Spiel der Zeit

Roman

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Lang erwartet: der neue große Roman von
Ulla Hahn

Hilla Palm, Arbeiterkind vom Dorf, ist als Studentin in Köln angekommen. Im turbulenten Jahr 1968 sucht sie hier heimisch zu werden, erkundet die Welt der Sprache, genießt die Freiheit des Denkens, sehnt sich nach Orientierung im Leben und muss doch erkennen: Ich bin meine Vergangenheit. Erst als sie ihrer Liebe begegnet, findet sie die Kraft für einen neuen Blick auf alte Verletzungen.

Ulla Hahn verwebt in diesem großen Epos eigene Erfahrungen mit Erfindungen, lässt Hilla Palm erzählen und fällt der »kleinen Schwester« auch mal ins Wort. »Spiel der Zeit« ist ein Buch über die Jahre der Sehnsucht und Leidenschaft – ein mitreißender Entwicklungsroman und zugleich ein imposantes Epochengemälde der 68er Jahre, eine der radikalen Umbruchphasen in der Geschichte der Bundesrepublik.

»Hahns Sprache fließt über weite Strecken wie ein mitreißender breiter Strom, zeitweise stürzen rheinische Dialoge wie ein Wasserfall über den Leser herab.«

Die Zeit, 52/14

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ISBN: 978-3-641-13658-1
Erschienen am  29. September 2014
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Romantrilogie um Hildegard Palm

Leserstimmen

Ulla Hahn: Spiel der Zeit

Von: Die Welt in Büchern

01.04.2018

"Vorsicht Spoiler" Die ersten beiden Teile von Ulla Hahns autobiographisch inspiriertem Bildungsroman, „Das verborgene Wort“ und „Aufbruch“, habe ich mit Begeisterung gelesen. Sie erzählen die Geschichte von Hilla, die in den 1950ern und 60ern in einem Dorf in der Nähe von Köln aufwächst. Hilla ist hochbegabt und bildungshungrig, aber sie ist auch eine „katho-lische Arbeitertochter vom Lande“, wie Rolf Dahrendorf in einer Studie in den 1960ern die soziale Gruppe definiert hat, die damals die größte Bildungsbenachteiligung ausgesetzt war. Im dritten Band, „Spiel der Zeit“, hat Hilla sich gegen ihre Familie durchgesetzt und entgegen aller Wahrscheinlichkeit doch einen Studienplatz ergattert. Der Roman begleitet sie, wie sie in der Großstadt, im Studium und der Achtundsechziger-Bewegung abkommt. Diesmal habe ich etwa 50 Seiten gebraucht, bis mich der Roman gefesselt hat. Zum einen lag das daran, dass seit der Lektüre des zweiten Bandes mehrere Jahre vergangen sind und ich mich an manche Details und Nebenfiguren nicht mehr genau erinnert habe. (Insofern empfiehlt sich der Roman auch nur eingeschränkt für diejenigen, die die beiden ersten Teile nicht kennen.) Zum anderen hat Ulla Hahn stärker als in den vorherigen Bänden eine zweite Erzählebene eingeführt, auf der sie die Handlung kommentiert und einordnet. So erklärt sie gleich zu Beginn den Ausgangspunkt der Handlung und ihre Motivation als Autorin: „Hilla Palm ist aus Dondorf weg, nach Köln, studiert dort Germanistik und Geschichte, wohnt in einem Haus für katholische Studentinnen, dem Hildegard-Kolleg. Und nur wegen ihr mache ich mich jetzt an den dritten Band, denn wie gesagt, ich kann sie doch nicht hängen lassen, verkommen lassen nach dieser Nacht auf der Lichtung im Krawatter Busch.“ Es hat sich aber gelohnt, trotz des etwas sperrigen Einstiegs weiterzulesen, denn Ulla Hahn beschreibt die Achtundsechziger aus einer Perspektive, die selten ist: Als Teilnehmerin, aber eben als Katholikin, Frau und Arbeiterkind mit einem anderen Blickwinkel als der Großteil der Achtundsechziger. Einerseits sympathisieren sowohl Hilla als auch die Autorin Ulla Hahn mit den Studierenden, die eine gerechtere Gesellschaftsordnung fordern. Andererseits werden die blinden Flecken der Bewegung deutlich. Auf einer Party erzählt ein Student aus gutem Hause empört, wie er die Arbeiter einer nahen Fabrik vergeblich zum Klassenkampf aufgerufen habe und dafür nur ausgelacht worden sei. In der darauf folgenden Diskussion mehrerer junger, gutsituierter Männer bleibt Hilla stumm. Dabei ist sie die einzige, die aus einer Arbeiterfamilie stammt, selbst als Jugendliche am Band gearbeitet hat und dabei sogar einmal erfolgreich einen Streik für bessere Arbeitsbedingungen organisiert hat. Aber so weit reicht der Gleichheits-anspruch dann doch nicht, dass nun sogar Mädchen aus der Unterschicht nach ihrer Meinung gefragt würden… Insofern bleibt Hilla eher am Rand der Bewegung. Dazu trägt auch bei, dass sie als Germanistik-Studentin mit einer Vorliebe für Sprachspiele die Rhetorik von Dutschke & Co nie richtig ernst nehmen kann. Einige der amüsantesten Szenen des Buches beschreiben, wie sie mit ihrem Freund Hugo Zitate aus der Mao-Bibel auf Alltagssituationen wie das schlechte Mensa-Essen anwendet. Das zweite große Thema von „Spiel der Zeit“ ist die Frage, wie man trotz schlimmer Erfahrungen und schlechter Startbedingungen ein glückliches Leben führen kann. Ulla gelingt es mit Hugos Unterstützung, sich mit dem traumatischen Erlebnis, das ihr zwei Jahre vorher zugestoßen ist, soweit zu arrangieren, dass es nicht mehr ihr Leben dominiert. Und sie söhnt sich mit ihrer Familie aus. Für mich als Leserin unerwartet gelingt es ihr nun, da sie nicht mehr daheim wohnt, eine positive Beziehung zu ihren Eltern aufzubauen und selbst ihrem Vater sein früheres Verhalten zu verzeihen. Und den Eltern gelingt es ihrerseits, endlich einmal stolz auf Hilla zu sein und sie – wenn auch widerwillig – sogar zu unterstützen. Somit endet „Spiel der Zeit“ versöhnlicher als die beiden Vorgänger-Romane. Wie es mit Hilla weitergeht, wird schließlich der vierte Band der Reihe zeigen, der letzten Herbst auch schon erschienen ist.

