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Zeitmaschinen gehen anders Meisterwerke der Science Fiction
Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20992-6

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Erschienen: 11.09.2017
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Das Geheimnis der Zeit

Daniel Eakins, ein Collegestudent im Jahr 1974, bekommt eines Tages Besuch von seinem Onkel Jim. Doch dieser stirbt schon bald und hinterlässt Daniel ein einzigartiges Erbstück – einen Zeitgürtel. Damit ist Daniel in der Lage, in der Zeit hin und her zu reisen. Schon bald begegnet er in der Zukunft einer weiteren Version seiner selbst, gewinnt Geld bei Pferdewetten und wird reich. Aber das wahre Geheimnis der Zeit kennt er noch nicht, und es wird ihn alles kosten …

David Gerrold (Autor)

David Gerrold wurde am 24. Januar 1944 als Jerrold David Friedmann in Chicago geboren. Er studierte Theaterwissenschaften in Los Angeles und schloss 1967 mit einem B.A. ab. Am 8. September 1966 sah er die erste Folge der TV-Serie Star Trek im Fernsehen und war so begeistert, dass er Produzent Gene L. Coon einen Entwurf für eine Doppelfolge schickte, die dieser allerdings ablehnte. Coon erkannte jedoch Gerrolds Talent und bat ihn um weitere Ideen. Eine davon war „Kennen Sie Tribbles?“, die für den Hugo Award nominiert wurde und heute eine der beliebtesten Star-Trek-Episoden ist. Nachdem er einige Kurzgeschichten in Magazinen veröffentlicht hatte, schrieb Gerrold zusammen mit Larry Niven seinen ersten Roman, die SF-Humoreske „Die fliegenden Zauberer“. Anfang der Siebzigerjahre folgten die hochgelobten Romane „Ich bin Harlie“ und „Zeitmaschinen gehen anders“, die heute zu den Klassikern des Genres gehören. In den Achtzigern begann Gerrold mit seinem Chtorr-Zyklus, an dem er bis heute arbeitet. Daneben schreibt er weiter Drehbücher, unter anderem zu der für den Nebula-Award nominierten Star-Trek-Fan-Serie „New Voyages“.

Originaltitel: The man who folded himself

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20992-6

€ 8,99 [D] | CHF 11,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

NEU
Erschienen: 11.09.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Beeindruckende und extrem philosophische Zeitreise, die im Gedächtnis haften bleibt.

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten Datum: 12.09.2017

https://buchwelten.wordpress.com/

Daniel Eakins erbt von seinem Onkel lediglich ein seltsames Paket. Als er es öffnet, findet er einen Gürtel darin, der mit mysteriösen Zeichen versehen ist, die darauf hindeuten, dass es sich um eine Art Zeitmaschine handelt. Daniel probiert den Gürtel neugierig aus und landet tatsächlich in einer anderen Zeit. Schon bald stellt er fest, dass er Geschehnisse in der Vergangenheit zu seinem Vorteil manipulieren kann. Es dauert aber nicht lange, bis er sich selbst begegnet. Und das nicht nur einmal …

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„Zeitmaschinen gehen anders“ beginnt relativ unspektakulär, was aber nicht heißt, dass das Buch keinen guten Einstieg hat. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit nähert sich David Gerrold dem Thema Zeitreisen und vor allem den damit zusammenhängenden Paradoxa. Was anfangs sogar noch teilweise witzig erscheint, entwickelt sich im Verlauf der Handlung zu einem wahrlich erschreckenden Szenario und einer spannenden und philosophischen Reise in unser Ich. Es ist schon erstaunlich, wie wenig Seiten Gerrold benötigt, um ein derart komplexes Zeitreise-Abenteuer zu beschreiben. Aber er meistert diese Aufgabe mit Bravour und erschafft durch seine präzisen und emotionalen Schilderungen aus dem Stand einen Kultroman für mich. Die Seiten fliegen nur so dahin, wenn man sich auf die paradoxe Geschichte des Protagonisten einlassen kann. Man wird süchtig nach den Entscheidungen, die der anfangs noch unbedarfte Zeitreisende treffen muss, und seinen dazugehörigen Überlegungen.

