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Satin Island Roman

Kundenrezensionen (5)

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-17698-3

Erschienen: 08.03.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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"Ein glanzvolles Stück Literatur, das steht fest!" (The Sunday Times)

U., der sich selbst »Firmenanthropologe« nennt, erhält den Auftrag, den Großen Bericht zu schreiben, ein universales ethnografisches Dokument, das unser gesamtes Zeitalter zusammenfasst. Doch schnell fühlt er sich überwältigt von der schieren Datenmenge und der augenscheinlichen Unmöglichkeit, das Vorgefundene in eine irgendwie geartete, sinnstiftende Erzählung zu übersetzen. Als er sich zu fragen beginnt, ob sein Vorhaben überhaupt gelingen kann, verändert ein Traum von einer apokalyptischen Stadtlandschaft, in deren Mitte eine gigantische Müllverbrennungsanlage thront, seine Wahrnehmung.

Auf eine Art, wie nur er es kann, fängt Tom McCarthy ein, wie wir unsere Welt erleben, wie wir versuchen, ihr einen Sinn zuzusprechen und die Erzählung, die wir für unser Leben halten, zu erkennen. Ein beunruhigender Roman, der verspricht, das erste und letzte Wort über die Zeit zu formulieren, in der wir uns bewegen – sei sie modern, postmodern oder welches Label auch immer wir ihr geben wollen.

Hintergrundinformationen zu Tom McCarthy - "K" Zum Special

»Es ist diese Mischung aus bizarrer Fantasie, fast beängstigender Bildung und großem Witz, die dieses Buch unwiderstehlich macht.«

Deutschlandradio Kultur – Sendung Lesart, 01.07.2016

Tom McCarthy (Autor)

Tom McCarthy, Jahrgang 1969, lebt und arbeitet als Künstler und Schriftsteller in London. Er veröffentlicht Erzählungen, Essays und Artikel über Literatur, Philosophie und Kunst. Die von ihm gegründete International Necronautical Society (INS), ein semifiktives Avantgarde-Netzwerk, stellt in Galerien und Museen auf der ganzen Welt aus. Seine Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt. Der Erstling, „8 1/2 Millionen“ (dt. 2009), wurde in der englischsprachigen Welt zum Bestseller, erhielt den Believer Book Award und wurde verfilmt. „K“, McCarthys dritter Roman, wurde u.a. 2010 für den Booker-Preis nominiert und verschaffte ihm den internationalen Durchbruch. "Satin Island" ist sein neuestes Werk und stand auf der Shortlist des Booker-Preises 2015.

»Es ist diese Mischung aus bizarrer Fantasie, fast beängstigender Bildung und großem Witz, die dieses Buch unwiderstehlich macht.«

Deutschlandradio Kultur – Sendung Lesart, 01.07.2016

»Eine spannende, vergnügliche, zuweilen beängstigend intellektuelle Tour de Force.«

Spiegel Online, Tobias Lehmkuhl (09.03.2016)

»Dieses ungewöhnliche, so schlanke wie reichhaltige und zutiefst faszinierende Buch … entführt uns derart wunderbar ins Labyrinth, dass wir kaum mehr entkommen möchten.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Tobias Döring (14.05.2016)

»Ein grandioses Buch über unsere Gegenwart: Tom McCarthy lässt darin ethnologische Kulturtheorie zur Fiktion werden.«

Süddeutsche Zeitung, Carlos Spoerhase (11.06.2016)

»Die formal gewagteste und intellektuell aufregendste Erkundung unserer Gegenwart, die in jüngerer Zeit unternommen worden ist.«

Süddeutsche Zeitung, Carlos Spoerhase (11.06.2016)

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Aus dem Englischen von Thomas Melle
Originaltitel: Satin Island
Originalverlag: Cape

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-17698-3

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Belletristik

Erschienen: 08.03.2016

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Sprachlich großartig, inhaltlich eher nicht.

Von: Saskia Datum: 27.09.2016

fraeulein-zauberwort.blogspot.de

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich mir nicht sicher, was mich in diesem Buch eigentlich erwartet, aber ich war wahnsinnig gespannt und mir war klar, dass ich es definitiv haben und so bald wie möglich lesen muss. Ich war schon nach wenigen Seiten von Tom McCarthys Schreibstil voll und ganz überzeugt. Er drückt sich sehr gewählt und anspruchsvoll aus, man hat teilweise eher das Gefühl, dass man eine philosophische Abhandlung liest, anstatt einer fiktiven Geschichte. Ich glaube, ich habe mir noch nie so viele interessante Zitate auf so wenigen Seiten markiert. Sprachlich ist das Buch wirklich ganz große Klasse!

Der Protagonist U., dessen kompletten Namen der Leser nie erfährt, ist Anthropologe und wird von dem Konzern, für den er arbeitet, beauftragt den Großen Bericht zu schreiben. Was der alles beinhalten soll, was genau das überhaupt sein soll, wird nie wirklich erklärt, man soll es sich vielmehr selbst zusammenreimen. Es soll ein Werk sein, das den Zeitgeist festhält. Dass wir darüber eigentlich nicht besonders viel erfahren und dass in diesem Buch in gewisser Maßen auch nicht viel passieren wird, kündigt U. aber schon im zweiten Kapitel an.


»Ereignisse! Sind Sie hinter solchen her, hören Sie am besten gleich auf zu lesen.« (S.23)


Und das Buch ist tatsächlich nicht besonders ereignisreich. Es ist eher wie eine Patchwork-Decke aus zahlreichen Momenten und Gedanken, die U. auf irgendeine Weise beschäftigen. Beispielsweise sieht er ganz am Anfang des Buches eine Nachrichtenmeldung über einen Fallschirmspringer, der bei einem Sprung ums Leben kommt. Dieser Todesfall lässt ihn nicht los und er will diesem, so wie vielen vergleichbaren Fällen auf den Grund gehen und irgendeine tiefere Bedeutung, einen höheren Grund, ein Muster finden.


