Leserstimmen zu
Königsschwur

Joe Abercrombie

Die Königs-Romane (1)

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Joe Abercrombie hat sich in der Fantastik bisher vor allem mit seiner "Klingentrilogie" und einer Handvoll Einzelromanen aus der selben Welt einen Namen gemacht. Nach insgesamt sechs mächtigen Wälzern kommt sein neues Buch, der Start einer neuen Trilogie, äußerlich regelrecht bescheiden daher. Immerhin schmückt sich der Band äußerlich neben dem üblichen Schwertmotiv mit begeisterten prominententen Leserstimmen von Patrick Rothfuss (Der Name des Windes) und George R. R. Martin (Das Lied von Eis und Feuer). Kann so ein Buch schlecht sein? Mal sehen. Die Handlung dreht sich um den Königssohn Yarvi, der eigentlich kein Anwärter auf den Thron ist, sondern eine Gelehrtenausbildung anstrebt. Als sein Vater und Bruder jedoch heimtückisch ermordet werden, muss er widerwillig den Schwarzen Thron von Gettland besteigen und mehr oder weniger selbst regieren. Sein missgebildete Hand und fehlendes Talent zum Kämpfen machen es ihm nicht leichter, als König akzeptiert zu werden. Wenig später wird Yarvi selbst von einem engen Vertrauten verraten und als Sklave verkauft. Doch auch in dieser scheinbar ausweglosen Situation gibt er nicht auf, sondern schmiedet einen Racheplan, der sich gewaschen hat. So weit, so spannend. Eigentlich eine Geschichte, die man gut und gerne über tausend Seiten auswalzen könnte, doch der Autor hat sich anders entschieden. Die Geschichte spielt sich auf in diesem Genre relativ bescheidenen dreihundertdreiundsechzig Seiten ab, wodurch nie Langeweile aufkommt. Abercrombie spart sich einen wortreichen Prolog, sondern katapultiert den Lesern nach wenigen einführenden Absätzen direkt in die Handlung. Das ist erfreulich, birgt im Allgemeinen aber oft auch die Gefahr von dramaturgischer Hektik. Glücklicherweise hat man kaum Zeit allzu viel darüber nachzudenken, denn die dicht verwobene Geschichte prescht ohne zu viele Schnörkel mutig voran. Auf weitere Handlungsstränge muss man sich nicht konzentrieren, der Fokus bleibt permanent beim Hauptcharakter, was einen überaus angenehmen Lesefluss ermöglicht. Eigentlich fällt kein einziges Kapitel durch unnötige Längen oder Nebenhandlungen auf, was beinahe ein Novum in der postmodernen Fantasy darstellt. An einzelnen Stellen möchte man womöglich noch mehr über die Hintergründe und Geschichte der von den Helden bereisten Länder erfahren. Immer wieder wird von den "Alben" und ihrem vorgeschichtlichen Vermächtnis gesprochen, ohne dass näheres dazu erklärt wird. Auch die unterschiedlichen Kulturen werden nur angerissen, Details tauchen zwar auf, werden aber meist nicht vertieft. Das muss nicht negativ sein, als Fan des Autors weiß man aber, dass er genau diese Dinge auch problemlos kann. Besonders gefällt das "nordische Feeling", das sich von der ersten bis zur letzten Seite ausbreitet. Schon die in der Klappenbroschur eingedruckte Landkarte skizziert raue zerklüftete Landschaften, die sich um "Die Bruchsee" herum gruppieren. Auch die Namensgebung, von der Königsstadt "Thorlby"* bis hin zu Flüssen wie dem "Rangheld" spricht eine eindeutige Sprache. Die zeitgenössische Fantasy bemüht sich oft darum, viele möglichst unterschiedliche Kulturen zu präsentieren, hier ist das jedoch nicht unbedingt nötig. Die Handlung bleibt zu jeder Zeit spannend, denn schon Yarvi ist ein vielseitiger Charakter, den seine Gegner und auch der Leser immer wieder