Wege, die sich kreuzen

Roman

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"Ein meisterlicher Generationenroman über drei starke Frauen mit dunklen Geheimnissen.“ Dagens Nyheter

In einem Städtchen im Norden Finnlands, 1996. Lahja liegt auf dem Totenbett. Sie kann zurückblicken auf ein langes Leben, in dem sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnte: das Fotografieren. Aber eines war ihr nicht vergönnt: körperliche Erfüllung. Ihr treu sorgender Ehemann Onni konnte ihr nicht geben, nach was sie sich sehnte – bis sie sich nach Jahren der unterdrückten Gefühle zu einer grausamen Tat hinreißen ließ. Erst nach ihrem Tod findet ihre Schwiegertochter Kaarina auf dem Dachboden einen Brief, der die entsetzliche Wahrheit ans Licht bringt. Er erzählt von einer Familientragödie, die schon fast hundert Jahre zuvor mit Lahjas Mutter Maria ihren Anfang genommen hat.

Über das ganze 20. Jahrhundert mit all seinen Erschütterungen spannt dieser epochal-opulente Familienroman. Kunstvoll verwebt Tommi Kinnunen darin die Schicksale von vier Menschen, deren Träume größer sind als die Möglichkeiten, die das Leben offeriert. Und trotz Enttäuschungen erkämpfen sie sich ihr Glück.

»Grandios! Drei Generationen, vier Schicksale: tragisch, spannend, bewegend und mit einer ungeheuren Sogkraft! Tommi Kinnunens Romandebüt ist ein besonderes Lesevergnügen und eine unbedingte Leseempfehlung.«

BÜCHER magazin, Tanja Lindauer (01. Juni 2018)

Aus dem Finnischen von Angela Plöger
Originaltitel: Neljäntienristeys
Originalverlag: WSOY
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-21449-4
Erschienen am  19. März 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eindringlicher Roman

Von: Fantasie und Träumerei

25.09.2019

"Wege, die sich kreuzen" ist ein eindringlicher Roman. Vier Personen verschiedener Generationen, alle einer Familie zugehörig, werden dargestellt, spiegeln die Probleme ihrer jeweiligen Zeit, des zweiten Weltkriegs und seiner Folgen. Erzählt wird auf vier Ebenen, in sich überschneidenden Jahrzehnten. Jede Handlung zieht einen Schweif an ungeahnten Folgen hinter sich her. Folgen, die sich manchmal über Generationen hinziehen, deren Last von mehreren Generationen getragen wird. Hin und wieder kommt es auch vor, dass etwas von einer Generation als Glück, von der anderen aber als schwere Bürde empfunden wird. Maria ist Hebamme, alleinerziehend, weil sie es so wollte. Ein Kind, das war ihr Wunsch, nicht aber der Mann dazu. Sie muss sich durchboxen, kommt aber zurecht, in den Anfängen des 20. Jahrhunderts, in der ihre größten Gegner Kälte und Unwissenheit sind. Lebt nach ihren Vorstellungen, so gut wie möglich, getrieben von Wünschen und Hoffnung. Ihre Tochter Lahja empfindet den Lebensstil der Mutter nicht als unangenehm. Zumindest nicht für die Mutter. Sie selbst möchte aber nicht so leben. Sie möchte einen Mann, der ihr unter die Arme greift, der ein guter Vater ist, der ihr zur Seite steht. Diesen Mann findet sie in Onni, der ihr all diese Wünsche erfüllt. Und doch gibt es eine tiefe Kluft zwischen ihnen. Eine Dunkelheit, die weder Lahja, noch sie beide als Paar füllen können. Es ist diese Dunkelheit, die Lahja mehr und mehr einhüllt und mit ihr alle Beziehungsgeflechte zu kommenden Personen. Ihrer Schwiegertochter Kaarina, die ebenfalls eine der Erzählebenen einnimmt, wird nie richtig warm mit Lahja, die sich mehr und mehr in Starrsinn und negativen Gedanken verkriecht. Onnis Erzählebene sorgt für erkennen, begreifen, verstehen. Kinnunen rundet damit, dass er ihn zuletzt zu Wort kommen lässt, das Buch perfekt ab. Hat bis dahin die Spannung hochgezogen und wirft dann den Leserinnen und Lesern die Geheimnisse von Onnis Seele vor die Füße. Die Dunkelheit, die ihn seit dem Krieg begleitet, die Schreie, das Blut, die ihn verfolgen und der Wunsch davon wegzukommen, ein Leben zu führen, das mit seinem nichts mehr zu tun hat. Obwohl der Erzählstil während des kompletten Romans gleichbleibend klar ist, mit kurzen Sätzen, hinter denen viel steckt, gelingt es Kinnunen jeder der Personen eine eigene Sprache zu verleihen, jede Erzählebene mit einer eigenen Atmosphäre zu versehen. Mal kühl und düster, mal kraftvoll, mal verständnisvoll, mal hoffnungslos. "Wege, die sich kreuzen" ist eine lesenswerte Annäherung an das was Krieg und Gewalt mit Menschen machen. Wie Schicksalsschläge Familien hinterlassen, wie sie Generationen beeinflussen. "Wege, die sich kreuzen" erzählt aber auch von der Kraft, die in einer Persönlichkeit steckt, und der Kraft von Wünschen, deren Erfüllung nicht immer zu einem positiven Verlauf führt, auch wenn der Gedanke dahinter noch so rein ist.

