Leserstimmen zu
Odyssee

Homer

(9)
(1)
(0)
(0)
(0)
€ 13,00 [D] inkl. MwSt. | € 13,40 [A] | CHF 18,90* (* empf. VK-Preis)

Nach dem Ende des trojanischen Krieges zieht es Odysseus zu seiner Frau Penelope und dem gemeinsamen Sohn Telemachos zurück. Doch die listenreiche Nymphe Kalypso durchkreuzt seine Pläne und hält ihn auf der Insel Ogyia fest. Voll Bitterkeit verbringt Odysseus hier weitere sieben Jahre fernab vom heimischen Schloss. Im achten Jahr jedoch erbarmt sich die Nymphe seiner und befiehlt dem Unseligen die Heimkehr. Das heimische Schloss wird inzwischen von Freiern belagert, die die Abwesenheit des Hausherrn zu ihrem Vorteil nutzen und sich an den Kostbarkeiten der Hallen laben. So bricht auch Telemachos auf, in der Hoffnung Kunde über seinen Vater zu erhalten. Als Odysseus schlussendlich in die Heimat zurückkehrt, schmieden Vater und Sohn einen Plan. Als Bettler getarnt, betritt Odysseus sein Heim und erringt durch Mord an den Freiern die Herrschaft über das Schloss zurück. Kurt Steinmann, 1945 in Willisau in der Schweiz geboren, studierte Klassische Philologie und Germanistik und unterrichtete Latein und Griechisch. Seit 1970 übersetzt er Autoren der griechischen und römischen Antike, sowie der Renaissance, darunter Sappho, Sophokles, Euripides, Petrarca, Petronius und Erasmus von Rotterdam. Schon lange war ich auf der Suche nach einer erschwinglichen und zugleich schön aufbereiteten Ausgabe der Odyssee. Hatte ich zu den Übersetzungen Kurt Steinmanns bereits einige positive Stimmen vernommen, so brauchte es nicht mehr viel, bis ich die wunderbare Taschenbuchausgabe in meinen Händen hielt. Die Taschenbuchausgabe steht ihrem Vorgänger, der gebundenen Manesse-Ausgabe, in nichts nach. Ein unglaublich schönes und zugleich zeitloses Cover schmückt den Epos. Ein ausführlich gestalteter Anhang erleichtert das Lesen und dient der graduellen Erweiterung des Wissensschatzes. Auf ein Nachwort des Homer-Spezialisten Walter Burkert folgen Ausführungen zur Übersetzung des Buches. Anmerkungen zu den 24 Gesängen sowie ein kurzer Überblick über die Gesänge runden das Gesamtwerk ab. Nachdem ich mir, geleitet durch den Anhang, einen kurzen Überblick über das Buch und grundlegende Übersetzungsprozesse verschafft hatte, konnte die Odyssee beginnen. Hoch gelobt ist die Versübertragung Kurt Steinmanns wohl aus gutem Grund. So heißt es, wird dem griechischen Original neues Leben eingehaucht. Die Neuübersetzung verbindet Texttreue und sprachliche Eleganz. Eine derart tiefgreifende Analyse des Buches kann ich nicht vornehmen, dennoch möchte auch ich die Übersetzung loben. Denn während ich vor klassischer Literatur, insbesondere vor den frühen Werken, sehr großen Respekt habe, ließ sich das Buch erstaunlich gut lesen. Der Einstieg gelang mühelos und die Anmerkungen zu den Gesängen halfen mir, bestehende Wissenslücken zu schließen. Die Odyssee ist eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur und sollte fester Bestandteil eines jeden Bücherregals sein. Die Übersetzung Kurt Steinmanns macht Lust auf mehr und so bleibt es wohl nicht aus, dass ich mich zukünftig nach weiteren literarischen Kunstwerken des Übersetzers umsehen werde. Fünf Sterne von mir, für einen jahrtausendealten Menschheitsepos der durch die Übersetzung Kurt Steinmanns in neuem Glanz erscheint.

