Leserstimmen zu
Kreuzblume

Andrea Schacht

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Inhalt Köln, 1794: Antonia ist erst vier Jahre alt, als ihre Familie sich dem kaiserlichen Heer anschließt. Zum Schutz wird aus Antonia der Trossbub Toni. Eines Tages verrät ihr ihre Mutter ein wohl gehütetes Geheimnis, das Antonias Leben auf den Kopf stellen wird. Cornelius ist von Adel, doch als Falschspieler soll er für zehn Jahre ins Straflager. Noch am Pranger begegnet ihm Susanne, die ihm Mut macht. Die wiederum hat es im Haus ihrer Großeltern wegen ihres protestantischen Vaters schwer. Schwärmereien für den einquartierten französischen Soldaten Sebastien Renardet helfen ihr, mit dem Kummer fertig zu werden. David ist Cornelius‘ Cousin – oder vielleicht auch mehr als das – und Offizier in der preußischen Armee. Doch eigentlich liegt seine Leidenschaft ganz woanders. Wo und wie werden sich wohl die Wege der jungen Leute kreuzen? Meine Meinung Wenn ich ein Buch von Andrea Schacht zur Hand nehme – und das tue ich hin und wieder ganz gerne – erwarte ich eher leichte Unterhaltung – gelegentlich spritzigen Humor, daneben aber auch ernste Töne – vor historischer Kulisse, gespickt mit ein paar Details über die Stadt Köln und das Kölner Umland. Genau das bekommt man hier. Die verschollenen Baupläne des Kölner Doms spielen zwar auch eine Rolle, sind dabei aber eher Nebensache. Wer sich also den Roman kaufen will, weil er mehr über den Dom und den Dombau erfahren will, ist hier falsch beraten, auch wenn die einzelnen Abschnitte mit kurzen Szenen aus mehreren Jahrhunderten Baugeschichte eingeleitet werden. Stattdessen steht Antonia hier im Zentrum der Geschichte, eine junge Frau, die als Junge aufgewachsen ist und ihren Platz im Leben erst noch finden muss, auf dem Weg dahin aber allerlei Abenteuer erlebt. Dabei spielen auch drei anderen junge Menschen eine wichtige Rolle. Auch die Liebe darf in diesem Roman nicht fehlen und geht dabei verschlungene Wege. Sie steht nicht im Mittelpunkt, sondern fügt sich meiner Meinung nach ganz natürlich in Tonis Lebensgeschichte ein. Die Hauptpersonen erscheinen hier nicht als Übermenschen, sondern haben alle ihre Stärken und Schwächen, machen gelegentlich Fehler und wirken dadurch sympathisch. Dass Eltern ihre Töchter als Junge verkleiden, um Annäherungen von Soldaten zu vermeiden, kann ich mir durchaus vorstellen, doch werden die Wenigsten wohl so lange in ihrer Verkleidung gelebt haben wie Toni in diesem Roman. Ein weiterer Punkt, der eher unglaubwürdig erscheint, sind die doch relativ häufigen zufälligen Begegnungen, insbesondere im Krieg, in dem Heere von einem Ort zum nächsten ziehen. Krieg spielt in diesem Roman übrigens auch eine Rolle, und während die Autorin weitestgehend auf detaillierte Beschreibungen der Kampfhandlungen verzichtet hat, werden die Folgen des Krieges nicht beschönigt. Er bleibt präsent, nimmt dabei aber nicht den Mittelpunkt des Romans ein. Fazit Leichte Lektüre, die zu unterhalten weiß und einem dabei ein wenig Hintergrundwissen vermittelt, eine nette Liebesgeschichte, kombiniert mit ein paar zu vielen Zufällen.

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Der Roman ist eine Neuauflage und das ich ihn schon mal gelesen hatte, tat der Freude des Wiederlesens keinen Abbruch! Alle Romane, die ich bisher von Andrea Schacht las, mag ich gerne immer mal wieder zur Hand nehmen. Es sind in der Regel Garanten für Schmökerstunden. So auch die "Kreuzblume".Der Kölner Dom und seine Pläne - darum geht es primär, das ist der Rote Faden. Um ihn herum schlängelt sich eine Familiengeschichte in mehreren Erzählsträngen, die sich niemals ins Gehege kommen und jeder für sich ist ein Lesegenuss. So erfährt man anhand der Lebenswege der Protagonisten viel über das Köln zur Zeit Napoleons, über die Kriege, die Preußen gegen Napoleon führte und umgekehrt, über Marketender und Lagerleben, über den Kölner Dom und die Irrwege, die die Heiligen Drei Könige und natürlich die uralten Pläne aus dem 12. Jahrhundert Anfang des 18. Jahrhunderts nahmen. Denn ohne diese Pläne konnte der Dom nicht zu Ende gebaut werden. Andrea Schacht schreibt liebevoll und mit Anspruch, setzt geschichtliches Wissen voraus und flicht Besonderheiten in ihren Roman ein, das Tüpfelchen auf dem i. Schmöker.

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