Vielleicht wird morgen alles besser

Roman

(6)
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Einen Platz in dieser Welt finden – der neue Roman vom Autor des Bestsellers "Im Meer schwimmen Krokodile"

Ercole musste früh lernen, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Zusammen mit seiner Schwester Asia bewahrt er mühsam die Familienfassade, um sich das Jugendamt vom Hals zu halten. Doch die Normalität ist ein fragiles Gebäude, das täglich einzustürzen droht. Als es schließlich geschieht, kann niemand die Lawine aufhalten, auch nicht das Mädchen Viola, das in Ercoles Bauch Schmetterlinge zum Tanzen bringt. Ist es für einen wie ihn nicht vorbestimmt, immer tiefer in Schwierigkeiten zu geraten?

Fabio Geda erweist sich erneut als Meister im Porträtieren von Kindern und Jugendlichen. Ihre kleinen, großen und auch sehr großen Nöte inspirieren ihn immer wieder zu ganz besonderen Geschichten.

»Ein Roman, der Optimismus und Hoffnung versprüht.«


Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt
Originaltitel: Anime Scalze
Originalverlag: Einaudi
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22350-2
Erschienen am  14. Mai 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Sehr gefühlvoll! Große Leseempfehlung!

Von: miss_lia48

22.02.2019

INHALT: Ercole ist 15, als er vor der Polizei in eine Lagerhalle flüchtet. Daraufhin erzählt er dem Leser seine Lebensgeschichte: Gemeinsam mit seiner älteren Schwester Asia, wächst er beim Vater in Turin auf. Die Mutter hat die Familie bereits vor Jahren verlassen. Der Vater taucht manchmal tagelang nicht auf, weshalb die Geschwister auf sich allein gestellt sind. Sie geben alles, um nach außen hin die Fassade zu wahren. Schließlich könnte sonst eines Tages das Jugendamt oder irgendein "Gutmensch" vor der Tür stehen und alles könnte auffliegen! Als für Ercole schließlich alles auseinanderzubrechen scheint, verliebt er sich in Viola. Doch auch seine erste Liebe kann Ercole nicht davon abhalten, immer tiefer in Schwierigkeiten zu geraten... MEINUNG: Bereits auf den ersten Seiten hat das Buch bei mir großes Mitgefühl für Ercole ausgelöst. Als er von seinem Leben erzählt, schildert er manche Situationen stellenweise mit einem Spritzer Humor, um dem Leser im nächsten Augenblick die ungeschönten Tatsachen mit Schwung an den Kopf zu knallen. Schon allein der Anfang war für mich dadurch eine regelrechte Berg- und Talfahrt an Gefühlen und mein Interesse war geweckt. Fabio Geda hat hier viel Herzblut in die Geschichte gesteckt. Ganz besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen. Der Autor hat dabei immer wieder so wunderschöne und tiefgreifende Beschreibungen gewählt, z.B.: “(...) eine Traurigkeit, die sich anfühlte, als würde ich ein Loch in mir ausheben und müsste tonnenweise Schutt entsorgen (...).“ Italienische Orte, Namen und Bezeichnungen sorgten zwischendurch für eine Prise italienisches Flair, die Beschreibungen empfand ich als anschaulich geschildert und vor meinen Augen spielte sich ein regelrechter Film ab. Der 15-jährige Ercole erzählt aus seiner Sichtweise, wie sein Leben bisher verlaufen ist. Er thematisiert seine familiären Probleme sowie seine erste große Liebe. Besonders durch letztere Thematik, nimmt das Buch zwischendurch Züge eines Jugendbuches an, was jedoch bei mir einen authentischen Eindruck hinterließ. Gegen Ende könnte der Verlauf der Geschichte für den ein oder anderen Leser ein ganz kleines bisschen zu konstruiert wirken. Trotzdem fand ich das Buch großartig und muss mir nun unbedingt auch die anderen Bücher von Fabio Geda anschauen! FAZIT: Eine sehr gefühlvolle Geschichte, die mich gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Große Leseempfehlung! 4,5/5 Sterne!