Lesen Sie weiter

Dieses Buch zu lesen, war eine sehr spontane Entscheidung. Ich habe diese wunderschöne Ausgabe gesehen, die Covergestaltung ist wirklich großartig, und da musste ich zuschlagen. Es gibt einfach bestimmte Werke, die ich früher oder später unbedingt gelesen haben möchte und dazu gehört natürlich auch die Odyssee. Ich muss zugeben, ich habe absolut keine Ahnung von Mythologie und dergleichen, ich wusste auch über die Odyssee nicht viel. Ich wusste nicht mal, dass unklar ist, ob Homer überhaupt existiert hat oder ob hinter diesem Namen vielleicht eine größere Gruppe von Dichtern steckte. Also allein schon während ich mich allgemein mit diesem Werk befasst habe, habe ich so viel dazugelernt, dass es sich definitiv gelohnt hat, sich an so einen »alten Schinken« heranzuwagen. »Toren sind sie, da vernunftlos sie sind, was Recht ist, nicht wissen. Und sie ahnen nichts vom Tod und vom schwarzen Verhängnis, das schon heranrückt, sie alle an einem Tag zu verderben.« Für alle, die wie ich auch nicht besonders viel über die Odyssee wissen, es handelt sich dabei um einen Epos der schätzungsweise um die Wende vom 8. zum 7. Jahrhundert v. Chr. verfasst wurde. Hauptsächlich geht es darin um Odysseus und seine Gefährten, die sich bei ihrer Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg vielen Gefahren stellen müssen um in ihre Heimat Ithaka zurückkehren zu können. Daher auch der Begriff »Odyssee«, den wir heute noch nutzen, wenn wir von einer langer Irrfahrt oder ähnlichem sprechen. »Weh mir, was werd’ ich noch leiden, was wird mir zuletzt noch geschehen?« Da ich überhaupt keinen Vergleich habe, kann ich eigentlich Kurt Steinmanns Übersetzungsleistung nicht wirklich bewerten - aber ich tue es trotzdem. ;) Beziehungsweise möchte ich zumindest sagen, dass ich nicht gedacht hätte, dass sich dieses Werk so flüssig lesen lässt. Es ist natürlich nicht, als würde man einen modernen Thriller lesen, es ist anstrengender und erfordert mehr Konzentration, man braucht natürlich länger und zumindest ich habe nie mehr als 40 Seiten an einem Tag geschafft. Ich habe auch mit nichts anderem gerechnet, aber ich war trotzdem überrascht, dass es sich sprachlich einfach sehr angenehm gelesen hat. Und das ist einem offenbar sehr talentierten Übersetzer zu verdanken. »Auf ihre eilenden, schnellen Schiffe vertrauend, durchfahren sie den großen Schlund, da es ihnen Poseidon gewährte. Ihre Schiffe sind schnell wie ein Flügel oder Gedanke.« Was ich auch großartig fand, waren die Anmerkungen am Ende des Buches. Es gibt circa 60 Seiten voller kurzer Anmerkungen zu Personen, Formulierungen und Sitten. Wenn man also einen Namen liest, den man nicht kennt (was bei mir ständig der Fall war) oder einfach irgendetwas nicht versteht, dann kann man eigentlich in fast jedem Fall davon ausgehen, dass man im Anhang eine Erklärung dazu findet. Besonders für alle, die sich mit Mythologie nicht auskennen, ist das natürlich eine tolle Sache. Ich kann mir vorstellen, dass viele sich nicht sicher sind, ob sie sich an dieses Werk heranwagen sollen, aber ich kann es euch nur empfehlen. Es ist natürlich etwas vollkommen Neues, wenn man normalerweise eher Unterhaltungsliteratur liest, aber es ist einfach unglaublich interessant und man lernt definitiv so einiges dazu. »[D]enn gar reizbar sind wir Geschlechter der Menschen auf Erden.« Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich mir die Zeit für dieses Werk genommen habe, es war wirklich eine Bereicherung!

Lesen Sie weiter