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Wir Tiere Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-10317-0

Erschienen: 30.09.2013
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Gewalt und Mitleid, Pathos und Humor – die aufregendste junge Stimme aus den USA

Drei Brüder schlagen sich durch ihre Kindheit: Sie bewerfen sich gegenseitig mit Tomaten, bauen aus Müllsäcken Drachen, verstecken sich, wenn sich die Eltern anschreien, dreschen auf Paps und Ma ein, wenn diese lachen. Die Eltern, nur wenig älter als ihre Kinder, stammen aus Brooklyn – er ist Puerto Ricaner, sie eine Weiße –, und ihre Liebe ist eine ernsthafte, gefährliche Sache, die die Familie zusammenschweißt, sie aber auch immer wieder zerreißt. Laut ist es in diesem Haushalt und leidenschaftlich, die Jungs sind immer hungrig und wollen mehr: mehr Fleisch, mehr Krach, mehr Wärme, mehr Leben.

»Wir Tiere« erkundet die ungestümen Jahre des Erwachsenwerdens – wie stark wir durch unsere ersten Bindungen geformt und wie wir schließlich mit Fluchtgeschwindigkeit in unsere Zukunft geschleudert werden.

»[…] einer der interessantesten jungen amerikanischen Schriftsteller: Ein Coming-of-Age-Roman hatte schon lange nicht mehr so viel Beat.«

DER SPIEGEL, 21.12.2013

Justin Torres (Autor)

Justin Torres zählt zu den interessantesten jungen Stimmen der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur. Er wurde 1980 geboren und wuchs in Upstate New York auf. Er war als Landarbeiter, Hundeausführer, Buchhändler und Lehrer für kreatives Schreiben tätig und ist gegenwärtig Wallace-Stegner-Stipendiat an der Unversität Stanford. "Wir Tiere" ist sein erster Roman, der viele begeisterte Kritiker und Leser gefunden hat, weltweit in über einem Dutzend Länder erscheint und mit dem Cabell First Novelist Award ausgezeichnet wurde.

»[…] einer der interessantesten jungen amerikanischen Schriftsteller: Ein Coming-of-Age-Roman hatte schon lange nicht mehr so viel Beat.«

DER SPIEGEL, 21.12.2013

»Eine ebenso farbige wie poetische Sprache, kurze prägnante Sätze, wie atemlos hervorgestoßen. Eine Unerbittlichkeit, eine Dringlichkeit, die einen dem Ende entgegenfiebern lässt. Ein beeindruckendes Debüt.«

Deutschlandradio - Kultur, 05.12.2013

»Seit Frank McCourts Die Asche meiner Mutter gab es keine so gewalttätige und gleichzeitig zarte Geschichte über das Erwachsenwerden.«

stern, 31.10.2013

»Ein Roman voller Liebe und Verzweiflung, der einen zu Tränen rührt.«

COSMOPOLITAN (01.11.2013)

»... intensiv, schön, knapp, auch sprachwitzig, sodass man dieses harte Kindheitsbuch nach dem Zuschlagen gleich wieder aufklappen muss. Selten, so etwas.«

ORF, Ö1, "Ex libris", Teresa Präauer (20.10.2013)

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Aus dem Englischen von Peter Torberg
Originaltitel: We, the animals
Originalverlag: Houghton, Mifflin, Harcourt

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-10317-0

€ 8,99 [D] | CHF 11,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Belletristik

Erschienen: 30.09.2013

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Tiefer Nachhall garantiert nach diesem Blick ins Ghetto

Von: Kasia  aus Berlin Datum: 01.04.2017

www.nichtohnemeinbuch.com

Auf der Buchrückseite kann man eine Empfehlung der Vanity Fair lesen:
„Ein unwiderstehlicher wilder Roman über das Erwachsenwerden, der Ihnen das Herz brechen wird.“ Zitatende.

Bevor der Roman mein Herz gebrochen hat, hat er es erfüllt. Erfüllt mit dem Blick eines heranwachsenden Jungen, der mit einiger inneren Distanz auf sich und seine Familie blickt.