David Gerrolds Roman ist im Heyne Verlag im Rahmen der Reihe „Meisterwerke der Science Fiction“ erschienen und man kann getrost behaupten, dass es sich bei dieser Perle von Buch auch um genau ein solches handelt. Der gehobene, aber dennoch oft auch sehr einfache Schreibstil lässt den in die Jahre gekommenen Leser unweigerlich in die Stimmung „älterer“ SF-Romane versinken, die in dieser Art (leider) heutzutage nicht mehr oft geschrieben werden. Es liegt tatsächlich ein wenig Nostalgie zwischen den Zeilen. Dennoch steckt Gerrold, der diesen Roman Anfang der 70er Jahre verfasst hat, eine beachtliche Recherche in sein Projekt, wenn er von Zeitsträngen und Paralleluniversen spricht. Die oftmals wirren Schilderungen können bei genauerer Betrachtung durchaus eine gewisse Logik vorweisen, die den Leser auch an der ein oder anderen Stelle zum Nachdenken bringt. „Zeitmaschinen gehen anders“ nimmt die Ausgangssituation von H.G. Wells‘ Klassiker zum Anlass und spinnt die Idee in eine vollkommen andere Richtung weiter. Auch wenn der Protagonist ein paar Dinge ändert, wie in Wells‘ Roman, so wendet sich Gerrold schon bald anderen, menschlicheren Dingen zu, die dieses Buch zu einem sehr interessanten und bedeutenden Werk machen. Es geht in erster Linie um den Menschen und wie sich sein Wesen durch Zeitsprünge verändern könnte.

Und so komme ich auch zum für mich wichtigsten und beeindruckendsten Aspekt des Romans. David Gerrold lässt seinen Protagonisten während seiner Zeitreisen „auf sich selbst los“. Daniel trifft sich nämlich selbst in verschiedenen Altersstufen und Geschlechtern. Ab einem gewissen Punkt entwickelt sich „Zeitmaschinen gehen anders“ zu einem philosophischen Feuerwerk über die Frage, ob man sich selbst lieben kann (sowohl im Geiste wie auch körperlich). Alleine letzteres schildert Gerrold auf so eindrucksvolle Art und Weise, dass es mir noch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, eine Gänsehaut verschafft. Selbstliebe, Homosexualität, körperliche und geistige Liebe zu und mit sich selbst … Fragen, die sich jeder schon einmal gestellt hat und die vielleicht unbewusst in allen von uns schlummern, werden hier auf eine derart grandiose Weise behandelt, dass ich bewegt und überwältigt meinen imaginären Hut vor David Gerrold ziehe. Auf fast schon revolutionäre und progressive Weise wird hier einem Menschen (und somit auch dem Leser) ein Spiegel vorgehalten, in dem man sich selbst betrachtet und in sein Inneres sieht. Selbst Leben und Tod werden auf eine atemberaubende Art und Weise reflektiert, so dass man sich der Faszination dieser Gedanken schlichtweg nicht entziehen kann. „Zeitmaschinen gehen anders“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Meisterwerk der Science Fiction und aufgrund seines geringen Umfangs ein grandioses Beispiel, dass nicht nur dicke Bücher eine enorme Tiefgründigkeit vorweisen können. David Gerrold hat einen philosophischen Zeitreisetrip geschrieben, den man so schnell nicht mehr vergisst.

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Fazit: Beeindruckende und extrem philosophische Zeitreise, die im Gedächtnis haften bleibt.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Eine Parabel darüber, wie Zeitreisen uns vermutlich psychisch und physisch zermürben würden, der Fluss der Zeit zur Nebensache wird und wir uns nur noch auf uns selbst verlassen können — oder?

Von: Tina / Kill Monotony Datum: 10.09.2017

www.killmonotony.wordpress.com

„Zeitmaschinen gehen anders“ ist die im Rahmen der „Meisterwerke der Science-Fiction“-Reihe erschienene Neuauflage des Klassikers von 1973. Damals wurde „The man who folded himself“, wie der Originaltitel lautet, für den Nebula Award nominiert. David Gerrold hat mit diesem Werk einen Klassiker geschaffen und diesen habe ich mir gestern in einer kleinen Lese-Session einverleibt. �� Das Vorwort ist von Sascha Mamczak und eine kleine Perle für sich. Jeder, der die alte Ausgabe noch daheim hat, sollte allein für das grandiose Vorwort einen Blick in die neue Ausgabe werfen. ❤ Inhaltlich geht es um den jungen Daniel, der von seinem Onkel Jim einen Zeitreise-Gürtel vererbt bekommt. Voller Verwirrung testet Daniel diesen erst einmal, begegnet seinem zukünftigen Ich und sein Leben ändert sich von einer Sekunde zur nächsten. Er klappert alle interessanten Ereignisse der Vergangenheit und der Zukunft ab, verändert Dinge, nur um sie später wieder zu „löschen“ und begegnet letzten Endes sogar einer weiblichen Version seiner selbst…

