Leserstimmen zu
Brixton Hill

Zoë Beck

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Die Suche nach der Wahrheit

Von: Martina Meyen aus Sankt Augustin

17.12.2013

ch liebe es sehr, wenn Geschichten mich überraschen und das ist Zoë Beck mit ihrem neuen Thriller perfekt gelungen. Ich habe schon einige Bücher von ihr gelesen, die mir alle gefallen haben. Aber dieses hier wird wohl mein Favorit werden. Zoë Beck erzeugt auf ihre ganz eigene Art eine Atmosphäre, die ich hier schon fast geheimnisvoll nennen möchte. Gefesselt war ich von Anfang an … und gespannt. Denn ich wusste lange Zeit gar nicht, wo sie mich hinführen will. Mit Emma Vine (Em) schickt sie eine Hauptperson ins Rennen, die auf den ersten Blick recht unsympathisch wirkt. Eine junge Frau aus reichem Haus, oberflächlich und arrogant. Aber schon sehr bald darf ich hinter die Fassade von Emma blicken und ziemlich schnell habe ich meine Meinung über sie geändert. Emmas Fassade bröckelt so nach und nach. Daran nicht ganz unschuldig ist ihr Ausflug nach Brixton Hill. Das „Schwärzeste Viertel“ der britischen Hauptstadt ist nicht nur Namensgeber sondern auch der Hauptschauplatz in diesem sehr intelligent aufgebauten Thriller. Emma lernt so nach und nach eine ganz andere Welt kennen und der Blick über den Tellerrand ist äußerst schmerzhaft. Die Geschichte umfasst einen Zeitraum von gut einem Monat und ich begleite die ganze Zeit Emma auf der Suche nach Antworten und nach sich selbst … bis auf ein paar Ausnahmen. Denn Zoë Beck stellt in eigenen Kapiteln so nach und nach ein paar Personen vor, die Emmas Weg kreuzen. Sehr interessant fand ich die Kapitel über Angst und Stalking, zwei sehr wichtige Themen in diesem Buch. Durch den minimalistischen Schreibstil von Zoë Beck gingen mir diese Kapitel ganz besonders unter die Haut. Auch dieses Mal schafft es Zoë Beck auf ihre unvergleichliche Art die richtigen Stimmungen zu erzeugen. Nicht nur die Straßen von Brixton Hill, in denen der Tod von Maggie Thatcher gefeiert wird, werden vor meinen Augen lebendig. Daneben gibt es eine ordentliche Dosis Sozialkritisches … genau so viel, wie diese Geschichte verträgt. Wer blutige und atemberaubende Thriller sucht, ist bei Zoë Beck falsch. Sie ist die Meisterin der hintergründigen, der atmosphärischen Spannung, die wie ein feiner Nebel durch die ganze Geschichte wabert.

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Nichts ist wie es scheint

Von: Corinna Pehla aus Dörverden

09.12.2013

Emma unter Verdacht! Bei einem Besuch im Büro ihrer Freundin, springt diese aus dem Fenster des 15. Stockwerks. Der Grund, plötzlicher Rauch und eine Störung in der Elektrik des Hochhauses. Dies löst bei der jungen Frau die blanke Panik aus und sie sieht keine andere Lösung, als die Flucht aus dem Fenster. Emma ist unschuldig, doch die Polizei sieht dies komplett anders. Als es dann noch einen weiteren Vorfall gibt, spitzt sich die Lage rund um Emma zu. Und nicht nur die Polizei sucht sie nun... „Brixton Hill“ war mein erstes Buch, welches ich von der Autorin Zoe Beck gelesen habe. Was mir selber sofort aufgefallen ist, war der flüssig-bildliche Schreibstil und das Talent spannende Momente aufrecht zu halten und sie stellenweise noch zu erhöhen. Wir lernen bereits auf den ersten Seiten Em(ma) kennen und bekommen als Leser(-innen) recht schnell mit, wie sich die Situation um sie langsam zuspitzt. Und das Besondere daran war, dass ich zu Beginn noch komplett falsche Gedanken hatte. Meine Vermutungen spielten sich in einer ganz anderen Gegend ab, wurden dann aber immer wieder auf neue Fährten gelenkt. Diese waren nicht unbedingt richtig, trotzdem aber so, dass mein Interesse stetig am Buch blieb. Nichts ist hier wie es scheint. Denn wer ist Freund, wer Feind? Wer ist Schuldig, oder nicht? Es war hier die Kombination aus verschiedenen Vermutungen, die mich sehr gut unterhalten hat. Hinzu kam aber auch, dass ich diese Art des Erzählens sehr genossen habe. Situationen, Gegenden und auch Vorfälle hatte ich direkt vor Augen, was meine Freude am Lesen immer weiter hielt. Doch auch wenn der Spannungsbogen hoch war und mir das Buch gut gefallen hat, es gab auch einen kleinen Punktabzug in meiner Bewertung. Der Grund war, dass es auf dem letzten Drittel des Buches kleine Längen gab. Sie waren nicht zu schlimm, ließen mich manchmal aber doch zu viel Luft holen und ich hätte mir dies etwas anders gewünscht. Aber es ist so, dass ich eine neue Thrillerautorin für mich entdeckt habe und ich freue mich schon auf die weiteren Bücher von Zoe Beck, die zum Teil nun schon vorgemerkt sind. Mein Fazit: „Brixton Hill“ ist ein sehr spannender Thriller, bei dem nichts so ist, wie es scheint. Für mich ist dies das erste Buch von Zoe Beck gewesen, aber es war garantiert nicht mein letztes. Für Thrillerfans ein kleines Muss.

