Leserstimmen zu
Phobia

Wulf Dorn

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Phobia von Wulf Dorn. Tja. Wo soll ich anfangen? Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, hat mich der Klappentext doch zunächst an meinen Lieblingsthriller Ich.Darf.Nicht.Schlafen erinnert. Vielleicht hatte ich deshalb höhere Erwartungen an Phobia als ich sie sonst gehabt hätte. Jedenfalls habe ich mit einem nervenaufreibenden Thriller voller Spannung, Nervenkitzel und Überraschungen gerechnet. Bekommen habe ich (leider) etwas anderes. Zunächst die Figuren. Viel sagen kann ich zu ihnen nicht, einerseits, um nichts zu verraten und andererseits, weil es teilweise auch nicht viel zu sagen gibt. Sarah ist eine unglückliche Ehefrau, die ihren Traumjob in einem Verlag aufgegeben hat, aus Angst, sie könnte versagen. Woher diese Phobie so plötzlich kam, weiß sie nicht. Sie weiß nur, dass sie da und stark ist und ihr Leben einzunehmen droht. Immer öfter spürt sie diese unbegründete Phobie. Ich als Leserin habe davon aber nichts gespürt. Die Sorge um ihren Mann, die Angst vor dem Fremden, das Schwinden der Hoffnung, weil die Polizei ihr nicht glaubt. All das ist schon da, irgendwie. Aber es kommt bei mir einfach nicht an. Zu ihrem Ehemann Stephen kann ich nichts sagen, ohne nicht das bisschen Rätsel, das es um ihn gibt, vorwegzunehmen. Nur so viel: er bedient ein nur allzu bekanntes Klischee und scheint sonst nicht viel Charakter zu besitzen. Auch zum Täter kann ich leider nichts sagen, nicht einmal seinen Namen, sonst würde ich das Ende vorwegnehmen. Vielleicht so viel: er weiß, was er will, findet aber nicht unbedingt den richtigen Weg, dies umzusetzen. Der Plot war für mich, kurz gesagt, enttäuschend. Jedes Mal, wenn ich dachte: Jetzt! - Jetzt kommt die große Überraschung! Jetzt kommt die Wende! Jetzt tappt die Protagonistin in eine Falle - passierte ... nichts. Ich weiß nicht, wie es anderen ging, aber für mich bot der Plot keinerlei Überraschungseffekt, keine Spannung, keinen Nervenkitzel. Ich bin nicht sicher, welchem Genre Phobia zuzuordnen ist. Ein Thriller ist es meiner Meinung nach auf gar keinen Fall. Eine Drama, ja. Man könnte auch Familiendrama sagen. Aber ein Thriller? Nein. Dafür dass Protagonistin Sarah so phobisch ist, kam von ihrer Angst nichts bei mir an, als ich die Geschichte gelesen habe. Keine Furcht, keine Panik, nichts. Überhaupt haben mir die nachempfindbaren Emotionen gefehlt. Was auch daran liegen könnte, dass keine Gefahrensituation entsteht. Wie schon erwähnt, findet sich in der Auflösung um Stephen ein viel bedientes Klischee. Die Aussprache war mir übrigens viel zu lang und langatmig. Ich weiß nicht genau, was damit bezweckt werden sollte, sie war weder überraschend, noch spannend, noch gab es einen Aha-Effekt. Sie war einfach da. Eine Geschichte, in der die Protagonistin zu keinem Zeitpunkt in wirklicher Gefahr ist und der (geübte) Leser sehr schnell weiß, was der "Täter" eigentlich vorhat, auch wenn es etwas falsch rüberkommt, ist für mich einfach kein Thriller. Es ist vielmehr eine Geschichte über das Leben. Dass die Menschen den Wert des Lebens erst dann erkennen, wenn es zu spät ist. Dass nur diejenigen richtig leben, die den Tod vor Augen haben. Dass man sich über das, was man hat, freuen sollte, solange es noch da ist und man sich noch freuen kann. Eine Geschichte über einen Mann, der dies lehren will, solange er kann. Die Schreibstil ist sehr einfach und schnörkellos. Er lässt sich leicht und schnell lesen, trifft aber nicht unbedingt meinen Geschmack. Zudem finde ich, dass unzählige Seiten mit (teils unnötigen) Erklärungen gefüllt wurden. Mir persönlich fehlt die sprachliche Raffinesse. Die Informationen über die Figuren wirken dahingeklatscht und passen teilweise nur so gerade eben in den Zusammenhang. Das bisschen Spannung, das vorher vielleicht aufgekommen ist, wird durch diese Erklärungen wieder unterbrochen. Die nötigen Informationen hätte man geschickter einflechten können, anstatt sie einfach einzuschieben. Kann man gelesen haben, muss man aber nicht. An sich eine interessante Geschichte, die seiner Genrezuordnung "Thriller" aber nicht gerecht wird.

