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Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-18006-5

Erschienen: 18.07.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Paperback

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Stieg Larsson hat es getan, Henning Mankell auch, Håkan Nesser, Camilla Läckberg und Åsa Larsson. Die Experten in Sachen Spannung eroberten mit ihren Bestsellern die Welt. Henrik Lange enthüllt mit Augenzwinkern und charmanten Zeichnungen, was der Erfolgsautor für eine Krimi-Bestsellerstory ganz unbedingt braucht: Der ermittelnde Kommissar im Mittelpunkt beispielsweise muss – stets schlecht rasiert, verkatert und mit Kippe im Mundwinkel – den komplizierten Fall natürlich lässig lösen, zugleich schlägt er sich mit Exfrau, Kindern, Alkoholproblemen und schlechtem Sex herum. Niemals fehlen dürfen beim Personal der peinliche Vorgesetzte, die nervige Journalistin, der Dorftrottel und die alte Dame. Merke außerdem: Die Kaffeemaschine ist immer kaputt! Eine hinreißende Persiflage auf das geniale und verblüffend schlichte Bauprinzip des beliebten Erfolgsgenres.

»Mordsmäßige Lektion«

Nordis (20.08.2016)

Henrik Lange (Autor)

Henrik Lange wurde 1972 in Göteborg geboren. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht und dazu unzählige Kinder- und Sachbücher illustriert. Das Zeichnen brachte er sich selbst bei. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. In Deutschland bekannt wurde er mit seinen witzigen Comic-Büchern »Weltliteratur für Eilige« und »Filmklassiker für Eilige«. Die humorvolle Kurzzusammenfassung bekannter Werke – vier schlichte Zeichnungen auf einer Seite – sind sein Markenzeichen.

»Mordsmäßige Lektion«

Nordis (20.08.2016)

»Ein aberwitziges Büchlein, das neben der düsteren Atmosphäre der Schwedenkrimis reichlich Abwechslung bietet.«

Literaturschock.de (14.09.2016)

Aus dem Schwedischen von Leena Flegler
Originaltitel: Lektion i Mord
Originalverlag: Kartago Förlag, Stockholm 2015

eBook (epub)
durchgehend s/w illustriert

ISBN: 978-3-641-18006-5

€ 9,99 [D] | CHF 12,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Goldmann

Erschienen: 18.07.2016

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

»Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben« von Henrik Lange

Von: Shaakai Datum: 23.11.2016

https://bibliophiline.wordpress.com/

Henning Mankel, Stieg Larsson, Liza Marklund und Håkan Nesser haben’s getan. Und ihnen gleich andere Vertreter ihrer literarischen Zunft: einen Schwedenkrimi geschrieben. Schwedenkrimis sind beliebt und funktionieren immer, nicht nur in Buchform, auch im Hörspiel, sowie als Blockbuster in den Lichtspielhäusern. Nur, warum und was ist das Geheimrezept, das so viele Krimis der nördlichen Gefilden zum Erfolg verhilft?

Henrik Lange hat selbst einen Krimi-Comic geschrieben, anhand dessen man die typischen Charateristika erkennen kann. Seien es nun die chronisch kaputten Kaffeeautomaten, den abhalfterten, aber doch sympathischen Kommissar mit all seinen Lastern, die ihn eigentlich zum Antihelden stempeln, der aber so menschlich wirkt, daß man ihn einfach mögen muß, seien es auch die fast schon obligatorischen Frauenbeziehungen, die die Geschichte nicht vorantreiben, sondern einfach nur das Bedürfnis nach menschlicher Nähe bei Protagonist und Leser erfüllen sollen. Lange läßt so gesehen wirklich nichts aus und er entlarvt mit Ironie und klaren Bildern eben diese eigentlich so simplen literarischen Strickmuster, die immer wieder funktionieren und den Leser in den Bann ziehen. Daß dabei auch Charaktermerkmale des Lieblingsermittlerprotagonisten wie Blick wie ein Hundewelpe und gleichzeitig irgendwie eiskalt entstehen, die abstrus und zugleich lachhaft sind, weiß Lange wunderbar zu illustrieren.

