Leserstimmen zu
Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun

T. S. Orgel

Die Blausteinkriege (1)

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Verschiedene Schicksale, die durch kuriose Zufälle miteinander verwoben werden, Intrigen, Verschwörungen und eine große Aufgabe, die am Ende alle Fäden miteinander verknüpft. Eigentlich nichts Neues. Vor allem nicht, wenn es um guten alten High Fantasy geht. Und trotzdem haben die beiden Autoren Tom und Stephan Orgel etwas ganz Besonderes aus ihrem immerhin 600-Seiten Schinken gemacht. Sie lassen eine neue Welt aufleben, in der man abends bei Kerzenschein am besten versinken kann. Für jeden Geschmack wird etwas geboten. Es gibt die lustigen, nicht wirklich ernstzunehmenden Charaktere, die liebenswürdigen und die bösartigen. Demzufolge gibt es viele von ihnen mit vielen, vielen Namen. Die wichtigsten merkt man sich zum Glück automatisch und nur selten muss man mal hinten im Personenverzeichnis nachschauen, um sich wieder ins Gedächtnis rufen zu können, wer da nun gerade spricht. Erstaunlich ist auch, dass keine der Hauptfiguren zu kurz kommt. Ganz im Gegenteil. Selbst über diverse Nebencharaktere habe ich so viele Hintergrundinfos nach und nach bekommen, dass ich nicht ein einziges Mal das Gefühl hatte, zu schlecht über jemanden informiert zu sein. Jede der Figuren führt ein so individuelles Leben, dass ich auch nie jemanden mit einem anderen im Kopf vertauscht habe, oder nicht gleich mitbekommen habe, um wen es in dem aktuellen Kapitel geht. Außerdem gibt es im Vergleich zu vielen anderen High Fantasy Romanen keine langen und einschläfernden Politikgespräche, die man dann doch hin und wieder lieber überfliegt, sondern actionreiche und spannende Szenen, die immer wieder Schwung in den Verlauf der Geschichte bringen, wenn sie mal etwas abflaut. Und wie es auch typisch für Bücher aus dieser Sparte ist, wird alles beschrieben. Wie bereits erwähnt, erfährt man sehr viel über die Charaktere, aber auch über diverse Länder, historische Ereignisse, Tierarten... Eben alles, was für diesen Roman neu erfunden wurde. Man könnte meinen, dass man sich irgendwann an all diesen neue Beschreibungen sattgelesen hat, allerdings lernen auch die Charaktere diese Welt teilweise erst neu kennen. Dadurch hatte ich nicht das Gefühl, dass die Autoren etwas nur für den Leser beschrieben haben, sondern die Figur selbst gerade etwas neues entdeckt und ich als Leserin davon einfach Zeugin werden durfte. Der Schreibstil der Autoren ist trotz einiger Schnörkel sehr flüssig und ich habe nie den Roten Faden verloren. Ich hätte mir lediglich etwas mehr Individualität gewünscht, was die Wortwahl anging. Denn gerade Ausdrücke, wie „hochaufgeschossen“ oder „spöttisches Lächeln“ habe ich für meinen Geschmack etwas zu gehäuft im Buch vorgefunden. Fazit: Sehr guter klassischer High Fantasy, der aus der Masse sticht, obwohl er viele der typischen Klischees dieses Genre betreffend erfüllt.

