Leserstimmen zu
Die Frau, die Männer mochte

Petra Hammesfahr

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Marisa Behrend führte äußerst erfolgreich ein Restaurant, indem die örtliche Politprominenz verkehrte. Nun ist Marisa tot und Hauptkommissar Rolf Wegener soll sehr diskret in dem brisanten Fall ermitteln. Doch die Tote hat für den Kommissar eine ganz besondere Bedeutung und so stürzt dieser sich regelrecht in die Aufklärung des Falls. Dies ist der erste Roman von Petra Hammesfahr und wurde vom Verlag nun erstmalig nach 25 Jahren neu aufgelegt und um 100 Seiten erweitert. Diesen Hinweis findet man gleich auf der ersten Seite des Buches. Zudem wurde der Roman der heutigen Zeit angepasst und so finden Smartphones oder Laptops genauso regelmäßig Erwähnung wie auch beispielsweise das Rauchverbot in Gaststätten. Somit fällt in keiner Weise auf, dass die Geschichte im Jahr 1990 spielt. Das Debüt von Petra Hammesfahr wird mit Recht vom Verlag als Roman bezeichnet (zumindest ist dies so auf dem Buch aufgedruckt), auch wenn die Geschichte durchaus kriminalistische Züge aufweist. Aber die Aufklärung des Falls um den Tod von Marisa Behrend ist eher zweitrangig, klar im Fokus steht hier das Gefühlsleben von Hauptkommissar Rolf Wegener. Dieser muss erkennen, dass seine Ehe gescheitert ist, seine Frau sich von ihm abgewandt hat und er nur noch Demütigungen von ihr zu erwarten hat. Aber das ist Rolf Wegener gewohnt, schließlich kennt er dies nur zur Genüge aus seiner Kindheit. So verselbständigen sich auch seine Tagträume immer mehr, je besser er das Leben von Marisa Behrend kennenlernt. Jener Frau, die Männer mochte und diese ganz offensichtlich verstanden hat. So ist auch Wegener davon überzeugt, dass Marisa die Frau seines Lebens gewesen wäre, hätten sie sich nur kennengelernt. Somit handelt es sich um einen sehr emotionalen, nachdenklichen, gefühlsbetonten Roman, in dem man einen Menschen kennenlernt, der eigentlich nur auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit ist und sein ganzes Leben mit Enttäuschungen, Erniedrigungen und Demütigungen zurecht kommen musste und es dennoch äußerst gut schafft, die Fassade eines erfolgreichen Kommissars aufrecht zu erhalten. Tja, bis Marisa in sein Leben tritt. Die Ermittlungen gestalten sich recht schwierig, da klar ist, dass der Schuldige im Kreise der örtlichen Politprominenz zu finden ist. Entsprechende Diskretion bei dem Fall werden Wegener und seinem Kollegen Pauli auferlegt. Doch während Simon Pauli für alles offen ist, ermittelt Wegener mit Scheuklappen vor den Augen, scheint immer mehr die Bodenhaftung in dem Fall zu verlieren. Petra Hammesfahr gelingt es sehr gut, einem das chaotische Gefühlsleben von Rolf Wegener glaubhaft zu vermitteln. Man lernt einen gestörten, innerlich zerrissenen, verzweifelten Menschen kennen, der wie manisch versucht, den Mörder der Restaurantbesitzerin zu finden. Und der dabei nicht nur einige Fehler begeht, sondern dabei auch seine eigene Karriere aufs Spiel setzt. Die Geschichte ist emotional wie auch packend, unterhaltsam und oft auch ziemlich spannend angelegt. Zudem ist lange nicht ersichtlich, wer der Mörder von Marisa Behrend ist, hier präsentiert die Autorin einige Verdächtige mit glaubwürdigem Motiv. Gelungen beschrieben sind zudem bis in die kleinste Nebenrolle die Charaktere des Romans. Alle Mitwirkende agieren überzeugend und authentisch, haben Ecken und Kanten und der eine oder andere bleibt auch recht undurchsichtig. Allen voran ist Petra Hammesfahr die Darstellung ihres Protagonisten gelungen. Der psychische Absturz von Rolf Wegener schildert die Autorin absolut überzeugend und anschaulich. Fazit: Ein Blick hinter die gutbürgerliche Fassade … ein gelungener Debüt-Roman mit kriminalistischen Zügen.

