Während die Welt schlief

Roman

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Jenin im Blumenmonat April: Früh morgens, bevor die Welt um sie herum erwacht, liest Amals Vater ihr aus den Werken großer Dichter vor. Es sind Momente des Friedens und der Hoffnung, die Amal ihr Leben lang im Herzen trägt — ein Leben, das stets geprägt ist vom scheinbar ausweglosen Konflikt zweier Nationen.

Seit Generationen leben die Abulhijas als Olivenbauern in dem idyllischen Dorf Ein Hod. Ihr Leben ist friedlich — bis 1948 die Zionisten den Staat Israel ausrufen und sich alles verändert. Die Dorfbewohner werden mit Waffengewalt aus ihren Häusern vertrieben, müssen ihr Land, ihren Besitz und ihr Zuhause zurücklassen. Amal, geboren im Flüchtlingslager in Jenin, lernt die Heimat ihrer Vorväter nie kennen. Stattdessen erlebt sie Kriege, Gewalt und schreckliche Verluste, aber sie erfährt auch Freundschaft und Liebe in der Gemeinschaft der Vertriebenen. Weder Amal noch ihre Familie ahnen jedoch, wie eng ihr Schicksal und das von Israel und Palästina wirklich zusammenhängen …


Originaltitel: Mornings in Jenin
Originalverlag: Bloomsbury
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-05422-9
Erschienen am  28. März 2011
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Während die Welt schlief

Von: Gernot Steinweg aus Bonn

03.05.2019

Was für Deutschland "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann sind, ist für Palästina "Mornings in Jenin" / "Während die Welt schlief", ins Deutsche übertragen von Stefanie Fahrner. Das beste Buch, das ich je über Palästina gelesen habe.

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Absolutes Schwergewicht

Von: Lesendes Federvieh

28.01.2017

Das Dorf Ein Hod. Dort lebt seit Jahrhunderten die Familie Abulhijas. Sie sind Obstbauern und führen ein beschauliches, friedliches Leben. Im Jahr 1948 ist alles zu Ende. Der Staat Israel wird ausgerufen. Die Abulhijas und alle übrigen Dorfbewohner werden von den Soldaten gewaltsam aus ihrem Dorf vertrieben. Ihnen bleibt nur Unterschlupf in einem Flüchtlingslager für Palästinenser zu suchen. Doch die Abulhijas trifft es doppelt hart. Ihr kleines Baby Ismael wird von einem israelischen Soldaten entführt, der ihn als seinen eigenen Sohn David ausgibt. Die jüngste Tochter der Familie, Amal, wird im Flüchtlingslager geboren. Sie lernt Kampf, Gewalt und Ungerechtigkeit aber auch Freundschaft und Zusammenhalt kennen. Jahre später stehen sich David und Yussuf, sein großer Bruder, als Gegner gegenüber.... So hervorragend kann also ein politisch brisantes Thema in einem Roman verwoben werden! Eine ungewöhnliche Einleitung zur eigenen Meinung, aber mich hat das Buch so begeistert, dass ich das dicke Lob gleich zu Beginn loswerden muss. Gleichzeitig ist es aber auch eines der aufwühlendsten Bücher, das ich je gelesen habe. Bisher habe ich Nachrichten über den Palästinenserkonflikt wie alle anderen Neuigkeiten betrachtet. Doch dieses Buch hat das geändert. Zukünftig höre ich besser zu, weil mich dieses Buch von Susan Abulhawa wachgerüttelt hat. Sie erzählt darin schonungslos am Beispiel der Familie Abulhijas welche Konsequenzen die Gründung des Staates Israel auf die dort lebende palästinensische Bevölkerung hatte. Das Thema hat bis heute nichts an seiner Aktualität verloren. Das Buch beginnt im Jahr 1948 - wohlgemerkt. Beim Lesen dieses Romans musste ich immer wieder unterbrechen, um das Unfassbare irgendwie zu verstehen und zu hinterfragen, denn alle Mitglieder der Familie Abulhijas und auch die übrigen Dorfbewohner sind mir richtig ans Herz gewachsen. Die Autorin hat es meisterhaft geschafft alle absolut authentisch darzustellen. Sei es mit ihren Sorgen und Nöten, aber auch mit all ihren Unzulänglichkeiten. Es könnten ganz einfach Nachbarn oder Freunde sein. Das verstärkt die Fassungslosigkeit noch mehr was diese Menschen erleben mussten. Wie kann man Menschen ihrer Heimat berauben, um selbst sein Glück darauf zu bauen? Hätte es denn keine gemeinsame friedliche Lösung gegeben? Ich kann das einfach nicht nachvollziehen. Ganz beschämend finde ich auch die Tatsache, dass letztendlich die schrecklichen Gräueltaten im Naziregime Auslöser dafür waren, dass den Palästinensern solches Leid widerfuhr. Wie man sieht, ist "Während die Welt schlief" ein absolutes Schwergewicht, das man nach dem Lesen nicht einfach beiseite legt. Es regt schon sehr zum Grübeln an. Vor allem auch dann, wenn man genauer über den Titel nachdenkt. Dieses Buch gehört auf jeden Fall in unsere höchste Bewertungsstufe. Ich freue mich schon auf das nächste Werk der Autorin, das ich unbedingt lesen möchte.

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Vita

Susan Abulhawa, 1970 geboren als Kind palästinensischer Flüchtlinge, wuchs in Kuwait, Jordanien und Jerusalem auf. Als Teenager ging sie in die USA, wo sie heute gemeinsam mit ihrer Tochter lebt. Die Autorin engagiert sich für die Menschenrechte und die Lebensumstände von palästinensischen Kindern in besetzten Gebieten. Ihre Romane »Während die Welt schlief« und »Als die Sonne im Meer verschwand« sind internationale Bestseller und wurden in 28 Sprachen übersetzt.

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