Wannseekonferenz

Der Weg zur "Endlösung"

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75. Jahrestag der Wannseekonferenz am 20. Januar 2017

Am 20. Januar 1942 kamen fünfzehn hochrangige Vertreter des NS-Staates auf Einladung von Reinhard Heydrich in einer luxuriösen Villa am Wannsee zusammen, um über die »Endlösung« der »Judenfrage« zu beraten: Man entschied, so dokumentiert es das Protokoll, insgesamt elf Millionen Menschen zu deportieren, sie mörderischer Zwangsarbeit auszusetzen und die Überlebenden und Nichtarbeitsfähigen auf andere Weise ums Leben zu bringen.

Peter Longerich, einer der angesehensten Historiker der NS-Geschichte, zeigt, wie die Führungsinstanz des »Dritten Reiches« aus einer vagen Absicht zur Vernichtung der Juden ein konkretes Mordprogramm entwickelte und welch hohe Bedeutung der Wannseekonferenz innerhalb des Holocaust zukommt.

»Bewundernswert gelungen. Es ist aber auch fesselnd geschrieben – und das ist kein kleines Lob für ein wissenschaftliches Werk über ein so grauenvolles Thema.«

Frank Vollmer in der Rheinischen Post (22. Januar 2018)

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ISBN: 978-3-641-19977-7
Erschienen am  14. November 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein dunkles Kapitel unserer Geschichte

Von: Manolita6

08.06.2018

"Vorsicht Spoiler" Das Cover Zeigt die Villa in Wannsee, in der diese geschichtsträchtige und Konferenz stattfand. Schreibstil Sehr gut, sachlich und flüssig geschrieben. Aufschlussreich und schlüssig. Inhalt Am 20. Januar 1942 kommen in einer wunderschönen Villa am Berliner Wannsee,15 Männer zusammen. Die Einladungen die Verschickt wurden bezeichnen dieses Zusammenkommen als "Besprechung mit anschließendem Frühstück". Der Chef der Sicherheitspolizei und SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich hat dieses Treffen veranlasst. Später wird er sich als „Henker von Prag“ einen grauenhaften Namen machen. Unter dem Thema „Die Gesamtlösung der Judenfrage“ soll dieses Treffen den systematischen Massenmord an den europäischen Juden erörtern und effiziente Lösungen finden. Die Konferenz wird keine 2 Stunden dauern und eine Protokoll von 15 Seiten beinhalten. Was genau war das Ziel dieser Konferenz? Sieht man sich die Geschichte genauer an, dann war die Vernichtung der Juden bereits im vollen Gange als die Konferenz stattfand. Somit war hier nicht von der „Endlösung“ im Sinne der Vernichtung die Rede, sondern makabrer Weise ging es hier um administrative und rein bürokratische Fragen. Wer waren die geladenen Teilnehmer? Peter Longericht hat in diesem Buch eine Liste der Teilnehmer aufgeführt, aus der ersichtlich ist, dass hier - im Gegensatz zu dem was man sich vorstellen würde - keine „Führungsebene“ dabei war. Schaut man sich die Liste an, dann überkommt es einen eiskalt. Eine Auswahl an hochrangigen Vertretern von SS oder Gestapo wie Otto Hofmann, Chef des SS-Rasse- und Siedlungshauptamts, oder Gestapo-Chef Heinrich Müller sind nur einige von den „geladenen“ Gästen. Auch Staatssekretäre verschiedener Ministerien waren anwesend. Und Adolf Eichmann nahm als Referatsleiter im Reichssicherheitshauptamt ebenfalls an der Besprechung teil. Die traurige Geschichte Wie aus dem Buch herauszulesen ist, geht es hier um die persönliche Profilierung von Heydrich. Was ihm auch tatsächlich in gewisser Weise gelungen ist. Auch wenn in Wannsee nicht die Endlösung beschlossen wurde, so ist diese Konferenz doch ein wichtiger Meilenstein zum Verständnis der Geschichte. Fazit In dem Buch von Peter Longerich werden einem viele Dinge vor Augen geführt, die man so nicht kannte - zumindest ich nicht. Interessant finde ich das Schlusswort des Autors. Er bemerkt hier, dass es sich um eine Vertauschung von Mittel und Ziel handelt. Mit anderen Worten Heydrich war der Auffassung, dass ein Krieg unmöglich wäre, ohne die Voraussetzungen für eine Endlösung und genau dies war der Streitpunkt zwischen Heydrich und Himmler. Dieser war der Auffassung, dass der Krieg und die Endlösung Hand in Hand gehen müssten. Himmler verfolgte das Ziel das man die Juden quasi als Geiseln nehmen könnte, um z.B. den Eintritt der USA in den Krieg zu verhindern. Da dies aber nicht funktionierte, wollte Himmler auch den totalen Krieg also entweder Endsieg oder totale Vernichtung!