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Wörter als Verbündete

Von: YukBook

23.10.2016

Hildegard Palm, Protagonistin der Romantrilogie von Ulla Hahn, ist zurück. Im dritten Teil ist die Tochter einer rheinischen Arbeiterfamilie aus dem ländlichen Dondorf nach Köln gezogen, um Germanistik zu studieren. Die Kornblumen auf dem Buchcover symbolisieren die Wanderschaft. Passend dazu unternehmen wir gemeinsam mit Hildegard, kurz Hilla genannt, einen Streifzug durch die Stadt, „gehen, sehen und lauschen“ und nehmen die geballten Eindrücke in uns auf. Die Sprachverliebtheit und Fabulierkunst der Autorin ist dabei so einnehmend, dass sich sogar die Vorführung eines modernen Mixers in einer Einkaufspassage höchst amüsant und spannend liest. Wie in den 60er Jahren die Technik Einzug in den Wohnungen hält, ist nur ein Aspekt, der den damaligen Zeitgeist vor unseren Augen aufleben lässt. Hilla lebt sich im katholischen Studentinnen-Kolleg ein und hört auf Feten Songs der Beatles und Rolling Stones. Auf einer Kostümparty verliebt sie sich in den vermögenden Intellektuellen Hugo, der ihre Liebe zur Poesie teilt und sie geistig anfeuert. Er ist es auch, der ihr hilft, ein düsteres Kapitel in ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten. Mit Hugo an seiner Seite ist Hilla in der Lage, ein neues Leben zu beginnen. Ihm zuliebe nimmt sie an Friedensdemonstrationen, Teach-Ins und Grundsatzdiskussionen teil, obwohl sie mit Politik nicht viel am Hut hat. Offen gibt sie zu, dass sie sich viel lieber mit ihrer literarischen Arbeit zu Hause beschäftigen würde. Was diese autobiografisch gefärbte Erzählung zu etwas Besonderem macht, ist der Bezug zur Sprache, der die gesamte Trilogie durchzieht. Die Autorin beschäftigt sich eingehend damit, welchen Einfluss Wörter und ihr Gebrauch auf unser Leben haben. Das Aussprechen von Wörtern kann helfen, ein Trauma zu bewältigen oder Ängste zu überwinden. Ein Wort wie „Student“ kann durch gesellschaftliche Ereignisse völlig andere Assoziationen wecken, von akademischer Unnahbarkeit bis hin zu Gammler und Randalierer. Sprachbegeisterte wie ich werden ihre Freude an diesen Exkursen haben; alle anderen könnten es als langatmig empfinden, wenn Hilla und Hugo sich mit Schiller, Nietzsche oder Hölderlin beschäftigen und detaillierte Textanalysen betreiben. So überzeugt der dritte Teil der Hilla-Romane vor allem durch die Sprachkraft und das interessante Gesellschaftspanorama und weniger durch eine spannende Handlung.

