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Schere, Stein, Papier Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-18036-2

Erschienen: 09.05.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Mit "beklemmender Eindringlichkeit" (Süddeutsche Zeitung) erzählt die preisgekrönte dänische Autorin Naja Marie Aidt, wie die Vergangenheit einen Menschen unerwartet einholt und eine einzige falsche Entscheidung eine sorgfältig aufgebaute Existenz zum Einsturz bringt. Ein faszinierender Roman über die Bruchstellen des Lebens, das Gewicht der Vergangenheit und die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz. Von einer der aufregendsten literarischen Stimmen unserer Zeit.

»Ein faszinierender Roman über die Bruchstellen des Lebens, das Gewicht der Vergangenheit und die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz. Von einer der aufregendsten literarischen Stimmen unserer Zeit.«

Biggi Müller / BRF1 Radio (07.08.2017)

Naja Marie Aidt (Autorin)

Naja Marie Aidt, 1963 in Egesminde/Grönland geboren, wuchs in Grönland und Kopenhagen auf. 1991 hatte sie ihr Debüt als Lyrikerin. Seither erschienen drei Erzählungsbände, mehrere Gedichtsammlungen und Theaterstücke. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, 2008 wurde ihr für ihren Kurzgeschichtenband „Süßigkeiten“ der renommierte Nordische Literaturpreis verliehen.

»Ein faszinierender Roman über die Bruchstellen des Lebens, das Gewicht der Vergangenheit und die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz. Von einer der aufregendsten literarischen Stimmen unserer Zeit.«

Biggi Müller / BRF1 Radio (07.08.2017)

»Selten liest man so eindringliche und dabei so unaufdringliche Szenen über Liebe und Hass, Ekel und Sehnsucht innerhalb der Familie wie in diesem Roman.«

Jeannette Villachica / Nürnberger Nachrichten (22.07.2017)

»›Hygge‹, also gemütlich und zufrieden, geht es in dem dänischen Roman nicht zu: mitreißend liest sich Thomas' Selbstzerstörung sehr wohl.«

Mareike Steger / Wienerin (07.07.2017)

»Die großartige dänische Autorin Naaja Marie Aidt beobachtet unerbittlich. Spannend!«

Nina Berendonk / Donna (03.07.2017)

»Ein Kammerspiel der Zerstörung, gleichermaßen einfühlsam und logisch kalt inszeniert.«

Ferdinand Quante / WDR 5 (10.06.2017)

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Aus dem Dänischen von Flora Fink
Originaltitel: Sten Saks Papir
Originalverlag: Gyldendal

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-18036-2

€ 17,99 [D] | CHF 22,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 09.05.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Intensiv, packend, bisweilen verstörend

Von: artWORDising Diana Wieser Datum: 11.07.2017

schreiblust-leselust.de

Was ist das Böse? Steckt es von Geburt an in uns oder wird es uns anerzogen? Viele literarische Werke haben sich mit dieser Frage auseinandergesetzt, jedoch selten mit einer so schonungslosen Eindringlichkeit wie in diesem Buch der dänischen Schriftstellerin Naja Marie Aidt. Thomas hat seine schreckliche Kindheit hinter sich gelassen und sich erfolgreich in der Gesellschaft hochgearbeitet. Als sein krimineller und gewalttätiger Vater stirbt, schlägt er die Erbschaft aus, bis er in einem Toaster die Diebesbeute seines letzten Coups entdeckt. Thomas behält das Geld heimlich – schon zieht das Böse wieder in sein Leben ein.

Vor der Vergangenheit gibt es kein Entrinnen. Nach außen hin führt Thomas ein bürgerliches Leben. Er hat einen Schreibwarenladen, eine Beziehung mit der schönen Kunsthistorikerin Patricia, wohnt in einem angesehenen Stadtteil. Dass er jahrelang mit seiner labilen, jüngeren Schwester Jenny unter den brutalen Erziehungsmethoden seines alkoholkranken Vaters gelitten hat – damit hat er abgeschlossen. Dennoch haben die Erlebnisse Risse in der Fassade hinterlassen. Im Grunde genommen verachtet er seine „schwächliche“ Schwester, die in Armut und Opferrolle verharrt ist. Die Beziehung zu Patricia leidet unter seiner Weigerung, selbst Kinder zu bekommen. Sympathie empfindet er hingegen für seine 18-jährige rebellische Nichte Alice, die er beruflich unterstützen möchte. Thomas entscheidet sich, das Geld zu behalten, um eine Zweigstelle zu eröffnen, die sie eines Tages leiten soll.

Der Toaster samt Inhalt fungiert als „Büchse der Pandora.“ Zunächst passieren merkwürdige Dinge in seiner Umgebung – Thomas erhält Drohungen, sein Laden wird zerstört, ein mysteriöser Fremder drängt in seine Familie. Im weiteren Verlauf der Handlung wird nicht nur die mühsam aufgebaute Existenz vernichtet – auch seine Persönlichkeit scheint auseinanderzubrechen und sich in zwei Teile zu spalten. Die dunkle Seite seines Charakters tritt zu Tage und jener Mensch, der ihm am nächsten steht, muss besonders darunter leiden. Thomas hat plötzlich Gewaltfantasien, denen er in einem schwachen Moment nachgibt – mit katastrophalen Folgen.

