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Wem erzähle ich das?

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20739-7

Erschienen:  06.03.2017
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Wenn Ali Smith die Regeln des Erzählens erklärt, entfalten sich Geschichten. Ihre Vorlesungen über Literatur sind eine Liebesgeschichte, wie sie noch keiner je gehört hat – eine Geschichte zweier Liebender ebenso wie die Geschichte der Liebe des Menschen zur Kunst und was sie für unser aller Leben bedeutet.

Ali Smith (Autorin)

Ali Smith wurde 1962 in Inverness in Schottland geboren und lebt in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Ihr letzter Roman »Beides sein« wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction.


Silvia Morawetz (Übersetzerin)

Silvia Morawetz, geb. 1954 in Gera, studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik und ist die Übersetzerin von u.a. Janice Galloway, James Kelman, Hilary Mantel, Joyce Carol Oates und Anne Sexton. Sie erhielt Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, des Landes Baden-Württemberg und des Landes Niedersachsen.

Aus dem Englischen von Silvia Morawetz
Originaltitel: Artful
Originalverlag: Penguin

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20739-7

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen:  06.03.2017

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Ein melancholischer Rundgang durch die Weltliteratur

Von: C. Widmann Datum: 25.01.2018

nouw.com/cwidmann

In diesem kurzen Roman - nenne ich es besser eine Novelle? - zeigt uns Ali Smith eine junge Frau, die trauert. Ein Jahr und einen Tag nach dem Tod ihrer Lebensgefährtin fängt sie an, deren letzte Notizen zu lesen: die Manuskripte für Vorlesungen, welche die verstorbene Dozentin nicht mehr gehalten hat. Gleichzeitig fängt sie an, Oliver Twist zu lesen. Und sie bekommt Besuch von der verstorbenen Geliebten.

Obwohl wir die Hauptfigur durch ihre Trauer begleiten, ist Wem erzähle ich das kein trauriges Buch. Eher ist es versonnen. Die nie gehaltenen Vorlesungen sind in voller Länge abgedruckt. Es geht um Literatur; ein Zitat nach dem anderen hat mich irgendwann dazu gebracht, diese ausgedehnten Kapitel zu überblättern und nur noch zu lesen, was im Leben der Hauptfigur passiert. Vielleicht lese ich dieses Buch irgendwann noch einmal in anderer Stimmung, und lasse mich mitnehmen auf einen melancholischen Rundgang durch die Weltliteratur.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Vom Verlust und vom Lesen

Von: Ltrtr.de Datum: 23.09.2017

www.ltrtr.de

Am Beginn steht die Not: „Das volle Jahr und der Tag waren verstrichen, und ich wusste mir noch immer keinen Rat.“ Die Ich-Erzählerin hat ihre Lebenspartnerin verloren, seit einem Jahr trauert sie und versucht, wieder zu sich zu finden. Bezüglich der Beziehung und deren Ende bekommen wir in „Wem erzähle ich das?“ aber nur spärliche Hintergründe geliefert: weder Namen noch Krankheitsverlauf noch episodische Rückblicke auf die gemeinsame Liebe. Es gibt nur das Hier und Jetzt, ein allenthalben von Trauer durchzogener Raum, sowie die Literatur, die den beiden Frauen offenkundig sehr viel bedeutet.

Immer wieder streift die Protagonistin durch das Bibliothekszimmer, zieht Bücher heraus, wagt sich vor in die Geschichten, insbesondere in „Oliver Twist“ von Charles Dickens. Steht dort etwas, was die eigene Gegenwart erhellt? Etwas, was von Verlust und Liebe spricht? Von der ersten Seite an ist „Wem erzähle ich das?“ von außerordentlicher Einfühlsamkeit und Prägnanz: weil hier Literatur als ein Dialog gedacht wird, als der sprachliche Versuch, zueinander in Kontakt zu treten, über Zeiten und Räume, ja, über Leben und Tod hinweg.

So nimmt es nicht wunder, dass die Verstorbene bald schon als ein Geist herbeiimaginiert wird, um die schmerzlich klaffende Lücke zu füllen – und sei es nur als spektrale Phantasie. Bis zuletzt hatte die Freundin an vier Vorlesungen zur Literatur gearbeitet, die sie an einer Universität geben sollte. Die zurückgelassenen Manuskripte werden nun von der Ich-Erzählerin durchgelesen, kommentiert, weitergedacht, oft im Beisein des Du-Geists. Dementsprechend ist das Buch in vier Kapitel eingeteilt, jedes widmet sich einer der Vorlesungen: „Zeit“, „Form“, „Ränder“, „Angebot und Widerspiegelung“.

In einer so ausschweifenden wie triftigen Kombinatorik verschaltet die 1962 geborene Smith hier verschiedenste Autoren und Autorinnen miteinander, über Epochen hinweg. Das Gilgamesch-Epos steht neben Walter Benjamin, Erzählungen von Katherine Mansfield neben Essays von Virginia Woolf. Alles greift ineinander, um sich dem Anliegen einer jeder Poetikvorlesung zu stellen: Wie wird aus Sprache eine geformte, schöne, andere Realität? In diese Recherche mischt sich unaufdringlich der Alltag der Ich-Erzählerin hinein. Job, Therapiesitzung oder Kurzurlaube – alles strahlt vom Rand aus das Zentrum an, den Mittelpunkt, die Frage nach dem, was Literatur ausmacht.

Und gerade hierin glänzt dieser bescheidene Essay, der von Silvia Morawetz ins Deutsche übertragen wurde: Er sucht in den literarischen Werken keinen wohlfeilen Trost für schwierige Zeiten, keine Schulterklopf-Empathie, sondern fragt in zögernder Neugierde nach dem, was Literatur in all ihren historischen, theoretischen und poetologischen Weiten für den einzelnen Menschen ausmacht. Dabei gelingt es Smith, die heikle Kombination „Ein Autor spricht über das Schreiben“ aufs Eindringlichste zu bespielen, ohne ins lehrhafte Zitieren und Dozieren zu verfallen.

Bereits 2012 hatte die schottische Autorin die Texte vorgestellt, als ihr vom St. Anne’s College in Oxford die „Weidenfeld Visiting Professorship“ zuerkannt worden war. Das Buch erschien im selben Jahr auf Englisch; seit einigen Monaten liegt es nun endlich auf Deutsch vor.

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