Warum so viel Hass?

Kolumnen und Essays

(3)
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Leïla Slimani zählt zu den wichtigsten Stimmen Frankreichs. Ihre Romane sind internationale Bestseller und preisgekrönt. In diesem Band versammelt die in Marokko geborene Goncourt-Preisträgerin sechs ebenso intensive wie provokative Texte, in denen sie die brennenden Fragen unserer Zeit aufgreift: Wie verteidigen wir die Werte der Freiheit, der Toleranz in Zeiten von zunehmendem Rassismus und Fanatismus? Welche Verantwortung trägt ein jeder von uns? »Ich bin Kind all dieser Fremden, und ich bin Französin. Ich bin Immigrantin, Pariserin, eine freie Frau, überzeugt davon, dass man sich selbst behaupten kann, ohne die anderen abzulehnen.«


Aus dem Französischen von Amelie Thoma
Originaltitel: Le diable est dans les détails
Originalverlag: Éditions Les Arènes
eBook epub (epub), 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-641-21722-8
Erschienen am  13. Mai 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Leïla Slimani – Warum so viel Hass?

Von: Miss.mesmerized aus Mainz

26.05.2019

Nur sechs kurze Texte enthält der Sammelband „Warum so viel Hass?“ der französisch-marokkanischen Schriftstellerin und Journalistin Leïla Slimani. Alle sind in der Wochenzeitschrift „Le 1“ erschienen, in der gesellschaftspolitische Fragen unserer Zeit diskutiert werden. Entsprechend thematisiert sie Rassismus, Hass, das Aufwachsen in einer fremden Kultur, die Rolle von Literatur in der Gesellschaft und immer wieder sind Religion und Fundamentalismus Dinge, die sie bewegen und wütend machen. In einem muslimischen Land aufgewachsen hat sie in Frankreich eine völlig neue Art von Freiheit entdeckt, die man ihr aus ihrer fernen Heimat heute zum Vorwurf macht und für die man sie verurteilt. Ganz persönlich ist sie oftmals betroffen und das merkt man auch ihren Essays an, die voller Emotionen stecken und dennoch scharfsinnig reflektiert sind. Vor allem die Anschläge auf Charlie Hebdo und das Bataclan haben bei Leïla Slimani Spuren hinterlassen. Sie als Wandlerin und Vermittlerin zwischen den Kulturen ist betroffen und getroffen als wenn sie selbst unmittelbar zum Opfer geworden wäre. Scharf verurteilt sie die Anschläge, sucht aber auch nach Erklärungen und Ursachen. Eine liegt ganz sicher in patriarchalen Unterdrückungssystemen: „Alle arabischen Diktatoren wissen es nur zu gut: Wer den Menschen Zugang zu Bildung verschafft, riskiert, dass sie ihn stürzen. Und dass sie eines Tages, mit einem Stift in der Hand, aufmarschieren.” Die Welt ist aber nicht einfach schwarz und weiß oder gut und böse. Die westlichen Freiheiten werden erkauft durch Zugeständnisse an diejenigen, die diese auch bedrohen und damit wird Unterdrückung in diesen Ländern wiederum gefördert und toleriert. Diesen Widerspruch muss man aushalten oder bekämpfen. Doch wer ist es, der offen den Finger erheben und das Wort ergreifen kann? Für die Autorin ist dies ganz eindeutig die Aufgabe der Literatur. „Autoren wird bald die Aufgabe zufallen, ein paar Schritte zurückzutreten, Abstand zu nehmen, um beurteilen zu können, was hier geschieht. Weil die Literatur ein grenzenloser freier Raum ist, in dem man alles sagen kann, in dem man mit dem Bösen liebäugeln, das Grauen erzählen, die Regeln der Ethik und des Anstands missachten kann, ist sie wichtiger denn je. Sie zeigt die Welt in all ihrer unliebsamen Komplexität und Mehrdeutigkeit.” Sie weiß, dass noch kein einziger Roman den Lauf der Welt verändert hat – aber Leser können dies und es ist daher die Pflicht von Autoren, die Dinge zu benennen, Denkanstöße zu geben und die Menschen in ihrem Kampf für Toleranz zu ermutigen und zu unterstützen. An ihrem Kollegen Michel Houellebecq hat sich in Frankreich so manche Debatte entzündet, da er wenig Rücksicht auf Empfindlichkeiten nimmt und sich gerne als Enfant terrible und Provocateur bezeichnen lässt. Natürlich ruft er entsprechende Reaktionen bei Andersdenkenden hervor, die auch drastisch ausfallen können, aber sollte er daher aufhören zu sagen, was er für wichtig hält? Slimani beantwortet dies für sich:   „Dabei kam eine Frage auf: Welche Verantwortung trägt Literatur? Ist ein Schriftsteller mitverantwortlich für die politische Situation in einem Land, für das, was dort passiert? Muss er sich selbst zensieren, wenn er weiß, dass seine Aussagen in einer ohnehin gereizten Gesellschaft wie ein Brandsatz wirken könnten? Ich glaube nicht.” Nicht nur als Autorin schätze ich Leïla Slimani, sondern gerade auch als Journalistin, die mutig aufsteht und sich positioniert, schätze ich sie und vor allem, weil sie kluge Gedanken äußert, mit denen man sich immer wieder auseinandersetzen sollte.