Naja Marie Aidt schreibt klar und schonungslos. Ihre Literatur ist schwer verdaulich, stößt ab und fasziniert zugleich. Spätestens nachdem Thomas die angestaute Wut an seiner Freundin und der gemeinsamen Katze auslebt, genießt der Leser durchaus den tiefen Fall der Hauptfigur. Das Faszinierende an der Geschichte ist nicht die eigentliche Auflösung, wer hinter den ganzen Einschüchterungsakten steckt – sehr schnell tut sich eine Spur auf und es wundert ein wenig, wie lange Thomas braucht, um den eigentlichen Zusammenhang herzustellen. Das Faszinierende liegt in der Auslotung von charakterlichen Grenzüberschreitungen. Wie tief muss ein Mensch fallen, bevor sich sein wahres Wesen zeigt? Wie ist es, eine Person gleichzeitig zu lieben und zu hassen? Welche Auswirkungen haben Entscheidungen, unmittelbar oder über Generationen hinweg?

Wer auf Sympathiefiguren in Büchern verzichten kann und sich nicht scheut, einen Blick in menschliche Abgründe zu werfen, wird das packende Buch zu schätzen wissen. Ohne viel Blut, prägen sich bestimmte Szenen tief im Bewusstsein ein.

Geschichte mit Sogwirkung

Von: vielleser18 Datum: 10.07.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/vielleser18/

Der Vater von Thomas und Jenny stirbt. Ein einfacher Trauerfall ? Mitnichten, denn die Beziehung der drei war mehr als schwierig. Die Mutter hat die Familie schon früh verlassen, der Vater war oft handgreiflich gegenüber seinen Kindern, ein Kleinkrimineller, der ihnen das Leben nicht leicht gemacht hat. Sein Tod reißt alte Wunden wieder auf.
Das Erbe besteht nur aus Schulden - ein letzter Gang in seine verwahrloste Wohnung. Ein Erinnerungsstück will Jenny behalten, seinen Toaster. Als Thomas ihn repariert macht er eine unglaubliche Entdeckung: zwei Geldpäckchen. Heimlich schiebt er sie sich unter den Pullover, erzählt auch seiner Lebensgefährtin Patricia nichts davon. Der Tod, die Entdeckung des Geldes und die Bekanntschaft mit Luke, dem "Jungen", der anscheinend so viel Zeit mit Jacques, Thomas Vater, verbracht hat und so viel zu berichten hat - über Ereignisse und Erlebnisse, die Thomas nie mit seinem Vater erlebt hat - all dies setzt bei Thomas eine Veränderung seiner Gedanken, seines Verhaltens in Gang, dass ihn unaufhörlich immer weiter in den Abgrund zieht......


Das Buch ist kein einfaches Buch. Es fordert den Leser heraus, sich auf diese Geschichte einzulassen. Es ist kein Spannungsroman, sondern ein Roman, der so viele Ereignisse, so viele Veränderungen so genau beschreibt, dass man als Leser das Gefühl hat, selber in der Haut von Thomas, aus dessen Sicht erzählt wird, zu stecken.
Grandios aus meiner Sicht ist, wie gut die Autorin diese Veränderungen, die Thomas durchlebt, realistisch und vor allem nachvollziebhar erzählt. Es ist ein schleichender Prozess, der nicht nur ihn, sondern durch ihn auch seine Lebensgefährtin, seine Familie und seine Freunde betrifft.
Durch die Beschreibungen, die gut gesetzten Dialoge und Ereignisse, die sich immer weiter dramatisieren, die immer wieder härter und agressiver werden, fühlt man sich auf dieser Abwärtsspirale wie in der ersten Reihe. Das besondere darin ist, dass die Autorin Naja Marie Aidt die Protagonisten so gut skizzieren kann. Vor allem voran natürlich Thomas, dessen Innenleben wir beobachten können. Aber auch die anderen Patricia, Jenny, seine Nichte Alice und weitere Verwandte, sein Freund und Kollege Maloney, sie alle werden in diesem Buch lebendig - sie sind und bleiben keine starren Figuren, sondern verändern sich, entwickleln sich. Dies zu beschreiben, so dass es so echt wirkt, ist eine Kunst.

Fazit:
Sehr gut beschriebener Roman über die Auswirkungen von Vergangenheit gepaart mit Kurzschlusshandlungen, über große Gefühle wie Eifersucht, Liebe und Freundschaft.
Was verändert einen Menschen ? Wie weit wird er getrieben von seinen eigenen Gefühlen und Wünschen ? Wie weit nimmt er in Kauf andere zu verletzen - und wie weit kann er sich dabei einreden, dass alles nur zum Besten geschieht ?
Der Roman von Naja Marie Aidt erzählt die Entwicklung eines Menschen, dessen Abwärtsspirale ihn immer tiefer nach unten zieht....

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