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Nichts ist so, wie es aussieht

Von: Monika Stutzke aus Berlin

06.12.2013

Emma Vine muss hilflos dabei zusehen, wie ihre Freundin Kimmy Rasmussen voller Panik während eines fingierten Notfalls aus dem 15. Stock in den Tod steigt. Die Polizei nimmt Emma, Em genannt, mit und unterstellt ihr, dass sie mittels ihres Handys ein Signal ausgesendet habe, das Störungen in der Klimaanlage und in der Stromversorgung zur Folge hatte, so dass Rauch ausströmte. Die Anklage ist haltlos und ihr Zwillingsbruder und Anwalt Eric Vine holt sie dort raus. War das alles Zufall oder versucht jemand, bewusst den Verdacht auf Em zu lenken? Sie hat einen Verdacht, alles deutet auf ihren Stalker Alan hin und Em macht sich auf die Suche nach der Wahrheit ... Zoe Beck geht von der Rollenverteilung, dass es einen oder mehrer Ermittler gibt, ab und lässt Emma, eine normale junge Frau, auf die Suche nach der Wahrheit gehen. Schnell erkennt Em, dass es jemand speziell auf sie abgesehen hat, dass es jemanden gibt, der sie tot sehen will. Nachdem zwei Attentate missglückten und statt ihrer immer andere starben, bekommt sie Angst. Sie hat keine Ahnung, warum man ihr Böses will. Sie stellt sich sogar ihrem Stalker Alan und sucht ihn auf. Der Polizei gibt sie Hinweise zu ihm, aber auch denen sind die Hände gebunden, da ihm nichts nachzuweisen ist. Aber sie ist nicht allein während ihrer Suche, sie bekommt Hilfe. Dieser Roman von Zoe Beck hat seinen Schauplatz in London. Es ist die Stadt der Superlative. Die Stadt befindet sich im Umbruch, die Gentrifizierung ist im vollen Gange. Geld beherrscht die Welt. Zoe Beck hat viele Themen angesprochen. Gentrifizierung ist da genauso ein Thema wie die sozialen Netzwerke, Hacker, Terrorismus. Aber auch über Borderline und den Tod Margaret Thatchers hat sie geschrieben. Als ich das Kapitel las, in dem es um den Tod von Margaret Thatcher ging, spielte sich in meinem Kopf ein Film ab. Straßenszenen, die seinerzeit im Fernsehen liefen, wurden von der Autorin fast 1 : 1 wiedergegeben. In Brixton fanden Freudenfeiern statt. Die Gesänge auf der Straße über die Freude, dass die ungeliebte Frau endlich tot war und das Lied "Ding-Dong! The Witch Is Dead" waren mir wieder gegenwärtig. Aber auch Einblicke in die Familie von Em erhält der Leser. Em und Eric wurden von ihrer Mutter von einem Tag auf den anderen verlassen, als sie 4 Jahre alt waren. Sie wuchsen bei ihrem Vater auf. Im Hintergrund gibt es noch die Großmutter, die das Familienunternehmen auch mit über 90 Jahren noch fest im Griff hat. Sie hat Unterstützung von deren Tochter und Schwiegersohn. Em hat sich nie bei ihnen wohlgefühlt, musste sie doch immer wieder feststellen, dass ihr Bruder Eric der erklärte Liebling aller war. Der Roman entwickelt sich völlig anders, als ich als unbedarfter Leser dachte. Nichts ist so wie es scheint. Die Hintergründe von allem liegen weit weg des Vermuteten und haben mich letztendlich überrascht. Ein Roman, der sehr gut recherchiert wurde und verdammt nah an der Realität ist. Für mich war es der erste Roman von Zoe Beck, obwohl ich alle anderen auch besitze, aber mit Sicherheit nicht der Letzte.

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