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Traumwelten

Ein Leben

(5)
eBook epub
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Ein einzigartiger Einblick in das persönliche und kreative Leben des visionären Künstlers David Lynch, erzählt von ihm selbst und seinen engsten Kollegen, Freunden und Verwandten.

In einer faszinierenden Mischung aus Biografie und Memoire schreibt David Lynch erstmals über seine vielen Kämpfe und auch Niederlagen; wie kompliziert es oft war, seine zahlreichen unorthodoxen Projekte zu verwirklichen. Lynch kommentiert ungefiltert und auf sehr offene Art und Weise die biografischen Ausführungen seiner Co-Autorin Kristine McKenna, die für das Buch über hundert Interviews mit erstaunlich gesprächigen Ex-Frauen, Familienmitgliedern, Schauspielern, Agenten, Musikern und sonstigen Kollegen geführt hat.

Traumwelten ist ein besonderes Buch, das dem Leser eine tiefe Einsicht in das Leben und die Gedankenwelt eines der schillerndsten und originellsten Künstlers unserer Zeit gewährt.

David Lynchs »Autobiographie ist ein Dialog zwischen ihm und Kristine McKenna in dem beide dem Geheimnis dieser Welt gefährlich nahe kommen.«

ttt - titel, thesen, temperamente (17. Juni 2018)

Originaltitel: Life and Work
eBook epub (epub), 80 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-20179-1
Erschienen am  25. Juni 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Gebrauchsanweisung fürs Ungerade