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Berührend und aufklärend!

Von: Cassandra Burgstaller

21.05.2019

Das erste Mal aufmerksam bin ich auf Leila Slimani im letzten Jahr geworden- mit „Dann schlaf auch du“ hat sie vor allem auf Instagram wochenlang dominiert. Da ich –wie bereits öfter erwähnt– weder den groß gehypten Büchern traue noch die Thematik des Buches eines für mich ist (bei Kindern ist bei mir Schluss ; es hilft nix; ich packs nicht) – habe ich jetzt noch nichts von der Autorin gelesen. Bis heute. Mit dieser Sammlung an Essays und Kolumnen die zwischen 2014 und 2016 in der französischen Wochenzeitschrift „Le 1“ erschienen sind, zeigt Slimani ganz deutlich weshalb sie von Macron 2017 zur „beauftragten zur Pflege des französischen Sprachraums“ nominiert wurde. Von den sechs kurzen Essays haben mich vor allem zwei tatsächlich zu Tränen gerührt. In „Warum so viel Hass?“ zeichnet Slimani ganz deutlich die Kraft und politische Verantwortung der Literatur und ihrer Vertreter auf: „Die Literatur ist das Wesentliche oder sie ist gar nichts […]“ weiters: „Alle arabischen Diktatoren wissen es nur zu gut: Wer den Menschen Zugang zu Bildung verschafft, riskiert, dass sie ihn stürzten. Und dass sie eines Tages, mit einem Stift in der Hand, aufmarschieren“. Im Essay „Fundamentalisten, ich hasse euch“ versucht Slimani die Geschehnisse rund um die Terrorattacken am 13. November 2015 in Paris zu verarbeiten. Eine emotionale und sehr berührende Lobeshymne auf eine freies Frankreich, ein freies liberales Paris sind das Ergebnis. Sie hat mich beim lesen auch gepackt, diese Liebe für Paris, der Hass und das Unverständnis für die Mörder sowie der Kampfgeist unsere liberalen Werte zu verteidigen. Dabei schafft sie es mit wenigen Zeilen die Verbindung zu schlagen zwischen der arabischen Welt und der französischen Hauptstadt (der sie ganz eindeutig völlig verfallen ist). So schreibt sie von ihrer Beziehung zu Paris: „Hier bin ich eine freie Frau geworden, […]. In Paris habe ich die Lebenslust erlernt.“

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Vita

Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Slimani, 1981 in Rabat geboren, wuchs in Marokko auf und studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po. Ihre Bücher sind internationale Bestseller. Für den Roman »Dann schlaf auch du« wurde ihr der renommierte Prix Goncourt zuerkannt. »All das zu verlieren«, ebenfalls preisgekrönt, erscheint in 25 Ländern. In den Essaybänden »Sex und Lügen« und »Warum so viel Hass?« widmet Leïla Slimani sich dem Islam und dem Feminismus sowie dem zunehmenden Fanatismus. Seit 2017 ist Leïla Slimani offiziell Botschafterin für Frankophonie. Sie lebt mit ihrer Familie in Paris.

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