unterschätzen. Stellenweise fühlt man sich an das von allerlei Widrigkeiten geprägte Leben eines Tyrion Lennister erinnert, doch die Hauptfigur ist eigenständig genug um den Vergleich auszuhalten. Davon lebt das Buch, auch als abgebrühter Genrefan kann man ohne weiteres mitfiebern. Denn auch das Ende des Buches hält die eine oder andere Überraschung bereit ... Übertriebene Gewalt und Freizügigkeit fehlt übrigens völlig. Ja, es gibt auch noch andere Eigenschaften, die einen Roman spannend machen. Im August erscheint im selben Verlag der zweite Band der Reihe, der in der englischen Originalausgabe über fünfhundert Seiten haben soll. Auf Deutsch werden das einige mehr sein, also sind eine detailliertere Beschreibung von Yarvis Welt und sehr viele weitere Abenteuer durchaus noch möglich. "Ich mag nur ein halber Mann sein", sagte Yarvi, der damit kämpfte, das Schwert wieder in die mit Schaffell gefütterte Scheide zu schieben. "Aber ich kann einen ganzen Eid schwören."** Originaltitel: Half a King Seitenzahl: 368 Format: 13,6 x 20,6 cm, Broschur Verlag: Heyne Fantasy *"bý(r)" ist eine altnordische Endung für Ortsnamen und bedeutet soviel wie "Hof" (vgl. http://www.koeblergerhard.de/an/an_b.html und W. Baetkes "Wörterbuch der altnordischen Prosaliteratur") **Abercrombie, Joe. Königsschwur, S. 51. Heyne, München 2015

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Darum geht es: Der König von Gettland und sein Erbe werden ermordet. Der Verdacht fällt natürlich auf den langjährigen Feind, König Grom-gil-Gorm, aus dem Nachbarland. Doch der König von Gettland hatte noch einen zweiten Sohn: Prinz Yarvi soll nun den Platz auf dem schwarzen Thron einnehmen und Krieg gegen Grom-gil-Gorm führen. Da gibt es nur ein Problem: Yarvi hat eine verkrüppelte Hand und ist im Schwertkampf ziemlich nutzlos. Den Großteil der letzten Jahre hatte er mit der Ausbildung zum Gelehrten verbracht. Die schwere Bürde fällt dennoch an ihn und er leistet den Schwur, seinen Vater und seinen Bruder zu rächen und führt eine Kriegsflotte gegen das feindliche Nachbarland. Dort angekommen muss er allerdings feststellen, dass es einen Verräter gibt, der dafür sorgt, dass Yarvi bei einem tödlichen Gerangel ins Meer stürzt. Nur mit Mühe und Not kann er sich retten. Doch am Ufer wartet bereits der Feind auf ihn, der dafür sorgt, dass Yarvi als Rudersklave verkauft wird. Der Schwur, den Mörder seines Vaters und seines Bruders zur Rechenschaft zu ziehen, ist aber stark genug um Yarvi aufrecht zu halten und er ist fest entschlossen, seinen Schwur zu halten. So fand ich es: Ich ahnte schon, dass ich mich bei Joe Abercrombie auf ein wirklich gutes Fantasy-Buch freuen darf und so war es dann auch. Vor sechs oder sieben Jahren hatte ich mal den ersten Band seiner 'Klingen-Saga' gelesen und war damals schon begeistert gewesen. Ärgerlich, dass ich das nie weiter verfolgt habe und der Autor und seine Bücher unverdienter Weise bei mir in Vergessenheit geraten sind. Als ich jetzt aber von seiner neuen Trilogie gehört habe war klar, dass ich es unbedingt nochmal mit einem Buch von ihm versuchen muss. Und was soll ich sagen? Ich hatte großen Spaß mit seinem neuesten Werk, auch wenn es vielleicht nicht ganz an 'Kriegsklingen' heranreicht. Mir war er vor allem wegen seiner außergwöhnlichen Charaktere in Erinnerung geblieben und die habe ich auch hier zumindest mit dem Hauptprotagonisten wieder bekommen. Prinz Yarvi hat mit seiner verkrüppelten Hand ein