VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • twitter
  • add this

Sonne, Mond und Sterne Roman

Mit Illustrationen von Jarrod Taylor

Kundenrezensionen (7)

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 18,99 [D] inkl. MwSt.
CHF 22,00*
(* empf. VK-Preis)

eBook (epub) ISBN: 978-3-641-16406-5

Erschienen: 21.03.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Service

  • Biblio

Ein Mädchen, das nicht reden will. 53 Spielkarten, die ihre Geschichte erzählen.

Ein junges Mädchen erzählt die tragische Geschichte ihrer Familie mit Hilfe eines Kartenspiels – des lateinamerikanischen Lotería. Elf Jahre alt ist Luz. Ihre ältere Schwester Estrella liegt auf der Intensivstation, ihr Vater sitzt im Gefängnis, die Mutter hat Mexiko verlassen. Luz, allein auf sich gestellt, zieht sich hinter eine Mauer des Schweigens zurück. »Lass dir von den Karten helfen«, sagt man ihr im Heim. Jedes der bunten Motive – die Meerjungfrau, der Tod, die Sterne – lässt ihre Erinnerung Funken schlagen. Zusammengesetzt wie ein Satz Spielkarten erzählen die Kapitel dieses Romans Luz‘ Leben, sie erzählen von allem Schönen und allem Schrecklichen – berührend und poetisch, lebenssatt und so bunt, wie die vierfarbigen Illustrationen von Lotería-Karten.

Mario Alberto Zambrano (Autor)

Mario Alberto Zambrano war Tänzer, bevor er seinen ersten Roman veröffentlichte. Er lebte in Israel, den Niederlanden, Deutschland, Spanien und Japan und tanzte für Hubbard Street Dance Chicago, das Nederlands Dans Theater, das Frankfurter Ballett-Ensemble und die Batsheva Dance Company. Sowohl als Tänzer wie auch als Schriftsteller wurde er mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Die New School absolvierte er als Riggio Honors Fellow, den Iowa Writers’ Workshop als Iowa Arts Fellow, außerdem wurde er mit dem John C. Schupes Fellowship for Excellence in Fiction ausgezeichnet. "Loteria", sein erster Roman, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, unter anderem ins Norwegische, Türkische, Spanische und Deutsche.

marioalbertozambrano.com/

Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann
Originaltitel: Lotería
Originalverlag: HarperCollins

Mit Illustrationen von Jarrod Taylor

eBook (epub), 53 farbige Abbildungen

ISBN: 978-3-641-16406-5

€ 18,99 [D] | CHF 22,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 21.03.2016

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Das Spiel des Lebens

Von: YukBook Datum: 18.09.2016

www.yukbook.me

Wir stoßen hin und wieder auf Dinge, die bestimmte Erinnerungen in uns wecken: ein Familienfoto, ein Urlaubsandenken, ein Duft oder eine Melodie. Ganz ungewöhnlich ist jedoch die Idee in diesem Roman von Mario Alberto Zambrano. Die elfjährige Hauptfigur Luz Maria Castillo hat nach einem traumatischen Erlebnis aufgehört zu sprechen und lebt in einem Heim. Ihre Tante Tencha ermutigt sie, sich von den Spielkarten aus der mexikanischen Lotería – vergleichbar mit Bingo – inspirieren zu lassen und ihre Gedanken zu jeder einzelnen Spielkarte aufzuschreiben. So entsteht ein Kaleidoskop aus 53 Momentaufnahmen, die uns das Schicksal einer mexikanischen Migrantenfamilie in den USA näher bringen. Der Autor selbst ist Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln und in Houston aufgewachsen. In einem Interview sagt er, dass er in seiner Jugend oft verwirrt war, ob er "mexikanisch" oder "weiß" war.

Nach und nach lernen wir Luz’ Familie kennen, erleben die Auseinandersetzungen mit dem gewalttätigen Vater und die Sticheleien zwischen den ungleichen Schwestern mit. Es gibt auch schöne Erinnerungen an Freunde und Feste, doch immer wieder droht die latente Gefahr von Gewalt. Es ist bemerkenswert, wie gut sich der Autor in die kindliche Seele hineinversetzen kann, zum Beispiel wenn Luz der Flasche San Pedro die Schuld für den Untergang der Familie gibt. Luz verwendet viele spanische Wörter und Ausrufe, die am Ende der Geschichte übersetzt werden und ihren Einträgen einen temperamentvollen und authentischen Touch verleihen.

Ein Spannungsbogen fehlt, da es sich um bunt zusammengewürfelte Szenen handelt. Dafür entsteht eine starke emotionale Nähe zu Luz, sofern man bereit ist, sich ganz auf ihre Person und ihre Empfindungen einzulassen. Es finden sich auch kleine Sprachjuwelen wie der Satz, der einen begabten Jungen bei einem Gesangswettbewerb im Fernsehen beschreibt: „Aus seinen Augen leuchtete alles, was seine Eltern ihm beigebracht hatten.“ Besonders gefällt mir die optische Gestaltung dieses ungewöhnlichen Tagebuchs. Die Tragik, die die Geschichte durchzieht, wird durch die bunte Pracht der Spielkarten, die einzeln vor jeder Episode abgedruckt sind, ausgeglichen. Vielleicht lasse ich mich auch einmal von den ansprechenden Motiven zu einer Geschichte inspirieren.

