Sex und Lügen

Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt

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»Leïla Slimani gibt Frauen aus der islamischen Welt eine Stimme.« Le Monde

Zerrissenheit, Hoffnung, Aufbegehren. Frauen aus Marokko sprechen über Liebe, Gefühle, Sexualität. Über Heuchelei und den Wunsch nach Anerkennung. Eine berührende Sammlung sehr persönlicher Geschichten. Von der Autorin des SPIEGEL-Bestsellers »Dann schlaf auch du«.

»Ergreifend und schmerzlich.« Ben Jelloun

Sich zu seinen Gefühlen bekennen? Den Partner frei wählen? Alleine auf die Straße gehen? Von klein auf werden Mädchen in islamischen Ländern dazu erzogen, keine Schande über ihre Familien zu bringen. Ehebruch, Prostitution, Homosexualität werden in Marokko bis heute mit Gefängnis bestraft. Viele Frauen führen in Leïla Slimanis Geburtsland daher ein Doppelleben – zerrissen zwischen Tradition und Religion auf der einen Seite und dem Wunsch nach Selbstbestimmung auf der anderen. Sechzehn sehr persönliche Geschichten versammelt die preisgekrönte Autorin und Journalistin in diesem Band. Ebenso mutige wie berührende Bekenntnisse, die Einblick geben in den Alltag von Frauen und in eine Welt im Umbruch.

»Für mich war es wichtig, das, was mir diese Frauen erzählt haben, ungefiltert niederzuschreiben. Ihre mitreißenden und eindringlichen Worte festzuhalten, die mich erschüttert und bewegt, mich wütend gemacht und empört haben.« Leïla Slimani

»Ein Buch, das wie gemacht zu sein scheint für diese Zeit.«

ZEITmagazin

Aus dem Französischen von Amelie Thoma
Originaltitel: Sexe et Mensonge
Originalverlag: Gallimard
eBook epub (epub), 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-641-21675-7
Erschienen am  10. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ergreifende und schmerzliche Bekenntnisse von Frauen aus einer scheinheiligen Welt

Von: ulistuttgart

01.05.2019

Sex und Lügen - Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt von Leila Slimani btb Verlag Oktober 2018 -Ergreifende und schmerzliche Bekenntnisse von Frauen aus einer scheinheiligen Welt- Frauen aus Marokko sprechen über Liebe, Gefühle und Sexualität. Die Autorin Leila Slimani erzählt von ihren Gesprächen mit Frauen aus der islamischen Welt. Slimani selbst wurde 1981 in Rabat geboren und wuchs in Marokko auf. Sie will uns mit diesem Buch die Gedanken dieser Frauen ungefiltert näher bringen. Und das hat sie bei mir auch geschafft. Das Lesen dieser Geschichten hat mich wütend gemacht. Wütend auf die Religion, die Männer, das Volk und auf die Frauen, die sich so viel gefallen lassen und mit dieser Heuchelei leben können. Diese scheinheilige Gesellschaft bestraft „Unzucht“ mit Gefängnis. D.h. außerehelicher oder gleichgeschlechtlicher Verkehr ist verboten, wenn es aber heimlich hinter verschlossenen Türen geschieht, passiert nichts. Dafür gibt es dann täglich Hunderte heimliche Abtreibungen oder „illegal“ gezeugte Kinder werden ausgesetzt. „Macht, was ihr wollt, solange niemand davon erfährt.“ „Unsere Gesellschaft ist zerfressen vom Gift der Heuchelei und von einer institutionalisierten Kultur der Lüge.“ Wütend macht mich auch die Tatsache, dass Männer vor der Hochzeit (und während der Ehe) machen können was sie wollen. Sie gehen zu Prostituierten oder schlafen mit Frauen, die sie dann aber niemals heiraten würden. Von Frauen erwartet man bis zur Hochzeitsnacht absolute Keuschheit. Jede Frau muss vor der Heirat ein „Keuschheitszertifikat“ vorlegen. Die Jungfräulichkeit des Mannes kümmert selbstverständlich niemanden. Um die Scheinheiligkeit zu wahren, gibt es für Frauen sogar die Möglichkeit das Jungfernhäutchen wieder rekonstruieren zu lassen. Unglaublich oder? Einfach paradox. Es geht in dem Buch auch um die Mütter, die ihre Söhne wie kleine Halbgötter aufziehen und ihren Töchtern einreden wie schuldig sie sind noch bevor sie gesündigt haben … Eine Welt in der Frauen vergewaltigt werden, weil sie Miniröcke tragen und in der Homosexuelle vor aller Augen gelyncht werden darf nicht akzeptiert werden. Jeder muss über den eigenen Körper frei verfügen und entscheiden können! Eine erschütternde und bewegende Geschichtensammlung über die Unterdrückung der Frau. Egal, ob durch eine bestimmte Auslegung des Korans oder durch andere gesellschaftliche oder politische Ungleichheiten: Frauen sind genauso viel Wert wie Männer und müssen auch so behandelt werden. Und das auf der ganzen Welt! 5 Sterne

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Sexuelle Selbstbestimmung!

