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Winter in Maine Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-16801-8

Erschienen: 26.02.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

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»Winter in Maine: Das Buch des Jahres – ein meisterhafter Roman.«

Aus der Begründung der Jury zum Buch des Jahres 2008

Der Winter in den Wäldern von Maine ist kalt und einsam. Bisher hat das Julius Winsome nicht gestört, er lebt schon lange allein, und er hat einen treuen Gefährten, seinen Pitbullterrier Hobbes. Als sein Hund eines Nachmittags offenbar absichtlich erschossen wird, bricht Julius’ Welt zusammen. Und er fasst einen erschreckenden Entschluss ...

Julius Winsome lebt zurückgezogen in einer Jagdhütte in den Wäldern von Maine. Der Winter steht vor der Tür, er ist allein, aber er hat die über dreitausend Bücher seines Vaters zur Gesellschaft und vor allem seinen Hund Hobbes, ein treuer und verspielter Pitbullterrier. Eines Nachmittags, als er gerade vor dem Feuer sitzt und liest, hört er einen Schuss. Eigentlich nichts Besonderes, denn es ist gerade Jagdsaison. Dennoch wundert sich Winsome, weil der Schuss ganz in seiner Nähe gefallen ist, zu nahe. Als er vor die Tür geht, entdeckt er, dass Hobbes erschossen wurde – offenbar mit Absicht.

Der Verlust trifft Julius mit ungeahnter Wucht. Er denkt an all die anderen Verluste in seinem Leben: die Mutter, die er gar nicht kannte, weil sie bei seiner Geburt starb, den Vater, der nie wieder heiratete, der ihn allein großzog und ihm die Sprache Shakespeares beibrachte und jetzt auch schon zwanzig Jahre nicht mehr da ist, an Claire, die einzige Frau in seinem Leben, die ihn einen Sommer lang liebte und dann wieder verschwand. Und jetzt Hobbes, sein letzter wahrer Freund. Am nächsten Tag holt er das Gewehr seines Großvaters aus der Scheune und zieht los, um seinen Hund zu rächen. Er macht Jagd auf die Jäger. Und obwohl diese Rache ebenso sinnlos ist wie die Tat, die ihr zugrundeliegt, verstehen wir diesen einsamen, verzweifelten Mörder, werden seine Komplizen in Eis und Schnee.

„Dieses Buch ist irre. …Wenn Sie es gelesen haben, werden Sie verstehen, warum“

Christine Westermann/WDR 2 (02.01.2010)

Gerard Donovan (Autor)

Gerard Donovan wurde 1959 in Wexford, Irland, geboren und lebt heute im Staat New York. Er studierte Philosophie, Germanistik und klassische Gitarre, veröffentlichte drei Gedichtbände, Shortstorys und drei Romane. Sein erster Roman „Ein bitterkalter Nachmittag“ wurde mit dem Kerry Group Irish Fiction Award ausgezeichnet und stand auf der Longlist des Man Booker Prize 2003. Sein jüngster Roman „Winter in Maine“ war ein internationaler Bestseller.


Thomas Gunkel (Übersetzer)

Thomas Gunkel, geb 1956 in Treysa, Erzieher, Studium der Germanistik und Geographie, Übersetzer von u.a. Dermot Bolger, Jon Krakauer, Stewart O'Nan, William Trevor.

„Dieses Buch ist irre. …Wenn Sie es gelesen haben, werden Sie verstehen, warum“

Christine Westermann/WDR 2 (02.01.2009)

„Ohne Moral, ohne Wertung. Blutig, berührend. Irritierend, groß.“

Welt (06.02.2010)

"Kann man sich für den Verlust der vollkommenen Liebe rächen? Eine erschreckende und zugleich herzzerreißende Antwort gibt dieser meisterhafte Roman."

Nuala O'Faolain

"Ein kleines Meisterwerk ... eines jener seltenen Bücher, die lebensklug und dabei höchst unterhaltsam sind."

