Leserstimmen zu
Flavia de Luce 9 - Der Tod sitzt mit im Boot

Alan Bradley

Flavia de Luce (9)

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"Es ist immer gut, jemandem eine absurde Aufgabe aufzutragen. Dann weiß derjenige gleich, dass man nicht irgendwer ist." (Seite 39) Vor sechs Monaten ist Flavias Vater gestorben und hat eine große Lücke hinterlassen: Das Verhältnis zwischen Flavia und ihren beiden älteren Schwestern Feely und Daffy ist noch schlechter geworden, und Tante Felicity möchte das Anwesen Buckshaw, das nun Flavia gehört, unverzüglich verkaufen, Dogger und Mrs Mullet entlassen. Aus dieser deprimierenden Situation heraus schlägt Tante Felicity vor, dass die drei Schwestern eine Auszeit brauchen, und so machen Flavia, Daffy und Feely gemeinsam mit Dogger eine Bootstour auf der Themse. Während Flavia von ihrem Tod durch Gift phantasiert und ihre Hand im Wasser baumeln lässt, stößt sie auf eine im Wasser treibende Leiche. Der Tote ist wie ein Zeitreisender aus dem 18. Jahrhundert gekleidet, und bevor die Polizei eintrifft, untersucht Flavia die Leiche fachmännisch und findet in seiner Tasche einen aufgeweichten Zettel mit darauf gekritzelten Zahlen. Mit Doggers Hilfe versucht Flavia, dahinter zu kommen, woran der Mann gestorben ist, ob es sich um einen Mord, um Suizid oder einen tragischen Unfall handelt. Ich habe alle bisher erschienenen Flavia-Bände mit sehr großem Vergnügen und viel Freude gelesen, und auch der neunte Band ‚Der Tod sitzt mit im Boot‘ ist einfach wunderbar! Das einzig Schlechte, das sich über das Buch meiner Meinung nach sagen lässt, ist, dass damit die Reihe langsam ihrem Ende entgegen geht, denn - sofern ich mich richtig erinnere - hat Alan Bradley insgesamt zehn Flavia-Bücher geplant. ‚Der Tod sitzt mit im Boot‘ ist genauso unterhaltsam, genauso bitterböse und genauso stimmungsvoll wie die acht Vorgänger. Zwar habe ich beim Lesen bisweilen ein bisschen Bishop‘s Lacey und Buckshaw vermisst, aber da Dogger, Feely und Daffy buchstäblich mit an Bord sind, passt trotzdem alles perfekt, und ‚Der Tod sitzt mit im Boot‘ ist damit ein echtes Flavia-Buch mit echtem Flavia-Flair. ‚Der Tod sitzt mit im Boot‘ ist nicht nur spannend erzählt, sondern auch sprachlich ein echter Leckerbissen, denn hier findet man (wie in allen Flavia-Büchern) Phrasen und Wörter, die man für gewöhnlich nicht mehr zu hören bekommt und die schlichtweg wundervoll sind, z.B. "ratzfatz", "Zum Kuckuck!", "herumscharwenzeln" oder "Heiliges Kanonenrohr!". Ich hatte ‚Der Tod sitzt mit im Boot‘ innerhalb weniger Stunden ausgelesen und warte nun sehnsüchtig auf den zehnten Band (und darauf, dass sich Bradley zu weiteren Bänden entschließt). Alan Bradley: Der Tod sitzt mit im Boot. Deutsch von Gerald Jung und Katharina Orgaß. Penhaligon, 2018, 351 Seiten; 20 Euro.

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Ich lese nicht oft Jugendromane. Doch bei der Reihe um die junge Flavia de Luce bin ich ein Fan der allerersten Stunde und habe ausnahmslos jeden der acht bisher erschienenen Bände inhaliert. Und so war auch der neunte für mich eine absolute Pflicht. Als er ankam war sogleich klar: Klingel ausschalten, Telefon ausstöpseln und allen Freunden sagen, dass ich zwei Tage lang nicht zu erreichen bin. Mich hat selten eine Reihe im Ganzen so gut unterhalten. Nun also der 9te Band. Wenn eine Reihe schon so lang ist ist jeder Band ungefähr wie nach Hause kommen. 'Nach Hause' heißt in diesem Fall nach Buckshaw, in das hochherrschaftliche alte Herrenhaus, in dem Flavia mit dem Rest ihrer Familie und ihren Bediensteten lebt. Leider war das in diesem Band nicht so, denn er ist ausgelagert und spielt auf einer Urlaubsreise der de Luces. Das fand ich sehr schade, denn das kleine Dorf und das Haus machen einen großen Teil des Charmes dieser Reihe aus. Aber gut, das sollte mich nun nicht abhalten. Wie Fans dieser Reihe es kennen, kommt auch diesmal die Handlung ruhig und vorsichtig in Gang. Der Autor bleibt sich und Flavia hier treu, und wie in allen anderen Bänden auch ist der Kriminalfall um den es geht eher ein Nebenschauplatz. Viel wichtiger sind die Charaktere und deren Entwicklung, und da tut sich so einiges in diesem Band, was ich so nicht erwartet hatte. So arbeitet Flavia hier das erste Mal mit dem 'guten alten' Dogger zusammen und man erfährt auch endlich ein bißchen was über dessen Vergangenheit. Da bin ich auf jeden Fall in Zukunft gespannt auf mehr! Ebenso ist es das erste Mal dass Flavia und ihre Schwestern sich nicht die ganze Zeit bekämpfen, sondern sogar fruchtbar zusammen arbeiten. Das war eine Entwicklung, die mich neugierig machte- allerdings war es mir auch stellenweise zu glatt. Auch der Erzählstil war für mich an manchen Stellen etwas zuviel des Guten, der ein oder andere Vergleich oder Metapher hätte nicht sein müssen. Insgesamt empfinde ich diesen Roman als wesentlich komplexer als die vorhergehenden Bände. Flavia wird älter, das merkt man, und so werden es auch ihre Gedankengänge. Es ist und bleibt ein Krimi, aber so langsam braucht man tatsächlich etwas Hirnschmalz, um Fräulein de Luces Ausführungen zu folgen. Für mich keine schlechte Entwicklung. Was bleibt unterm Strich zu sagen? Für Fans der Reihe ist auch 'der Tod sitzt mit im Boot' wieder absolut zu empfehlen. Die Vorbände zuerst zu lesen, empfehle ich allerdings dringend. Vieles versteht man nicht, wenn man mit einem der Folgebände einsteigt. Also am besten in chronologischer Reihenfolge lesen. Für mich bleibt Flavia de Luce Pflicht, und ich kann nur hoffen, dass der Autor so schnell nicht mit dem Schreiben aufhört. Neun Bände sind nicht annähernd genug.