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Buchtipp

Von: Kerstin Scheuer

22.11.2015

Hinter dem Autoren-Pseudonym „T.S. Orgel“ verbergt sich die Brüder Tom und Stephan Orgel, die sich bereits mit ihrer „Orks vs. Zwerge“-Trilogie eine große Fangemeinde innerhalb der Fantasy-Szene aufgebaut haben. Für den ersten Band dieser Reihe waren sie für den Jury-Preis „Seraph“ der Phantastischen Akademie nominiert und erhielten den Deutschen Phantastik Preis für das beste Romandebüt. Mit „Die Blausteinkriege. Das Erbe von Berun“ legen sie nun den ersten Band einer neuen Romanreihe vor. Worum geht es? Das Kaiserreich von Berun war einst Mittelpunkt der Welt und dominierte auf Grund der Schlagkraft seiner Armee die Geschicke der Welt. Nun aber braut sich etwas zusammen. Die angrenzenden Länder scheinen sich gegen Berun zu verschwören – und sie haben eine mächtige Waffe auf ihrer Seite: die Macht des Blausteins. Da kreuzen sich die Wege eines Mädchens, eines jungen Schwertkämpfers und eines Spions auf schicksalhafte Weise. Niemand von ihnen ahnt, wie sehr ihre eigene Zukunft mit der Beruns verwoben ist. Warum habe ich es gelesen? Der Heyne Verlag machte mich auf „Die Blausteinkriege. Das Erbe von Berun“ aufmerksam. Zusammen mit einem Brief erhielt ich eine längere Leseprobe des Buchs, die mich mit ihrer spannenden Handlung schon nach wenigen Seiten fesseln konnte. Sie versprach eine sehr kurzweilige und actionreiche Unterhaltung, bei der man gut abschalten kann. Wie war mein erster Eindruck? Bereits auf den ersten Seiten von „Die Blausteinkriege. Der Erbe von Berun“ geht es ziemlich zur Sache. Man erlebt blutige Schwertkämpfe, rasante Verfolgungsjagden, rätselhafte Magie und einige Intrigen. Auch wenn ich natürlich eine Weile brauchte, bis ich mich in der Fantasywelt tatsächlich zu Recht fand, und wusst, nach welchen Regeln sie funktioniert, war ich dankbar des sehr lebendigen Erzählstils und der actionreichen Handlung doch praktisch von der ersten Seite in der Geschichte gefangen. Schön fand ich auch die Karte auf dem Vorblatt sowie das Personenregister. Beides verspricht eine epische Handlung, was mich sehr freut. Wie fand ich… …die Charaktere? T.S. Orgel erschaffen eine Welt mit einer Fülle an unterschiedlichsten Charakteren. Anders als bei ihrer ersten Reihe „Orks vs. Zwerge“ gibt es hier jedoch nahezu keine phantastischen Wesen. Alle Hauptcharaktere sind Menschen, die jedoch teilweise über besondere „Talente“ und magische Begabungen verfügen. Gerade in den Reihen der Armeen trifft man natürlich auf jede Menge grobschlächtige Männer, die gerne auf handfeste Weise Tatsachen schaffen. Aber es gibt auch feinsinnigere Gestalten, welche die Kunst der Diplomatie und der Intrigen beherrschen. Die Frauenfiguren, die erst gegen Ende des Buchs in einer nennenswerten Anzahl auftreten, waren mir meist zu eindimensional dargestellt. Viele werden allein nach ihrem Sexappeal beurteilt, was aber wohl auch daran liegt, das weite Teile der Geschichte aus unterschiedlichen männlichen Perspektiven geschrieben wurden. Aber auch unter ihnen findet man zumindest zwei oder drei starke, mutige und schlagfertige Frauen, die mir gut gefielen. …die Handlung? Obwohl es bereits auf den ersten Seiten sehr spannend ist, entwickelt sich die eigentliche Komplexität dieser Romanreihe erst mit der Zeit. In den einzelnen Kapiteln werden nach und nach verschiedene Personen und Handlungsorte vorgestellt, aus denen sich so langsam ein vollständiges Bild ergibt. Mir gefiel diese Vorgehensweise vor allem deshalb, weil man als Leser so nicht bereits zu Beginn mit einem zu komplexen Setting überfordert wird. Besonders spannend wird „Die Blausteinkriege. Das Erbe von Berun“ dadurch, dass jedes Kapitel für sich bereits sehr lebendig, fesselnd und mit viel Action geschrieben ist. Gleichzeitig wird langsam auch ein größerer Zusammenhang mit einer fast schon epischen Handlung entwickelt, der zusätzliche Facetten und einen weiteren Spannungsbogen bringt. …die Sprache? Blausteinkriege„Die Blausteinkriege. Das Erbe von Berun“ ist ein leicht und flüssig zu lesender Fantasyroman. T.S. Orgel schreiben in einer sehr lebendigen und anschaulichen Sprache mit viel wörtlicher Rede. Der Erzählstil wirkt so sehr natürlich. Besonders gut gefiel mir, dass ich an keiner Stelle des immerhin 600 Seiten starken Buchs erkennen konnte, dass hier zwei verschiedene Autoren am Werk waren. Tom und Stephan Orgel schaffen es, sich ihrer Erzählweise so anzugleichen, dass sich „Die Blausteinkriege. Das Erbe von Berun“ tatsächlich wie aus einem Guss liest. …den Schluss? Es ist schon einige Wochen her, dass ich das Buch gelesen habe. An den Schluss kann ich, um ehrlich zu sein, im Detail gar nicht mehr erinnern. Das lässt darauf schließen, dass er nicht besonders außergewöhnlich und ohne besondere Überraschungsmomente war. Ich weiß aber noch, dass eine Schlachte geschlagen wurde und sich ein noch viel größerer Krieg andeutete. Insgesamt ließ das Ende einige Fragen offen und machte neugierig auf den zweiten Teil. …das Buch insgesamt? Mit „Die Blausteinkriege. Das Erbe von Berun“ ist T.S. Orgel ein spannender, unterhaltsamer und flüssig zu lesender Auftakt zu einem neuen Fantasy-Epos gelungen. Das Buch überzeugt durch eine actionreiche Handlung mit blutigen Schwertkämpfen und einer Menge Intrige sowie einem leichten, lebendigen Erzählstil. Auch für weibliche Leserinnen bieten zwei, drei starke und mutige Frauenfiguren Identifikationsmöglichkeiten. Besonders schön ist, dass jedes Kapitel für sich durch eine actionreiche Handlung spannende Unterhaltung bietet und gleichzeitig langsam ein weitaus größerer Spannungsbogen aufgebaut wird, der auch mit dem Schluss des Buchs noch nicht ganz aufgelöst wird. So blieb ich neugierig auf den zweiten Teil zurück. „Die Blausteinkriege. Der Erbe von Berun“ bietet spannende Unterhaltung mit vielen blutigen Schlachten und Intrigen. Der lebendige Erzählstil und actionreiche Handlung fesselten mich praktisch von der ersten Seite an und ließen mich nur so durch das Buch fliegen. Ich werde die Serie auf jeden Fall weiterverfolgen und bin nun zudem auch neugierig auf „Orks vs. Zwerge“, die erste Fantasytrilogie der Orgel-Brüder.

