Männer den Geschlechtsakt verweigerten, Frauen, die ihre Männer betrogen haben, Frauen die Onanierten, aber auch Frauen, die ihren Männern schlicht und einfach zu alt, zu lästig oder zu teuer wurden. Diese Frauen wurden einfach an die Klinik verkauft und man(n) war man sein Problem los!
Vera Buck bietet ihren Leser in „Runa“ einen Einblick in genau diese Abgründe. Man verfolgt sehr anschaulich und ohne große Verschönerungen, welche mittelalterlichen Heilmethoden an diesen Frauen erprobt wurden. Mal davon abgesehen, dass diese Methoden barbarisch und grausam waren, wurden sie so plastisch und detailliert von der Autorin beschrieben, das ich beim Lesen oft pausieren und verarbeiten musste.
Mal ehrlich? Wir befinden uns hier im Jahre 1884! Knapp 30 Jahre später, kam mein Großvater auf die Welt. Wir sind noch gar nicht so lang von dieser Zeit entfernt! Und allein diese Gewissheit hat noch sehr lange Zeit in mir rumort und gearbeitet.

In einem zweiten Handlungsstrang verfolgen wir auch noch den ehemaligen Polizeiinspektior Lecoq der in mehreren Mordfällen ermittelt, die mit merkwürdigen Schriftzeichen zusammenhängen. Monsieur Lecoq quittiert seinen Dienst, nach dem er feststellen musste, dass er nach der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnis zur Physiognomie ein Verbrechergesicht hat. Leider tut er sich sehr schwer mit seiner Karriere als Verbrecher …

Die Geschichte Rund um das Mädchen Runa brennt sich einen wirklich in deinen Kopf ein!
Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite!!

Runa von Vera Buck - Spannende Fiktion trifft auf schockierende Realität

Von: Nadine Datum: 15.03.2018

https://www.epilogues.de

Vera Buck vereint in ihrem Debütroman „Runa“ spannende Fiktion mit schockierender Realität, um die Abgründe der Wissenschaft anschaulich und authentisch darzustellen. Basierend auf historischen Fakten und Persönlichkeiten der Medizingeschichte, entführt sie den Leser an das Hôpital de la Salpêtrière in Paris, welches Ende des 19. Jahrhunderts als Europas berühmteste Nervenheilanstalt und Zentrum der modernen Neurologie galt.

Die öffentlichen Vorlesungen des renommierten Neurologen Dr. Jean-Martin Charcot, in denen er Experimente an hysterischen Patientinnen durchführt und deren Anfälle zur Schau stellt, sind wahre Publikumsmagnete und das gesellschaftliche Ereignis in Fachkreisen. Als Leiter der Salpêtrière Klinik verfügt Dr. Charcot über eine unerschöpfliche Anzahl an Versuchspersonen, mit denen er seine Hypnose-Vorführungen inszenieren und fragwürdige Forschungsmethoden erproben kann.

Als jedoch das neunjährige Mädchen Runa in einer von Charcots Vorlesungen den grausamen Behandlungsmethoden trotzt und völlig apathisch und regungslos bleibt, wittert der Schweizer Medizinstudent Jori seine Chance, an den begehrten Doktortitel zu gelangen. Runa wird ihm als Forschungsobjekt zur Verfügung gestellt, damit er ihr den Wahnsinn aus dem Gehirn operieren kann. Das dies die erste erfolgreiche Hirnoperation am lebenden Menschen in der Medizingeschichte sein könnte, spielt dabei für Jori keine Rolle. Der Erfolg des Eingriffs ist ihm in erster Linie aus privaten Gründen wichtig.

Die Rahmenhandlung des Buches strickt sich um den jungen Medizinstudenten Jori, der sowohl sein berufliches als auch privates Ziel an der Salpêtrière zu finden hofft. Dort begegnet er vielen bekannten Persönlichkeiten, unter anderem Charcot, Bleuler, Babinski oder Tourette, die Vera Buck perfekt in Szene setzt. Dabei bleibt sie mit den Figuren immer dicht an wahren historischen Begebenheiten und ich hatte bei eigenen Recherchen zwischendurch oft die Angst, mich selbst mit dem einen oder anderen Artikel zu spoilern.

Nebenbei laufen weitere Handlungsstränge mit fiktiven Figuren ab, deren Geschichten so unterschiedlich und belanglos auf die Haupthandlung erscheinen, dass ich das Buch fast abbrechen wollte und jedes Mal froh war, wenn die Geschichte rund um Jori fortgeführt wurde. Aber da hilft nur eins – unbedingt durchhalten!

Denn auch wenn das Buch einen relativ langen Vorlauf braucht, verknüpft sich am Ende alles zu einem großen Ganzen und haut einen aus den Socken. Die Autorin haucht ihren Charakteren mit verschiedenen Redewendungen und Eigenarten soviel Leben ein, dass sie unglaublich authentisch wirken und kein Zweifel daran besteht, welcher Figur man nach einem Perspektivwechsel folgt. In diesem Zuge muss ich neben dem Protagonisten Jori, der mit dem näher rückenden Operationstermin von Runa eine fast brüderliche Beziehung zu ihr aufbaut und immer größer werdende Zweifel an der Wissenschaft hegt, besonders den ehemaligen Polizeiinspektor Lecoq hervorheben. Auf eigene Faust ermittelt er in einem mysteriösen Mordfall, obwohl er nach neuesten Erkenntnissen der Physiognomie eher zu einer Verbrecherkarriere neigt. Ein großartiger Charakter!

Vera Buck kreiert mit Paris eine detailreiche und stimmungsvolle Kulisse, die im harten Kontrast zu der trostlosen Atmosphäre der überfüllten Krankensäle und kalten Operationsräume steht. Schonungslos beschreibt sie brutale Behandlungs- bzw. Foltermethoden, die im Dienste der Wissenschaft geschehen. Ihre Beschreibungen wirken weniger eklig, lassen den Leser aber schockiert und fassungslos zurück.

"Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben."

Im Endeffekt eine unglaublich gut recherchierte, stimmige und genreübergreifende Geschichte, die mich umgehauen hat. Die Handlungsstränge laufen am Ende so geschickt zusammen, dass ich über den langatmigen Vorlauf definitiv hinweg sehen kann. Eine klare Leseempfehlung und mein März-Highlight.

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