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Schweinebande!

Der Fleischreport – Ein Metzgermeister über die Praktiken seiner Zunft

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Die Machenschaften der Fleischindustrie

Fleisch wird als einziges Lebensmittel nicht nur nicht teurer, sondern billiger – und die Fleischbranche verdient dennoch Milliarden. Wie ist das möglich? Bereits in seiner Metzgerlehre lernte Franz Josef Voll: »Es gibt kein schlechtes Fleisch, es gibt nur Fleisch, das verarbeitet werden muss.« Was nicht mehr mit Gewürzen versetzt oder in Knoblauch und Öl eingelegt werden kann, wird durch den Fleischwolf gedreht und landet in der Wurst. Als Voll diese Zustände nicht mehr hinnehmen wollte, wechselte er die Seiten und wurde Lebensmittelkontrolleur. Heute steht er endgültig auf Seiten des Verbrauchers und bringt die – im wahrsten Sinne des Wortes – Sauereien der Fleischindustrie ans Licht. In seinem Insider-Bericht rechnet er mit einer Branche ab, deren Machenschaften auch dem letzten vertrauensseligen Verbraucher gehörig den Appetit verderben dürften.

»Dieses Buch bündelt überzeugende Argumente für eine vegetarische Kost!«

Umwelt & Gesundheit (2/2017)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-19861-9
Erschienen am  25. April 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Der Populismus des Herrn V.

Von: Thomas Janssen aus Ammerbuch

25.03.2019

Ich bin Metzgermeister und Dipl. Ing für Lebensmitteltechnologie. Als Metzgermeister habe ich im Metzgerhandwerk gelernt und gearbeitet und als Lebensmitteltechnologe arbeite ich seit mehr als 20 Jahren in der Fleischwarenindustrie. Ich esse Wurst und Fleischwaren ausschließlich von Industrieunternehmen und vom Supermarkt. Da weiß ich, dass ich Wurst kaufe, die unter hygienischen und standardisierten Prozessbedingungen produziert wird. Mein „Kollege“ Herr Voll hat sicherlich recht, wenn er auf schwarze Schafe und Missstände in unserer Branche hinweist. Diese gibt es im Handwerk nach meiner Einschätzung aber weitaus häufiger als in der Industrie, welche ja auch unter dem Kontrolldruck seiner Kunden (große Handelsunternehmen) steht. Kein Aldi, Lidl, REWE und Co. will gerne mit einem Produktskandal ins Fernsehen oder auf Facebook landen. Was die Behördenseite betrifft, so ist mein Eindruck, dass die Behörden die Industrieunternehmen weitaus strenger ins Visier nehmen als die netten Handwerksbetriebe. In dem Zusammenhang wird ja auch gerne das Thema Separatorenfleisch ins Spiel gebracht (Separatorenfleisch ist Fleisch, welches sich nach dem Herausschneider der Knochen noch am Knochen befindet und maschinell oder von Hand vom Knochen geschnitten wird). Angeblich kann Wurst im Supermarkt nur so billig sein, weil die böse Industrie Separatorenfleisch verarbeitet. Das ist Blödsinn! Separatorenfleisch lässt sich analytisch und histologisch sicher nachweisen. Wer täglich 50 t Wurst produziert, kann durch entsprechende maschinelle Ausrüstung und höhere Mengenrabatte beim Rohstoffeinkauf natürlich preiswerter Produzieren, als der Metzger mit 50 kg Wurst am Tag. Das ist simple Betriebswirtschaft. Höhere Produktionsmengen bedingen nicht schlechtere Qualitäten. Ich empfehle beim nächsten Besuch ihres „Metzgermeisters des Vertrauens“ diesen auch mal nach „Knochenputz“ zu fragen.

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FLEISCHFREIES FLEISCH – WILL ICH DAS WISSEN?