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Ich war richtig neugierig auf dieses Buch, denn es sollte ein Wiedersehen mit Mark Behrendt („Trigger“) geben. Jedoch kann ich gleich sagen, dass man das Buch fantastisch lesen ohne „Trigger“ und Mark zu kennen. Um ganz ehrlich zu sein, ich war vom Anfang doch enttäuscht. Auch wenn es spannend losgeht, so hatte ich es mir persönlich ein wenig anders vorgestellt. Ich habe nicht unbedingt erwartet, dass Sarah und ihr Sohn Harvey das komplette Buch über von dem Fremden gefangen gehalten werden, aber ich hatte zumindest gedacht, die Gefangenschaft dauert ein wenig länger an. Wie auch in seinen anderen Büchern versetzt Wulf Dorn seine Leserschaft mit einfachen Worten in die Welt von Sarah. Ich habe stetig mitgefiebert und gehofft, dass alles gut für die Familie Bridgewater ausgeht. Es war einfach von Anfang bis Ende spannend. Auch hier sind die Charaktere super beschrieben und dargestellt. Man muss einfach mit ihnen mitfiebern. Ich hoffe, es gibt bald einen neuen Roman mit Mark Behrendt, denn es scheint seit „Trigger“ einiges vorgefallen zu sein und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen... Außerdem fand ich das Nachwort richtig klasse. Es hat – zumindest mich – zum Nachdenken angeregt.

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“Das ist der Unterschied zwischen der Angst eines Kindes und der eines Erwachsenen, dachte sie, während sie weiter schlaflos dem Wind lauschte. Kinder fürchten sich vor irrationalen Dingen, vor unheimlichen fliegenden Männern und Monstern im Kleiderschrank, und dann schlafen sie wieder ein, weil sie ihren Eltern glauben, dass sie sie vor dem Bösen in der Welt beschützen werden. Kinder wissen noch nicht viel von den wahren Schreckgestalten, die jenseits der dunklen Fensterscheibe auf sie lauern. Von den Ängsten, die weitaus komplexer sind als jeder schwarze Mann und jedes noch so grässliche Monster. Denn sie haben kein Gesicht, keine Gestalt, sosehr man auch versucht, sie beim Namen zu nennen.” (Seite 36/37) Ein neues Wulf Dorn Buch. Yeah! Das Cover lädt schon mal zum Gruseln ein. Hui, der erste Eindruck lässt sich nur mit “spooky” oder “creepy” beschreiben. Auf Deutsch: sehr, sehr gruselig! Das ist das dritte Buch, welches ich von diesem Autor lese. “Trigger” und “Dunkler Wahn” konnten mich schon sehr begeistern. Was ich hier vorfand? Spannung und Gruseln von der ersten Seite an. Schon die Vorbemerkung lässt ein bisschen was erahnen. Und vom ersten Kapitel an war ich als Leserin mittendrin. Sarah Bridgewater arbeitet mittlerweile von zuhause aus. Aufgrund von diagnostizierten Phobien kam sie zu dem Entschluss, dass dies besser für sie und ihre Familie sei. Ihr Mann Stephen ist Architekt – und seit einiger Zeit sehr gefragt. Er ist oft für mehrere Tage zu Kundenbesuchen unterwegs, sodass Sarah und ihr Sohn Harvey oft alleine sind. Doch alleine schläft sie oft schlecht. Diese Grundstimmung kann Wulf Dorn von Anfang an vermitteln. Und dann taucht auch schon unvermittelt der falsche Stephen in Sarahs Küche auf – und von da an habe ich die Luft angehalten. Die Angst und Verwirrtheit der Protagonistin war für mich fast greifbar, so treffend waren Wulf Dorns Worte hier. Das ganze Grauen, das Sarah widerfährt, konnte ich selber spüren. Der Psychiater Mark Behrendt, der mir aus “Trigger” noch bekannt war, taucht auch hier noch einmal auf und begleitet Sarah durch die Geschichte. So erlebte ich mit den beiden die aufregende und furchteinflössende Suche nach der Wahrheit und dem Grund für das Auftauchen des falschen Stephens. Was mir bei Wulf Dorn immer sehr gut gefällt: seine Charaktere sind unglaublich tief gezeichnet. Viele haben psychische Probleme, deren Bezeichnungen ich vorher noch nicht gehört habe, und über die ich mich erst einmal im Internet informiert habe. Diese Krankheitsbilder sind so komplex, dass ich voller Bewunderung den Kopf schüttle und nur denke “Respekt, dass er sich das ausgesucht hat.”