körperliches Manko, für das er von seinem Vater dauernd kritisiert wird. Dementsprechend ist ihm alles verhasst, was mit offenem Kampf zu tun hat. Das ist einfach nicht seine Welt. Yarvi hat dafür sein Gehirn geschult und ist ein schlauer Bursche, der völlig zufrieden damit ist, seine Ausbildung zum Gelehrten zu machen und sämtliche Erbansprüche abzugeben. Doch das wird ihm mit dem Tod seines Vaters und seines Bruders zunichte gemacht und er muss über Nacht ein König werden und ein ganzes Land anführen. Natürlich traut ihm das niemand zu, inklusive Yarvi, der sich aufgrund seiner Behinderung selbst als einen 'halben Mann' bezeichnet. Aber er leistet einen Schwur, seine Familie zu rächen und zieht in den Krieg, was allerdings gehörig schief geht, denn jemand aus seinen Reihen verrät ihn und will den Thron für sich selbst. Wer ihn verrät und was genau passiert, müsst ihr allerdings selber lesen, ich möchte nicht spoilern. Yarvi überlebt jedenfalls knapp, auch wenn er fortan als Rudersklave sein Leben bestreiten muss. Obwohl er sich selbst nicht viel zutraut, schafft er es irgendwie stark zu bleiben und findet, dank seines schlauen Köpfchens, für alles einen Weg. Er wächst mit der Zeit und er macht eine harte Entwicklung durch. Einige Entscheidungen oder Gedankengänge haben mir nicht immer gefallen, manchmal ging es mir mit Yarvi dann doch eine Nummer zu weit. Aber auch dafür ist der Autor bekannt. Seine Charaktere sind meistens kontrovers und lassen Raum für Diskussionen und Überlegungen. Das wiederum gefällt mir sehr. So sind auch die meisten Nebencharaktere gestrickt, wenn auch nicht so sehr ausgeprägt wie die Hauptprotagonisten. Im Vergleich zu Yarvi beispielsweise bleiben sie doch ein wenig zu flach. Ich möchte allerdings aufgrund von Spoilergefahr auch über sie nicht mehr sagen. Grundsätzlich hat es mir aber gefallen, wie der Autor seine Charaktere inszeniert hat. Die Geschichte an sich ist schon spannend und bietet viel Potenzial. Allerdings gibt es auch ein paar Passagen, die sich für mich etwas hingezogen haben. Aber durchhalten lohnt sich, denn man wird mit der ein oder anderen Wendung überrascht und kann bei brenzligen Szenen herrlich mit den Protagonisten mitfiebern. Obwohl es auch vorhersehbare Geschehnisse gibt, geschehen aber genauso auch Dinge, die ich nicht vorhersehen konnte. Ich mag es, wie der Autor mit seinem Schreibstil eine düstere Atmosphäre erschafft und gleichzeit aber Humor beweist und auf eine positive Art mit seinen Charakteren spielt. Wenn ich aber wieder den Vergleich zu den älteren Werken ziehe, hat auch diese Rafinesse ein wenig nachgelassen. Man merkt halt schon, dass das Buch ein wenig zu krampfhaft auf eine etwas jüngere Zielgruppe anspielt. Dennoch hatte ich meine Freude daran, denn obwohl es zwar schwächer war als gewohnt, war es immer noch richtig gut. Gut gefällt mir auch, dass dieses Buch ohne seitenlange Schlachten und Kampfszenen auskommt, sondern das Augenmerk auf den Menschen und ihre Geschichte liegt. Über das Ende lässt sich streiten, aber für mich war es durchaus in Ordnung. Mein Fazit: Eine solide Fantasy-Geschichte, die mir ein paar schöne Lesestunden beschert hat, mit einem Antihelden als Hauptcharakter und einer interessanten Story mit ein wenig Luft nach oben. Aber es kommen ja noch zwei Bände und ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich würde Fans von High Fantasy auf jeden Fall empfehlen, sich das Buch und den Autor mal näher anzusehen.