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Band 9 der Reihe um Flavia de Luce Nachdem Flavia de Luce in den letzten Monaten einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten musste, steht nun für sie und ihre beiden Schwestern Ophelia und Daphne zur Ablenkung ein Bootsausflug auf der Themse an. Doch die Idylle trügt und Flavia, die an diesem warmen Sommertag im Boot vor sich hin gedöst hatte, ist plötzlich hellwach: Eine Leiche kreuzt ihren Weg – mitten im Fluss! Nachdem ihr Boot und der Tote sicher ans Ufer einer kleinen Ortschaft gebracht wurden, beginnt die Hobbydetektivin eifrig mit ihren Ermittlungen. Schon bald hat sie eine Spur – und ist dem örtlichen Wachtmeister wie immer eine Spur voraus… Er deutete meine Miene offenbar falsch, denn er setzte hinzu: „Falls sie es nicht wissen: Ein Mikroskop ist ein Vergrößerungsapparat. Darunter sieht ein Fliegenauge so groß wie ein Scheunentor aus.“ Anscheinend war ihm nicht klar, dass er mit einer Expertin sprach, die in ihrem eigenen Chemielabor eins der besten Binokularmikroskope beherbergte, die Ernst Leitz aus Wetzlar je erschaffen hatte…und das sie verdammt nochmal damit umgehen konnte. Schwachkopf! – Seite 46, eBook Als begeisterte Leserin der Reihe um die zwölfjährige Hobbydetektivin Flavia de Luce war ich sehr gespannt auf den inzwischen 9. Band der außergewöhnlichen Krimireihe. In „Der Tod sitzt mit im Boot“ hat Flavia es mit einem Toten zu tun, den sie zufällig bei einem Bootsausflug im Wasser entdeckt. In dem Dörfchen, wo sie an Land gehen, nimmt sie die Ermittlungen auf und findet bald heraus, dass es nicht der einzige Tote in der letzten Zeit war... Es dauert etwas, bis die Geschichte in Schwung kommt, sie plätschert im ersten Drittel ein wenig vor sich hin. Doch was darüber hinwegtröstet, ist die gewohnt frische und manchmal etwas schwarzhumorige Art von Flavia – sie ist wieder ganz in ihrem Element. Gekonnt ermittelt sie wieder in ihrem ganz eigenen Stil. In der Ich-Perspektive aus Sicht der Hobbydetektivin geschrieben, kann man ihre Schritte und Überlegungen sehr gut verfolgen. Sehr gefallen hat mir auch, dass hier die bekannte Nebenfigur Dogger eine zentralere Rolle bekommt. Die Handlung spielt in diesem Buch überwiegend in der kleinen Ortschaft Volesthorpe - Buckshaw, dem interessanten Anwesen der de Luces, wo sich auch Flavias berühmtes Chemielabor befindet, wird dieses Mal nur am Rande erwähnt. Doch das tut der Geschichte keinen Abbruch, denn diese nimmt einen interessanten Verlauf… Das Cover ist in dem neuen Stil gehalten, der mit dem Erscheinen der Taschenbuchausgabe des 7. Bandes komplett geändert wurde. Auch wenn ich das alte Coverdesign mit Flavia auf dem Titelbild immer noch sehr schön finde, habe ich mich nun an die neue Gestaltung gewöhnt und finde das aktuelle Cover gut gelungen. „Du bist ein faszinierendes Mädchen, Flavia. Doch, das muss ich schon sagen. Aber auch ein bisschen furchterregend.“ Ich gab mir Mühe, nicht allzu geschmeichelt auszusehen. – Seite 168, eBook Mein Fazit: Ein neuer Fall für Flavia de Luce – wieder ein spannendes Abenteuer mit der zwölfjährigen Hobbyermittlerin und ihrer speziell-charmanten Art. Bis auf einen etwas schwachen Beginn wieder ein toller Krimi der etwas anderen Art mit interessantem Setting und besonderen Charakteren. Ich vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung!

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