Leserstimmen zu
Locked In

Holly Seddon

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Das Debüt von Holly Seddon “Locked In” ist ein spannender, sorgfältig inszenierter Krimi um die alkoholkranke Journalistin Alex Dale. Die Autorin erzählt die Story aus gleich drei unterschiedlichen Perspektiven: der von Alex Dale, die sich Schritt für Schritt aus ihrer Abhängigkeit befreien muss, der von Jacob, der nach all den Jahren noch immer zu seiner früheren Freundin steht, und – jawohl – der von Amy, die ihre Erlebnisse durch den Wattefilter ihres Komas schildert, ohne dabei jedoch allzu viel über den Täter verraten zu können. Seddons Charaktere sind fein ausgearbeitet, und neben den Ermittlungen gibt die Autorin interessante Einblicke in die Welt von Alkoholkranken und Wachkomapatienten. So ist „Locked In“ eine raffiniert und fesselnd erzählte Krimigeschichte aus dem Großraum von London, die sehr einfühlsam und spannend von Marie Bierstedt, Anna Carlsson und Simon Jäger gelesen wird.

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"Locked in. Wach auf, wenn du kannst" ist ein interessanter Thriller, der seine Geheimnisse erst nach und nach preisgibt. Dieses Hörbuch lebt von seinen Sprechern, die ihren Protagonisten echtes Leben einhauchen konnten. Mich begeisterte der hohe Spannungsaufbau sehr und ich hegte die Hoffnung das Amy endlich aus ihrer Starre erwacht. Locked in ist ein sehr interessantes Thema und wurde in der Story sehr gut definiert. Es war mir nicht unbekannt, dennoch bewegte es mich sehr, wie viel ein Mensch mitbekommt, obwohl er nur Vitalzeichen zeigt. Es sind mittlerweile 15 Jahre vergangen, als Amy misshandelt und missbraucht aufgefunden wird und nun im Wachkoma liegt. Eine Reporterin rollt den Fall wieder auf, denn es gibt viele Ungereimtheiten. Was eigentlich ein Artikel über Komapatienten werden soll, entwickelt sich zu einer Suche nach Wahrheiten, die mich wirklich in Atem halten konnte. Viele Rückblicke werden eingestreut und ergeben ein ganzheitliches Bild, auch wenn es ein klein wenig dauert, bis die Wahrheit ans Licht kommt. Amy hat sich scheinbar auf jemanden eingelassen, der sie lediglich benutzt und sie hinterher wie Müll entsorgt. Es ist spannend der Story zu folgen, auch wenn viele andere Dinge wie nebenbei eingestreut werden. Eine erste Liebe, die nicht vergessen werden kann und einen Mann daran hindert, sich ein neues Leben aufzubauen. Ein Alkoholproblem, welches Organschäden zu Folge hat und aufweist, was man alles verliert, wenn man sich dem Alkohol zuwendet. Dies geschieht nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern zeigt einfach auf, wie schnell man sich selbst verliert. Wenn man schon keinen Einfluss mehr auf seine Blase hat, sollte man schnell die Reißleine ziehen. Das Debüt der Autorin hat mir sehr gefallen und meine Erwartungen voll entsprochen. Ich bekam eine Auflösung, die mich zwar nicht voll zufrieden gestellt hat, aber dennoch nachvollziehbar war. Ärgerlich ist, dass es 15 Jahre braucht, um Wahrheiten endlich auszusprechen. Amy hätte es vielleicht nicht geholfen, aber der eine oder andere zusätzliche Missbrauch hätte verhindert werden können. Was natürlich nur absolutes Wunschdenken ist. Gerne spreche ich eine Hörempfehlung aus, denn ich konnte mich gut auf Amys Geschichte einlassen, auch wenn sie nicht oft aus Amys Sicht einzusehen ist und nur auf Spekulationen aufgebaut war. Trotzdem kommt die Wahrheit ans Licht. Auf ein Happy End Amys Erwachen betreffend habe ich vergeblich gehofft, aber es ist ein guter Weg eingeschlagen worden, der vielleicht doch noch ein Erwachen bringt? Das Ungewöhnliche der Story konnte mich fesseln und letztendlich überzeugen. ★★★★

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Thriller?

Von: CogitoLeider

24.03.2016

Als Thriller hat mich 'Locked in' eher enttäuscht, denn Spannung kam bei mir im Grunde nicht auf. Im Gegenteil fand ich die Zustandsbeschreibungen von Alex eher langweilig (und oft eher lächerlich und damit nervig selbstbetrügerisch) und wer der 'Täter' ist, nun, das war keine Überraschung. So sind die Ermittlungen einfach nur langwierig und umständlich. Was mir aber sehr gut gefallen hat war die Beschreibung von Amy beziehungsweise ihres Zustandes. Hier begibt sich Holly Seddon durchaus auf wissenschaftliches Neuland und gibt neue Einblicke in eine 'Welt', von der wenig bekannt ist. Hilfreich waren hier auch die verschiedenen Sprecher, auf die ich gleich komme. So hat mich Amy sehr viel mehr fasziniert, als es alle anderen Protagonisten konnten. Natürlich steht ihre Geschichte im Mittelpunkt, ihr Innenleben ist aber interessanter als alle Ermittlungsarbeit. Für mich. Was dem Ganzen etwas mehr 'Würze' gibt, ist hne Zweifel die Aufteilung der Geschichte in drei Sprecher. Sowohl Marie Bierstedt als auch Simon Jäger und Anna Carlsson lesen sehr gut und stimmungsvoll - und sie vertreten ihre Protagonisten perfekt. Anfangs hat mich das etwas irritiert, da es keine 'Überschrift' gibt. Das verging aber im Laufe der Geschichte und wurde zu einer willkommenen Abwechslung. Gerade Marie Bierstedt punktet ganz ohne Zweifel in ihrer Rolle als Amy, da sie es versteht, ihr eine zarte Stimme zu geben. Simon Jäger, der die Passagen spricht, die Jacob erlebt, gibt den Situationen einen wohl eher ungewollt amüsanten Unterton, der mich gut unterhalten hat, aber wohl eher nicht Sinn der Sache war. Seine Frauenstimmen-Interpretation ist einfach immer für einen Lacher gut, egal, wie die eigentliche Stimmung ist. So bleibt bei mir der Eindruck, ein gut gemachtes Hörbuch gehört zu haben, bei dem ich nur eines wirklich spannend fand: das Thema Wachkoma. Fazit? Als Thriller wenig überzeugend. Ansonsten interessant.

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