Von: Lotta

04.08.2017

Manchmal fragt man sich beim Lesen schon, ob man das, was man da gerade erfährt überhaupt so genau wissen will. Too much information – denke ich selbst dann. Aber als mündiger Erdbewohner sollte man halt nicht Augen und Ohren verschließen, sondern muss sich mit dem auseinandersetzen, was der Alltag einem bietet. Seien es Umweltkatastrophen, Terroranschläge – oder die zum Glück daneben doch fast harmlos wirkenden Lebensmittelskandale. Um so einen dreht es sich bei Franz Josef Voll und seiner „Schweinebande! Der Fleischreport. Ein Metzgermeister über die Praktiken seiner Zunft“ (Ludwig Verlag). Worum es genau geht, sagt einem ja bereits der Titel und dass es hier recht schmutzig zugeht, lässt sich leicht erahnen. Der Autor beschreibt die Inhalte und Erfahrungen seines Werdegangs vom Metzgerlehrling über den Meister und die Tätigkeit bei Konzernen und Schlachtereien bis zum Lebensmittelkontrolleur. Er weiß also sehr genau, wie das mit der Wurstproduktion zu laufen hätte und kennt andererseits auch allerlei Tricks der Industrie. Aber auch die Zunft selbst kommt nicht ungeschoren davon, denn, dass es immer weniger richtige Metzger und dafür immer mehr Massenproduktion gibt, haben sie mitverschuldet. In dem Bemühen, möglichst viele Kunden mit möglichst günstiger Ware zu versorgen, senkten etliche die Qualität der Ware und begannen zu tricksen. Minderwertiges Fleisch wurde mit Fett und Wasser gestreckt, Fertiggewürzmischungen sorgten für den runden Geschmack und die Salami reifte in Windeseile unter Vakuum. Während die Zaubermittelchen zunahmen, schrumpfte jedoch die Kenntnisse der Metzger, kritisiert Voll und berichtet von unwissenden Azubis und unfähigen Meistern. Das macht einem schon etwas Angst, aber es sind Dinge, die man mittlerweile (ich zumindest) schon einmal gehört oder gelesen hatte und, mit denen man sich irgendwie schon abgefunden hat. Möglich gemacht hat das alles die Industrie und wenn die dann auch noch direkt mitmischt, wird es grenzwertig. Metzgereien begannen plötzlich, industriell gefertigte Wurstkonserven anzubieten und sägten an ihrem eigenen Ast – schon pervers. Analogwurst, Toastie, Rügenwälder Mühle (ja, hier werden konkret Namen genannt, was ich sehr schätze!) und vieles mehr nimmt Voll unter die Lupe und informiert uns nicht nur, was da eigentlich drin steckt, sondern auch, was die damit verbundenen Risiken sind – für die Zunft, die Konsumenten und die Zukunft. Wir erhalten Einblicke in Massenschlachtungen, bei denen kranke Tiere unauffällig verarbeitet werden, weil es ja keiner mitbekommt, in denen das Blut mit Erbrochenem und Urin verunreinigt ist und trotzdem genutzt wird, weil man es am Ende nicht schmecken kann – bäh sag ich da nur. Das ist schon alles verdammt eklig. Dass das aber überhaupt so möglich ist, liegt auch an unmotivierten oder bestechlichen Kontrolleuren, die gar nicht sehen wollen, wenn etwas nicht stimmt. Wer also wirklich wissen will, wozu die Industrie fähig ist und, warum die Tage des Metzgerhandwerks womöglich gezählt sind, der findet hier etliche Antworten. Eine spannende, traurige, schockiernde und sehr offene Reportage, die uns nicht mit der Frage zurücklässt „will ich überhaupt noch Fleisch essen?“, sondern „will ich überhaupt noch etwas essen, das ich nicht selbst hergestellt habe?“

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Vita

Franz Josef Voll, geb. 1955 in Essen, gehört zu den Menschen, von denen man sagen kann, sie haben die Seiten gewechselt: Mit 13 begann er eine Metzgerlehre, mit 31 wurde er Lebensmittelkontrolleur. Illusionen, dass diese Kontrollen etwas bewirken, hatte er allerdings zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr. Heute lebt er auf Usedom und deckt den systematischen Betrug in der Wurst- und Fleischbranche auf.

Zur AUTORENSEITE

Leo G. Linder, Jahrgang 1948. nach Marine und Seefahrt studierte er ab 1972 Film und Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf sowie Geschichte und Spanisch an der dortigen Universität. Von 1977 an arbeitete er als Kameramann, wechselte 1985 zur Regie und drehte zahlreiche Dokumentarfilme. Seit 1990 hat er 45 Bücher u.a. zu theologischen, historischen und politischen Themen publiziert. Der Autor und Regisseur lebt in Düsseldorf.

www.leo-linder.de

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Pressestimmen

»Franz Josef Voll schreibt mit Humor [...] und verfällt dankenswerterweise nicht in Weltuntergangsstimmung.«

André Paul, Bayerische Staatszeitung (15. September 2017)

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