Tagebuch meines Verschwindens

Psychothriller

eBook epub
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Eine Tote, mitten im Wald. Getötet an dem Ort, wo vor Jahren das Skelett eines kleinen Mädchens lag. Ein cold case, der nie gelöst wurde. Wer sind die Toten? Was hat der spurlos verschwundene Kommissar mit ihnen zu tun? Und warum erinnert Profilerin Hanne sich an keine Ermittlungsergebnisse? Die Einwohner des kleinen trostlosen Omberg, das mitten zwischen dunklen Kiefernwäldern liegt, halten sich bedeckt. Doch niemand, nicht einmal die Polizei, kann der Wahrheit entkommen, die sich nach jahrelangem Schweigen bahnbricht…

»Ein raffiniert erzählter Thriller mit einem verblüffenden Schluss«

stern (07. November 2019)

Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: HUSDJURET
Originalverlag: Wahlström & Widstrand
eBook epub (epub), 2 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-19619-6
Erschienen am  09. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Atemberaubender Psychothriller

Von: Karin Elsen aus Fürth / Bayern

07.03.2020

Dabei ist es ein Thriller der leisen Art. Ort des Geschehens ist nicht die Welt und touristisch anziehende Orte, wie in einem James Bond oder Jason Bourne Film, sondern ein kleines, halb verlassenes Provinzkaff Ormberg. Die Polizisten die den Fall aufklären sind keine glamourösen Ermittler oder CSI-Spezialisten sondern eine der Demenz verfallende Polizistin, eine junge Polizistin die ihrem biederen engstirnigen Verlobten den Laufpass gibt, ein dicker Polizist der Wert auf sein Äußeres legt, ein Polizist der seine Scheu und Bewunderung für die junge Kollegin hinter dummen Aufreißersprüchen versteckt. Es wäre schön, noch andere Fälle von diesem Team lösen zu lassen, gell Frau Grebe? In diesem Buch fließt das Blut nicht in Strömen, es explodieren weder Brücken noch Autos, es sterben insgesamt „nur“ 3 Menschen, und das in einem Zeitraum von mehreren Jahren. Die Täter sind nicht Superschurken, die die Welt erobern wollen, sondern Bürger, die, wenn sie nicht gerade ihre Mitmenschen umbringen, den anderen hilfsbereit und freundlich entgegenkommen. Und doch ist das Buch so spannend, dass man es kaum aus der Hand legen mag. Und da ist noch Jake, der Teenie der ein dunkles Geheimnis mit sich trägt: er glaubt sich verdorben, krank, verkommen, weil er gerne heimlich Kleider seiner verstorbenen Mutter oder seiner Schwester trägt. Als ob das ein schreckliches Verbrechen wäre. Wenn das in Ormberg bekannt werden würde, wäre das der Supergau für ihn, für seine Schwester, für seinen alkoholischen Vater. Jake wird von Vincent, einem Mitschüler, brutalst gemobbt, bis er einmal die Qualen, Erniedrigungen und Schläge nicht mehr erträgt und sich wehrt. Melinda, seine Schwester entdeckt zufällig Jakes Geheimnis, ist zuerst geschockt, signalisiert ihm aber danach ihr Verständnis und Liebe. Auch Sana, Jakes Freundin, die zwar von seiner Vorliebe für Frauenkleider nichts weiß, aber auch wenn sie es wüsste, würde das nicht viel ausmachen, denn sie akzeptiert und liebt Jake so wie er ist. Letztendlich trägt er nicht unwesentlich zur Lösung des Falls bei. Immer wieder taucht das Flüchtlingsheim in Ormberg im Roman auf. In den Neunzigern war es ein Heim für Kriegsflüchtlinge aus Ex-Jugoslawien, nun, in der Gegenwart sind es muslimische Flüchtlinge aus Syrien. Damals wie jetzt sehen sich die Flüchtlinge den Schikanen der ansässigen Bevölkerung ausgesetzt. In den Augen vieler Ormberger sind sie schuld an der Tristesse und Misere, dabei waren die Fabriken lange bevor die Flüchtlinge ankamen, schon geschlossen, in Billiglohnländer abgewandert. Aber es ist doch so einfach einen Sündenbock für die eigene Trostlosigkeit zu finden. Und dann vergisst so mancher, dass er aus eigenem Verschulden lange vor der Fabrikschließung entlassen wurde; oder weil keine Arbeit im Ort ist, wird eine Bohrinsel im Atlantik erfunden, wo der Vater arbeitet, dabei sitzt der im Gefängnis wegen Pädophilie. Wenn man genauer hinsieht, entdeckt man überall in Ormberg Zeichen und Spuren des Zerfalls, der Gewalt, die alle bedroht. Sanas Mutter hat einen Freund, der schonmal wegen Gewalt verurteilt war. Bloß Margareta und ihr Sohn, Magnus, der harmlose Dorftrottel Magnus, helfen und leben für die Gemeinschaft. Margareta verteilt Elchfleisch, setzt sich für Verbesserung der Straßen und der öffentlichen Beleuchtung ein, auch für das Flüchtlingsheim. Ich frage mich, ob Ormberg nicht überall ist? Überall dort wo Unzufriedenheit, Neid, Existenzangst, Missgunst vergessen lassen, wie gut es uns geht. Uns vergessen lassen, dass wir ein Dach über dem Kopf haben, jeden Abend satt zu Bett gehen, wir nicht verfolgt, getötet oder deportiert werden wegen unseres Glaubens, unserer Hautfarbe. Ein paar Worte über die Aufmachung des Buches: spannendes Titelbild, der Zusammenhang zwischen Bild, Titel und Buchinhalt erschließt sich im Verlauf. Das Klappeninnenbild unterstreicht die Abgeschiedenheit und Verlorenheit Ormbergs, irgendwo in und hinter dichten dunklen Fichtenwäldern.

