Untertauchen

Roman

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Die literarische Sensation aus England - jetzt erstmals auf Deutsch!

Sechzehn Jahre ist es her, dass sie ihre Mutter zuletzt gesehen hat. Die Hälfte ihres Lebens hat sie versucht, ihre Kindheit zu vergessen - die Zeit auf dem Fluss, auf einem Hausboot, frei und ungebunden. Die Jahre danach, als ihre Mutter plötzlich weg war und sie bei Pflegeeltern unterkam. Gretel hat nicht aufgegeben, bei Kliniken, Leichenhäusern und Polizeistationen nachgefragt. Dann bringt ein Anruf die beiden wieder zusammen. Doch die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Während das Erinnerungsvermögen der Mutter zusehends schwindet, will die Tochter endlich verstehen. Warum wurde sie im Stich gelassen? Was ist damals geschehen, in jenem letzten Winter auf dem Fluss?

»Eine unglaublich gut und dicht erzählte Geschichte. Daisy Johnson ist eine großartige Erzählerin.«

Katja Engelhardt, BR Zündfunk (25. September 2020)

Aus dem Englischen von Birgit Maria Pfaffinger
Originaltitel: EVERYTHING UNDER
Originalverlag: Jonathan Cape
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-23523-9
Erschienen am  14. September 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Komplexe, undurchsichtige Familiengeschichte mit einem bildhaften Erzählstil, der die Grenzen von Traum und Wirklichkeit verschwimmen lässt

Von: schnäppchenjägerin

30.09.2020

Gretel wurde vor sechzehn Jahren von ihrer Mutter verlassen. Sie lebten zuvor gemeinsam auf einem Hausboot, wo sie sogar eigene Wort erfanden und schotteten sich damit nicht nur räumlich von der Gesellschaft ab. Gretel wuchs bei Pflegefamilien heran und wurde Lexikografin. Sie hatte die Hoffnung nie aufgegeben, ihre Mutter wieder zu sehen und sie immer wieder gesucht. Dabei hat sie auch versucht, Marcus zu finden, der zeitweise mit ihnen auf dem Boot war. Nach all den Jahren der Abwesenheit erreicht Gretel ein Anruf ihrer Mutter, der wie ein Hilferuf wirkt. Sarah ist inzwischen dement und kann sich kaum an die eigene Tochter erinnern. "Untertauchen" ist ein Roman, der in der Gegenwart im "Cottage" handelt, als Gretel ihre wiedergefundene verwirrte Mutter bei sich aufgenommen hat, und in Rückblenden von der "Jagd", der Suche Gretels nach Sarah sowie auf dem "Fluss", vom Leben auf dem Hausboot erzählt, wobei mit Marcus noch eine weitere Perspektive in Erscheinung tritt. Die unterschiedlichen Zeitebenen und verschiedenen Charaktere sind dabei nicht einfach in den Kontext einzuordnen und sorgen für einen komplexen Aufbau der Handlung. Die Geschichte beginnt mit der Suche Gretels nach Sarah, entwickelt sich dabei aber zu einem Ödipuskomplex, den ich so nicht erwartet habe. Es ist eine tragische, rätselhafte Geschichte, die melancholisch erzählt wird und eine beklemmende Atmosphäre schafft. Sie handelt von einer überforderten Mutter, die in ihrer eigenen kleinen Welt zu leben scheint, von der Sehnsucht nach Nähe und Heimat, einer Suche nach den eigenen Wurzeln und von Angst. Die Angst nimmt im Leben von Sarah einen so großen Raum ein, dass sie mit "Bonak" sogar ein eigenes Wort für die Gefahr geschaffen hat, vor der sie sich Zeit ihres Lebens fürchtet. Auch Marcus erscheint von "Bonak", einem Ungeheuer, dass ihn unter Wasser zieht, besessen. "Untertauchen" fesselt, da man als Leser diese komplexe, undurchsichtige Familiengeschichte entwirren möchte. Der bildhafte Erzählstil unterstützt dabei auch sprachlich die Mystik in der Geschichte, die an die Sagen der griechischen Mythologie erinnert und die Grenzen von Erinnerungen, Traum, Wahn und Wirklichkeit verschwimmen lässt. Das Ende empfand ich nicht nur im Hinblick auf Schuld und Sühne etwas unbefriedigend. Mir fehlte auch eine Erklärung für das Verhalten von Sarah in der Vergangenheit und so manches Ereignis, an das sich Gretel erinnerte.

