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Sag nicht, wir hätten gar nichts Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-19408-6

Erschienen:  04.09.2017
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Ein preisgekrönter Roman über China von den 1940ern bis heute, über zwei eng verbundene Musikerfamilien und ihr Schicksal. Die herzzerreißenden Lebensgeschichten der Musiker, ihrer Freunde, Familien und Geliebten, die in den Strudel der Politik geraten, in das Auf und Ab von Revolution, Gewalt und Unterdrückung, führen zu der universellsten und zugleich privatesten aller Fragen: Wie kann der Mensch sich selbst treu bleiben, lieben und kreativ sein, wenn er sich verstellen und verstecken muss, weil er um sein Leben fürchtet? Erzählerin dieses vielschichtigen Epos ist Marie, die mit ihrer Mutter in Kanada lebt und nicht versteht, warum ihr Vater nach China zurückgekehrt ist. Als sie zehn Jahre alt war, haben sie einen Gast bei sich aufgenommen, die junge Ai-ming, die nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens aus Peking geflohen ist. Marie ahnte bald, dass sie eine gemeinsame Geschichte haben, und nun versucht sie, Licht ins Dunkel der Vergangenheit zu bringen.

»Ein komplexer, absolut lesenswerter politischer Roman.«

Ostsee-Zeitung (11.01.2018)

Madeleine Thien (Autorin)

Madeleine Thien wurde 1974 in Vancouver, British Columbia, geboren. Ihre Eltern stammen aus Malaysia und China und emigrierten in den 1960ern nach Kanada. Als Kind begann Thien mit Ballett, Stepptanz und Akrobatik, später studierte sie Tanz, wechselte dann 1994 über zu Literatur. Ihr erstes Buch »Einfache Rezepte«, eine Sammlung von Kurzgeschichten, wurde mit vier kanadischen Literaturpreisen ausgezeichnet, und ihr Debütroman »Jene Sehnsucht nach Gewissheit« wurde in sechzehn Sprachen übersetzt. Für ihren Roman »Flüchtige Seelen« wurde Thien 2015 mit dem LiBeraturpreis von Litprom ausgezeichnet. Ihr neuer Roman kam 2016 auf die Shortlist des Man Booker Prize und wurde ausgezeichnet mit dem Governor General's Literary Award und dem Scotiabank Giller Prize, den höchsten Literaturpreisen Kanadas. Madeleine Thien lebt in Montreal.

»Ein komplexer, absolut lesenswerter politischer Roman.«

Ostsee-Zeitung (11.01.2018)

»Thien schrieb einen hochmusikalischen Roman, bei dem die verschiedenen Erzählsprünge präzise aufeinander abgestimmt sind.«

Film, Sound & Media (01.12.2017)

»In ihrem großen Generationenroman verhandelt die kanadische Autorin Madeleine Thien mit poetischer Sprache die neuere chinesische Geschichte.«

Kulturnews Hamburg (23.11.2017)

»Durch Thiens empathische Sprache werden die seelischen Nöte, alltäglichen Sorgen und zutiefst menschlichen Sehnsüchte dieser beiden Musiker-Großfamilien in den grausamen ideologischen Umwälzungen der Kulturrevolution schmerzlich spürbar.«

Bücher Magazin (17.11.2017)

»Ein Roman auch über Aufrichtigkeit und Wahrheiten, die sich nicht unterdrücken lassen.«

Johannes Kaiser / hr2 kultur (18.09.2017)

mehr anzeigen

Aus dem Englischen von Anette Grube
Originaltitel: Do Not Say We Have Nothing
Originalverlag: McLelland

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-19408-6

€ 18,99 [D] | CHF 22,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen:  04.09.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Historisch beeindruckend

Von: Leselaunen Datum: 28.01.2018

www.leselaunen.net

Ich habe in diesem Jahr mein zweites Buch gelesen und bin tatsächlich etwas stolz darauf, denn: das aktuelle hatte mehr als 600 Seiten und da tue ich mich immer etwas schwer. Denn meistens zieht es sich am Ende so sehr, dass ich froh bin, wenn es ein Ende hat. Sag nicht, wir hätten gar nichts, war da sicher eine andere Kategorie. Es handelt sich um einen mehrfach preisgekrönten Generationen übergreifenden Roman der kanadischen Schriftstellerin Madeleine Thien, deren Familie aus China stammt.

Der Klappentext ist schon sehr informativ und, wie ich finde, sehr beeindruckend. Obwohl mir die Geschichte Chinas nicht unbekannt war, haben mich die geschilderten Geschehnisse Thiens, oft schockiert zurück gelassen. Der Autorin gelingt es, dem Leser das China der 1940er Jahre bis heute begreiflich zu machen und es mit all seinen Facetten, Grausamkeiten und seinem Sinn für Familie und Musik zu schildern. Thien selbst wurde 1974 in Kanada geboren und studierte dort kreatives Schreiben. Es folgten erste Auszeichnungen für ihre Literatur und so beschloss sie, sich dieser hauptberuflich zu widmen.

Sag nicht, wir hätten gar nichts gewann den Governer General’s Literary Award und den Scotiabank Giller Prize, hoch angesehen Literaturpreise in Kanada. Erzählt wird die Geschichte von Marie, welche ebenfalls mit ihrer Mutter in Kanada lebt. Eine quälende Frage kreist ununterbrochen in Marie´s Kopf: Warum ist ihr Vater nach China zurück gekehrt? Auf der Suche nach Antworten, lernt Marie Ai-Ming kennen. Ein neunzehnjähriges Mädchen, das aus Peking geflohen ist, und welches Marie´s Mutter bei ihnen aufnimmt. Ai-Ming´s und Marie´s Vater haben sich gekannt. Das weckt das Interesse von Marie mehr und mehr. Sie begibt sich auf die Suche nach Antworten.

