Leserstimmen zu
Verschwörung

David Lagercrantz

Millennium (4)

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Von: henry

24.12.2015

sorry volks aber das ist wohl ein buch das man besser nie geschrieben hätte larson würde sich im grabe umdrehen ich habe alle bücher von stig gelesen ud war immer begeistert von der story aber hier versuche ich nun seit 273 seiten etwas rein zu kommen und hoffe es wird etwas besser schade habe ich nicht ein besseres buch fur xmas ausgewählt hoffentlich gibt es nie mehr eine folge geschichte

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Irgendwie hatte es das Jahr 2015 ganz schön in sich, was Aufreger-Bücher angeht. Neben Harper Lees "Gehe hin, stelle einen Wächter", den neuen Bücher von Salman Rushdie und Umberto Eco stand natürlich auch David Lagercrantz "Verschwörung" ganz oben auf der Liste. Nicht umsonst. Denn Lagercrantz Roman ist die Fortsetzung von Stieg Larssons Millenium-Triologie rund um den Journalisten Mikael Blomkvist und die eigenwillige Hackerin Lisbeth Salander. Schon bevor das Buch auf den Markt kam, sorgte es deshalb für viel Aufregung. Schließlich starb Larsson, der die außergewöhnlichen Charaktere Blomkvist und Salander geschaffen hatte, 2004 an einem Herzinfarkt, nachdem er die ersten drei Bände verfasst hatte. Ursprünglich war die Reihe auf zehn Bände angelegt, aber selbst die Veröffentlichung der ersten konnte der geniale Autor Larsson nicht mehr erleben. Darüber, wie es mit dem geistigen Erbe von Larsson weitergehen sollte, entbrannte ein bitterer Streit zwischen Stieg Larssons Vater und seinem Bruder auf der einen und seiner Lebenspartnerin Eva Gabrielsson auf der anderen Seite. Vater und Bruder - die angeblich ein unterkühltes Verhältnis zu Larsson hatten (dazu gibt es auch einen spannenden Artikel vom Tagesspiegel), beauftragten schließlich dennoch den Autor David Lagercantz, der sich nach einem ersten Schock doch dazu entschied die Reihe weiterzuführen. Der Aufschrei war natürlich groß! Von Leichenfledderei und Grabplünderung ist die Rede. Der Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen rief sogar dazu auf, die Bücher von Lagercrantz nicht zu kaufen. Und ehrlich gesagt war auch mein erster Gedanke: Ob das nicht einfach nur Geldmacherei ist? Schließlich brachten es Larssons Bücher auf eine weltweite Auflage von über 80 Millionen Exemplaren. Da steckt natürlich eine Menge Geld dahinter. Und die zweite Überlegung: Warum ausgerechnet Lagercrantz? Mal ehrlich? Was hatte der davor groß geschrieben? Eine Biografie über den Fussballer Zlatan Ibrahimovic. Schön, der denkt zwar, dass er mit Gott gleichzusetzen ist - also der Fussballer. Aber macht es seinen Biografen dann zum richtigen Nachfolger für Stieg Larsson? Kann da wirklich etwas gutes bei rauskommen? Trotz allen Bedenken - meine Neugier war stärker. Irgendwie wollte ich dann doch eher wissen, ob dieses Buch etwas taugt. Und wenn nicht - dann kann man wenigsten fundiert begründen, warum es das nicht tut. Gesagt getan. Also stürzte ich mich wieder in ein neues Abenteuer mit Salander und Blomkvist: Der Anfang verlief noch etwas schleppend, aber schnell fand ich mich wieder in die gewohnte Millenium-Atmosphäre ein. Blomkvist, einst von allen gefeiert, scheint seinen journalistischen Biss und den guten Riecher für Stories verloren zu haben. So munkelt man zumindest hinter seinem Rücken. Und natürlich steckt Millenium mal wieder in einer finanziellen Krise. Ein Medienkonzern hat die ersten Aktien des Magazins aufgekauft und übt schnell Druck auf die gesamte