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Grandios erzählte moderne griechische Tragödie

Von: Kate Rapp

29.09.2020

„Untertauchen“ von Daisy Johnson So ein wunderschöner, fantastisch erzählter, spannender Roman! Toll formuliert, fantasievoll und komplex konstruiert, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut. In drei zeitversetzten Erzählsträngen lernen wir Gretel kennen, die als Sechzehnjährige von ihrer Mutter Sarah verlassen wurde und seit sechzehn Jahren mehr oder weniger auf der Suche nach ihr ist. Als sie sie findet, bringt sie sie in ihr Cottage. Der erste, im Präsens gehaltene Erzählstrang bezieht sich auf diese letzten Tagen des Zusammenlebens, der täglich wechselnden Ansprechbarkeit der Mutter, der bei fortschreitender Alzheimererkrankung zunehmend die Worte abhanden kommen. Gretel hofft trotzdem, in ihren lichten Momenten Aufklärung darüber zu erhalten, was damals geschah, warum ihre Mutter ging, da sie selbst keine Erinnerung mehr daran hat. Die Kapitel springen zurück in die Zeit von Gretels Suche, hier „Jagd“ genannt, was sich, wie wir später lernen, nicht auf die Mutter, sondern auf etwas ganz anderes bezieht. Dabei trifft sie auf die unterschiedlichen Protagonisten eines Dramas, das sich nun nach und nach vor unseren Augen abzuspielen beginnt. Immer wieder poppen, wie bunte Bojen, auch Erinnerungen an ihre Kindheit auf, die Gretel sehr symbiotisch mit ihrer Mutter auf einem Hausboot verlebt hat. Sarah und sie entwickelten sogar eine eigene Sprache, benutzten lautmalerisch, spielerisch selbst kreierte Wörter, was Gretels lebenslange Beschäftigung mit Worten begründet. Der dritte Erzählstrang begleitet den jugendlichen Ausreißer Marcus, der einmal Margot war, bis er am Fluss auf Gretel und ihre Mutter trifft, und später verschwindet. In dieser modernen Variante einer griechischen Tragödie werden sprachmächtig und originell zahlreiche Themen zu einem bunt schillernden Gewebe verknüpft. Es geht nicht nur um die besondere Mutter/Tochterbeziehung, sondern auch um die verbindende und trennende Kraft der Sprache und was ihr Verlust bedeutet. Furcht schwappt wie das Flusswasser in alle Lebensbereiche hinein, Urängste und Depressionen manifestieren sich als Angst vor dem Tod, vor dem Kanaldieb, dem Wasserdrachen, dem „Bonak“. Da die alten Griechen in ihrer Mythologie immer wieder Cross-Dressing und Gender-switch bemühten, hat hier unter anderem auch die wunderbare Figur der Trans-Frau Fiona ihren Auftritt. Sie besitzt, wie der alte Teiresias, das zweite Gesicht und löst das ganze Drama überhaupt erst aus, weil sie leider ihren Mund nicht halten kann. Der Roman hat mich von der ersten Seite an begeistert, sodass ich ihn kaum aus der Hand legen konnte. Diese erzählerische Intensität und ein Rhythmus, zum niederknien! Dass Daisy Johnson damit als bisher jüngste Autorin auf die Shortlist des Man Booker Prize kam, ist äußerst verdient und hat mich kein bisschen überrascht.

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Vita

Daisy Johnson, 1990 geboren, war mit 27 Jahren die jüngste Finalistin des renommierten Man Booker Prize. Bereits für ihr Debüt »Fen« wurde sie mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Johnson gilt als einer der »faszinierendsten Stimmen ihrer Generation« (Entertainment Weekly). Der New Yorker nannte den Roman »bezaubernd schön«, die New York Times feierte seine »erzählerische Wucht«. Daisy Johnson lebt in Oxford am Ufer der Themse.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Johnsons Stil ist so mitreißend wie der Fluss, der Schauplatz der Geschehnisse ist. Der Strom aus Erinnerungen hat mich sofort gefesselt und bis zum Ende in den Bann gezogen.«

Lea Birke, EMOTION (07. Oktober 2020)

»Mit ›Untertauchen‹ ist der für den Booker Prize nominierten Daisy Johnson ein Meisterwerk gelungen.«

PETRA (08. Oktober 2020)

»Daisy Johnson ist mit ›Untertauchen‹ endgültig im Olymp der Geschichtenerzählerinnen angekommen.«

Belletristik-Couch.de (16. September 2020)