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Mit der "Klingen"-Reihe wurde Joe Abercrombie weltbekannt und berühmt. Jetzt präsentiert der Heyne-Verlag mit "Königsschwur" eine neue Reihe des Autors. Es ist dabei der Auftakt zu einer Roman-trilogie, deren zweiter Teil im August herauskommen soll. Der Autor wurde 1974 in Lancaster, England geboren. Er studierte an der Manchester-Universität Psychologie, ehe er anfing als freischaffender Fernsehredakteur zu arbeiten. Da er zu Beginn zu viel Freizeit hatte, beschloss er einen Fantasy-Roman zu schreiben, aus dem bald mehrere wurden. Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Bath. Das Leben und Überleben in den Nordlanden ist kalt und hart. Denn nur, wer ein guter und großer Krieger ist, hat Chancen ein König zu werden. Yarvi ist das nicht. Er hat eine verkrüppelte Hand und wird deshalb zu einem Gelehrten ausgebildet. Doch dann werden sein Vater und sein Bruder, der Thronfolger, umgebracht. Und er wird zu einem König wider Willen. Doch allzu lange hat er diese Aufgabe nicht inne. Er wird verraten und als Sklave verkauft. Doch anstatt einzugehen und zu sterben, hält er durch. Er beginnt sich zu verändern, wird härter. Und plant sein Überleben und seine Rache. Denn wer auch immer hinter allem steckt, soll dafür büßen. Joe Abercrombie ist ein Vertreter der "Dark Fantasy". Das heißt, es geht bei ihm heftig zur Sache. Blut und Inneren werden in dieser Geschichte haufenweise verloren. Das muss man wissen, denn es zeichnet dieses Buch aus. Dabei ist die Story durchaus faszinierend. Yarvi erinnert etwas an Tyrion Lennister. Beiden ist gemein, dass sie auf Grund einer Behinderung keine Krieger werden können und deshalb gezwungen sind, ihren Verstand einzusetzen. Nur das Yarvi eben eine entsprechende Ausbildung erfährt. Der Auftakt des Romans liest sich deshalb faszinierend. Und auch die Charakterisierungen stimmen. Man merkt wie Yarvi von der Situation zu Beginn überfordert ist, wie untypisch er für diese Kriegergesellschaft ist. Der Verrat, der zu seinem Sklavendasein führt, schmerzt dabei deutlich, weil man die Emotionen nachvollziehen kann. Doch danach baut die Geschichte ab. Sie wird immer mehr zu 08/15. Und was besonders tragisch ist: Sie wird immer vorhersehbarer. Zu deutlich telegraphiert der Autor die Bedeutung von "Nichts" an, dem versklavten Schiffschrubber, der mit einer Waffe in der Hand tödlich ist. Zu sehr wirkt die Wandlung Yarvis zu einem rachebesessenen Menschen aufgesetzt. Es überzeugt nicht und was noch schlimmer ist, der berühmte Funke will nicht überspringen. Das liegt auch daran, dass man sich, je weiter die Handlung fortschreitet, immer mehr langweilt. Natürlich läuft die Flucht nicht glatt. Natürlich kommt es zu Kämpfen. Und natürlich wird, wie es im Genre üblich ist, jede gute Tat mit einer schlechten vergolten. Man kennt das alles und kann gut darauf verzichten. Am Ende ist das Buch "Nur Für Fans" etwas.