Belegschaft aus. Eine richtig gute Geschichte muss also her! Und zwar schnell! Da kommt es ganz gelegen, dass Mikael eines nachts plötzlich einen Anruf erhält von Frans Balder. Dieser ist ein Genie, Wissenschaftler für Künstliche Intelligenz und scheint in eine verstrickte Geschichte verwickelt zu sein. Er will Mikael alles erzählen! Sofort! Doch als Mikael bei Balder zu hause eintrifft, ist dieser ermordet worden. Einziger Zeuge: Balders autistischer Sohn. Und was ist mit Lisbeth? Die versucht in der Zwischenzeit sich in die Computer der NSA einzuhacken, bleibt aber dabei nicht unbemerkt. Über Umwege ist sie natürlich auch in die Geschichte mit Balder verwickelt. Und so arbeiten Mikael und Lisbeth wieder beide an einem Strang. Letztlich wird Lisbeth im Laufe der Geschichte erneut von ihrer Vergangenheit eingeholt... Ihr merkt vielleicht schon an dieser kurzen Zusammenfassung, dass es hier einige lose Erzählstränge gibt, die von Lagercrantz nach und nach ineinander geflochten werden, sodass sie am Schluss ein ganzes ergeben. Lagercrantz ist natürlich kein Larsson - und so ist sein Erzählstil eben auch ein anderer. Nicht ganz so tiefgründig und intensiv für meinen Geschmack - vor allem im Vergleich zu Larsson. Aber auch nicht schlecht geschrieben, wie so mancher Kritiker behauptet. Was mich dagegen gestört hat, war, dass Mikael irgendwie ziemlich untätig war, nicht wirklich viel Charakter gezeigt hat - wie man es sonst von ihm kennt. Natürlich fühlt man sich durch die wiederkehrenden Charaktere gleich wieder in die Millenium-Redaktion zurückversetzt und holt das altbekannte Flair und die Atmosphäre von der damaligen Lektüre zurück. Wobei ich aber auch das Gefühl hatte, dass es genau aus diesem Grund ein ganz gezieltes "Name dropping" gab. So kehren auch diverse Nebenfiguren wieder in der Handlung auf. Kein Wunder also, dass wir beim Lesen denken: "Ach, den kenne ich doch. Ist ja wie früher." Viel schlimmer fand ich jedoch, dass für mich ehrlich gesagt ziemlich schnell klar war, wer hinter den Machenschaften steckt, die Mikael und Lisbeth hier aufdecken. Das hatte mich schon etwas enttäuscht. Für mich war das ganze super schnell durchschaubar, die Auflösung dann konsequenterweise überhaupt keine Überraschung mehr. Bei Stieg Larsson wartete irgendwie immer noch ein "Aha-Effekt" auf einen beim Lesen. Das fiel hier total flach und hat mir schon etwas die Lesefreude genommen. Und genauso schnell wie das Ende war deutlich: Das wird nicht der letzte Band von Lagercrantz Millenium-Fortsetzung sein. Und prompt hieß es: Band fünf soll 2017 erscheinen, Band sechs 2019. Angeblich hat es Lagercrantz einfach zu viel Spaß gemacht diese Geschichte zu schreiben und er glaubt sehr an seine Story - und was noch logischer ist: ein Cliffhanger am Ende des Buches sorgt dafür, dass die Leser auch den nächsten Band wieder haben wollen. Denn wenn man es soweit geschafft hat, will man ja schließlich wissen, wie das ganze nun ausgeht. So sichert man sich ganz geschickt weitere Verkaufszahlen. Alles in allem kann ich nach der Lektüre daher sagen: Ein solider Roman, der nicht schlecht geschrieben ist, Aber vor allem durch seine beliebten Protagonisten funktioniert. Ob Lagercrantz ohne diese den selben Erfolg gehabt hätte? - Ich glaube es nicht. Also zumindest nicht in dem Ausmaß, wie er ihn jetzt hatte. Und auch wenn die Lektüre sehr kurzweilig war, blieb für mich doch immer etwas Beigeschmack beim Lesen dabei. Wobei ich befürchte, dass ich beim nächsten Band auch früher oder später wieder meiner Neugierde nachgeben werden.