Ich bin sehr gut in die Geschichte hinein gekommen. Die Sprache ist ansprechend, klug und mitreissend. Jedes Kapitel ist mit einem chinesischen Schriftzeichen versehen. Immer wieder lässt Thien ihre Leser an anfänglichen Sprachbarrieren teilnehmen. Viele Schriftzeichen werden im Verlauf der Geschichte gezeichnet und erklärt. Die Erzählweise bleibt durchweg beklemmend, emotional und ergreifend.

Eine bedeutende Rolle spielt neben der Suche nach der eigenen Identität und derer ihrer Familie, die Musik. Thien beschreibt ihre musikalische Familie und deren ebenso musikbegeisterten Weggefährten als sehr leidenschaftlich. Die schrecklichen Machenschaften der Politik führen dazu, dass viele ihrer Familienmitglieder und deren Freunde Opfer der Kulturrevolution werden. Millionen von Menschen, unter ihnen Künstler, Musiker und Journalisten wurden in Umerziehungslager gesperrt oder ermordet. Viele Menschen waren gezwungen, ihre eigenen Familien zu denunzieren.

Ich hatte häufig Schwierigkeiten, die Namen der Familienmitglieder nicht durcheinander zu bringen. So dass ich hier und da etwas verwirrt zurück blieb und einige Passagen noch einmal lesen musste. Das kann aber auch eine persönliche Schwäche von mir sein. Namen wie Wen der Träumer, Fliegender Bär, Große Mutter Messer, Sperling und Glausauge waren zum Teil eine Herausforderung für mich, die Verbindungen einzelner Charaktere untereinander zu verstehen oder viel mehr nachhaltig zu erinnern.

Die düstere Vergangenheit China´s wird von Madeleine Thien auf beeindruckende Weise erzählt. Die Gräueltaten der Regierung und die Angst der Menschen werden so real wiedergegeben, dass es mir teilweise schwer fiel, weiterzulesen. All das, was Thien beschreibt, war brutale Realität und bewegt sicher all ihre Leser zutiefst.

Bewegende Familiensaga!

Von: Meine Lieblingsbücher Datum: 09.10.2017

meinelieblingsbooks.blogspot.co.at/

In diesem Buch wird die Geschichte von drei Generationen von Musikerfamilien während des Aufstiegs der chinesischen Partei in den 1940er-Jahren und der etwas später darauf folgenden Kulturrevolution. Dabei behandelt das Buch vor allem das Thema, wie kann man sich selbst und seiner Leidenschaft treu bleiben, wenn sein eigenes Land durch politische Unruhen zerrüttelt wird und man um sein und das Leben seiner Liebsten fürchtet.

Etwas das ich schon während des Lesens sehr bedauert habe, war die Tatsache, dass ich sehr wenig über die Geschichte Chinas weiß. In meinem Geschichteunterricht beschränkten wir uns vor allem auf die europäische Geschichte. Ich glaube, ich hätte den Roman noch einmal mit ganz anderen Augen betrachtet, wenn ich schon zuvor mehr über die politischen Unruhen in China gewusst hätte. Dennoch muss ich sagen, dass mich das Buch sehr bewegt und einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Gerade dadurch, dass man die Geschichte Chinas durch drei verschiedene Generationen erlebt, zeigt noch einmal deutlicher wie schlimm es für die Menschen in dieser Zeit gewesen sein muss.

Es brauchte jedoch eine Weile bis die Geschichte mich für sich gewonnen hat. Dadurch, dass das Buch sehr viele Charaktere enthält, war ich anfangs sehr verwirrt wie nun die Beziehungen zwischen den Personen sind. Das hat sich leider bis ans Ende durchgezogen, obwohl ich mir von Kapitel zu Kapitel immer leichter tat. Trotzdem hat dieser Aspekt das Lesevergnügen doch etwas eingeschränkt und das finde ich sehr schade. Wäre vorne im Buch ein kurzer Stammbaum, oder zumindest ein Personenverzeichnis gewesen, hätte man dieses Problem gelöst. Ich könnte mich nämlich vorstellen, dass es mehreren Lesern diesbezüglich gleich geht wie mir.

Ansonsten kann ich zu diesem Werk aber keine Kritik finden. Madeleine Thien erzählt in einem wundervollen Schreibstil auf berührende Weise wie viel Schrecken sich in der Geschichte China versteckt. Dabei geht sie sehr stark auf die Gefühle und das Innenleben ihrer vielseitigen Charaktere ein und schafft es, mich vollkommen in den Bann zu ziehen. Das Buch ist wirklich keine einfache Lektüre und mit viel Schmerz verbunden. Gleichzeitig gibt es selbst in dieser dunklen Zeit Momente in denen die Protagonisten Hoffnung schöpften und diese gefielen mir am besten. Ich bin sehr dankbar, dass Madeleine Thien einen Teil der chinesischen Geschichte in ihrem Buch festhält und an uns Leser weitergibt.

FAZIT:
Eine bewegende Familiensaga, die ein erschütterndes Portrait einer Musikerfamilie während der politischen Krisen in China darstellt. Anfangs fiel es mir etwas schwer die Personen zuzuorden, doch je weiter man liest, desto mehr beginnt man sich in der Geschichte zu verlieren und mit den Charakteren zu weinen, zu lachen und zu hoffen.

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