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Joe Abercrombie konnte mich ja schon mit seinen -Klingenromanen voll und ganz überzeugen. Aus diesem Grund war ich wirklich sehr gespannt was er seinen Lesern sonst noch so zu bieten hat und wurde nicht enttäuscht. Protagonist Yarvi ,Sohn einer Königsfamilie in einer Welt nachempfunden des Vikingertums, ist offensichtlich nicht dazu geschaffen zukünftig den Thron für sich zu beanspruchen. Da auch seine Familie dies so sieht, ihm nur eine gesunde und eine verkümmerte Hand und er sich deshalb nicht befähigt fühlt Größeres anzustreben, ist er auf dem Weg eine Gelehrtenausbildung abzuschließen. Doch kurz bevor es soweit ist, schlägt das Schicksal zu: sein Vater und älterer Bruder werden ermordet, sodass er in der Erbfolge auf den Thron gesetzt wird. Die Einflüsterungen seines Onkels und der Erwartungshaltung seines Volkes und seiner Mutter erlegen schwört er seine Familie zu rächen, doch nur einen Tag später wird er verraten und gerät in die Fänge von Sklavenhändlern. . . Allein Abercrombies Schreibstil sorgt dafür, dass man weiterlesen möchte, obwohl stellenweise die Handlung nicht wirklich mitreißend ist. Besonders am Anfang kam es mir ein bisschen zäh vor und ich hatte Schwierigkeiten richtig in die Handlung rein zu kommen. Tatsächlich fällt es unglaublich schwer einem Protagonisten zu folgen, der sein Leben auf den Knie verbringt und sich eher schleppend in der Geschichte weiterentwickelt. Nur selten werden versehrte Menschen die Hauptfiguren von Geschichten, besonders in der Fantasy, wo kämpfen und sich behaupten können eine zentrale Rolle spielt, habe ich noch keinen solchen Protagonisten erlebt. Und irgendwie ist es auch schwierig sich in einen solchen hineinzuversetzen. Wer außerdem oft und gerne Krimis oder von Verschwörungen liest, wird ziemlich schnell die Verstrickungen des Geschehens durchschauen. Dies zieht sich hin bis in den Letzten Abschnitten des Buches die Handlung schließlich noch einmal so richtig Fahrt aufnimmt: Yarvis Entwicklung erreicht ihren Höhepunkt und tatsächlich werden noch Dinge aufgedeckt und Verstrickungen aufgelöst, bei denen man als Leser nur mit einem entsetzen „Oha!“-Gefühl zurückbleibt. Dieser Plot-Twist sorgt dafür, dass alle manchmal vielleicht eintönigen Passagen vergessen sind und ich dieses Buch einfach nur unglaublich gut finden konnte! Einen Punkt habe ich aber an dem ich so richtig rum meckern möchte: Das Cover. Normalerweise gehe ich darauf ja nicht so ein, aber hier muss einfach mal etwas dazu gesagt werden, denn es wird in keinster Weise der Geschichte gerecht. Und man bekommt irgendwie das Gefühl, als würde so langsam auf jedem Fantasy-Epos nur noch ein Schwert landen, egal worum es im Buch geht. Besonders stören mich hier wirklich diese Pferde, denn im ganzen Buch wird kein einziges erwähnt. Ich finde einfach, dass man sich bei der Covergestaltung ein kleines bisschen mehr Gedanken machen könnte, denn mittlerweile habe ich hier gut 30 Bücher aus der Heyne-Fantasy-Abteilung, die alle ein Schwert auf dem Cover haben. Natürlich ist das Meckern auf hohem Niveau, mich stört es aber trotzdem, wenn allem nur so ein Stempel aufgedrückt wird. Das fließt aber nicht in die Bewertung mit ein, denn immerhin gibt es hier sehr sehr gute 4 von 5 Sterne! Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass sich das Buch sehr schnell liest. Besonders toll ist einfach Abercrombies Art Geschichten zu erzählen und eine Welt zu erschaffen, die auch aus unseren Geschichtsbüchern stammen könnte!

