Leserstimmen zu
Die Bücherdiebin

Markus Zusak

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✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍ .: Zitat :. "Diese widersprüchliche Natur des Menschen! Ein bisschen gut, ein bisschen böse. Man muss nur einen Schuss Wasser dazugeben und umrühren." ✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍ ~ Schreibstil ~ Solch einen Schreibstil habe ich bis dato noch nicht gelesen. Kein Buch ist hiermit zu vergleichen. Lange und ausführliche Sätze lassen uns Leser dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Art und Weise, wie Dinge beschrieben werden, kann man sich, durch die richtigen Worte an den passenden Stellen, herrlich ausmalen und selbst in die Geschichte eintauchen. Auch die außergewöhnliche Wortwahl, wie die Dinge im Buch beschrieben sind, macht süchtig und gierig nach mehr. Von lange, ausführliche Sätze bis hin zu kurze wichtige Dialoge, die den Lesefluss zwischendurch ein gutes Tempo verleihen. Rundum perfekt. ~ Cover ~ Ein sehr einfaches Cover, welches aber genau die Geschichte widerspiegelt. - Ein Mädchen tanzt mit den Tod - Die Farbwahl wird im laufe des Lesens immer bedeutender. ✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍ ~ Der erste Satz ~ Tod und Schokolade Zuerst die Farben. Dann die Menschen. So sehe ich die Welt normalerweise. Ich versuche es zumindest. ✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍✍ ~ Meine Meinung ~ Dieses Buch is wahrhaftig farbenfroh umschrieben und lässt uns Leser mit wundervollen Sätzen in die Geschichte von Liesel Meminger eintauchen. Der Tod erzählt uns diese Geschichte. Der Tod, der uns Leser, keineswegs böse oder unangenehm erscheint. Im Gegenteil. Man empfindet Sympathie und sieht seinen Job mit ganz anderen Augen. Grausame Erlebnisse, werden hier in machtvolle Worte gepackt, die dem Leser vor lauter Finesse den Atem raubt und den Mund offen stehen lässt. ~ Zitat - Seite 378 aus dem Tagebuch des Todes ~ Der Sommer kam. Im Leben der Bücherdiebin lief alles glatt. In meinem Leben hatte der Himmel die Farbe von Juden. Ihre Körper gaben die Suche nach Spalten in der Tür auf. Ihre Seelen erhoben sich. Ihre Fingernägel hatten sich in das Holz gekrallt, waren manchmal in der Kraft der Verzweiflung wie hineingenagelt. Dann kamen ihre Seelen zu mir, in meine Arme, und gemeinsam kletterten wir aus den "Duschen" hinauf aufs Dach und höher, in den sicheren Atem der Ewigkeit. Sie fütterten mich unentwegt. Minute um Minute. Eine Dusche nach der anderen. ~ Fazit ~ Lange hatte ich kein so gutes Buch gelesen. Man sollte es langsam lesen, was für mich einfach nicht ging. An einem Wochenende war das Buch durch. Ein Buch welches ich mit Sicherheit ein zweites Mal lesen werde bzw. muss. Es ist absolut kein Buch nur um den zweiten Weltkrieg. Hier gehts hauptsächlich um die Geschichten der Zurückgebliebenen und der nicht an der Front sondern in der eigenen Straße kämpfenden Menschen in dieser Zeit. Die letzten 100 Seiten haben mir ständig eine Gänsehaut verschafft die einfach nicht mehr gehen wollte. "Die Bücherdiebin" ist herzzerreißend schön, wundervoll umschrieben und wahrhaft ein Bestseller. Man wünscht sich mehr, als nur "590 Seiten" davon ;-) Das beste Buch seit langem... Dafür habe ich extra eine goldene TARDIS gebastelt. Für Bücher, bei denen 5 von 5 einfach noch zu wenig sind ;-)

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Inhalt: 1939: Liesel ist neun Jahre alt, als sie mit ihrem sechs Jahre altem Bruder nach Molching zu Pflegeeltern soll. Ihr Vater ist ein Kommunist und Liesel kennt ihn nicht. Auf der Zugfahrt mit ihrem Bruder und der Mutter bricht ihr Bruder tot zusammen. Bei der Beerdigung stiehlt Liesel dann ihr erstes Buch. Als sie bei der Pflegefamilie ankommen, wird sie von einem ziemlich stillen Mann und einer keifenden Frau erwartet, die nicht erfreut scheint, dass Liesel alleine gekommen ist. Obwohl Liesel sich mit den Kindern in der Himmelstraße anfreundet und ihre Pflegeeltern lieben lernt, so vermisst sie doch etwas. Sie fühlt sich verlassen und einsam, doch Hans Hubermann, Max und Rudi sind für sie da. Sie vertreiben ihre Sorgen, sind aber selbst oft der Grund für sie. Meine Meinung: Bevor ich dieses Buch geöffnet habe war mir schon klar, dass es sich um schwere Kost handelt. Es spielt in der Zeit des 2. Weltkrieges und das ist kein leichtes Thema. Das Buch ist aus der Sicht vom Tod geschrieben. Er lockert das Buch und vor allem das Thema durch seine Ansicht und seine teilweise witzige Weise etwas auf ohne sich darüber lustig zu machen. Liesel hat viel erlebt, wurde verlassen, hat den Tod gesehen, musste sich in einer neuen Umgebung und bei fremden Leuten eingewöhnen, musste neue Freunde finden und hat sich nie unterkriegen lassen. Natürlich hat sie gelitten und war traurig. Sie war wütend und enttäuscht und doch hatte sie immer wieder die Kraft weiterzumachen. Sie hat gekämpft für sich und für andere. Sie hat ihre neue Familie lieben gelernt, vor allem ihren "Papa". Er ist es auch, der an ihrem Bett sitzt, wenn sie Albträume hat. Er hat ihr das Lesen beigebracht und mit seiner ruhigen Art war er immer mein "stiller Held". Liesel stiehlt immer mehr Bücher, es scheint teilweise, als wäre das eine Sucht. Vielleicht auch nur ein Zeitvertreib, aber sie nutzt die Bücher auch in einigen Situationen um mit den Worten die Stimmung zu lockern. Ihr bester Freund Rudi ist ein wilder Kerl und begibt sich mit ihr gerne auf Diebeszüge, obwohl seine Motivation eher im Stehlen von Essen liegt. Ich mochte ihn von Anfang an. Er ist in Liesel verliebt und erhofft sich so sehnlichst einen Kuss. Obwohl man teilweise denken könnte, das hier Jugendliche ein ganz normales Leben führen, so merkt man doch schnell, dass es eben nicht "normal" ist. Oft gibt es zuwenig zu essen. Dann gibt es Bombenwarnungen, oder man hört die Flieger. Eines Tages taucht Max auf und benötigt die Hilfe der Familie. Auch wenn es ein Problem ist, dass er bei der Familie Hubermann auftaucht, so scheint es, als würden er und Liesel oft in einer Fantasiewelt leben und dadurch gemeinsam noch stärker werden. Ich finde es schön, dass sich die meisten Menschen in so unmöglichen Situationen noch einen Lebenswillen bewahren und eine Welt erschaffen, in der sie sich wohlfühlen. Markus Zusak schreibt im angehängten Interview, dass er im Vorfeld der Veröffentlichung ziemlich nervös war, weil er als Australier über dieses Thema schreibt. Ich finde, er hat es gut, interessant, informativ und fesselnd gemeistert. Fazit: Schwere Kost, die der Tod als Erzähler etwas auflockern kann. Ein informativer, aber gleichzeitig interessanter Roman.

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