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Ganz normale Bürokraten

Von: Gospelsinger

14.02.2017

Die Villa am Wannsee ist ein luxuriöser Ort direkt am Seeufer, fast schon schlossartig. In dieser idyllischen Umgebung fanden sich fünfzehn Männer zusammen, um in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre unterschiedliche Standpunkte zu einem gemeinsamen Konzept zu vereinigen. Der Gegenstand der Beratungen selbst wurde nicht in Frage gestellt. Nach der Besprechung gab es ein Frühstück. Zehn der Männer hatten ein abgeschlossenes Hochschulstudium, neun davon waren Juristen. Es handelte sich um Vertreter der „Zentralinstanzen“, also Spitzenbeamte, um Vertreter der zivilen Besatzungsbehörden und um Funktionäre der SS. Unter der Leitung von Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamtes, sollte auf der Konferenz der betroffene Personenkreis festgelegt, also der Umgang mit „Mischlingen“ geklärt werden. Außerdem ging es um die Deportierung von elf Millionen Menschen, um Zwangsarbeit bis zum Tod und um das Töten der Nichtarbeitsfähigen. Aus dem Protokoll wird ersichtlich, dass es über alle Machtstreitigkeiten und Kompetenzrangeleien einen gemeinsamen Nenner gab. Das Ziel war ein Gesamtplan zur Ermordung der Juden Europas, und es wurde von allen beteiligten Institutionen mitgetragen. Zum Zeitpunkt der Konferenz hatte das Morden längst begonnen, es ging nun darum, die einzelnen Maßnahmen zu bündeln und einzubinden. Somit diente die Konferenz für Heydrich dem Zweck, eine einheitliche Organisation unter seiner Leitung zu installieren. Das Buch beschreibt die Vorgeschichte der Wannseekonferenz, die bisherigen Maßnahmen zur „Entfernung der Juden“ in den Jahren 1933-1941, sowie die unterschiedlichen Ansätze und Ziele der beteiligten Stellen. Die Wannseekonferenz wird unter Zuhilfenahme des Protokolls in diesem Zusammenhang beleuchtet, und es wird beschrieben, wie die Ergebnisse des Treffens umgesetzt wurden. In diesem Buch werden die Beteiligten vorgestellt und die Entscheidungsprozesse aufgezeigt. Das vollständig abgedruckte Protokoll der Sitzung wird kommentiert und in den Gesamtzusammenhang gestellt. Es bringt neue Erkenntnisse über den Stellenwert der Wannseekonferenz und ist damit ein wertvoller Beitrag zum Verständnis der Entscheidungsprozesse. Vor allem wird deutlich, wie erschreckend „normal“ diese Konferenz war. Man saß zusammen, klärte Detailfragen, verabredete organisatorische Abläufe, verteilte Kompetenzen, kurz gesagt, man plante und verwaltete. Dass es hier nicht um Verwaltungsabläufe wie den Bau einer Schule ging, sondern um organisierten Massenmord an Menschen, berührte die Beteiligten offensichtlich nicht im Geringsten. Das ist nicht „nur“ Geschichte. Unmenschliches Verwaltungshandeln begegnet uns auch heute. Wir müssen dafür sorgen, dass sich das ändert.

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Vita

Peter Longerich, geboren 1955, Professor für moderne Geschichte am Royal Holloway College der Universität London und Gründer des dortigen Holocaust Research Centre, ist seit 2013 an der Universität der Bundeswehr in München tätig. Der international renommierte Experte für die Geschichte des Nationalsozialismus veröffentlichte zahlreiche Dokumentationen und Gesamtdarstellungen, seine Bücher über die »Politik der Vernichtung« (1998) und ihre Resonanz in der deutschen Bevölkerung, »Davon haben wir nichts gewusst!« (2006), sind Standardwerke. Seine zuletzt bei Siedler erschienenen Biographien über »Heinrich Himmler« (2008), »Joseph Goebbels« (2010) und »Hitler« (2015) fanden weltweit Beachtung.

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»Gekonnt und mit viel Detailwissen führt Longerich den Leser in die dunkle Welt monströser Mordabsichten mitten im Zweiten Weltkrieg.«

»[Das Buch] gehört in die Hand jeder Lehrerin und jedes Lehrers, die im Unterricht die mörderische Politik des nationalsozialistischen Deutschlands verständlich machen wollen.«

Johannes Tuchel, Frankfurter Allgemeine Zeitung (24. Januar 2017)

»Longerichs Buch ist eine sorgfältige und aufschlussreiche Studie (...).«

»Longerich kommentiert das Dokument, das in seinem Buch Seite für Seite abgedruckt ist, so akribisch wie nüchtern.«

rbb kulturradio, 28.11.2016

»(...) der Autor gibt eine sehr genaue Exegese des Textes und bringt so das Protokoll, das in einer camouflierenden Sprache gehalten ist, zum Sprechen.«

Der Tagesspiegel (07. Dezember 2016)

»Longerich, einer der bekanntesten und besten NS-Forscher unserer Zeit, legt einen klar akzentuierten Bericht über die Hintergründe des mörderischen Treffens nachgeordneter NS-Führer vor.«

Sächsische Zeitung Dresden, 20.01.2017

»Longerich deutet und kommentiert [das Protokoll] unmissverständlich, zeigt Hintergründe und Konsequenzen der einzelnen Punkte auf.«

Darmstädter Echo (20. Januar 2017)

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