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Ein ungewöhnliches Buch - viel besser, als der Klappentext vermuten lässt

Von: Annette Traks

06.07.2018

Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts: Im Norden Finnlands arbeitet Maria als ausgebildete Gemeinde-Hebamme. Man begegnet der jungen Frau mit Skepsis und Misstrauen. Doch Maria ist stark, resolut und kümmert sich nicht um gesellschaftliche Zwänge. Im Laufe der Zeit erarbeitet sie sich einen guten Ruf über die Gemeinde-Grenzen hinaus und kann sich sogar den Bau eines eigenen Hauses leisten. Einen Mann will sie nicht - sie möchte frei sein, sich nicht nach jemandem richten müssen. 1905 bringt sie ihre Tochter Lahja zur Welt und erzieht sie alleine. Als Lahja 1996 auf dem Sterbebett liegt, blickt sie auf ihr Leben zurück: Nach der Kindheit, die von ihrer dominanten Mutter geprägt wurde, kann sie beruflich ihrer Leidenschaft, der Fotografie, nachgehen. Ihr Privatleben jedoch entwickelt sich weniger positiv: Sie bringt eine uneheliche Tochter zur Welt. Doch im Gegensatz zu ihrer Mutter braucht sie einen Mann an ihrer Seite. Sie heiratet und bekommt mit Onni noch zwei gemeinsame Kinder. Er ist, wie sie immer wieder betont, ein guter Ehemann und Vater. Aber glücklich wird sie mit ihm nicht, denn er kann ihr keine körperliche Befriedigung verschaffen. Lahja leidet sehr darunter und entschließt sich nach vielen Jahren zu einem furchtbaren, folgenschweren Schritt. Erst nach ihrem Tod kommt ihre Tat durch einen Brief, den Schwiegertochter Kaarina auf dem Dachboden findet, ans Licht. Resümee: Der Roman besteht aus insgesamt 5 Teilen, die wiederum in mehrere Kapitel gegliedert sind : Nach dem Abschnitt "Zurückgelegte Wege" wird das Leben von • Maria, • ihrer Tochter Lahja, • Schwiegertocher Kaarina und • Lahjas Mann Onni erzählt. Die Lebenswege dieser vier Personen kreuzen sich (Buchtitel). Als Symbol hat der Autor hier die "Vierwegekreuzung" gewählt. Auf sie können Maria, Lahja mit Onni und den Kindern sowie deren Sohn Johannes mit seiner Frau Kaarina von dem Haus aus schauen, in dem alle zusammen wohnen. Bezeichnenderweise bilden Straßennamen die Überschriften der einzelnen Kapitel und kennzeichnen die Wege, die die betreffenden Personen in verschiedenen Situationen wählen. Die eingeschlagene Richtung beeinflusst immer auch das Leben der anderen, ihre Schicksale werden dadurch immer mehr miteinander verwoben. Sie alle haben ihre ganz eigenen Vorstellungen und Träume, die sich aber zum Teil nicht realisieren lassen. So müssen sie mit Enttäuschungen zurechtkommen, Konflikte bewältigen und Kompromisse eingehen, um trotz allem noch ein Stück vom Glück abzubekommen. Tommi Kinnunen erzählt die Lebensgeschichten minimalistisch, ohne Pathos und Schnörkel, fast schon "karg". Vieles wird nur angedeutet - der Leser muss es sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst ausmalen, sich selbst ein Bild machen. Erst dadurch werden dann Emotionen und vielleicht auch Empathie freigesetzt. Das Erstaunliche ist, dass es bei der Schilderung der vier Lebenswege so gut wie keine inhaltlichen Wiederholungen gibt. Fazit: ein sehr ungewöhnliches Buch, das viel besser ist, als der Klappentext erwarten lässt.