"Kein Moment kann mir entkommen. Ich habe das Zwielicht verfolgt und die Dämmerung eingefangen. Ich habe den Tag erobert und die Nacht gezähmt. Ich kann leben, wie und wo es mir beliebt, denn ich bin der Herr der Zeit."

David Gerrold hat hier meiner Meinung nach wirklich ein dickes Ei gelegt – im guten Sinne! Anstatt den Leser mit auf die Reise durch Zeit und Raum zu nehmen, erzählt er, wie das Zeitreisen Daniel mit der Zeit mürbe im Kopf macht, welche psychologischen Krisen er zu bewältigen hat und wie er mit der Sache überhaupt klar kommt. Während Daniel sich philosophischen inneren Monologen hingibt, erfährt der Leser allerhand Dinge, die in anderen Zeitreise-Romanen unter den Tisch gekehrt werden: Wie sieht es beispielsweise aus, wenn man mit sich selbst im Reinen ist, Selbstliebe kein Fremdwort ist und man dann eine oder mehrere Versionen seiner selbst trifft? Fühlt man sich zu „dem anderen Ich“ hingezogen? Kann so möglicherweise eine Beziehung entstehen? Und wie nimmt man das Verrinnen der Zeit wahr, wie erlebt man selbst das Heute? All diese Fragen beantwortet Gerrold in seinem kurzen Roman. Anfangs war ich sehr skeptisch, ob angesichts der Länge überhaupt eine gute Zeitreise-Story vorhanden sein kann, aber diese Zweifel wurden schnell beiseite geräumt. Die Seiten flogen nur so dahin, und schnell war das Büchlein ausgelesen. Ich musste dann erst einmal den ganzen Inhalt Revue passieren lassen, bis ich auch die eine oder andere Sache verstanden habe, aber im Großen und Ganzen kann man sagen, dass dieses Buch eine wunderbare Parabel ist. Die abgeschlossene Handlung und das Fehlen eines offenen Endes haben mich sehr erfreut, zumal ich nur selten offene Enden mag. Allerdings haben mich Kleinigkeiten gestört; zum Beispiel Daniels Umgang mit seiner weiblichen Version; die Dialoge schienen mir doch sehr unglaubwürdig (okay, es ist ein Zeitreiseroman, so viel zu Glaubwürdigkeit, aber die Dialoge müssen doch nicht ins Absurde purzeln!). Das Set-Up, also dass der gesamte Roman quasi ein Tagebuch ist, finde ich toll. Auch wenn man nicht 100% mit dem Protagonisten mitfühlen kann und er doch charakterlich „platt“ wirkt, kann man dennoch die Gedanken und die Sorgen, die in während seiner Zeitreisen plagen, auf eine Art nachvollziehen. David Gerrold hat mit „Zeitmaschinen gehen anders“ eine Idee angestoßen, wie Zeitreisen bis zu einem gewissen Punkt wirklich ablaufen würden; was wir tun würden und welche Fragen uns beschäftigen.

Fazit: Dieses Buch bildet eine tolle Parabel über das Leben, das Vergehen der Zeit und natürlich über das Zeitreisen selbst. „Zeitmaschinen gehen anders“ erzählt nicht nur von Daniels Leben, sondern vom Leben uns aller und wie wir uns im Angesicht des Todes fürchten. Es entführt den Leser auf einen scheinbar endlosen Zeitreise-Trip, der unvermeidbar mit dem Tod des Protagonisten enden muss – oder etwa nicht? Der Kreis wird jedenfalls geschlossen und trotz ein paar Nebensächlichkeiten, die den Lesefluss etwas stören, ist dieses kleine Büchlein doch mal ein Science-Fiction-Roman, der ohne fremde Planeten, Raumfahrt oder Androiden auskommt und trotzdem revolutionär ist.

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