Die Message

Man entwickelt früh im Buch das Gefühl, dass der Ich-Erzähler der Autor selbst ist und dass er zwei Dinge auf den Weg mitgeben will. Zum einen, wie tief er seine Familie liebt und zum anderen was für einen zähen, wilden und undankbaren Sumpf seine Herkunftsfamilie gebildet hat.

Sein naiv-kindlicher und dennoch gnadenlos sezierender Blick stellt dem Leser alle Familienmitglieder vor. Im Zentrum steht aber die Beziehung zu seinen beiden Brüdern. Die drei Brüder bilden eine Front gegen die Eltern, die nur mit Mühe gegen die Herausforderungen einer Latinomigrantenherkunft ankämpfen. Kontinuierlich droht die Arbeitslosigkeit. Sowohl bei Mutter als auch bei Vater. Gleichzeitig malocht sich zumindest die Mutter in undankbarer Schichtarbeit in einer Brauerei den Buckel krumm. Die Bewältigungsmechanismen der Eltern auf ihre schwierigen Lebensumstände erscheinen zunächst typisch – Alkoholkonsum gehört zum Alltag, lautstarke Konflikte bis hin zu punktueller Gewalt ebenso.

Trotzdem ist das Buch kein typisches „böses Ghetto“-Drama!

Mit Fortschreiten der Geschichte lernen wir die Eltern als auf ihre Art liebende, fürsorgliche Eltern kennen, die sich selbst verloren haben im Sog des Lebens und der Armut.
Es ist wundervoll, wie wir durch den Blick des Kindes mitgenommen werden in die Reaktionen der Brüder und vor allem des Erzählers. Ich bin lange keinem so nachvollziehbaren Erzählpfad gefolgt, der mir aufzeigt, wie kindliche Interpretation funktioniert und kindliche Stressbewältigung.

Die Brüder sind bei weitem keine hilflosen Opfer. Sie sind jeder für sich und alle drei zusammen eine Instanz. Am besten lasse ich an der Stelle den Autor selbst zu Wort kommen:

Zitat

„Als wir Brüder waren, waren wir die Musketiere. ‚Einer für alle! Und alle auf einen!‘, schrien wir und fochten mit unseren Gabeln.
Wir waren Monster – Frankenstein, Frankensteins Braut, Frankensteins Baby. Wir bastelten Zwillen aus Buttermessern und Gummibändern, kauerten unter Autos und schossen mit Kieselsteinen auf weiße Frauen – wir waren die drei Bären, die sich an Goldlöckchen wegen des fehlenden Breichens rächten.
Die Gottezahl ist Drei.
Wir waren die Gotteszahl.“ Zitatende.

Stil

Nicht zuletzt bedient der Autor meine Vorliebe für knappen Schreibstil, wohlgewählte Sätze und unglaublich berührende Metaphern/Bilder. Eine tolle Metapher des „in den Himmel Fallens“ ist auch wunderbar auf dem Cover der Hardcoverversion des Buches umgesetzt. Mittlerweile ist das Cover der Taschenbuchversion anders, nimmt aber ebenso eine Geschichte von vielen auf.

Es gibt in dem Buch keine Einleitung oder auch klassische Spannungskurve. Der Leser wird ebenso grob und wüst in die Welt dieser Familie hineingeschleudert, wie die Protagonisten eben sind. Jedes Kapitel für sich erzählt einen Aspekt und eine neue Minigeschichte.
Alle zusammen formen ein immer schärferes Bild. Ein Bild von Ausbruchsversuchen und ein Bild einer liebevollen, völlig überforderten Familie. Bis zum Ausklang oder Schluß des Buches, welches dann eine kleine Überraschung inkl. Selbstoffenbarung des Erzählers birgt. Nun, ich habe es zumindest nicht kommen sehen.

Fazit

Das Buch hinterlässt einen tiefen Nachhall bei mir und ich gebe aus ganzem Herzen die bestmögliche Bewertung, die ich mir denken kann. Alle Daumen gereckt, keine Fragen oder „Abers“ offen.

Für Dich, mein/e werte/r BlogleserIn, habe ich nur eine Message: Les´das Buch!

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