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Wenn man die Millenium Reihe um Mikael und Lisbeth kennt, konnte man schon erahnen, dass, obwohl der Autor Stieg Larsson verstorben ist, es einen weiteren, bzw. weitere Bände geben wird. Denn wie man weiß, hatte der Autor eine große Reihe hierzu geplant. Bis alles um sein Erbe und seine begonnenen Manuskripte geklärt wurde, musste man als Fan von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist lange warten. Und obwohl seine Witwe, soweit ich darüber gelesen habe, seine Exposes und Manuskripte nicht herausgibt, haben sie dem Autor David Lagercrantz erlaubt den nun endlich ersehnten Teil 4 "Verschwörung" zu schreiben. Ich bin bereits mit einer gewissen Erwartung an das Buch herangegangen. Wie schreibt der neue Autor über solch bereits berühmte Protagonisten. Charakterisiert er sie wie in den Bänden davor? Wird man einen Unterschied an der Vorstellung der Charaktere und ihrem Handeln erkennen oder hat er sich so an die alten Bände gehalten, sodass man kaum einen Unterschied erkennt? Hervorheben möchte ich, dass es ein wirklich guter Thriller ist. Ein durchdachter Thriller, bei dem man das Gefühl hat, man befindet sich mitten im Geschehen, in den Geheimnissen, lässt sich von der Spannung und den Wendungen hinreißen. Aber es ist für mich kein Buch der Millenium-Reihe. Es hat für mich nichts außer den Namen und Teilen der Charaktere mit den Vorgängern gemeinsam. Vielleicht lag es daran, dass man den Stil durch die drei Bücher einfach gewohnt war und nun wieder genau das gleiche lesen möchte. Vielleicht gefällt gerade deswegen manchen das 4. Buch, da sie mal etwas neues und einen neuen Stil zu lesen bekommen. Es wurden auch Charaktere aus den Vorbänden erwähnt, die aber nicht allzu viel damit zu tun hatten. Die Geschichte an sich ist toll, gut ausgearbeitet und interessant, hat aber für mich nicht unbedingt etwas mit der Reihe zu tun. "Verschwörung" hätte durchaus als eigenständiger Thriller herhalten können, ohne Mikael und Lisbeth, eben mit neuen Namen. Danke an Herrn Lagercrantz, dass Sie sich daran getraut haben, und für einen tollen und spannenden Thriller. Für mich waren die Gedanken an die früheren Bänden leider zu groß und ich konnte mich mit der etwas neuen Art noch nicht so anfreunden. Bin jedoch gespannt, ob und wann es doch noch weitere Bände geben wird.

