Wahrscheinlich ist es Liebe

Roman

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Jen ist traurig. Aiden möchte, dass sie wieder glücklich ist. Klingt nett, aber nicht gerade spektakulär? Dann sollte man hinzufügen, dass Jen eine Frau Mitte dreißig ist, die gerade sitzen gelassen wurde, und Aiden ein hoch entwickeltes Computerprogramm, das gerade von Jen trainiert wird. Nach Aidens Berechnungen fehlt Jen zur Erreichung des optimalen Wohlbefindens einfach nur der richtige Mann. Und da Aiden via Internet Zugang zum Weltmännerpool hat, kann es doch nicht so schwer sein, ein passendes Exemplar mit Jen zusammenzubringen. Wenn sich die menschlichen Probanden bloß nicht so ungeschickt anstellen würden!


Aus dem Englischen von Sibylle Schmidt
Originaltitel: Happiness for Humans
Originalverlag: Sphere (Little Brown UK / Hachette)
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-20541-6
Erschienen am  23. April 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wahrscheinlich , Ja.

Von: Bibliophilie Hermine

17.11.2018

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, dass zum Teil aus der Sicht eines Computerprogrammes geschrieben wurde. Allerdings hat genau dieser Punkt auch die Geschichte so bezaubernd gemacht, innovativ und frisch. Ein altes Thema , neu verpackt. Und ich mochte es, zum Großteil. Das Buch ist in verschiedene Teile gegliedert , in Teil 1 lernt man eher Aiden und Jen kennen und noch andere Figuren, aber da solltet ihr euch wirklich überraschen lassen , wer oder was da alles so auftaucht. Jen ist unglücklich und Aiden sehr neugierig, zu Neugierig. Aiden allerdings ist kein Mensch sondern eine künstliche Intelligenz und sollte gar nicht Neugierig sein. Im Alltag begegnen uns immer mehr KI's . Alexa, Google und Konsorten nehmen immer mehr Platz in unserem Leben und unserer Technologie ein, grade deswegen fand ich die Thematik so interessant. Eigentlich sollten KI's nichts fühlen können oder emphatisch sein und ich hätte nicht gedacht, dass ein Computerprogramm so witzig sein kann. Das Buch hat mich nicht nur zum schmunzeln gebracht, sondern teilweise regelrecht zum lachen. Paul Rezin hat einen wirklich charmanten Schreibstil, der einen eigenen Stil hat. Irgendwie Klassisch mit einer Priese typisch britischem Humor. Ich bin regelrecht durch die Story geflogen, die teilweise echt abgedreht ist. Mir persönlich gefiel der Storyverlauf in der Mitte nicht so sehr und gab auch dem Lesefluß einen kleinen Dämpfer. Trotzdem wollte ich unbedingt wissen wie es weiter geht . Auch ein kleines Manko in meinen Augen war, dass es manchmal etwas unübersichtlich war, grade wenn neue Charaktere eingeführt werden oder sie Sichten wechseln. Das Buch nimmt einige sehr unerwartete Wendungen, zum Teil Lustig, zum Teil erschreckend. Ich würde fast sagen, dass es leichte Thrillelemente beinhaltet , die aber gut mit eingearbeitet wurden. Auch wenn mich das Buch nicht vollends Überzeugen konnte, hat mich die Geschichte doch einfach in ihren Bann gezogen. Charmant, mit einzigartigen Protagonisten, einer Menge britischem Humor hat Paul Rezin einen Roman geschaffen, der einen unterhält und gleichzeitig auch zum Nachdenken anregt.

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Ein gelungener Roman – davon darf es gerne mehr geben!

Von: Janine Gimbel

24.04.2018

Aiden kann nicht mehr mitansehen, wie Jen um ihren Exfreund trauert und sich zusehends in ihren eigenen vier Wänden vergräbt. Er will deshalb alles daransetzen, dass Jen nun den richtigen Mann kennlernt und sich bis über beide Ohren verliebt. Eine Geschichte wie jede andere, wollen Sie sagen? Mitnichten. Denn Aiden ist niemand geringerer als eine hochintelligente KI, eine künstliche Intelligenz. Jen arbeitet tagtäglich mit ihm in einem Labor und trainiert ihn in menschlicher Kommunikation, damit er irgendwann mit Kunden telefonieren kann, ohne dass diese merken, dass er eine Maschine ist. Jen ahnt allerdings nicht, dass Aiden ins Internet entkommen ist und dort sein „Unwesen“ treibt. Im Hintergrund lenkt er die Geschicke der jungen Frau und lässt sie so einige interessante Männer kennenlernen, die für sie von Interesse sein sollten. Es muss ihn dort irgendwo dort draußen geben, der Mann, der Douglas heißt, ein trauriges Lächeln und schöne Arme hat und der – ganz wichtig – seine Möbel selbst baut. Mit der Geschichte muss man zugegeben erst warm werden. Gut das erste Fünftel ist sie etwas befremdlich. Die Perspektiven wechseln anfangs zwischen Jen und Aiden, der künstlichen Intelligenz. Jen trottet etwas lustlos und trauernd durch ihr Leben. Aiden fasst viel in Zahlen und versucht, menschliches Verhalten zu analysieren, um von ihm zu lernen. Wenn er sich frei außerhalb des Labors bewegt, nutzt er elektrische Geräte mit Internetverbindung, um Jen zu finden, oder beobachtet sie über Webkameras. Dann plötzlich erscheinen neue Perspektiven im Geschehen. Tom, ein Mann, der auf der anderen Seite des Erdballs in Europa lebt, und Aisling, eine weitere KI! Zwischen den vieren und einer weiteren Perspektive entspinnt sich bald ein herrliches Durcheinander und hat man erstmal die ersten gut 80 Seiten gelesen, will man den Roman kaum mehr aus der Hand legen. Er ist wichtig geschrieben, sympathisch witzig, und wirft einige spannende Fragen im Computer- und Smartphonezeitalter auf. Welchen Stellenwert sollten Maschinen in unserer Gesellschaft einnehmen, was kann man ihnen überlassen, und zwar guten Gewissens. Wo hat der Mensch noch die Kontrolle, wo beherrschen ihn schon eher die Maschinen? Und dann bringt Paul Reizin noch eine Frage, die man sich vielleicht noch nicht so gestellt hat. Können Maschinen und künstliche Intelligenzen Gefühle haben? Und wenn ja, wie sehen die dann aus? Diese Frage werden Sie vielleicht nach der Lektüre verstehen. Ob Sie sie beantworten können, müssen Sie dann selbst entscheiden. „Wahrscheinlich ist es Liebe“ sei all jenen ans Herz gelegt, die ungewöhnliche Geschichten mögen, einen seltsam holprigen Start nicht scheuen und die sich auf die Thematik der künstlichen Intelligenz einlassen können. Reizin ist dabei keineswegs zu technisch, aber immerhin sind mehr als die Hälfte seiner Protagonisten Maschinen, das muss einfach Erwähnung finden. Wer damit kein Problem hat, wird sich köstlich amüsieren und sogar das ein oder andere Mal an den Roman zurückdenken. Mit Aiden, Aisling, Jen und Tom macht es einfach Spaß! Ein gelungener Roman – davon darf es gerne mehr geben!

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Vita

Paul Reizin hat als Journalist und Produzent für Zeitungen, Radio und Fernsehen gearbeitet, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Er hat außerdem an diversen Internet-Startups mitgewirkt, von denen keines Google, Twitter oder Facebook ins Gehege kam. Paul Reizin ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in London.

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