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Inhalt Prinz Yarvi von Gettland hat nie damit gerechnet, ein König zu werden. Als zweiter in der Thronfolge und nur mit einer funktionstüchtigen Hand geboren, strebte er stets ein Leben als Gelehrter an. Doch kurz vor seiner Prüfung ereilt ihn die unglaubliche Nachricht: Sein Vater und sein Bruder wurden ermordet - Yarvi ist der neue König von Gettland. Unglücklich fügt er sich seiner neuen Rolle, doch nicht lange. Denn schon kurze Zeit später wird er verraten und entgeht knapp einem Mordanschlag, nur um als Sklave verkauft zu werden. Auf einem Schiff, angekettet an den Riemen, mit Peitschenschlägen, die ihm die Haut aufreißen, schwört er einen heiligen Eid: Rache an den Verrätern zu nehmen und seinen Thron zurückzuholen - auch wenn er nur ein halber Mann ist... Meine Meinung Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, denn ich habe sehr viel Gutes von Joe Abercrombie gehört, daher wollte ich unbedingt ein Buch von ihm lesen. Schon zuvor hatte ich gelesen, dass es sich bei Königsschwur eher um Jugendfantasy handeln und es sich vom Stil her doch etwas von seiner Erwachsenenfantasy unterscheiden würde, aber da ich gerne sowohl als auch lese, ging ich mit einer optimistischen Einstellung an das Buch heran. Alles in allem hat es mir auch gut gefallen. Doch es gab leider auch einige Dinge, die mich an dem Buch gestört haben, weswegen ich es nicht ganz so gut bewerten kann, wie ich es eigentlich gerne möchte. Aber fangen wir erst einmal mit den positiven Aspekten an. Ich mochte Yarvi. Selten werden Invalide (oder Krüppel, um es hart auszudrücken) zu Protagonisten. Es ist ja auch ein schwieriges Thema, da man sich mit dem Protagonisten identifizieren möchte und niemand identifiziert sich gerne mit jemandem, der versehrt ist. Der irgendwie entstellt ist. Aber genau das machte den Reiz bei Yarvi aus, denn ansonsten wäre er ziemlich unspektakulär gewesen. Durch seine angeborene Behinderung ist er etwas Besonderes, auch wenn er in seiner Welt eher immer wie ein Aussätziger behandelt wurde. Obwohl er ein Prinz ist. Diese Behinderung und die Ablehnung der anderen Menschen haben ihn sehr geprägt, so ist er ein stiller und in sich gekehrter junger Mann (Junge? Keine Ahnung, man erfährt leider nie genau, wie alt Yarvi ist), der keine Blicke auf sich ziehen und einfach nur als Gelehrter arbeiten möchte. Durch den Tod seines Vaters und seines älteren Bruders wird ihm all das genommen und aus einem unwilligen Prinzen wird ein unwilliger König. Im Verlauf der Handlung macht er eine enorme Entwicklung durch, die ich einerseits mochte und bewunderte, die mich andererseits aber auch manchmal etwas ärgerte. Aber dazu später mehr. Die Welt, in der Königsschwur spielt, gefiel mir auch sehr gut. Hier ist nichts mit eitel Sonnenschein. Gettland und die umliegenden Länder sind karg und rauh, genau wie ihre Menschen. Es gibt barbarische Opferrituale und Sklavenhandel. Viele Kriege von vielen eitlen Königen werden geführt. Und wer als schwach gilt hat schon in der Welt verloren. Es ist also kein Wunder, dass Yarvi für diese Welt eigentlich nicht der richtige König ist. Man merkt schnell, dass das Weltbild skandinavisch angehaucht ist. Mehrmals fühlte ich mich an Wikinger erinnert, was ich wirklich mochte. Auch die Einstellung der meisten Charaktere war überzeugend und passend. So entpuppen sich einige Feinde noch als wichtigste Verbündete und sowieso spürt man, was es heißt, wahre Freunde an der Seite zu haben. Die Zeit, in der Yarvi als Rudersklave auf dem Schiff Südwind gearbeitet hat, hat mir auch sehr zugesagt, da man durch sie verstand, wie Yarvi härter werden konnte. Spaß hatte ich an der Schiffsführerin Schadikschirram, die immer wieder betonte, was für ein mitfühlender Mensch sie doch sein würde. Auch wenn Joe Abercrombie hier eher für eine etwas jüngere Leserschaft schreibt, so gefiel mir sein Stil hier jedoch ziemlich gut. Er ist eine gelungene Mischung aus "harmloser" Jugendliteratur und der extra Portion Splatter mit Blut und Kraftausdrücken. Ich mag