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Vita

Tommi Kinnunen zählt zu den wichtigsten Stimmen der finnischen Gegenwartsliteratur. Er wurde 1973 im nordfinnischen Kuusamo geboren, heute arbeitet er als Lehrer in Turku, im Südwesten des Landes. Die Geschichte seiner Familie inspirierte ihn zu seinem Debüt; »Wege, die sich kreuzen« (DVA, 2018) führte wochenlang die finnische Bestsellerliste an und war ein internationaler Leser- wie Kritikererfolg. Auch für seinen zweiten Roman standen Familienmitglieder Pate. »Das Licht in deinen Augen« (Penguin, Herbst 2019) wurde für den renommierten Finlandia-Preis nominiert. Seine Bücher erscheinen in rund 20 Ländern.

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Pressestimmen

»Einer der stärksten Familienromane seit langem.«

WDR 4 Buchtipp (22. Mai 2018)

»Was für ein Glück, dass der finnische Lehrer Tommi Kinnunen in Familienalben geblättert hat und nicht davor zurückschreckte, seinen Vorfahren eine Stimme zu geben.«

BRIGITTE woman (01. Mai 2018)

»Großartiges und einfühlsames Porträt dreier Generationen. Mit Recht preisgekrönt.«

flow (17. April 2018)

»Eine beeindruckende Saga, die auf spannende Weise schildert, wie sich Familiengeschichten fortschreiben.«

Münchner Merkur (21. April 2018)

»So beeindruckend wie ergreifend. Kein Wort zuviel fällt in dieser klirrenden Einsamkeit. Und trotzdem entwickelt der Autor eine vibrierende Spannung...«

Die Rheinpfalz, Gabriele Weingartner (14. April 2018)

»Erwähnt man, dass im kalten Städtchen Kuusamo den Kühen die Euter einfrieren, könnte man glauben, ›Wege,die sich kreuzen‹ sei wieder so ein typischer lustig-schräger finnischer Roman. Finnisch ist er. Aber anders. Ernst. Essenziell.«

KURIER (A), Peter Pisa (24. März 2018)

»Nun gibt es diese Entdeckung aus dem hohen Norden zum Glück auch in deutscher Sprache. ... Sehr bewegend.«

Kronenzeitung (A) (13. April 2018)

»Kinnunen beweist erzählerische Meisterschaft und Mitgefühl mit seinen Figuren, die er immer wieder mit kurzen Beschreibungen einführt, um den Faden dann in andere Hände zu übergeben. Ja, ein Familienroman – aber wirklich nicht wie jeder andere.«

Hellweger Anzeiger (Unna), Ulrich Rubens-Laarmann (10. März 2018)

»Ein Meisterwerk! Tommi Kinnunen ist eine echte Entdeckung!«

Jyllands-Posten, Dänemark

»Ein eindrucksvolles Plädoyer für die Würde des Menschen.« Aus der Juryerklärung für den Finlandia Preis

»Schon nach den ersten Seiten ist klar: Dies ist ein außergewöhnliches Debüt; von Empathie getragen, mit sprachlicher Wucht erzählt.«

Helsingin Sanomat, Finnland

»Tommi Kinnunen ist ein ungewöhnlicher Stilist. Seine Sprache funkelt - seine Dialoge sind scharf, seine Bilder kraftvoll, diesen Ton vergisst man nicht mehr.«

Dagbladet, Norwegen

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