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Ein bewegendes Buch

Von: Annette Traks

16.07.2018

Ercole wohnt in Turin. Er ist 6, seine Schwester Asia 11 Jahre alt, als ihre Mutter die Familie verlässt. In der gleichen Woche erleidet die Großmutter einen tödlichen Unfall und der Großvater kehrt von einem Gesprächstermin nicht zurück - beide hatten sich immer um ihre Enkel gekümmert. Während der Vater mit zum Teil zwielichtigen Machenschaften halbwegs für den Lebensunterhalt sorgt, ansonsten aber allzu sehr dem Alkohol zuspricht und auch mal tagelang nicht nach Hause kommt, kümmert sich Asia fortan um Ercole und den gesamten Haushalt. Alle sind bemüht, nach außen die Fassade einer funktionierenden Familie aufrechtzuerhalten, damit nur das Jugendamt nicht auf den Plan gerufen wird. Kurz vor seinem 15. Geburtstag lernt Ercole die gleichaltrige Viola kennen, die aus guten Verhältnissen stammt. Sie kann nur darüber staunen, was er ihr über seine Familie erzählt, und ihm wird klar, dass man sich als Kind so schnell an Lebensumstände gewöhnt, dass man sie schließlich als normal empfindet. Doch wie labil diese vermeintliche Normalität, wie brüchig die Fassade auch nach vielen Jahren noch ist, muss er erfahren, als die mittlerweile 20-jährige Asia zu ihrem Freund zieht, ihr Vater verhaftet wird und Ercole nach kurzer Suche seine Mutter und den kleinen Stiefbruder findet. Es wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die sein Leben total durcheinanderbringt. Resümee: Der mittlerweile 19-jährige Ercole erzählt die Ereignisse rückblickend aus seiner Sicht. Seine Geschichte bewegt den Leser, was natürlich zum einen an der familiären Situation liegt: Im Alter von 6 Jahren verlässt die Mutter die Familie und meldet sich danach nicht wieder, obwohl sie gar nicht so weit entfernt wohnt, wie der Junge später herausfindet. Die Großeltern, die immer für die Enkel gesorgt haben, sind auch nicht mehr präsent, der Vater kümmert sich kaum um seine Kinder, und die erst 11-jährige Asia übernimmt die Rolle der Hausfrau und Mutter. Zum anderen berührt der Schreibstil: Es gelingt dem Autor meisterhaft, sich in die Lebens- und Gefühlswelt Ercoles hineinzuversetzen und ihn in dessen altersgemäßer Sprache erzählen zu lassen. So werden z.B. Freude und Verliebtsein, aber auch Unsicherheit, Ängste und Verzweiflung authentisch vermittelt. Wir sehen die Dinge aus seiner Sicht ... und die entspricht nicht immer dem Blickwinkel, der Denkweise oder Bewertung Erwachsener. Ercole stellt außerdem fest: "Denn eines hab ich in all den Jahren gelernt ... (...) Nämlich dass die Erwachsenen manchmal verwirrt sind. Wir bilden uns ein, dass sie immer wissen, was das Beste ist, aber das stimmt nicht. Manchmal muss man ihnen einen gehörigen Stoß versetzen (...)". (E-Reader Pos. 3503) Für den erwachsenen Leser ist es höchst interessant, Ercoles Geschichte aus dessen ganz eigener Perspektive zu erfahren. Und wenn man sich darauf einlässt, sind seine Überlegungen und Schlussfolgerungen durchaus logisch und vernünftig. Die Kinder und Jugendlichen stehen zwar im Mittelpunkt dieses Romans, aber natürlich kommt er nicht ohne die Erwachsenen aus. Es gelingt dem Autor jedoch, sie nur pointiert auftreten und die Beweggründe für ihr Handeln minimalistisch skizzieren zu lassen. Fazit: ein bewegendes Buch, in dem ein Teenager seine aus Erwachsenensicht desolate, für ihn aber normal gewordene familiäre Situation schildert.

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Vita

Fabio Geda, 1972 in Turin geboren, arbeitete viele Jahre mit Jugendlichen und schrieb für Zeitungen. Bereits sein erster Roman „Emils wundersame Reise“ war in Italien ein Überraschungserfolg; das Buch „Im Meer schwimmen Krokodile“ brachte ihm auch international den Durchbruch.

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Christiane Burkhardt

Christiane Burkhardt lebt und arbeitet in München. Sie übersetzt Romane und Sachbücher aus dem Italienischen, Niederländischen und Englischen und hat u. a. Werke von Paolo Cognetti, Domenico Starnone, Fabio Geda, Wytske Versteeg, Pieter Webeling, Willam Shaw und Hannah Richell ins Deutsche gebracht. Darüber hinaus unterrichtet sie literarisches Übersetzen.

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Pressestimmen

»Fabio Geda erweist sich erneut als Meister im Porträtieren von Kindern und Jugendlichen.«

Buch-Magazin, Ausgabe 6-7 2018

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