Wer Henrik Langes bereits erschiene Comic-Bücher »Weltliteratur für Eilige« kennt, wird ein ungefähres Bild vom zeichnerischen Stil und Aufbau des neuen Buches »Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben« (Goldmann 2016) haben. Ganzseitige Illustrationen erzählen die Geschichte um den Mord an einem Mädchen und um sehr, sehr billige Wurst. Dabei erläutern kurze, knackige Texte spitzzüngig das Wesen des Krimis und führt dem Leser dabei deutlich vor Augen, wie leicht auch er sich blenden läßt.

»Wie oben angedeutet, haben Sie wahrscheinlich keinen Schimmer von Polizeiarbeit. Deshalb hat unser Kommissar auch einen siebten Sinn und ein außergewöhnliches Bauchgefühl, damit er den Fall urplötzlich mit einem einzigen Aha-Erlebnis knacken kann, wenn nur noch wenige Seiten übrig sind.« (S. 126)

Die Zeichnungen sind einfach gehalten und zeigen überzeichnete, humoresk anmutende Klischees.
Aufgelockert wird das alles mit den bekannten Vier-Bild-Comics bekannter Schwedenkrimis. Da wird die Story auf das Essentiellste runtergedampft, steht völlig spannungsentladen und auf ein verzerrtes Gerippe reduziert vor dem Leser, der sich über diese Plattheit nur amüsieren kann.

Alles in Allem schuf Lange ein Buch, das den Zeitgeist trifft: Humor mit Comic und Kriminalliteratur gemischt. Es ist keine hohe Lektüre, eher etwas für zwischendurch, zum puren Amüsement geschrieben und auch für all die Schwedenkrimisüchtigen, die sich schon immer fragten: Wieso funktioniert das nur so gut?

Ein humorvoller Ratgeber, der die Klischees eines Schwedenkrimis aufzeigt

Von: Tanja Datum: 10.11.2016

der-duft-von-buechern-und-kaffee.blogspot.de/

Inhalt:

Eigentlich sagt der Titel des Romans schon alles: Henrik Lange erklärt in seinem Buch mit mehr Zeichnungen als Text „wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben“ und wie der Hauptcharakter eines Schwedenkrimis aussehen sollte, welchen weiteren Charakteren er im Laufe der Geschichte begegnen sollte. Wie man den Plot aufbaut, wie man den Krimi enden lässt, damit es ein Bestseller wird; welche Werbemaßnahmen man dezent in das Buch einbauen kann, wie man genügend Füllstoff kreiert. Der Autor findet auf alle Fragen eine klischeebeladene und humorvolle Antwort.



Schreibstil:

Vorweg: Dieses Buch ist kein Ratgeber im eigentlichen Sinne. Vielmehr zeigt der Autor die Klischees des klassischen Schwedenkrimis auf. Humorvoll stellt er die notwendigen Charaktere wie die ständig zynische und verbitterte Rechtsmedizinerin, die alte Dame, die im Wesentlichen nur den Zweck verfolgt, im Weg rumzustehen sowie den nervigen Vorgesetzten, der dem Helden eher Steine in den Weg legt, als ihm wirklich zu helfen, anhand eines Beispielplots vor.

Ist es nicht immer so, dass die Exfreundin im falschen Moment anruft, irgendeine Hütte heimelig beleuchtet am Rande erwähnt wird, der Kaffeeautomat ständig kaputt und der Held einerseits total der Versager, andererseits aber der Einzige ist, dem man die Lösung des Falls zutraut?

Mit einem einfachen schwedischen Vornamen ausgestattet, möglichst heruntergekommen im Aussehen und Lebensstil, mit einer kleinen Narbe an der Schulter, deren Geschichte man in weiteren Romanen als Nebenplot vermarkten kann, einer Tochter, mit der er eher schlecht als recht klarkommt, ungesunder Ernährung und ständig verkatert, entspricht der Charakter schon den archetypischen Merkmalen des typischen Schwedenkrimiklischees.