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Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch ran gegangen, was vorallem da ran liegt, das Stieg Larsson einfach ein Meisterwerk geschaffen hatte - natürlich ist mir klar, das hier nicht Larsson selbst schreibt, sondern die Geschichte einfach nur fortgesetzt wird. Dennnoch blieben die hohen Erwartungen bei mir. Diese wurden jedoch enttäuscht. Das Buch ist gut, keine Frage, aber lange nicht so gut wie die von Stieg Larsson selbst. David Lagercrantz versucht den Schreibstil von Larsson aufzugreifen, zumindest erscheint es mir so, aber so ein Meisterwerk wie Larsson hat er damit trotzdem nicht geschaffen. Die Idee, diese Geschichte weiterzuschreiben, gefällt mir klar - es ist immer schön zu wissen wie es mit den Protagonisten weitergeht. Auch wie sie weitergeht gefällt mir irgendwie, der Bereich in dem ermittelt wird, passt auch zu Larsson in gewisser Weise. Und ich denke auch hier ist ein Thema aufgegriffen, welches doch sehr aktuell ist und vermutlich irgendwann in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert einnimmt - künstliche Intelligenz. Die Forschung geht immer weiter, das ist klar. Was Lagercrantz schreibt wirkt gar nicht so unwahrscheinlich. In wie weit davon einiges schon möglich ist, kann ich natülich nicht sagen, daher kann ich auch nicht beurteilen wie sehr er das Thema recherchiert hat. Die Protagonisten sind auch gut gestaltet, einige Charaktere kannte ich logischerweise schon recht gut. August der Sohn von Frans hat mich positiv überrascht, er ist Autist. Ich finde sein Charakter ist gut dargestellt, es wirkt nicht so übertrieben, wie es in manch anderen Büchern der Fall ist. Mit diesem Thema hat sich Lagercrantz schon gut auseinander gesetzt und viel Liebe in ihn gesteckt, also in seine Erschaffung. Seine Verhaltensweisen empfinde ich als logisch und gut durchdacht. Auch wie sich Frans Balder zunächst verhält ist für mich zumeist plausibel. Lisbeth fand ich schon immer genial und finde sie auch in diesem Buch total klasse, ich mag es wie sie dargestellt wird, einfach auch weil sie doch anders ist als andere und dies oft zum Vorschein kommt. Doch da hätte ich mir noch ein wenig mehr gewünscht, mehr über sie zu erfahren. Auch mit dem Verhältnis Mikael und ihr hätte man noch ein bisschen mehr machen können - und damit meine ich jetzt keine Liebesgeschichte oder so, man hätte das aber noch bedeutender hochziehen können. Alles in allem ist das Buch gut, jedoch kein Meisterwerk und es kommt an die Millenium Bücher von Larsson nicht richtig ran.

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Cover: Das Cover des Hörbuches ist, wie bei den anderen Teilen, in Schwarz gehalten. Vorne sehen wir in einem reflektierenden Silber einen Drachen. Die Schrift „Verschwörung“ hebt sich im Gegensatz dazu in Gelb ab. Meine Zusammenfassung und Meinung: Zunächst möchte ich einmal klarstellen, das ich selbst vorher noch keinen Krimi gelesen habe, einfach weil mir Dystopien, Romane und Fantasystorys eher liegen. Leider wurde mir dies auch bei diesem (Hör-)Buch bestätigt, denn das Hörbuch war so gar nichts für mich. Stieg Larsson ist fast jedem ein Begriff, natürlich vor allem den Krimi-Fans. Mir ist natürlich klar, dass ich vorher die anderen Bücher hätte lesen sollen und das, wie ich rausgehört habe, dieser Teil von jemand anderem weitergeführt wurde!? Für mich war die Story eher langweilig, da ich die Bücher davor ja wie gesagt leider nicht kenne, kann ich nicht wie andere davon mitreden, dass die liebgewonnenen Charaktere in diesem Teil recht vorgeführt worden sein sollen. Was mir sehr aufgefallen ist, ist, dass die Charaktere alle sehr hervorgehoben wurden. So reichte meist nicht der Begriff „gut“, nein, es war immer sowas wie „der Beste“. Ein Beispiel etwa: „Eine schöne Frau betritt den Raum“, dann war es in diesem Fall: „Die wunderschönste Frau der Welt betrat den Raum.“ Es war alles sehr pompös aufgebaut und wirkte etwas überzogen. Zur Story kann ich nur sagen, dass Lisbeth Salander in diesem Buch die absolute Superheldin darstellt, mit Kind an der Hand Bösewichte ausschaltet und dabei natürlich auch noch „super mega überirdischschön“ aussieht. Michael Blomquist scheint dagegen zwar zunächst die Fäden in der Hand zu halten, doch tut er in diesem Buch fast gar nichts. Für mich persönlich ein sehr schwaches (Hör-)Buch, das ich nur Lesern der ‚Millennium‘-Trilogie oder richtigen Hardcorefans empfehlen kann. Ich bleibe dann lieber doch bei meinen alten Genres. Bewertung: Für mich leider gar nichts, doch für den super Sprecher gibt’s noch 2 Sterne