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Tagebuch meines Verschwindens (Camilla Grebe)

Von: Poldi

26.11.2019

Die junge Polizistin Malin kehrt nach ihrer Ausbildung in das kleine schwedische Dorf Ormberg zurück, um den bisher ungelösten Tod eines kleinen Kindes aufzuklären, deren Leiche sie als Teenager sie selbst gefunden hat. Als ihr Kollege Peter verschwindet, dessen Frau Hanne aber verwirrt am Rande des dichten Waldes aufgefunden wird, bekommen Malins Ermittlungen neuen Schwung. Denn trotz ihrer Demenz ist Hanne immer noch eine hervorragende Profilerin... Camilla Grene hat mit ihrer Reihe um die demente Profilerin Hanne ihre erste Buchreihe ganz allein geschrieben und mit dem ersten Teil bereits Erfolge gefeiert. Der Nachfolger „Tagebuch meines Verschwindens“ überrascht dabei erst einmal, da der Blick auf Hanne zunächst gar nicht im Fokus steht, neben der Polizistin Malin ist doch ein weiterer, junger Dorfbewohner als Hauptfigur anzusehen, die beiden Perspektiven wechseln zunächst ab, bis auch Hanne später ihren Teil beiträgt. Trotz dieser verschiedenen Perspektiven erzählt Grebe sehr geradlinig und verliert nie den roten Faden der Handlung. Es ermöglicht ihr aber, an verschiedenen Stellen anzusetzen und die Handlung mit vielen Details auszuschmücken. Und so bringt sie dann auch viele gesellschaftspolitisch relevante Themen mit ein, wobei die trostlose Kleinstadt Ormberg eine düstere Ausstrahlung hat. Verbitterte Bewohner, scheinbarer Zusammenhalt, der bei der kleinsten Erschütterung zusammenbricht, dunkle Geheimnisse - all das ist nicht nur ein Spiegel für die Gesellschaft, sondern auch die Bühne für äußerst interessante Charaktere, die Grebe sehr treffend beschreibt. Der erste Teil der Handlung ist noch recht ruhig, entfaltet aber spätestens ab der Hälfte eine Sogwirkung, der ich mich kaum entziehen konnte. Die Ereignisse sind dann nicht nur enger getaktet, sondern lassen den Leser auch noch mehr miträtseln, was hinter dem Fall steckt. Die korrekten Hinweise werden zwar gestreut, aber auch durch andere Spuren überdeckt, sodass die Auflösung des Ganzen tatsächlich überraschen konnte. Die Struktur des Romans erinnert zwar stark an den Vorgängeroman, wird aber mit vielen neuen Einfällen angereichert, sodass eine sehr individuelle Stimmung entsteht. Toll, wie Camilla Grebe es geschafft hat, nicht nur die Figur der Hanne weiterzuentwickeln, sondern auch eine sehr intensive Stimmung zu schaffen und die trostlose Atmosphäre ihres Schauplatzes lebendig werden zu lassen. Die vielen gesellschaftlichen Themen sind hervorragend eingebaut und überzeugen mit ihrem starken Ausdruck, sodass „Tagebuch meines Verschwindens“ trotz des etwas holprigen Starts erneut sehr lesenswert geraten ist.

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Vita

Camilla Grebe und Åsa Träff sind Schwestern, aufgewachsen in Älvsjö in der Nähe von Stockholm. Der Roman "Die Therapeutin" war ihr erstes Gemeinschaftsprojekt, fast zwangsläufig entstanden aus ihrer Liebe zur Kriminalliteratur. Camilla, geboren 1968, lebt in Stockholm mit ihrem Mann, zwei Kindern und einem Dalmatiner. Sie ist studierte Betriebswirtin, hat den Hörbuchverlag "StorySide" gegründet und betreibt ein Beratungsunternehmen. Åsa, geboren 1970, lebt in Gnesta mit ihrem Mann und zwei Kindern. Sie arbeitet als Psychologin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie und betreibt in Stockholm mit drei Kollegen eine Gemeinschaftspraxis, die sich auf Angststörungen und neuropsychologische Störungen spezialisiert hat.

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Gabriele Haefs

Dr. Gabriele Haefs studierte in Bonn und Hamburg Sprachwissenschaft. Seit 25 Jahren übersetzt sie u.a. aus dem Dänischen, Englischen, Niederländischen und Walisischen. Sie wurde dafür u.a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, zuletzt 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Sie hat u.a. Werke von Jostein Gaarder, Håkan Nesser und Anne Holt übersetzt. Zusammen mit Dagmar Mißfeldt und Christel Hildebrandt hat sie schon mehrere Anthologien skandinavischer Schriftsteller herausgegeben.

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Pressestimmen

»Camilla Grebe verbindet auf ungewöhnliche Weise das Genre des Psychothrillers mit dem Psychogramm einer zerbrechlichen Gemeinschaft."«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rose-Maria Gropp (02. September 2019)

»Ein hochspannendes Debüt.«

Ruhr Nachrichten (26. Februar 2020)