Wie erhält man den nötigen Füllstoff für die Handlung? Henrik Lange sorgt in seinem Ratgeber auch dafür, dass der Autor nicht nur schnell seinen Mordfall präsentiert und mit überraschenden Wendungen füllt, auch gibt er Empfehlungen, welche Nebensächlichkeiten man in seinen Roman einfließen lassen sollte. Ganz nebenbei erklärt er die Vorzüge, die sich dadurch für den Autor ergeben. Er rät: Bauen Sie ruhig beiläufig ihre Hobbys/Leidenschaften mit in die Geschichte ein. Bauen Sie zum Beispiel eine im Hintergrund laufende Radiosendung über vegetarische Ernährung oder die Nachbarin ein, die den heruntergekommenen Helden mit dem Resultaten ihrer grandiosen Backrezepte versorgt. Diese Erwähnungen schaffen einen perfekten Einstieg für nachfolgende Werke wie zum Beispiel Kochbücher.
Auch eine ausgiebig beschriebene Landschaftsszene bietet so ihre Vorteile: Einerseits schafft man ein wenig Füllstoff für den Roman, andererseits kann man dem Leser an diesen Szenen zeigen, dass man wirklich gut schreiben kann. Auch Produktplacement kann nie schaden. Die beiläufige Erwähnung einer Auto- oder Handymarke sorgt gegebenenfalls später für nette Werbegeschenke der angesprochenen Firma!?

Neben Tipps zum Schreiben des Krimis, Füllstoff für die Handlung und Werbestrategien, erhält der Leser auch einen Ratschlag, welche Personen man unbedingt in der Danksagung erwähnen sollte. Als kleines Special für Schwedenkrimikenner werden namhafte Schwedenkrimis mit vier Comicfeldern im Schnelldurchlauf vorgestellt.

Wie man sieht: Dieses Buch bietet einerseits ein paar interessante Tipps, andererseits nimmt es sich selbst auch nicht allzu ernst.



Zeichenstil:

Henrik Lange füllt sein Buch mit Zeichnungen im ähnlichen Stil, wie denen, die man auf dem Titelbild bereits erkennen kann. Mit dunklen Schraffierungen versehen, wirken Szenen und Charaktere ein wenig verrucht, die Aura schmuddelig und düster.

Auf einer Seite findet man im Schnitt die Überschrift und einen kurzen Text, der den Leser ins Bild setzt, worum es hier geht. Eine humorvolle, leicht zynische Zeichnung schafft visuelle Anreize. Hier sieht man nicht selten einen der Charaktere mit einer Sprechblase versehen. Einige Pfeile weisen auf die verschiedenen Details der Zeichnung hin und bieten mit einer Randbemerkung „wertvolle“ Tipps für den angehenden Autor.



Fazit:

Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben wirft erfrischende und geistreiche Blicke auf das Phänomen Schwedenkrimi. Es bietet geneigten Lesern eine humorvolle Einführung in die Klischees des Schwedenkrimis.
Mit zynischen Zeichnungen und Randbemerkungen hilft Henrik Lange dem Leser vielleicht nicht die Erfolgsleiter in geradezu atemberaubendem Tempo zu erklimmen, informativ, inspirierend und sehr unterhaltsam ist es aber allemal.
Eines ist gewiss: Nach dem Lesen dieses Comicratgebers kehrt man mit der ein oder anderen Lachträne im Augenwinkel und hochmotiviert, was das Schreiben eines Schwedenkrimis angeht, in den Alltag zurück.



Buchzitate:

Vielleicht wollen Sie ja eigentlich viel lieber ein Sachbuch über die Klöppeltradition im mittelalterlichen Skövde schreiben? Aber würde das irgendwer lesen? Nein. Trotzdem kann es funktionieren – bauen Sie es einfach in eine Krimihandlung ein.

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