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Sag nicht, dass du Angst hast Eine wahre Geschichte

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-14312-1

Erschienen: 18.08.2014
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch

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„Genau die Literatur, die es braucht, um die großen Dramen unserer Zeit zu erzählen.“ Erri De Luca

Sie kam als Letzte ins Ziel, und doch ging ihr Foto um die Welt. Millionen waren während der Olympischen Spiele 2008 von der kleinen somalischen Läuferin Samia und ihrem eisernen Willen gerührt. Doch nur wenige wissen, dass die junge Frau danach in ihrer vom Bürgerkrieg zerrissenen Heimat keine Unterstützung mehr erhielt und sich auf die lange illegale Reise nach Europa machte. Ihre Odyssee fand 2012 vor Lampedusa ein tragisches Ende. Der italienische Journalist Giuseppe Catozzella hat Samias Geschichte recherchiert und mit ihrer in Finnland lebenden Schwester lange Gespräche geführt. In einer einfachen und emotional berührenden Sprache lässt er Samias Welt entstehen und gibt der verschollenen jungen Frau eine Stimme.

Giuseppe Catozzella (Autor)

Giuseppe Catozzella, geboren 1976, arbeitete nach seinem Studium und einem längeren Aufenthalt in Australien als Journalist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Daneben schrieb er erste Gedichte und veröffentlichte literarische Texte. 2011 erregte sein Roman „L’alveare“, in dem er die Machenschaften der ‘ndrangheta in Mailand beschreibt, in seinem Heimatland großes Aufsehen. Giuseppe Catozzella lebt in Mailand.

Aus dem Italienischen von Myriam Alfano
Originaltitel: Non dirmi che hai paura
Originalverlag: Giangiacomo Feltrinelli Editore Srl

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-14312-1

€ 7,99 [D] | CHF 9,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Knaus

Erschienen: 18.08.2014

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Ein ebenso spannender wie berührender Roman

Von: annette.traks@email.de Datum: 29.07.2017

www.annette-traks.com

Samia Yusuf Omar wurde 1991 in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geboren. In dem Land tobt ein Bürgerkrieg, die 9-köpfige Familie lebt beengt in ärmlichen Verhältnissen, das Geld reicht kaum zum Nötigsten.

Schon als Kind ist das Laufen Samias große Leidenschaft, und obwohl es nur unzulängliche Trainingsmöglichkeiten gibt, ist sie in lokalen Wettkämpfen stets schneller als alle anderen.

So gut es geht, trainiert sie eisern in den Straßen ihres Viertels oder im desolaten heimischen Stadion - ohne professionellen Trainer, adäquate Ausrüstung und mangelernährt. Denn sie hat ein großes Ziel vor Augen: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Ihr großes Vorbild ist der ebenfalls in Somalia geborene und im Alter von 8 Jahren nach England ausgewanderte Läufer Mo Farah.

Mit moralischer Unterstützung ihrer Eltern, aber gegen den Widerstand der islamischen Extremisten kämpft sie verbissen für ihren Traum und meistert auch extrem schwierige Situationen.
Dabei hat sie immer den Rat ihres Vaters im Ohr, der einmal auf die Frage, ob er nicht Angst vor dem Krieg habe, antwortete: "Sag nicht, dass du Angst hast, kleine Samia. Niemals. Sonst fühlen die Dinge, vor denen du Angst hast, sich groß und glauben, sie könnten dich besiegen." (E-Reader, Pos. 407)

Und tatsächlich: Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking trägt Samia Yusuf Omar stolz die Flagge ihres Landes.

Obwohl sie im Vorlauf der 200-Meter-Frauen weit abgeschlagen als Letzte ausscheidet, spornt sie dieses Ergebnis an, noch härter zu trainieren. Denn ihr nächstes Ziel sind die Olympischen Spiele 2012 in London.

Im Sommer 2011 reist sie durch Vermittlung des somalischen Olympischen Komitees nach Addis Abeba in Äthiopien, um beim dortigen Leichtathletik-Verband unter professioneller Betreuung zu trainieren. Daraus wird allerdings nichts, denn sie wartet viele Monate vergeblich auf die dazu erforderlichen Papiere der Regierung ihres Heimatlandes.

Sie will sich schließlich nicht länger als zur Untätigkeit verdammte Illegale in Äthiopien aufhalten und entschließt sich mit Hilfe von skrupellosen Schleusern und finanzieller Unterstützung ihrer Familie zur Flucht nach Europa. Es ist der Beginn einer über ein halbes Jahr dauernden Odyssee, die sie im Dezember 2011 endlich total entkräftet nach Tripolis bringt.

Von dort aus soll es im April 2012 in einem Boot zusammen mit zahlreichen anderen Flüchtlingen schließlich nach Lampedusa gehen. Doch kurz vorm Ziel havariert das Boot, erst nach endlosen Stunden kommt ein italienisches Rettungsboot, um die Flüchtlinge aufzunehmen.

Samia ertrinkt bei dem Versuch, die Taue zu erreichen, die die Besatzung ausgeworfen hatte.

Resümee:
An Samias Geschichte ist schon oft erinnert worden, sei es in Youtube- oder anderen Gedenkvideos oder mit einem Comic des Berliner Zeichners Reinhard Kleist.