Von: Stephanie Jaeckel

12.03.2019

Biografien sind und bleiben für mich die großen Anreger in der Literatur. Romane versetzen mich in andere Zeiten oder Gegenden, und es ist ein Spass, mich unter fremden Sonnen oder Monden wiederzufinden. Sachbücher erweitern meinen Horizont (soweit ich sie verstehe), Biografien lese ich seltener, aber auch mit dem Wunsch, einzutauchen, mich in andere Zeiten oder Gegenden hinein zu versetzen. Ende letzten Jahres ist die Biografie von David Lynch mit dem Titel „Traum Welten“ erschienen. Bislang habe ich noch keinen einzigen Film von Lynch gesehen. Gerade mal ein Interview, das es insofern in sich hatte, als ich Lynch sofort „interessant“ fand (offensichtlich etwas – wie ich in dem Buch lesen kann – was sehr häufig passiert). Das Buch an sich: Papier, Format (vor allem die Fotos) und die Überschriften begeisterten mich ebenfalls, kurz, ich habe es mir besorgt und (nein, noch nicht zu Ende) gelesen. Die Idee zu dem Buch ist grandios einfach und auf eine Art auch filmisch gedacht: Denn erzählt wird aus zwei Perspektiven. Kristine McKenna, eine Journalistin und Freundin von Lynch, und David Lynch selbst wechseln sich beim Schreiben ab: Zunächst recherchiert McKenna, spricht mit Freund/innen, Verwandten, später mit Mitarbeiter/innen, Nachbar/innen, was-nicht-alles, und liefert ein spannendes, gut lesbares Kapitel über eine bestimmte Zeit in Lynchs Leben. Danach ist David Lynch dran. Er liest McKennas Text und kommentiert ihn. Nicht „flächendeckend“, sondern spontan: Er nimmt eine Bemerkung auf, ein Zitat, und erzählt noch einmal neu, aus der eigenen Perspektive. So entsteht ein leicht verschobenes Bild, wie bei einer stereoskopischen Fotografie oder einem 3D-Film. Was mich bei der Lebensgeschichte an sich fasziniert, ist dieser Ehrgeiz von Lynch, etwas zu machen, und zwar genauso, wie er es sich vorstellt, und gleichzeitig seine Fähigkeit, Dinge auf sich zukommen zu lassen. Traurigkeit, Melancholie, Verzweiflung spielen eine wichtige Rolle und scheinen tatsächlich auch ein Motor für Lynchs Arbeit zu sein, dennoch bekommen sie keinen zusätzlichen Raum in seinem Leben: Sie sind da, kommen und gehen, werden aber nicht analysiert oder als Erklärungen bzw. Entschuldigungen instrumentalisiert. Mich begeistern seine handwerklichen Fähigkeiten und sein Wille, die Filme in allen Aspekten genau so zu machen, wie er sie haben will – Gleichzeitig jedoch den Mitarbeiter/innen, seien sie vor oder hinter der Kamera, viel Raum zu lassen, ihr eigenes Ding zu entwickeln. Irre ist auch, wie leicht es in den 1970ern noch war, in Hollywood ein Haus oder ein Auto zu kaufen. Es war nicht leicht, im Filmbusiness Fuß zu fassen, und Lynch hat lange und hartnäckig an seiner Vision (man mag es tatsächlich nicht Karriere nennen) gearbeitet. Heute erscheint vieles nicht mehr so offen, viel enger, mit weniger Durchlässen, hierarchischer, abgeschottet regelrecht. Geordnet im Vergleich zu damals, was aus heutiger Sicht tatsächlich noch wie der „Wilde Westen“ erscheint. Dennoch würde ich die Erinnerungen nicht an die einer „guten, alten Zeit“ missverstehen wollen, sondern als Ansporn für ein eigenes, unkonventionelles Leben, auch – und gerade – heute. Vergnüglich an Biografien von Stars oder anderen Berühmtheiten ist – zumindest für mich – aus jenen Zeiten zu lesen, in denen sie noch keine Stars oder Berühmtheiten waren. Wie sie ihr Leben sahen, lebten, wie sie nach und nach andere Berühmtheiten kennenlernten, ganz so, wie ich meine Freund/innen kennenlerne und manchmal eben doch ganz anders. Immer wieder zeigt sich, wie Familie, Herkunft, Zufälle ihre Lebenswege prägen, wie sie aus ihren Erfahrungen Schlüsse ziehen, sich verändern, etwas Neues probieren und unentwegt – übrigens natürlich genauso wie alle anderen auch – ihre Lebensgeschichte spinnen. Bei Lynch ist es zum Beispiel dieser genaue Blick, diese irren Fantasien, die ihn zunächst zur Malerei, aber dann sehr schnell zur Inszenierung und eben zum Film bringen. Er lässt sich nicht beirren, arbeitet dauernd, wenn nicht an den Filmen, dann anderswo, um Geld zu verdienen, und hat sehr früh schon eine eigene Familie, die er jedoch gelegentlich erneuert oder austauscht (je nach Blickwinkel). Ein großer Spass des Buches ist die gute Aufteilung in Kapitel. Vor der Hand geht es chronologisch vor sich, die Biografie wird „ordentlich“, d.h. von der Kindheit bis heute erzählt, dennoch ergeben sich Schwerpunkte, Perspektiven, die – je weiter man liest, desto mehr Raum schaffen, wie ein Kaleidoskop, das man so oder so halten kann, um verschiedene Bilder zu erhalten. Deutlich wird das bei Themen, die mir suspekt sind: Lynchs Engagement für die Transzendentale Meditation zum Beispiel. Er schreibt darüber, er ist begeistert, er glaubt daran, aber dennoch bleibt für mich genug Platz, ihm dort nicht zu folgen, skeptisch zu bleiben, manchmal sogar fassungslos. Auch die Leichtigkeit, mit der es sich von seiner ersten Frau samt Kind trennt (wobei hier natürlich nur eine Leichtigkeit sichtbar ist, tatsächliche Krisen, Kämpfe oder andere Dramen werden nicht thematisiert – dankbarerweise…), verstören mich. Hier scheint ein Motiv auf in seinem Leben: Menschen kommen und gehen. Und Lynch bleibt merkwürdig unbeeindruckt oder eher: er erzählt von den guten Seiten, während die nicht so guten verschwinden. Das ist an sich eine durchaus positive Haltung. Warum sollte man nicht die guten Erinnerungen halten und über die schlechten den Mantel des Vergessens breiten? Ich sehe darin eine Haltung und einen verdammt guten Willen. Komischerweise kommt es für mich nicht hin. Nicht, dass ich gerne schmutzige Wäsche ausgebreitet sehen würde. Nicht, dass ich es nicht bewundere, wie jemand bei den guten Erinnerungen bleibt. Aber irgendwas an der Sache steht für mich schief. Ich bin, wie ich oben erwähnt habe, noch nicht am Ende des – immerhin 760 Seiten starken – Buches angekommen. Nicht aus erlahmenden Interesse, sondern weil so viel passiert und ich gelegentlich eine Pause machen muss, um wieder in mein eigenes Leben einzusteigen. David Lynch ist ein fantastischer Erzähler, auch, wenn er schreibt. Und obwohl sich viele Dinge ob der doppelten Erzählung von McKenna und Lynch wiederholen, ist die Biografie an keiner Stelle langweilig (vielleicht, wenn es um filmische Details geht, etwas kleinteilig, aber da kann man ja auch mal weiterspringen). Ein Interesse am Leben im Amerika der 1950er Jahre bis heute sollte vielleicht da sein, um Freude an der Lektüre zu haben. Wer Lynch mag, wird die Biografie sicher lieben. Aber auch für Menschen, die den Regisseur nicht besonders kennen, fällt vieles ab, vor allem, wenn man Lebenswege mag, die nicht besonders gradlinig daherkommen. Mich beeindruckt, dass Lynch an keiner Stelle versucht, sich zu rechtfertigen. Oder mich als Leserin in seine Welt oder die des Transzendentalen Meditierens herein zu ziehen. Insofern kann ich das Buch nur empfehlen. Genug Regentage für einen dicken Schmöker haben wir ja Mitte März noch vor uns. David Lynch/Kristine McKenna: Traumwelten. Heyne-Encore München 2018. Gebundenes Buch 25,00 €. Ich danke Random House für das Rezensionsexemplar.