Außergewöhnlich und wahr

Von: buecherecke Datum: 24.07.2016

buecherecke8.blogspot.de

Inhalt:
Ein Mädchen, das nicht reden will. 53 Spielkarten, die ihre Geschichte erzählen.
Ein junges Mädchen erzählt die tragische Geschichte ihrer Familie mit Hilfe eines Kartenspiels – des lateinamerikanischen Lotería. Elf Jahre alt ist Luz. Ihre ältere Schwester Estrella liegt auf der Intensivstation, ihr Vater sitzt im Gefängnis, die Mutter hat Mexiko verlassen. Luz, allein auf sich gestellt, zieht sich hinter eine Mauer des Schweigens zurück. »Lass dir von den Karten helfen«, sagt man ihr im Heim. Jedes der bunten Motive – die Meerjungfrau, der Tod, die Sterne – lässt ihre Erinnerung Funken schlagen. Zusammengesetzt wie ein Satz Spielkarten erzählen die Kapitel dieses Romans Luz‘ Leben, sie erzählen von allem Schönen und allem Schrecklichen – berührend und poetisch, lebenssatt und so bunt, wie die vierfarbigen Illustrationen von Lotería-Karten.

Meine Meinung:
Auf dieses Buch hat mich das ansprechend gestaltete Cover aufmerksam gemacht. Zu meiner Überraschung hat der Roman ein anderes Gormat als ich erwartet hatte, es ist handlich und hat, wie ich finde einen wunderschönen Einband. Auch das Innere unterscheidet sich stark von dem anderer Bücher: Es wurde in 53 kleine Kapitelchen aufgeteilt, denen voran immer eine farbige Spielkarte abgedruckt ist. Es handelt sich hierbei um ein Glücksspiel namens Lotería, dass die Hauptprotagonistin früher immer mit ihren Verwandten gespielt hat. Mithilfe der Spielkarten erzählt die elf Jahre alte Luz von ihrem, trotz ihrer jungen Jahre, ereignisreichen und tragischen Leben, das so bunt ist wie ein Satz Spielkarten. Jede Karte erinnert sie an ein anderes, erinnerungswürdiges Ereignis. Durch die ganzen erschreckenden Vorfälle in ihrer Familie ist sie so durcheinander, dass sie versucht, ihr Leben mithilfe der Karten zu sortieren. Sehr gefallen hat mir die Kürze der Kapitel, da ich so die Lust am Lesen des nächsten Kapitels behalten habe. Da das Buch nur so wenige Seiten hat kann man es in nur drei Stunden lesen. In diesen drei Stunden gibt es jedoch den ganzen Lebenslauf eines kleinen Mädchens mit einer schockierenden Geschichte zu erzählen. Die nicht gerade normale Familie ist aus Mexiko in die USA eingewandert und Luz ist die einzige, die auch dort geboren wurde. Ihre Mutter ist vor einiger Zeit abgehauen, ihr Vater im Gefängnis und ihre ältere Schwester im Krankenhaus. Durch einen kleinen Vorfall hat das Schicksal seinen Lauf genommen und das Ganze ist ins Rollen gekommen. Natürlich ist 'Sonne, Mond und Sterne' aus der Sicht eines Kindes geschrieben, aber ich glaube, dass man durch die unerschrockenen, unschuldigen Augen der kleinen Luz viel über die Welt erfahren kann. Sie erzählt ihre Geschichte ohne dem Leser etwas zu verheimlichen und spricht alle Gedanken und Gefühle aus, die ihr durch den Kopf gehen. Da ihre Familie ursprünglich aus Mexiko kommt, werden im Roman manchmal spanische Wörter und Redewendungen verwendet. Hierfür gibt es am Ende des Buches ein Glosser, in dem jedoch einige Wörter fehlen. Außerdem war es ziemlich anstrengend, jede Minute ganz nach hinten umzublättern, Fußnoten hätten das ganze also auch getan. Dann gibt es noch eine kleine Sache, die mir persönlich aufgefallen ist. Durch die ganzen spanischen Familienbezeichnungen und die Größe von Luz Bekanntenkreises wusste ich manchmal nicht recht, wer jetzt noch mal wer war.

Mein Fazit:
Sonne, Mond und Sterne ist ein unglaublich origineller Roman mit einer außergewöhnlichen Kapitelgestaltung, einer außergewöhnlichen Erzählform und einer außergewöhnlichen Hauptprotagonistin, also kurz gefasst: außergewöhnlich.


Vielen Dank an dieser Stelle an den Luchterhand Literaturverlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!


Sonne, Mond und Sterne bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Voransicht