. Und man merkt, dass Wulf Dorn weiß, über was er schreibt. “Phobia” hat mich mitgerissen und begeistert. Jedem Thriller-Fan kann ich das neuste Werk von Wulf Dorn uneingeschränkt ans Herz legen. “Das Schicksal ist ein launischer Weichensteller. Es führt Menschen zusammen, nur um sie wieder zu trennen. Und wenn es ihm gefällt, begegnen sie sich wieder – auf Wegen, die man sich in seiner wildesten Fantasie nicht vorstellen kann.” (Seite 23)

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Endlich hat das Warten ein Ende! Mit "Phobia" präsentiert der erfolgreiche Thrillerautor Wulf Dorn sein neuestes Psychospiel auf internationalem Boden... Schon nach den ersten 30 Seiten hatte Wulf Dorn es wiedermal geschafft: Ich war mittendrin in seiner Geschichte und gruselte mich, bis zum Anschlag. Nachdem ich im ersten Kapitel seinen Antagonisten bei einem grausigen Mord beobachten konnte, lernte ich im zweiten seine Protagonistin Sarah Bridgewater kennen. Sarah ist liebende Ehefrau und Mutter des 6-jährigen Harvey. Aufgrund einer psychischen Angst-Erkrankung hat sie ihre Arbeit aufgegeben und verbringt seitdem viel Zeit in ihren eigenen 4 Wänden. Doch was passiert, wenn ihr ihre vertraute, sichere Umgebung von einem Tag auf den anderen keinen Schutz mehr gewähren kann und ein Unbekannter in ihr Haus eindringt? Dieser Unbekannte mit dem grausig vernarbten Gesicht, gibt sich als Sarahs Mann Stephen aus, der sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Geschäftsreise befindet. Für Sarah beginnt ein Albtraum. Was will dieser Verrückte von ihr? Was hat er mit ihrem Mann angestellt? Der Unbekannte trägt nicht nur Stephens Anzug und fährt sein Auto, nein, er scheint auch noch alles über Sarah und ihre kleine Familie zu wissen... "Die Angst war aus der Stille gekommen. Als habe sie auf den richtigen Moment gelauert, um dann mit aller Macht über sie und ihre Familie hereinzubrechen." S. 23 Wulf Dorn versteht es, ohne große Hilfsmittel oder "Special-Effects" eine wahnsinnig gruselige und spannende Atmosphäre zu schaffen. Er weiß, wo er seine Leser abholen muss und spielt mit ihren natürlichen, alltäglichen Ängsten, die in jedem von uns schlummern. So gelang es ihm bereits mit einer seiner ersten Szenen, in der der kleine Harvey spätabends aus seinen Träumen aufschreckt, weil er glaubt, ein unbekannter Mann klopft an sein Kinderzimmerfenster im ersten Stock, einen kribbeligen Nervenkitzel in mir auszulösen. Harveys Angst und Sarahs Unruhe übertrugen sich direkt auf mich und so schlich ich zitternd und mit schnell pochendem Herzen an Sarahs Seite in Harveys Zimmer. Während Sarah ihre Angst überwinden und nachsehen kann, hätte ich mich am liebsten unter der Bettdecke verkrochen. "Kinder wissen noch nicht viel von den wahren Schreckgestalten, die jenseits der dunklen Fensterscheibe auf sie lauern. Von den Ängsten, die weitaus komplexer sind als jeder schwarze Mann und jedes noch so grässliche Monster. Denn sie haben kein Gesicht, keine Gestalt, so sehr man auch versucht, sie beim Namen zu nennen." S. 37 Aufgrund des leicht und schnörkellos