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Ja, er hat es getan - dieser Herr David Lagercrantz - einfach mal so eine Fortsetzung zu der Triologie schlechthin geschrieben. Stieg Larssons "Millennium " ist und bleibt einzigartig, aber während die Einen ihre Hände voller Empörung nach oben reißen und zetern was das Zeugs hält " wie kann man nur....", tun die Anderen das aus Freude und Jubel, ich gehören zu denen die jubeln. Hatte ich nach dem Bekanntwerden der Existenz um Band 4 erst zögernd, dann abwartend und letztendlich doch glücklich reagiert um endlich zuzugreifen und zu lesen. Lisbeth is back und Big Brother is watching you - like never before! Ja er hat es getan und er hat es gut gemacht.Zwar gibt es viel zu lesen auf diesen 600 Seiten und nicht alles hat sich mir sofort erschlossen, dafür gibt es aber zum Glück ja Informationsdienste deren man sich bemächtigen kann. Herrje, ob da einer mitgelesen hat? Denn das ist mitunter das Thema im Buch, abhören, überwachen, hacken, korrumpieren und auf Teufel komm raus alles verschleiern. Wer will sich schon nachsagen lassen, die eigene IT sei zu schwach? Lisbeth ist in bekannt bester Stimmung, wer sie verärgert hat ein Problem und wer sie gar bedroht ein noch viel größeres. Sie kommt eher durch Zufall einer Sache auf die Spur und damit direkt zu Mikael Blomkvist, dem es im Moment alles andere als zum lachen zumute ist. Seiner Zeitung geht es schlecht, seinem Ruf noch schlechter. Ein Tipp bringt ihn aber wieder auf die Spur und seinen Ehrgeiz, sein investigatives Gewissen damit wieder auf volle Leistung. "Wer das Volk überwacht, wird eines Tages selbst vom Volk überwacht." So hat sich Lisbeth ausgedrückt und macht ihrem Alias Wasp alles Ehre und diejenigen rasend denen sie ein böses Schnippchen geschlagen hat. Wieder mal nicht aus Gier oder Selbstsucht, sondern um einer Sache auf die Spur zu kommen. Ihre Vergangenheit holt sie mal wieder ein. Zalatschenko und Co. treten wieder auf den Plan, oder zumindest die Erben. Das hat mir besonders gefallen, diese Altbekannten, die noch irgendwo bei mir abgespeichert waren und mit den Neuen ergänzt wurden, darunter so manche Überraschung. August ist so einer, ein kleiner Junge, dem alle nachsagen er sei beschränkt aufnahmefähig, stellt sich als ein Savant raus, ein Authist mir einer besonderen Begabung, bei ihm sind es aber gleich mehrere, selten aber genial beschrieben. Wer die Vorgänger Bände nicht kennt, wird hiermit auch gut zurecht kommen. Es gibt immer wieder Rückblicke, Erklärungen, Aufklärungen. Manchmal waren mir gerade diese etwas zu langatmig, aber ich kenne die Vorgänger halt. Tiefsinnig ist der Autor nicht vorgegangen, er hält sich eher an Fakten, dadurch könnte der Flair den diese Lisbeth Salander normalerweise verbreitet etwas untergegangen sein. Aber es liest sich gut und schnell. Der Zeitraum in dem dieses Geschichte spielt umfasst gerade einmal 13 Tage, in denen allerhand geschieht. Spannung? Durchaus, oft sogar, nur hat der Autor die Kunst genau dann abzuschweifen und Dinge zu erzählen die zwar dazugehören aber mich in dem Moment so gar nicht interessierten. Wollte ich doch vielmehr wissen was just da geschieht. Die Thematik ist gut recherchiert, der Plot macht Sinn und die Protagonisten einfach nur Spaß. Der Originaltitel "Was uns nicht umbringt....." hätte ich besser gefunden und ja, wenn es einen weiteren Band gibt, werde ich den auch lesen. Für David Lagercrantz 'Verschwörung' vergebe ich 4 von 5 Sternen c)K.B. 10/2015