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Vita

Ulla Hahn, aufgewachsen im Rheinland, arbeitete nach ihrer Germanistik-Promotion als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten, anschließend als Literaturredakteurin bei Radio Bremen. Schon ihr erster Lyrikband, "Herz über Kopf" (1981), war ein großer Leser- und Kritikererfolg. Ihr lyrisches Werk wurde u. a. mit dem Leonce-und-Lena-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Für ihren Roman „Das verborgene Wort“ (2001) erhielt sie den ersten Deutschen Bücherpreis. 2009 folgte der Bestseller "Aufbruch", der zweite Teil des Epos, und auch Teil drei, "Spiel der Zeit" (2014), begeisterte Kritiker wie Leser. "Wir werden erwartet" (2017) bildet den Abschluss ihres autobiografischen Romanzyklus um das Arbeiterkind Hilla Palm.

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Zitate

»...zugleich enthüllen und verbergen. Ulla Hahn ist dies gelungen in einem Buch, das man nicht so leicht vergisst, das einen ein wenig verändert zurücklässt.«

Silke Scheuermann, FAZ (02. Dezember 2014)

»Das ist DER Roman über die Epoche der 68er. Ulla Hahn verbindet selbst Erlebtes mit messerscharfer Beobachtung, Darstellung, Ironie und Witz.«

Michael Wolffsohn, FOCUS online (01. Dezember 2014)

»[D]ie Liebe zu behutsam gesetzten Wörtern ist [Ulla Hahn] bis heute geblieben - und durchzieht auch ihren jüngsten Roman.«

WDR 3 - Mosaik (04. Oktober 2014)

»... der Bilderreichtum und die atmosphärische Kraft des Romans siegen, wobei sensible Entwicklungsgeschichte, plastisches Zeitporträt und ein nuanciertes Sittenbild von Arm und Reich ineinandergreifen.«

Kölnische Rundschau, Hartmut Wilmes (30. September 2014)

»Ein wunderbarer schlanker Erzählungsband, [eine Geschichte, die] immer noch unter die Haut geht und packend erzählt ist […] Unbedingt lesen.«

Dresdner Neueste Nachrichten, 22.12.2014

»Szenen von magischer Leuchtkraft […]. Eine schöne kluge Prosa, mit starkem Sog.«

rundschau-online.de - Kölnische Rundschau, 30.09.2014

»Ein sprachlich wie zeitgeschichtlich großartiger Roman, als Schlusspunkt einer Trilogie, in der sich viele Menschen nicht nur aus Ulla Hahns Generation wiederfinden dürften.«

Neue Osnabrücker Zeitung (29. September 2014)

»›Spiel der Zeit‹ ist Anleitung zum Denken.«

Kurier (A) (04. Oktober 2014)

»Ulla Hahn ist eine der erfolgreichsten deutschen Lyrikerinnen - und eine geborene Epikerin.«