es nämlich nicht, wenn es extrem harmlos zugeht und alles nur vorsichtig umschrieben wird. Dabei darf es aber auch nicht zu blutig oder zu derbe zugehen, wenn man für Jugendliche schreibt und ich finde, dass Joe Abercrombie diesen Mix gut getroffen hat. Kommen wir zu den Punkten, die mich bei dem Buch ein wenig gestört haben. Ich fand den Aspekt der Religion eigentlich sehr interessant und meistens auch gut umgesetzt, aber dass alles den Titel Vater oder Mutter hatte, fand ich mit der Zeit anstrengend. Vater Erde, Mutter Meer, Vater Friede, Mutter Krieg... Außerdem fiel es mir manchmal schwer, bei den ganzen Göttern durchzublicken. Vielleicht hätte Joe Abercrombie da nicht so viel reininvestieren sollen, denn meiner Meinung nach ist er etwas über das Ziel hinausgeschossen. Die Handlung war extrem vorhersehbar. Das ist, glaube ich, das größte Manko des Buches. Und das sage ich nicht als jemand, der schon viel Fantasy gelesen hat und dementsprechend den ein oder anderen typischen Fantasy-Kniff kennt. Yorvi wird verraten - ich wusste schon nach den ersten Seiten, wer den jungen König verraten würde. Und ich sollte Recht behalten. Ein geheimnisvoller Sklave auf dem Schiff Südwind, der von allen nur Nichts genannt wird, erweckt Yarvis Aufmerksamkeit - sofort ahnte ich, was es mit diesem Sklaven auf sich haben würde. Und ich sollte Recht behalten. Selten gab es Überraschungen für mich, ich ahnte schon immer im Vorraus, was passieren würde. Selbst bei nur kleinen Entscheidungen und Informationen, die man als Leser erhielt, war für mich irgendwie immer klar, worauf es im Verlauf der Handlung hinauslaufen würde. Nur das allerletzte Kapitel konnte mich nochmal überraschen. Aber nicht mit dem, was aufgedeckt wurde, das ahnte ich nämlich auch schon, sondern mit dem, wie Yarvi darauf reagierte. Damit hätte ich nicht gerechnet und das war wirklich überraschend. War für mich auf das ganze Buch betrachtet aber einfach zu wenig. Richtig packende, spannende Fantasy lebt von Überraschungsmomenten und die fehlten für mich eindeutig. Yarvi und seine Gefährten sind mir im Verlauf der Handlung schon irgendwie ans Herz gewachsen, daher hatte ich das Gefühl, dass Joe Abercrombie mit dem Leben der Freunde Ene mene miste gespielt hat. Die Tode kamen mir willkürlich vor und auch wenn klar ist, dass so eine Geschichte nicht alle überleben können, fand ich die Tode unnötig und traurig. Zumindest hätte ich mir eher gewünscht, dass eine andere Figur abgetreten wäre, aber auch wie es mit dieser Person ausging war am Ende in Ordnung. Und Yarvi... Ich mochte ihn ja und auch seine Entwicklung fand ich irgendwie toll, aber gegen Schluss fand ich sie doch ein wenig inkonsequent. Einerseits wird er endlich härter und unnachgiebig, andererseits bleibt er der Schwächling und ist unfähig, sich selbst zu schützen, weswegen er seine Freunde in tödliche Gefahren bringt, weil sie ihn retten wollen. Natürlich wäre es unrealistisch gewesen, wenn er auf einmal ein Superheld gewesen wäre, der jeden Kampf gewinnt und nie wieder Hilfe braucht, aber bei zwei Szenen, da kam mir sein Verhalten so dumm und rückständig im Bezug auf seine Entwicklung vor, dass ich ihn gerne gepackt und einmal fest geschüttelt hätte. Es war unbefriedigend. Auch der Schluss war alles andere als das perfekte abgerundete Ende, was es auch nicht sein muss, aber auch das ließ mich leider ein wenig unbefriedigt zurück. Vor allem, da im zweiten Band nicht mehr Yarvi der Protagonist sein wird. Fazit Bei Königsschwur handelt es sich nicht um schlechte Fantasy und für Jugendliche oder Einsteiger ist das Buch sicherlich sehr geeignet, aber leider wies das Buch doch einige Mankos auf, die mein Lesevergnügen trübten. Doch Joe Abercrombie hat einen angenehmen Schreibstil und die Welt und die Figuren, die er erschaffen hat, haben mir gefallen. Den zweiten Band, Königsjäger, der im August 2015 erscheinen soll, werde ich auf jeden Fall lesen, auch wenn es eine andere Protagonistin geben wird, da er bei den Lesern besser ankam als der erste Band. Ich vergebe abschließend 3 von 5 Sternen.