Colum McCann

„Julius Winsome übt einen starken Sog auf die dunkleren Winkel unserer Phantasie aus.“

Booklist

Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Originaltitel: Julius Winsome
Originalverlag: The Overlook Press, Peter Mayer Publishers, Inc., Woodstock & New York

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-16801-8

€ 8,99 [D] | CHF 11,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 26.02.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Großartiges Buch!

Von: Mina Bibliophilia Datum: 22.02.2017

https://www.facebook.com/Bibliophilias-Bücherwelt-588042884545828/

Julius Winsome lebt mit seinem Hund Hobbes in den Wäldern von Maine. Er ist umgeben von 3282 Büchern, die seinem Leben einen tieferen Sinn geben.
Er lernt Claire kennen und hat eine kurze, aber schöne Zeit mit ihr. Ihm geht es eigentlich ganz gut, er ist ein genügsamer Mensch und sich selbst genug.
Eines Tages meint er, einen Schuss gehört zu haben. Erst denkt er sich nichts dabei, da in Maine gerade Jagdzeit ist. Aber als sein Hund Hobbes verschwunden bleibt und er ihn kurz darauf erschossen in der Nähe seines Hauses findet, nimmt sein Leben eine jähe Wendung.
Julius trifft einen folgenschweren Entschluss.
Er begräbt seinen Hund und hängt in der Stadt Plakate auf, erhofft sich dadurch Hinweise, wer Hobbes erschossen hat. Seine Plakate werden mit Parolen beschmiert und verspottet, was Julius zunehmend wütend macht.
Er ist gebrochen, flüchtet sich in seine Bücher, in die Werke Shakespeares, nutzt dessen Wortkreationen, die ihn fortan täglich bei der Suche nach Hobbes Mörder begleiten.
Wer hat seinen Hund erschossen? Hat Claire etwas damit zu tun, die ihm erst zu einem Hund geraten hat?
Die unerbittliche Suche eines Mannes nach dem Mörder seines geliebten Hundes. Er geht wortwörtlich über Leichen.

Die Sprache ist klar, ohne Schnörkel, abgesehen von den shakespeareschen Wortschöpfungen.
Es ist ein klassisches Werk über Verlustängste, die jedem von uns innewohnen. Das Buch hat für ein paar kurzweilige, aber schöne Stunden gesorgt. Man überlegt sich die ganze Zeit, was man an seiner Stelle getan hätte. Man leidet mit ihm und kann seine Taten sehr gut nachvollziehen. Was Claire betrifft, so war ich mir bis zum Schluss nicht sicher, ob sie mir nun sympathisch ist oder nicht. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig, solange einem der Hauptprotagonist sympathisch erscheint. Darüber hinaus hat Donovan den Winter in den Wäldern Maines sehr schön beschrieben. Man fühlt die Kälte, hört das Knirschen des Schnees unter den Schuhsohlen, hört das leise Rieseln der Schneeflocken, das Prasseln im Kamin, sieht durch Julius' Augen die Bäume in diesem abgelegenen Waldstück, scheinbar so fernab der Zivilisation. Julius' innerer Frieden wird damit verdeutlicht, bevor die Tragödie passiert. Seine Ausflüge in die Stadt, um Lebensmittel einzukaufen oder Plakate aufzuhängen, empfand ich als störenden Gegensatz zu den sonst so friedlichen Begebenheiten in seinem kleinen Reich, hoch oben in den verschneiten Wäldern von Maine. Allein dieser wundervollen Beschreibungen willen würde ich ganz klar sagen: Pflichtlektüre!

Ein Mann und eine Geschichte

Von: WortGestalt-BuchBlog Datum: 20.02.2017

wortgestalt-buchblog.de

Ein Mann lebt seit gut 50 Jahren in einer Hütte in den Wäldern Maines, hoch oben im Norden, unweit der kanadischen Grenze. Er lebt dort mit den 3282 Büchern, die ihm sein Vater nebst Hütte vererbt hat und mit seinem Hund Hobbes, der nach dem englischen Philosophen und Mathematiker benannt wurde. Der Mann heißt Julius Winsome. Und ist Protagonist, Ich-Erzähler und Hauptelement dieses Romans, der im englischen Original deshalb schlicht den Titel seiner Hauptfigur trägt, „Julius Winsome“.