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Der vorliegende 4. Teil zur „Millenium-Reihe“ von Stieg Larsson wurde schon vor seiner Veröffentlichung heftig diskutiert. Es ging u. a. darum, ob ein anderer Autor in der Lage sein würde, die Reihe in der Qualität von Stieg Larsson fortzusetzen oder ob es nur ein Versuch wird, an den Erfolg der Reihe anzuknüpfen und damit weiteren Umsatz zu generieren. Da ich die „Millenium-Reihe“ sehr mochte, konnte ich mich dem Buch nicht entziehen, denn ich war neugierig, was der Autor aus den bekannten Figuren Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander gemacht hat. David Lagercrantz ist es hervorragend gelungen, Mikael und Lisbeth zu charakterisieren und glaubhaft und schlüssig weiter zu entwickeln. Ich hatte schnell das Gefühl, als wären die beiden nie weg gewesen. Auch gab es ein Wiedersehen mit weiteren bekannten Figuren, wie der Millenium Chef-Redakteurin Erika Berger oder Kommissar Bublanski. Auch diese Figuren hat der Autor gut getroffen und sie wie etliche neue Nebenfiguren gut und facettenreich gezeichnet. Besonders gelungen fand ich die Figur des 8-jährigen August, des autistischen Sohn von Protagonist Frans Balder. Einfühlsam und sachlich werden die Einschränkungen und die besonderen Fähigkeiten des kleinen Jungen dargestellt und die Figur entwickelt. Auch das Zusammenspiel zwischen Lisbeth und dem kleinen August hat mir gut gefallen und mir an manchen Stellen auch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Die Themen, die der Autor in seinem Roman verarbeitet, sind modern und aktuell, wie künstliche Intelligenzen, Quantencomputer, die NSA und Spionageaffären, Datenschutz und weitere komplexe IT-Themen. Lagercrantz hat es geschafft, die fachlichen und speziellen Seiten dieser Themen so darzustellen, dass auch der Laie folgen kann. Wie es auch schon bei Larsson vorkam, legt Lagercrantz am Anfang seines Buches viele Grundlagen für die Story und sie kommt nur langsam in Schwung. Aber durchhalten und weiter lesen bringt nicht nur eine Menge Informationen sondern lohnt sich auch. Die Geschichte nimmt mehr und mehr Fahrt auf und wird von Seite zu Seite spannender. Allerdings hat es mir ein bisschen zu lange gedauert, bis das brillante Zusammenspiel zwischen Lisbeth und Mikael begonnen hat, denn genau das macht für mich einen großen Teil des Reizes der Bücher aus. Aber auch hier lohnt sich das Warten. David Lagercrantz hat gar nicht versucht, den Schreibstil von Stieg Larsson zu kopieren, sondern präsentiert uns seinen eigenen frischen und strukturierten Stil. Er hat mit dem vorliegenden Buch etwas Eigenes geschaffen und den bekannten Figuren Mikael und Lisbeth neues Leben eingehaucht und ihnen wieder eine Bühne gegeben. Die Geschichte ist sehr komplex, gut durchdacht und recherchiert und bietet an den richtigen Stellen Rückblicke, die für das Verständnis wichtig sind. Einige Dinge waren mir etwas zu detailliert und ausführlich beschrieben, aber die steigende Spannung und das furiose Ende entschädigen dafür. Und nach der Auflösung gibt es dann noch einen Moment zum Innehalten, der aber auch Ansätze für eine weitere Fortsetzung zeigt. Mir hat dieser spannende und undurchsichtige Krimi gut gefallen und Lust darauf gemacht, mehr aus der Feder von David Lagercrantz zu lesen! Fazit: 4 von 5 Sternen

