Tod in Porto

Roman
Ein Fall für Inspektor Fonseca

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Das Team von Inspektor Fonseca hatte schon mit eisbeschlagenen Vinho-Verde-Gläsern auf den wohlverdienten Sommerurlaub angestoßen, als plötzlich ein Mann brasilianischer Herkunft erschossen neben seinem Sportwagen aufgefunden wird. Wenig später taucht ein Video auf, das mit dem Fall in Verbindung steht: Eine Zunge und ein Paar Ohren, genagelt an eine Holztür. Die „brasilianische Methode“ mit Spitzeln umzugehen. Das Video hatte acht Empfänger. Sind weitere Morde geplant? Wie viel weiß der Arbeitgeber des Ermordeten, ein windiger Immobilienmakler? Und was hat die Tochter eines berühmten Anwalts aus Sao Paulo mit dem Ganzen zu tun?

Der Fall führt die Ermittler Fonseca, Ana und Pinto in die brasilianische Unterwelt Portos, die sehr viel größer und mächtiger ist, als die malerische Kulisse der portugiesischen Küstenstadt es erahnen lässt.

»Vielleicht der beste aller bislang veröffentlichten Portugal-Krimis.«

Neue Osnabrücker Zeitung (12. August 2019)

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ISBN: 978-3-641-23460-7
Erschienen am  10. Juni 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Nix mit Urlaub - Ermittlerkrimi par excellence!

Von: DunklesSchaf

10.01.2020

Ja, Ihr seht recht – ein Urlaubskrimi. Wobei ich jetzt schon anmerken darf: nicht immer ist das drin, was man erwartet. Und das war auch gut so! Ihr wisst ja, ich und Urlaubskrimi haben bis jetzt nicht so gut funktioniert. „Tod in Porto“ ist mir vom Autor aber als „Nicht“-Urlaubskrimi angetragen worden und so wollte ich es probieren. Und tatsächlich ist mir bei der Lektüre doch ein anderes Krimisubgenre durch den Kopf geschwirrt: Police Procedural. Im Gegensatz zu den üblichen Urlaubskrimis liegt Mario Limas Fokus nämlich definitiv auf den Ermittlungen. Inspektor Fonseca und sein Team wollen gerade den verdienten Sommerurlaub beginnen, als ein neuer Fall auftaucht. Der Brasilianer Nilton Wanderley wurde auf offener Straße, nun, niedergemäht trifft es wohl. Nilton war bei einer Immobiliengesellschaft beschäftigt, die Grundstücke von einem Immobilienprojekt in Brasilien verkauft. Als die Ermittler allerdings herausfinden, dass Nilton vor einer Diskothek ermordet wurde, die Vitor Puga gehört, einem bekannten Kriminellen von Porto, der außerdem einer der Inhaber der Immobiliengesellschaft ist, in der Nilton beschäftigt war, schlagen bei ihnen alle Alarmglocken. Komisch ist auch, dass Vitor Puga plötzlich ein brasilianisches Sicherheitsteam beschäftigt und seine eigenen Leute auf der Wartebank sitzen. Gleichzeitig taucht ein Video auf, ein Foltervideo, welches als Warnung dient und nicht nur an Nilton geschickt wurde. Fonseca und sein Team versuchen Licht ins Dunkel zu bringen, nicht nur Niltons Tod aufzuklären, sondern auch die Hintergründe zu recherchieren. Und das ist gar nicht so einfach. Der Fokus liegt, wie schon erwähnt, ganz klar auf den Ermittlungen. Das Team um Fonseca besteht aus Pinto und Ana, aber auch Dinis, Andrade und Tavares zählen zum engeren Team. Außer von Pinto und Ana erfährt man aber über keinen der Charaktere Näheres, noch nicht mal über Inspektor Fonseca. Da dies der zweite Teil einer Serie ist, könnte es sein, dass im ersten Teil mehr über die Charaktere zu erfahren ist, aber in diesem Teil erfährt man am meisten über ihre Ermittlungsmethoden. Und es gibt wirklich viele Ermittlungsansätze. Es gibt Spuren, Zeugen, Kriminelle, die befragt werden, doch die Mauern bleiben dicht. Dem Team um Inspektor Fonseca fällt es schwer vorwärts zu kommen. Doch ein kleines, loses Ende zeigt dem Team letztendlich die richtige Richtung. Die gemeinsame Vergangenheit Portugals und Brasiliens macht es leichter für Brasilianer in Portugal Fuß zu fassen, so dass Brasilianer in Porto nichts Ungewöhnliches sind. Und doch führt die Spur direkt nach Brasilien. Die Hintergründe der Tat liegen im Jahr 2006 begründet, als die Primeiro Comando da Capital, eine kriminelle Organisation, die hauptsächlich aus dem Gefängnis geführt wird, ihre Macht demonstriert hat. Eine Organisation, die in den Favelas von São Paulo gut Fuß fassen konnte und mittlerweile bis zu 100.000 Mitglieder zählt. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das unter diesem Wikipedia Link nachlesen. Die Ermittlung in Porto hat ihre Hintergründe also in Brasilien, genauer gesagt in der brasilianischen Mafia, deren Arm mittlerweile bis nach Portugal reicht. Ich fand das Thema sehr gut eingebunden und hab mich, wie man an dem Link sehen kann, auch noch nachträglich darüber informiert. Das ist etwas, was ich sehr gerne in Krimis mag, wenn ein Thema mich dazu animiert, mich außerhalb des Buches noch darüber zu informieren. Ein Thema, welches mir vorher gar nicht bewusst war, über das ich nichts wusste oder gehört habe oder ich die Nachrichten darüber schlicht schon wieder vergessen habe. Über die Vorfälle im Mai 2006 glaube ich nichts bei uns in den Nachrichten gehört zu haben – oder ich habe es eben schon wieder vergessen. Sehr positiv möchte ich im Übrigen auch hervorheben, dass es sich bei diesem Krimi eben nicht um einen typischen Urlaubskrimi handelt. Urlaubskrimis sind immer so weichgespült, viel Landschaftsbeschreibung, viel gutes Essen und zumeist nur mäßig gute Ermittler, eher so „über den Fall-Stolperer“. Ich finde auch nicht, dass ein Land gut charakterisiert wird, wenn man diese Merkmale (Landschaft, Essen, etc) hervorhebt. Lokalkolorit, die Lebensart,den Geist und die Kultur eines Landes müssen nicht extra in ein Buch eingebaut werden. Das sollte sich ganz von selbst ergeben. Mit dem vom Autor gewählten Fokus auf die Ermittlungen vermeidet er solche Plattitüden und schreibt einen klaren, gut strukturierten Krimi aus Porto, der zweitgrößten Stadt Portugals, ganz ohne ständig Bacalhau zu essen oder Vinho Verde zu trinken (was das Rückcover assoziiert). Die portugiesische Lebensart fließt ganz nebenbei ein, ohne der Schwerpunkt zu sein. Eine Kleinigkeit muss ich allerdings erwähnen, die mir nicht gefallen hat. Das einzige weibliche Mitglied im Team um Inspektor Fonseca wird ausschließlich mit dem Vornamen benannt, derweil alle männlichen Teammitglieder nur mit Nachnamen benannt werden, abgesehen von Rui Pinto, bei dem beide Namen genutzt werden. Ich finde das seltsam, denn es impliziert für mich eine unterschiedliche Wertschätzung. Aber vielleicht impliziere ich hier ja falsch und es hat gar keine Bedeutung. Das soll aber den Genuss des Krimis nicht schmälern, denn der Autor hat hier einen wirklich guten Ermittlungskrimi vorgelegt, der auf der Welle der Urlaubskrimis reitet, sich davon aber absetzt und der hoffentlich nicht in den vielen „Tod in/auf/und sonstwo“-Krimis verloren geht. Fazit: Ein Police Procedural versteckt in einem „Urlaubskrimi“ – wer hätte das gedacht? Mit dem Fokus auf den Ermittlungen, der nur schlichten Charakterisierung und dem mehr als spannenden Hintergrundthema konnte mich der Autor voll überzeugen.