Ein Mann und eine Geschichte

Denn Julius Winsome ist diese Geschichte. Eine Geschichte voller Stille und Kälte und Einsamkeit, voller Liebe und voller Ruhe. Und von eigenartiger Wucht. Ein Mann voller Stille und Kälte und Einsamkeit, voller Liebe und voller Ruhe. Und von eigenartiger Wucht. Das ist Julius Winsome.

Während er im Sommer als Landschaftsgärtner für wohlhabende Leute in der Umgebung arbeitet, zieht er sich in den Wintermonaten in seine Hütte zurück, fährt ab und an in den Supermarkt und ins Café im Ort und verbringt ansonsten seine Tage lesend vor dem Ofen in Gesellschaft seines Hundes. Bis an einem Nachmittag Ende Oktober der Hund nicht mehr in die Hütte zurückkehrt. Julius findet ihn später, angeschossen von einer Schrotflinte. Wie der Tierarzt ihm bestätigt, wurde das Tier aus nächster Nähe getötet.


Die Bücher und das Gewehr

Mit der gleichen stoischen Ruhe, mit der Julius seine Tage begeht, zieht er nun mit dem alten Gewehr seines verstorbenen Großvaters los und sucht den Mörder seines Hundes. Dabei schreitet die Handlung in einem Wechsel aus Erinnerungen an Julius Vergangenheit und den Ereignissen in den Wäldern Maines voran und erzählt von einem Großwerden zwischen den Werken von Shakespeare und Dickens, von einem besonnenen und liebevollen Vater, von den Kriegerlebnissen des Großvaters und der Abneigung gegen das Töten.

Und doch greift dieser Mann, der mit Respekt vor dem Leben aufgewachsen ist und die Jagd verabscheut, zur Waffe. Der Mord an seinem treuen Begleiter hat etwas in ihm aufgerührt. Eine Konstante gestört. Ist in seine Behaglichkeit eingedrungen. Julius Reaktion eine leidenschaftslose Notwendigkeit, so scheint es. Während man also erlebt, wie er ohne merklich die Fassung zu verlieren, zum Mörder wird, fragt man sich so vieles. Und auch wieder nichts. In seinem Handeln liegt eine bedächtige Ruhe, etwas, das fast wie Routine wirkt, obwohl es die völlige Abkehr von seinem bisherigen Leben bedeutet.


Ein Kleinod

Das alles wäre stellenweise sehr schwer zu greifen, wäre da nicht die wundervolle, klare Sprache des Autors, mit der seinen Protagonisten und sein Setting passgenau schneidert. Dadurch entsteht ein wahres Kleinod an Roman, das aus Worten eine ganze Welt enstehen lässt. Die Szenerie der Wälder Maines, der fallenende Schnee, die Kälte, die Abgeschiedenheit, das alles wird fühlbar. Und auch wenn mir für mein persönliches Glück der Plot etwas zu schlicht ausgestaltet war, liegt in eben dieser Schlichtheit auch seine Schönheit.

Fazit: Ein intensiver Roman, der mit seiner schönen, klaren Sprache eine Art distanzierte Nähe zu dem Geschehen aufbaut, die fast hypnotisierend wirkt. Dazu die Atmosphäre der Wälder im Norden Maines, die Kälte, der Schnee, die Stille, das Weiß, das alles umgibt einen beim Lesen wie eine Glocke. Auch wenn der Plot gern etwas komplexer sein dürfte, bringt „Winter in Maine“ ein wunderbar andächtiges wie konzentriertes Leseerlebnis.

Bewertung: 4,2 Punkte = 4 Sterne

Stil: 5/5 | Idee: 5/5 | Umsetzung: 4/5 | Figuren: 5/5
Pot-Entwicklung: 4/5 | Tempo: 4/5 | Tiefe: 4/5
Komplexität: 3/5 | Lesespaß: 4/5 | = 4,2 Punkte

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