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INHALT Am Dienstag nach Pfingsten wird Marisa Behrend, Besitzerin des Waldschlösschens, tot in ihrem Bett gefunden. Nackt und gefesselt. Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener soll die Leiche in Augenschein nehmen – diskret – und möglichst nicht viel Wirbel um die Tote machen. Denn Marisa Behrend war Freundin, Bettgefährtin, Seelentrösterin und Liebesspenderin der lokalen Politprominenz, da wird kein Skandal gebraucht. Zum Unglück der Politiker erkennt Kommissar Wegener in der Toten etwas, das ihm seit Jahren fehlt. Er ist von einem Mord überzeugt und macht sich verbissen auf die Suche nach dem Täter. FAZIT -Achtung, Spoilergefahr!- “Die Frau, die Männer mochte” mit dem oben abgebildeten Cover ist eine Neuauflage. Erstmalig erschien der Psychothriller von Petra Hammesfahr 1991. Wer hier auf Grund des Klappentexts einen spannungsgeladenen Thriller mit Krimi-Elementen erwartet, ist schief gewickelt. Vielmehr begleitet der Leser Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener und seinen psychischen Verfall. Von der Mutter geschlagen, von der Ehefrau gedemütigt steigert sich Wegener in den Fall Marisa Behrend herein, begeht berufliche und private Fehler und rastet aus, bevor er die Reißleine ziehen kann. So sehr mir die Spannung fehlte, so sehr ist Petra Hammesfahr gelungen den psychischen Niedergang ihres Protagonisten zu veranschaulichen. Durch den einmaligen Schreibstil von Petra Hammesfahr braucht die Geschichte einige Kapitel, bis sie in rollen kommt und kann dann auch weniger mit Spannung als mit einem gelungenen Einblick in die Psyche eines zerstörten Menschen punkten. Und ganz nebenbei ist es Petra Hammesfahr gelungen nicht nur ihren Protagonisten gekonnt zu gestalten, sondern auch ihre anderen Charaktere in “Die Frau, die Männer mochte” wirken überzeugen und echt. Anhand ihrer Charaktere zeigt sie, wie es hinter der Tür von unserem Nachbarn zugehen könnte. “Die Frau, die Männer mochte” ist eine Leseempfehlung für Fans von Thrillern, bei denen nicht die Story, sondern der Protagonist im Mittelpunkt steht.

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Durchgeknallt

Von: Harakiri

10.09.2015

Dieses Buch ist wohl eine Neuauflage des bereits 1991 bei Bastei Lübbe erschienenen Titels. Inwieweit das Buch überarbeitet wurde kann ich nicht sagen, da ich den Originaltitel nicht kenne, könnte mir aber vorstellen, dass die ganzen technischen Neuerungen jetzt beim Überarbeiten dazu kamen. Handys und PCs gabs damals ja noch nicht in dem Ausmaß. Eine Frau wird ermordet, dann noch eine. Doch beide Fälle haben gar nichts miteinander zu tun. Kommissar Wegener soll den Mord an der Gaststättenbesitzerin Marisa aufklären, deren Tod auf den ersten Blick nicht wie ein Tötungsdelikt aussah. Doch Wegener zweifelt und ermittelt – auch gegen den Willen seines Vorgesetzten. Denn die Tat geschah im Umfeld der High Society des Dorfes. Wengerer steht aber eher neben sich. In dem Lokal hat er seine Frau kennen gelernt und seine Ehe ist gerade am Scheitern. Immer wieder kommen ihm seine Gedanken in die Quere, außerdem verehrt er die tote Marisa – wen wundert es, dass der Fall nicht aufgeklärt werden kann? Den Kommissar fand ich teilweise ein wenig nervig mit seinen Eheproblemen und der daraus resultierenden Unruhe. Zum Glück hat er ja seinen überaus wachen Assistenten dabei, der mir in seinem Eifer sehr gut gefallen hat. Frischling wird er genannt, ich habe jedes Mal gegrinst, als der Name fiel. Das Buch ist – wie fast alle Bücher von Petra Hammesfahr – nichts für zwischendurch. Es herrscht eine eher düstere Grundstimmung und die Wege des Kommissars sind alles andere als geradlinig. Ich fand, es war eher eine Charakterstudie, ein Psychogramm, wie Wegener abstürzt und warum das passiert. Kaum nachvollziehbar für den Leser, wie er jetzt dermaßen ausrasten kann, bis man die ganze Geschichte kennt. Und dann wehrt er sich und das Buch nimmt Fahrt auf. Am Ende ist der Täter überführt – und Wegener sprichwörtlich auch am Ende.

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