Welt am Sonntag

»Ein Roman, für den sich jede Stunde Lesezeit lohnt.«

Brigitte zu DAS VERBORGENE WORT

»Was bleibt ist Bewunderung: … für den beeindruckenden, streckenweise überwältigenden Roman.«

NZZ über DAS VERBORGENE WORT

»Mit Kopf und Herz, Verstand und Gefühl, Erinnerungsvermögen und genauen Recherchen hat sie ihren Roman zu einem einheitlichen, in sich stimmigen Werk geformt.«

Berliner Morgenpost über AUFBRUCH

»Immer wieder beschwört Ulla Hahn Szenen von magischer Leuchtkraft und bläst ansonsten entschlossen den Staub der Geschichte von jenen Revoltenjahren.«

Kölnische Rundschau, 30.09.2014

»Eine Hymne an die Sprache mit funkelnden Sprachschätzen und ein Entwicklungsroman, der über die Person der Hilla Palm hinaus auch eine Entwicklungsgeschichte der Bundesrepublik ist.«

Augsburger Allgemeine (04. Oktober 2014)

»Ulla Hahn ist eine selten unaufgeregte und angenehme Autorin.«

F.A.Z. Feuilleton - blogs.faz.net, 12.10.2014

»Die Hahn'sche Verschmelzung von Erfindung und Erfahrung, von Fiktion, Autobiografie - wir nehmen sie ihr erneut ab, schlüpfen in ihre Haut, als sei es die unsere.«

Stuttgarter Zeitung, 17.10.2014

»Ein unterhaltsames und kluges Gesellschaftspanorama. Vor allem deswegen, weil es Ulla Hahn bewusst vermieden hat, die zurück liegende Epoche in irgendeiner Weise zu glorifizieren.«

Abendzeitung München, 23.10.2014

»So tiefgründig wie dieses Buch inhaltlich ist, so gewandt ist es auf der sprachlichen Ebene. Ein echter literarischer Leckerbissen.«

Buch + Magazin, 1/15

»Großartig, wie Ulla Hahn diesen Hunger nach Neuem heraufzubeschwören vermag, wie sie Szenen schildert, die diese Zeit [um 1968] spürbar werden lassen. [...] Ein eindrucksvolles Gemälde.«

Mannheimer Morgen, 23.10.2014

»Auch sprachlich ist der Roman ein Meisterwerk, Ulla Hahn gelingt es, unglaublich atmosphärisch zu schreiben, herrlich gewürzt mit dem feinsinnigen Nachspüren von Worten und Wortsinn.«

Sächsische Zeitung, 25.10.2014

»Hilla hat mit gewachsener sprachlicher Kompetenz erheblich an Selbstbewusstsein gewonnen.«

Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA), 31.10.2014

»Die Sprache der Lyrikerin Hahn ist auch in Prosa rhythmisch, elegant, verspielt .«

Die Zeit, 13.11.2014

»Zarte, witzige, lebensvolle Szenen, die leicht, klar und anrührend erzählt sind.«

Publik-Forum, 21.11.2014

»Pound, Hilla und die Poesie. Viel mehr als Lesefutter.«

Literaturblatt für Baden-Württemberg, 01_02/15

»Diese autobiografische Romantrilogie ist ein literarisches Unternehmen, das in der jüngeren deutschsprachigen Literatur seinesgleichen sucht.«

Tages-Anzeiger (CH), 20.01.2015

»Wie ein roter Faden zieht sich Hahns Liebe zum Wort durch ihr Schaffen. […] Diesem Motto bleibt die einfühlsame Autorin bis heute treu.«

Sehnsucht Deutschland, 02/15

»Nicht nur, aber vor allem nah ihrer Heimat ist Ulla Hahn als Gast ein Geschenk.«

Kölner Stadt-Anzeiger, 25.04.2015

»Mit Ulla Hahn durften Gedichte wieder „schön“ genannt werden und das ganze Spannungsfeld von Liebe, Lust und Verlust, von Herz und Schmerz sprachlich auskosten.«

Süddeutsche Zeitung, 30.04.2015