Von: ulrike rabe

13.03.2019

Doppelmoral, Heuchelei, sexuelles Elend. Die marokkanische Autorin Leila Slimani beleuchtet, wie Frauen in ihrer Heimat im permanenten Kampf um sexuelle Selbstbestimmung leiden. In dieser Sammlung sehr persönlicher Geschichten gibt Leila Slimani Frauen aus der islamischen Welt eine Stimme. Frauen in Marokko können, müssen vieles sein: Tochter, Schwester, Mutter, Ehefrau, nur kein Individuum. „Sie ist Garant der Familienehre und, schlimmer noch, der nationalen Ehre. Ihre Tugendhaftigkeit ist eine öffentliche Angelegenheit.“ Es ist ein politisches, ein gesellschaftliches Phänomen, das im Namen der Religion gelebt wird. Dabei war Sex in den Anfängen des Islams alles andere als ein Tabu. Nicht nur Fortpflanzung sondern Vergnügen, der Orgasmus als Vorgeschmack auf die Freuden des Paradieses, die Jungfräulichkeit kein Thema. In Sachen Sexualität ist eine Religion so gut wie die andere, behauptet die Asma Lamrabet, Theologin, Ärztin und Vertreterin des Reformgedankens in Marokko. Misogynie ist keine Erfindung des Islams. Und doch ist ein kleiner Teil des weiblichen Körpers, den ich wahrscheinlich keine fünf Minuten meines Lebens gedanklich beachtet habe, das Jungfernhäutchen, das Allerheiligste. Das Hymen, eine uneinnehmbare Festung, die es unbedingt zu bewahren gilt. Das marokkanische Recht ist äußerst restriktiv, was Sexualität anbelangt: außerehelicher Sex verboten, Homosexualität verboten, Abtreibung verboten. So kommt es, dass hunderte Babys pro Jahr ausgesetzt werden, unehelich geborene Kinder keinen zivilen Status erhalten. Leidtragende dieser Gesellschaft sind die Frauen. Männern gegenüber verhält sich die Gesellschaft nachsichtig, Frauen ist außerhalb des ehelichen Schlafzimmers nichts erlaubt. Polizisten hätten Besseres zu tun, als in Sittenangelegenheiten zu verhaften, vor allem wenn es nach der Bezahlung unter der Hand keinen Anlass mehr gäbe. Denn Sex ist ein einträgliches Geschäft, es geht nicht um Religion, sondern oftmals nur um das Gesetz des Geldes, das Gesetz des Stärkeren. Im herrschenden Patriarchat dient die Doppelmoral nicht dem Islam, sondern der Sache der Männer. Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Menschen in unserer westlichen Zivilisation sind mittlerweile frei sind der Wahl des Partners, ihre geschlechtlichen Identität und Integrität. Doch so lange ist es noch nicht her, dass auch hierzulande Frauen uneingeschränkt wirtschaftlich und körperlich vom Ehemann abhängig waren, Vergewaltigung in der Ehe nicht bestraft wurde, Homosexualität strafbar war. Hier wurden viele unserer heutigen Rechte hart erkämpft. Dieses Aufbegehren wird in den Berichten der von Leila Slimani interviewten Frauen spürbar. Es mag noch ein weiter Weg sein, doch die ersten Schritte sind gesetzt.

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Vita

Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Slimani, 1981 in Rabat geboren, wuchs in Marokko auf und studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po. Ihre Bücher sind internationale Bestseller. Für den Roman »Dann schlaf auch du« wurde ihr der renommierte Prix Goncourt zuerkannt. »All das zu verlieren«, ebenfalls preisgekrönt, erscheint in 25 Ländern. In den Essaybänden »Sex und Lügen« und »Warum so viel Hass?« widmet Leïla Slimani sich dem Islam und dem Feminismus sowie dem zunehmenden Fanatismus. Seit 2017 ist Leïla Slimani offiziell Botschafterin für Frankophonie. Sie lebt mit ihrer Familie in Paris.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Leïla Slimani gibt Frauen aus der islamischen Welt eine Stimme.«

Le Monde

»Ergreifend und schmerzlich.«

Ben Jelloun in »Le Point«

»Leïla Slimanis Thema ist die Frage, wie man als Frau seinen Platz findet, welche Rolle man einnehmen möchte oder sich einzunehmen traut.«

Annabelle Hirsch, Frankfurt Allgemeine Sonntagszeitung (27. August 2017)

»Zurückhaltend, intelligent und verständnisvoll beschreibt Leïla Slimani den Alltag für Frauen in ihrem Geburtsland Marokko, wo Sexualität als Tabu gilt und zugleich eine Obsession ist.«

Le Monde

»Leïla Slimani stellt sich den heimlich Dämonen ihres Heimatlandes.«

Le Figaro

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