Als der italienische Journalist Guiseppe Catozzella im Radio einen Bericht über Samia Yusuf Omar hörte, machte ihn das Geschilderte betroffen, und er wollte mehr über die unter so tragischen Umständen Verstorbene erfahren. Daher setzte er sich mit Samias 5 Jahre älterer, schon vor einigen Jahren nach Finnland ausgewanderter Schwester Hodan in Verbindung. In langen Gesprächen recherchierte er die Geschichte der nur 21 Jahre alt gewordenen Läuferin.

Entstanden ist schließlich ein ebenso spannender wie berührender Roman, der mit ihrem 8. Lebensjahr beginnt. Er ist aus Samias Perspektive in der Ich-Form erzählt, was für Lebendigkeit und Authentizität sorgt: Man freut sich mit ihr über ihre kleinen und großen Erfolge, bewundert sie für ihr Durchhaltevermögen gegen alle Widerstände und Unwägbarkeiten, hofft und leidet mit ihr.

Ihre Geschichte steht stellvertretend für die zahlreicher afrikanischer Ausnahme-Sportler, die sich in Europa bessere Bedingungen erhoffen, um ihre Ziele zu erreichen. Es wird deutlich, wie schwer, ja fast unmöglich es für sie - und erst recht für Frauen - ist, in ihrem Heimatland zu trainieren: ganz auf sich allein gestellt, ohne finanzielle Mittel, professionelle Trainer, adäquate Ausrüstung und Bedingungen sowie entsprechende Ernährung. Viele engagierte Athleten sehen als einzige Möglichkeit, ihre Ziele zu erreichen, die Flucht nach Europa.

Der Schluss macht betroffen, aber auch ratlos angesichts der scheinbaren Ausweglosigkeit und lässt den Leser nachdenklich zurück.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Eine lange Reise mit großer Hoffnung

Von: Sunnywonderbookland Datum: 24.06.2017

sunnywonderbookland.blogspot.de

Die Geschichte setzt ein, als Samia 10 Jahre alt ist und berichtet von dem Lebensumständen in ihrem Land. Man erlebt durch ihre Augen ihre Vorbereitung auf den Stadtlauf in Mogadischu zusammen mit ihrem besten Freund Ali und auch unter welchen schwierigen Umständen sie für ihr Ziel trainieren muss. Sie hat alte zerlaufene Schuhe und trägt zu große und durchlöcherte Sachen.
Mit ihr macht sich der Leser auf eine Reise durch ihre Vergangenheit, erlebt mit ihr zusammen wie sie an verschiedenen Läufen teilnimmt, immer weiter trainiert und schließlich sogar an den Olympischen Spielen 2008 in Beijing teilnimmt.
Doch ihre Geschichte geht weiter, denn nach ihre Teilnahme an den Spielen hat sie in Somalia noch viel größere Schwierigkeiten zu trainieren. In Laufe der Jahre haben die Islamisten die steht immer mehr unter ihre Kontrolle genommen. So müssen alle Frauen ihre Burka tragen und Samia ist dazu gezwungen auch mit ihr zu trainieren. Das letzte Drittel des Buches beschäftigt sich dann mit ihrer Flucht mit dem Endziel Italien und dem Wunsch einen Trainer in Europa zu finden und an den Olympischen Spielen 2012 in London teilzunehmen.
Sehr detailliert wird ihre Reise beschrieben und auch die Umständen, mit denen die Flüchtlinge leben müssen, damit sie vielleicht eine Chance auf ein besseres Leben haben. Mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen und musste das Buch zur Seite legen, da diese Brutalität und die Unmenschlichkeit kaum auszuhalten war.
Auch das Ende war wunderschön und traurig beschrieben und hat mich mal wieder zum Weinen gebracht. Sie hat ihr Leben auf Spiel gesetzt, um endlich ihren Traum leben zu können und hat es nicht geschafft. Dieses Buch ist ein wunderbares Gedenken an sie und all die Leute, die sich mit der Hoffnung auf ein besseres Leben auf diese lange und unmenschliche Flucht machen.
Nun zum Schreibstil: ich habe sehr lange gebraucht, um mit dem Schreibstil klarzukommen. Rs ist zwar flüssig geschrieben, doch an manchen Stellen werden Sprünge in die Handlung eingebaut, die mich manchmal sehr verwirrt haben. Trotz allem ist der Schreibstil sehr emotional und man kann sich an sehr vielen Stellen in Samia reinversetzten
Das Buch hat der Autor mithilfe von Recherchen und Interviews mit Freunden und Verwandten geschrieben und manchmal fragt man sich schon, ob das wirklich so gewesen ist oder ob es nur ergänzt wurde.

Fazit

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen und es war sehr interessant zu lesen, wie ihr Leben oder auch das Leben der somalischen Bevölkerung in ihrem Land ist und mit welchen Schwierigkeiten oder Umständen sie Tag für Tag zu kämpfen haben.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, da es ein wunderschöner und sehr emotionaler Roman über Samias Leben ist, der einen zu Tränen rührt.
Da ich Probleme mit dem Schreibstil hatte, ziehe ich einen Stern ab. Also vergebe ich für dieses Buch 4 von 5 Sternen.

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