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Urlaub? Oder doch nicht?

Von: Bücher in meiner Hand

04.07.2019

Ich freute mich riesig auf den zweiten Band der Fonseca-Serie! Da der Autor den ersten Band "Barco Negro" noch selbst veröffentlicht hat, war ich gespannt, wie die Zusammenarbeit mit dem Heyne Verlag gefruchtet hat. Fonseca und sein Team freuen sich auf den bevorstehenden Urlaub oder zumindest auf einige ruhige Sommertage. Doch daraus wird nichts, denn mitten in der Nacht wird ein Mann erschossen. Keine Zeugen, kein Motiv. Rui Pinto hat den Toten aber schon öfters gesehen in seinem Quartier, zusammen mit zwei weiteren Männern und einer verschüchterten hübschen Halbjapanerin. Bald stellt sich heraus, dass diese Männer allesamt Brasilianer sind - doch wieso weilen sie in Porto? Die Polizei merkt schnell, dass die Arbeitskollegen und Bekannten des Toten es allesamt mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Das Team ermittelt in verschiedene Richtungen und kommt dem Grund des Verbrechens immer näher. Ein verzwickter Fall, bei dem jeder Ermittlungserfolg schnell wieder getrübt wird oder sich andere Möglichkeiten eröffnen. Die Zusammenarbeit zwischen Fonseca, Pinto, Ana und Dinis wird immer besser. Ana ist mittlerweile vollständig integriert und muss sich keine Sticheleien mehr anhören. Ein tolles Team, von dem ich gerne mehr lesen würde. Doch so richtig packen konnte mich der Krimi nicht. Das Hauptthema "Brasilianische Unterwelt" hat mich dafür viel zu wenig interessiert. Der Krimi könnte damit fast überall auf der Welt spielen, jedenfalls in den Teilen, in denen Portugiesisch gesprochen wird. Ich fand es sehr schade, dass kein näherer lokaler Bezug zu Porto hergestellt wurde wie im ersten Band "Barco Negro" - der mit Fado und Abstechern in die portugiesischer Geschichte herausragend war. Keine Frage, "Tod in Porto" ist spannend und ausgeklügelt, aber gefällt mit den Übeltätern aus mafiösen Strukturen wohl eher Krimilesern und weniger den Leserinnen. Fazit: Ein komplexer Fall für ein tolles Ermittlungsteam, bei dem mir im Gegenteil zum ersten Band das Lokalkolorit fehlt. 3.5 Punkte.

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Vita

Mario Lima

Mario Lima ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der seit vielen Jahren in Portugal lebt. Mit seiner Frau und drei Katzen wohnt er im grünen Norden des Landes. Dort kümmert er sich auch gern um seine Weinreben und keltert selbst etwas roten Vinho Verde.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Krimiliteratur at its best. Mit ›Tod in Porto‹ gelingt Mario Lima ein Hit, der auf ganzer Linie überzeugt, vor allem aber mit erstklassiger Polizeiarbeit und Protagonisten mit Kultpotenzial.«

literaturmarkt.info (08. Juli 2019)

»Sehr gut durchdacht mit Spannung vom Anfang bis zum überraschenden Ende.«

Mainhattan Kurier (06. August 2019)