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Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen. Der Schreibstil von Joe Abercrombie ist einfach toll, es war von der ersten Seite an spannend und ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Haupt- und Nebencharaktere sind unglaublich detailreich ausgestaltet. Ich fand auch Idee und Umsetzung total gut.

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Königsschwur hat mir mal wieder gezeigt, dass man oft selbst ein Buch lesen muss, um sich eine Meinung zu bilden. Das Buch stand seit seiner Ankündigung auf meiner Wunschliste, rutschte von dieser schnell aber wieder runter aufgrund vieler schlechter Rezensionen. Größtenteils handelte es sich hierbei aber um Leser, die sein vorherige Reihe gelesen hatten und wahrscheinlich mit hohen Erwartungen an sein neustes Werk herangetreten sind. Was jedoch immer wieder vergessen wird ist die Tatsache, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt. Ich bin zwar kein Freund davon den Schreibstil einer Altersgruppe entsprechend anzupassen, bei Joe Abercrombie - ohne seine vorherige Reihe zu kenne - konnte ich aber solche Maßnahmen kaum erkennen. Im Gegenteil, ich war nach anfänglicher Skepsis von dem Buch wirklich positiv überrascht und mir hat es sogar Spaß gemacht zusammen mit Yarvis und seinen Freunden ein richtiges Abenteuer zu erleben. Das Buch beginnt dabei gleich an einen sehr spannenden Punkt und lässt dem Leser kaum Zeit so richtig in Gettland anzukommen. Hier könnte man vielleicht die Kritik üben, dass eine kurze Einwöhnungsphase in die fremde Welt nett gewesen wäre. Aber so wie Yarvis kaum Zeit hat sich auf seine Rolle als König vorzubereiten, so wird mir auch nur wenig Zeit gewährt Gettland und die umliegenden Länder genauer kennen zulernen. Denn schon nach in kürzester Zeit werde ich mit Yarvi verraten, versklavt und landen als Ruderer auf einem Schiff. An dieser Stelle wuchs mir das Buch mit seinen tollen Charakter so richtig ans Herz. Die gesamte Schiffscrew ist zwar nicht die sympatischste Gruppe, dennoch bieten sich hier tolle Dialoge, die mich immer wieder zum schmunzeln brachten. An den Charakteren hab ich nur wenig auszusetzen. Hier und da vielleicht ein wenig mehr Tiefgang und weniger Action, aber das sind so Kleinigkeiten, die dem Buch nichts nehmen. Joe Abercrombie gönnt den Lesern so gut wie gar keine Ruhe und hier liegt sicher die größte Stärke des Buches. Einmal vom Schiff runter, versucht Yarvi zu flüchten und ich lerne, wie hart es ist in diesem Land, dass von einem Hochkönig regiert wird, überhaupt zu überleben. Es bleibt stetig spannend und kaum gibt es Momente, die ich als zu lang empfunden habe. Die Krönung waren aber definitiv die letzten 100 Seiten, die viele Überraschungen bereit hielten und von Yarvi nochmal einiges abverlangten. Glücklich bin ich darüber, dass, obwohl es sich hierbei eigentlich um eine Trilogie handelt, die Teile an sich alle abgeschlossen sind. Yarvi erhält sein persönliches Happy End und auch ich bin glücklich über dieses schöne abgeschlossene Ende. Dennoch war das sicher nicht mein letzter Abstecher in Yarvis Welt. Joe Abercrombie hat mich voll und ganz überzeugt und ich warte schon begierig auf den nächsten Teil. (der im August erscheint).

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Wow!

Von: Ninni SchockiBooks

26.03.2015

Ein grandioses Buch mit düsterer Stimmung und tollen Charakteren. Schaut her:http://youtu.be/r7VdapWPQ0A

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