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Ungewöhnliche Erzählweise, außergewöhnlich gestaltet

Von: Stephanie Schuster

29.07.2018

David Lynch und Kristine McKenna Traumwelten Die Lebenserinnerung des berühmten amerikanischen Regisseurs David Lynch, der in Deutschland hauptsächlich durch die Serie „Twin Peaks“ bekannt ist, haben mich allein schon durch die besondere Erzählweise neugierig gemacht. Die Journalistin Kristine McKenna hat sein Umfeld, Verwandte und Freunde, interviewt und David Lynch reagiert auf diese Eindrücke zu seiner Person im folgenden Kapitel. Also Aktion und Reaktion, das macht den Reiz beim Lesen aus und hebt diese Biografie von anderen prominenter Persönlichkeiten ab. Jeder erinnert sich anders, außerdem weiß man, dank moderner Hirnforschung, dass das Gehirn die eigenen Erinnerungen überschreibt. So ist Lynch z. B. erstaunt, dass sein Bruder in ihm als Kind einen Anführer sah. Andere Episoden lösen bei ihm tiefergehendes Nachdenken aus. Man erfährt von kindlichen Streichen wie Schneebälle in Schubladen legen, aber auch Ängsten, wie vorm U-Bahn fahren, was sich später in seinen düsteren Filmen wiederspiegelt. Es beginnt im Amerika der Fünfziger Jahre, jeder rauchte und die Kellnerinnen im Diner trugen noch Häubchen auf dem Kopf wie Krankenschwestern. David Lynch verwendet nicht nur viel selbst Erlebtes, auch Vorbilder und sogar eine Hommage an sein Lieblingskinderbuch fließen in seine Filme mit ein. Auch optisch ist das Buch ein Hingucker, reich bebildert, mit biografischen Fotos, aber auch mit vielen Filmszenen oder Eindrücken vom Set, ist das Buch nicht nur eine Bereicherung für David-Lynch-Fans, sondern gibt einen vielfältigen Einblick in das Erschaffen von „Traumwelten“. Woher kommt die Kreativität, wie entsteht ein Film, wie Wirken die Darsteller in den Szenen zusammen? Wie sieht die Arbeit eines Regisseurs aus? Das Auf und Nieder, das Verwerfen und Schöpfen, jede Menge Insiderwissen hinter die Kulissen von „Blue Velvet“, „Twin Peaks“ und all den anderen preisgekrönten Filmen und Serien. Ein großartiges, liebevoll gestaltetes Buch, nicht nur für Cineasten und Serienjunkies. Buchinfos: Heyne Encore Verlag, Hardcover, 768 S., mit vielen s/w Abbildungen.

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Vita

David Keith Lynch wurde am 20. Januar 1946 in Missoula, Montana, geboren. Er ist ein US-amerikanischer Künstler, der zugleich als Filmregisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor, Schauspieler, Maler, Autor, Komponist und Designer arbeitet. Heute lebt er in Los Angeles.

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Kristine McKenna

Kristine McKenna ist eine vielfach publizierte Kritikerin und Journalistin, die von 1977 bis 1998 für die Los Angeles Times schrieb und seit 1979 eine enge Freundin von David Lynch ist und ihn auch regelmäßig interviewte. Ihre Artikel erschienen in Artforum, The New York Times, ARTnews, Vanity Fair, The Washington Post und dem Rolling Stone. Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht.

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Events

30. Nov. 2018 28. Apr. 2019

David Lynch: Someone is in my House

Maastricht | Ausstellungen
David Lynch, Kristine McKenna, Stijn Huijts, Petra Giloy-Hirtz
David Lynch

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