Leserstimmen zu
Lebendig

Jack Ketchum

(3)
(6)
(1)
(1)
(0)
€ 8,99 [D] inkl. MwSt. | € 9,30 [A] | CHF 12,90* (* empf. VK-Preis)

Sara ist auf den Weg in eine Klinik - eine Abtreibungsklinik. Doch sie kommt nicht dort an. Obwohl einige Demonstranten und Polizisten vor Ort sind, wird sie von einem Paar entführt und eingesperrt. Sie in die Fänge eines sadistischen Mannes und seiner Frau, die ganz anders ist, geraten. Und durchlebt unsagbar schreckliche Dinge, die einen Menschen zerbrechen lassen können. Mir hat der Schreibstil von Jack Ketchum unheimlich gut gefallen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Leider war es viel zu schnell vorbei, da das Buch ja nicht so dick ist. Man kann es wirklich einen Hardcore-Thriller nennen - es hat einige Szenen, bei denen ich ein wenig schlucken musste. Also es geht ziemlich ab und man denkt immer wieder: Wie kann ein Mensch solche Dinge tun und vor allem, wie kann man so etwas durchstehen? Was ich auch toll fand, waren die beiden Kurzgeschichten am Ende - sie waren zwar nichts super Besonderes, aber sie haben mir gut gefallen. Charaktere Von Sara erfährt man eigentlich am meisten - auch wenn ich sagen muss, dass mir bei ihr eine gewisse Tiefe gefehlt hat. Man hat zu wenig mitbekommen, was in ihr vorgeht und das hätte ich mir sehr gewünscht. Auch von den restlichen Charakteren hat mir die Tiefe gefehlt. Das fand ich richtig schade, weil es hätte dem ganzen einen weiteren Reiz verliehen. Aber alles in allem hat es dennoch gepasst, da das Buch ja doch nur 224 Seiten hatte. Cover Ich liebe dieses Cover! Es ist absolut genial und der Verlag hat sich da viel Mühe gegeben. Fazit Ein netter Hardcore-Thriller mit zwei zusätzlichen Kurzgeschichten - hat mir gut gefallen. Daher bekommt das Buch von mir 4 Sterne.

Lesen Sie weiter

Klappentext: Leben und Sterben lassen „Ihr erster Gedanke war, dass man sie lebendig begraben hatte. Dass sie sich in einem Sarg befand. Unter ihrem Rücken spürte sie Holz, und dicke Bretter befanden sich zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten, so nah, dass sie gerade noch den Arm geben konnte, um zu erfühlen, dass auch über ihr Holz war. Nie zuvor hatte sie Angst vor engen Räumen gehabt. Doch dieser Raum machte ihr große Angst.“ Rezension: Sara befindet sich auf dem Weg in eine Abtreibungsklinik, vor der dich einige Demonstranten eingefunden haben. Plötzlich wird sie von einem Paar in ein Auto gezogen und mit einer Spritze ruhiggestellt. Als sie erwacht, befindet sie sich in einer Kiste und sie spürt Panik in sich aufsteigen. Doch was Sara in wirklich noch bevorsteht, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Sie ist in der Gewalt eines SM-Fanatikers und dessen Frau, die sich nichts mehr wünscht, als das Kind, dass Sarah unter dem Herzen trägt. Meine Meinung: Dies war mein erster Hardcore-Thriller und ich wusste nicht so richtig was mich hier erwartet. Klar ging ich davon aus, dass es sich sicherlich nicht um eine leichte Kost handeln würde. Und dann war ich dermaßen schnell in der Geschichte gefangen und habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Jack Ketchum hat mich dermaßen in seinen Bann gezogen und auch wenn ich teilweise die Luft anhielt und die Zeilen ungläubig anstarrte, konnte ich nicht aufhören zu lesen. Sara passieren so schreckliche Dinge, die meine Vorstellungskraft überstiegen. Es ist für mich unerklärlich, dass ein Mensch, damit meine ich Jack Ketchum, solche Fantasien niederschreiben kann. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen und wollte unbedingt wissen, warum Sara entführt wurde, welche Hintergründe hinter der Tat standen. Und Sara konnte ich nur bewundern mit welcher Kraft sie durchhielt und, wirklich am Ende ihrer Kräfte, für ihr ungeborenes Kind kämpfte. Hier handelt es sich um einen wirklichen Hardcore-Thriller und ist definitiv nichts für schwache Nerven. Sterne: 5 von 5

Lesen Sie weiter

Rasant erzählt und brutal auf den Punkt gebracht

Von: Florian Hilleberg aus Göttingen

10.05.2014

Jack Ketchum ist ein Phänomen. Seine Horror-Romane und Thriller sind kein Mainstream und kaum ein anderer Autor versteht sich in ähnlicher Weise darauf einen Plot derart brillant und anspruchsvoll zu Papier zu bringen. Auch bei diesem Werk aus dem Jahr 1998 kommt Jack Ketchum rasch auf den Punkt. Mit 400 Seiten ist „The Lost“ sein längstes hierzulande erschienenes Werk. „Lebendig“ indes kommt mit weniger als der Hälfte aus. Gerade einmal 185 Seiten zählt diese Novelle, so dass sich der Verlag entschlossen hat, den Leser mit zwei Kurzgeschichten, gewissermaßen als Bonusmaterial, zu erfreuen. Das ausführliche Werkverzeichnis am Ende des Bandes gehört mittlerweile ja zum Standard des Heyne Verlags. Der Plot von „Lebendig“ ist dabei nicht gerade neu oder auffallend innovativ. Was Ketchums Interpretation jedoch von anderen Büchern und Filmen unterscheidet ist die intensive Beschreibung von Saras Gedanken und Gefühlen. Die Mechanismen wie sie das Martyrium über sich ergehen lässt und trotzdem den Willen behält ihr Schicksal zu ändern, wobei ihr eine namenlose Katze Gesellschaft und Trost spendet, werden eindrucksvoll dargestellt. Ketchum ist in seinem Stil offen und schonungslos, obwohl die Novelle nicht die Härte und Brutalität von „Evil“ oder „Beutezeit“ besitzt. Der Horror in „Lebendig“ ist von den körperlichen Züchtigungen abgesehen eher psychologischer Natur. Der sadistische Stephen erinnert dabei ein wenig an Cleek aus „Beuterausch“ („The Woman“). Auf den ersten Blick scheint Ketchum also einen Hybrid aus seinen Werken „Evil“ und „Beuterausch“ geschaffen zu haben, doch wenn man genauer hinschaut geht die Story ihren eigenen Weg. Im Mittelpunkt steht einzig und allein Sara Foster, eine normale, bürgerliche Frau, die sich während ihrer Gefangenschaft dem ungeborenen Kind, das sie abtreiben lassen wollte emotional immer weiter annähert. Auch in den beiden Kurzgeschichten beweist Ketchum sein schriftstellerisches Erzähltalent und spielt mit den Gefühlen des Lesers. Schon bei „Tapferes Mädchen“ weiß man bereits, dass das dicke Ende noch kommt und allein diese Erwartung sorgt für eine buchstäblich unerträgliche Spannung.

Lesen Sie weiter