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Das Ableben eines Autors ist bekanntlich noch lange kein Grund, seine Figuren nicht weiterleben zu lassen. Im Falle von Stieg Larsson, dessen bekannte Millenium-Trilogie ohnehin erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde, blieb es lange spannend. Insgesamt zehn Bände sollen ursprünglich geplant gewesen sein. Nun haben Larssons Erben endlich einem weiteren Band zugestimmt, der jedoch nicht auf den Originalentwürfen basiert. Dennoch gibt es ein Wiedersehen mit Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist. Der Journalist Blomkvist hat es nicht leicht. Sein Herzensprojekt, die Zeitschrift "Millenium", wurde von einem Konzern aufgekauft, der gerne bei den Inhalten mitreden möchte. Darüber hinaus munkelt man in der Öffentlichkeit, der einstige Starreporter habe seine besten Tage hinter sich und stecke in einer Krise. Währenddessen zieht es den schwedischen Programmierer Frans Balder nach einem längeren Auslandsaufenthalt wieder nach Schweden. Er will endlich wieder mehr Zeit mit seinem autistischen Sohn August verbringen, doch die Wiedersehensfreude währt nur kurz. Balder wird in seinem eigenen Haus ermordet und seines Computers beraubt. Blomkvist findet bald heraus, dass Balder an einer hochentwickelten künstlichen Intelligenz gearbeitet hatte, die so einigen Mächten gute Dienste leisten würde. Auch Lisbeth Salander scheint in die Sache verwickelt zu sein. Unversehens sehen sich die beiden in eine mörderische Verschwörung verwickelt, in die auch der amerikanische Geheimdienst NSA involviert ist. Auch August befindet sich in Gefahr, denn der bisher sehr verschlossene Junge offenbart ein Talent, das manches Geheimnis enthüllen könnte. Der neue Larsson, der ja streng genommen keiner ist, schließt in vielen Dingen an die bereits veröffentlichten drei Originalbände an. Wenn man mit Namen wie Zalatschenko, Wennerström und Co. absolut nichts anfangen kann, dann empfiehlt zunächst sich die Lektüre der vorangehenden Bücher oder zumindest die erweiterte Ausgabe der schwedischen Verfilmung. Darüber hinaus kann Verschwörung auch für sich gelesen werden, denn einen entscheidenden Unterschied zum Rest der Trilogie gibt es: Das Buch ist ein klein wenig gewöhnlicher. Vermutlich trieben unterschiedliche Motive die Autoren zum Schreiben. Stieg Larssons Energie und Weltverbesserungsideen fehlen an vielen Stellen. Seine Buchreihe war nicht einfach nur ausgeklügelte Unterhaltungsliteratur, sondern auch die knallharte Abrechnung eines hauptberuflichen Enthüllungsjournalisten mit den verkrusteten Strukturen der schwedischen Politik und Gesellschaft. Sein Nachfolger weiß diese Themen für sich zu nutzen, reicht aber nicht genug an das Vorbild heran, um den Übergang wirklich nahtlos zu machen. Am Ende hat man durchaus das Gefühl, einen soliden skandinavischen Thriller gelesen zu haben. Auch die vertrauten Charaktere wiederzutreffen macht Freude und zeigt, was Salander und Blomkvist noch so alles draufhaben. Mit dem Thema der allgegenwärtigen Internetüberwachung, Bespitzelung und Wirtschaftsspionage durch Geheimdienste, trifft Lagercrantz den Nerv vieler Leser. Die unrühmliche Rolle der USA wird ebenso wenig ausgeklammert wie deren Zusammenarbeit in dieser Sache mit Schweden und anderen westlichen Nationen. Soviel investigatives Gefühl darf sein. Die plötzlich aus Lisbeths Vergangenheit auftretende unvorhergesehene neue Bedrohung wirkt trotz Einbindung in den Kanon eher wie ein normales Thrillerelement, weil eben eins gebraucht wird. Kann man machen, muss man aber nicht. Das bisher eher durchwachsene Feedback der einschlägigen Larsson-Fans zeigt, dass David Lagercrantz wie vermutet ein schweres Erbe angetreten hat. Manch einer verwünscht ihn dafür, andere nicken anerkennend. Es stimmt, die Fortsetzung ist nicht so vielschichtig wie das Original. Dem kurzweiligen Lesevergnügen tut das aber keinen Abbruch. Von mir aus darf es gerne weitergehen. Originaltitel: Det som inte dödar oss (Das, was uns nicht umbringt) Seitenzahl: 608 Format: 13,5 x 21,5 cm Verlag: Heyne

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