gehaltenen Schreibstils und der sehr kurzen Kapitel, erreicht der Thriller eine rasante Geschwindigkeit, bei der die Seiten nur so fliegen. Die Spannung tat ihr Übriges dazu, dass ich "Phobia" nur schwer wieder zur Seite legen konnte. Viel zu schnell flogen die Seiten an mir vorbei, so dass ich mich immer wieder bei dem Versuch erwischte, langsamer zu lesen, um dieses aufregende Lesevergnügen noch ein Stück weit in die Länge zu ziehen. Doch irgendwann war es mit meiner Selbstdisziplin dahin und die spannende Jagd durch das winterliche London ging weiter. Sarahs Mann bleibt verschwunden, während sich der verrückte Unbekannte immer weiter in ihr Leben schleicht und anscheinend jeden ihrer nächsten Schritte bereits zu kennen weiß. Doch Sarah ist nicht allein. Mark Behrendt, den alle Fans des Autors bereits aus seinem Debütthriller "Trigger" kennen, geht den Weg mit ihr gemeinsam, obwohl auch er vom Leben stark gezeichnet ist. In einer kurzen Rückblende erfuhr ich vom schrecklichen Unfalltod seiner Freundin und seiner daraus resultierenden Depression. Alkohol, Selbstvorwürfe und die vor seinem inneren Auge immer wiederkehrenden Bilder hatten ihn in ein tiefes, dunkles Loch gestürzt. Immer wieder gewährt Wulf Dorn seinen Lesern aber auch einen Blick auf seinen Antagonisten. Wieso tut er das? Wer ist er wirklich? Was steckt hinter seinem perfiden Plan? Als die letzten 100 Seiten vor mir lagen, holte ich noch einmal tief Luft und bereitete mich auf den großen, spannenden Showdown vor, den ich von Wulf Dorn bisher gewohnt war. Es dauerte ein paar Tage, bis ich mich mit seinem gewählten Ende anfreunden konnte, denn ich hatte etwas komplett anderes erwartet. Tatsächlich war ich im ersten Moment, beim Umblättern der letzten Seite, etwas enttäuscht, doch bereits am nächsten Tag begann es in meinem Kopf zu rattern. Ich griff erneut zum Buch, las einzelne Passagen ein weiteres Mal und stellte fest, dass der Thriller auf eine etwas andere Art und Weise als erwartet, in mir nachwirkte. Mir schlotterten nicht die Knie, nein, ich wurde nachdenklich. OK, mit dem ein oder anderen Punkt (wie z.B. der großzügigen Spende) kann ich mich immer noch nicht so ganz anfreunden, doch die allerletzten Sätze ließen mich dann doch wieder wohlig erschaudern. Geht es weiter mit Mark Behrend? Für meinen Geschmack hat er neben Sarah nicht ausreichend Platz bekommen. Gern würde ich mehr über ihn, seine Vergangenheit und seine Zukunft erfahren. Das Ende lässt hoffen... "Es war immer bequemer, Menschen in Schubladen zu stecken, als nach den Gründen für ihr Handeln und ihre Wesensart zu fragen." S. 364 Langes Geblubber - kurzer Sinn! Mit "Phobia" konnte mir Wulf Dorn ein weiteres Mal spannende Lesestunden bescheren. Ich spürte das unheimliche Kribbeln im Nacken zu jeder Zeit und auch die Gänsehaut, die schon zu Beginn über meine Arme gekrochen war, verschwand erst am Ende. Der deutsche Autor beweist, dass er sich auch auf internationalem Boden sicher bewegen kann und dafür nicht auf spektakuläre Effekte zurückgreifen muss. Obwohl ich das gewohnte Fahlenberg zwischendurch ein bisschen vermisste, gewöhnte ich mich an das winterliche London als atmosphärischen Schauplatz. Mit seinem überraschend ruhigen Ende, regt der Autor zum Nachdenken an - hier stellt sich die Frage, ob es für den ein oder anderen passionierten Thrillerleser nicht eine Spur zu viel Weichspüler war. Ich kann es mittlerweile akzeptieren und fiebere schon jetzt Dorns neuem Streich entgegen...

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