»[D]ann können wir sagen: Da ist es, es regt, nähert sich, selbst wenn es in Wirklichkeit nichts ist, selbst wenn es nur Tintenkleckse sind.« (S.10)


Es geht in dem Buch also weniger wirklich darum, den Zeitgeist festzuhalten, den Inhalt einer nahezu unendlichen Datenmenge irgendwie zusammenzufassen. Es geht vielmehr um das menschliche Bedürfnis, vollkommen bedeutungslosen oder zufälligen Dingen irgendeinen tieferen Sinn geben zu wollen.


»Unter ihrer Unschärfe fühlte ich etwas Gestalt annehmen - etwas Wichtiges und Schönes und Folgenschweres.« (S.93)


Ehrlich gesagt ist das für mich aber auch die einzige Aussage, die dieses Buch trifft. Es gibt noch ein paar andere Handlungsstränge, unter anderem will U. unbedingt wissen, warum die Frau, mit der er eine Affäre hat, früher einmal in Turin war. Ein Kollege von ihm wird schwerkrank. Und so weiter. Bestimmte Dinge, die einfach immer mal wieder aufgegriffen werden. Ich habe die ganze Zeit erwartet, dass es am Ende irgendeinen Zusammenhang dazwischen geben wird oder es wenigstens irgendeinen erkennbaren Grund gibt, warum jetzt nun genau diese Dinge so wichtig für U. waren. Aber das Buch war dann halt irgendwie einfach so zu Ende. Und schlauer war ich nicht wirklich.

Ich denke, ich verstehe, warum Tom McCarthy dieses Buch so geschrieben hat. Manche Szenen waren absurd, manche waren ehrlich gesagt einfach etwas öde, manche wiederum philosophisch und zwischen manchen hat man tatsächlich sowas wie einen Zusammenhang erkannt. Und am Ende sitzt man da und versucht verzweifelt irgendeinen zusammenfassenden Sinn in diesem Buch zu erkennen, zieht die unlogischsten Schlüsse, nur um nicht akzeptieren zu müssen, dass manche Szenen eben bedeutungslos und austauschbar waren und nicht zu einem großen Ganzen gehören. Und genau das soll ja eigentlich die Aussage des Buches sein. Nicht hinter allem steckt eine größere Bedeutung, die alles miteinander verbindet.


»Es ist deshalb umso heiliger, werte Herren, da umso wahrer. Die Natur ist sinnlos.« (S.142)


Ich will das Buch dementsprechend nicht als überflüssig oder sinnlos bezeichnen, aber ich hatte keinen Mehrwert davon, es gelesen zu haben. Es war sprachlich sehr ansprechend, aber das ist im Grunde alles, was mir daran wirklich sehr gefallen hat. Ich habe nicht mitgefiebert und war auch nicht wirklich gespannt, was nun der endgültige »rote Faden« sein könnte. Es hat mich auf Dauer eigentlich eher etwas genervt, dieses ständige Umherspringen zwischen zusammenhangslosen Szenen und Themen.

Ich will das Buch weder empfehlen, noch davon abraten, ich denke es ist zu 100% Geschmacksache, ob es einem gefallen könnte oder nicht.

Nichtsdestotrotz danke ich der DVA bzw. der Verlagsgruppe Random House für das Rezensionsexemplar!

Der große Bericht

Von: Sarahs Bücherregal Datum: 28.06.2016

https://sarahs-buecherregal.blogspot.com

U. ist Anthropologe und arbeitet in der freien Wirtschaft. Sein Auftrag lautet, den ultimativen großen Bericht zu schreiben. Die Form? Egal, die findet sich. Vor diesem Auftrag stehend ergeht U. sich für den Leser in Betrachtungen über die Menschen in der Gegenwart, seiner „Präsensanthropologie“ wie er es nennt. Von Ölkatastrophen über Starbucks zu Fallschirmunfällen und politischen Protesten fasst er fast formlos und unsortiert die Welt zusammen.
Es ist nicht der große Bericht, den man mit „Satin Island“ liest, es ist ein faszinierendes und anregendes Buch. Tom McCarthy zwingt regelrecht zum Nachdenken und Weiterdenken. Sicher ist es keine lockerleichte Unterhaltungsliteratur, aber McCarthy legt den Finger in die Wunden der Gesellschaft und führt uns unsere eigene Absurdität vor. Er ist ein großartiger Beobachter von Menschen und Mustern, anders hätte „Satin Island“ wohl nicht zu dieser Form finden können. Was nach einem Mammutroman von 800 Seiten klingt fasst er kompakt und doch überzeugend auf 200 Seiten zusammen und lässt uns Leser am Ende doch allein zurück mit der Frage, was das eigentlich war, was wir da gerade gelesen haben. Beobachtung? Gesellschafskritik? Oder einfach nur die Beschreibung des alltäglichen Chaos, dem wir uns alle immer wieder wie U. auch stellen müssen.

Am Anfang hatte ich Probleme, mich in den Stil von Tom McCarthy einzufinden und wirklich in „Satin Island“ einzutauchen, doch Seite für Seite faszinierte es mich immer mehr. McCarthy ist ein spannendes und außergewöhnliches Stück Literatur gelungen, das meiner Meinung nach vollkommen zu Recht für den Booker Prize 2015 nominiert war.

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