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Magie ist ein gefährliches Spiel … Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen – ein Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist. Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen … Meine Meinung: Den Brüdern Tom und Stephan Orgel ist mit ihrem Buch "Die Blausteinkriege 1" ein genialer Auftakt zu ihrer neuen High Fantasy Reihe gelungen. Von vornherein war ich vom Cover und dem Klappentext begeistert, auch wenn ich mit diesen "Blausteinen" zunächst noch nichts anzufangen wusste. Doch bereits der Prolog hat mich dermaßen gefesselt, dass ich dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen konnte! Der Schreibstil ist angenehm flüssig und wunderbar bildlich, sodass ich die Geschichte direkt vor Augen hatte. Ich hab mich oft gefühlt, als wäre ich mittendrin in der Geschichte. Vorsicht, es ist nichts für schwache Nerven, denn "unschöne" Szenen/Kriegsszenen werden ebenfalls detailliert beschrieben. Das besondere an diesem Buch sind die wundervollen Charaktere. Sie sind so vielschichtig, dass ich beim Kennenlernen des einen oder anderen Charakters als Leser einige Überraschungen erlebt habe. Sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter, verändern sich und werden zum Beispiel in Saras Fall deutlich reifer und mutiger! Sara ist mein liebster Charakter und ich bin sehr gespannt, wie es mit ihr im zweiten Band weitergeht. Die vielen Intrigen, Herrscher und Pläneschmieder waren manchmal ein wenig kompliziert zu verstehen, wer nun für wen oder gegen wen kämpft beziehungsweise sollte es ein wenig verworren sein, damit man mit Sicherheit überrascht wird ;-) Es wurden viele Fragen aufgeworfen, die am Ende noch nicht alle beantwortet wurden, umso neugieriger bin ich auf das nächste Buch, schade, dass es nun so ewig dauert, bis zur Erscheinung! Fazit: Ich bin begeistert von der Geschichte, der geschaffenen Welt, den Charakteren, den Intrigen...einfach von allem und kann das Buch nur jedem empfehlen!

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Worum geht es? Um den seltenen Blaustein. Um Hoheitsgebiete und Machtstreitigkeiten. Soweit die vordergründigen Ziele. Neben denen, die noch sämtlich ungeahnt unter der Oberfläche schlummern mögen. Die beiden Autoren lassen einen buchstäblich im Dunkeln tappen, was Ziele und Hintergründe angeht. Was ich zwar schon von vielen Büchern gewohnt bin - aber bis jetzt noch niemals so konsequent bis zur letzten Seite durchgezogen wie bei den Blausteinkriegen. Gerade einmal zwei Personen, von denen ich <strong>annehme</strong> zu wissen, wo sie stehen: Thoren und Sara. Sämtliche weitere Protagonisten sind während der ganzen Ereignisse im freien Fall und bis zum Ende habe ich keinen Schimmer, auf wessen Seite sie letzendlich landen werden. Mehrere Male schleicht sich beim Lesen der Verdacht an, daß die Person etwas Unerwartetes tun wird. Aber immer erst im buchstäblich letzten Moment, wenn schon in Erwartung des <strong>sicheren Schwerthiebes</strong> der Kopf eingezogen wird. Nichts, aber auch gar nichts ist so, wie es den ersten Anschein hat. Im Gegenteil braucht es an vielen Stellen einige Geduld und ein langsames Herantasten. Kaum einer der Protagonisten hält seinen ersten Eindruck aufrecht. Ist der augenscheinlich leichtsinnige Trinker wirklich genau das? Was ist mit dem gnadenlos von sich überzeugten Ritter und dessen gut gehüteten Geheimnissen? Die <strong>Versuchung zu vorschnellen Urteilen</strong> ist da und am Besten zu meiden. Zu 99 % erliegt man doch einer Täuschung und kann von Neuem versuchen, sich einen Weg durch das <strong>politische Dickicht</strong> bahnen. Die Schlachten stehen an 2. Stelle, reichlich ungewöhnlich für ein Fantasy-Buch. Überhaupt bleiben hier die 'allgemein üblichen' Fantasy-Elemente weitestgehend außen vor. Zuerst kommen die verborgenen Intrigen mit ihren Ränkespielen und damit leider auch öfter einmal längere Durststrecken. Die Zusammenhänge entziehen sich hartnäckig meinem Zugriff, ganz gleich wie sehr ich um einen Blick hinter die augentscheinlichen Gegebenheiten bemühe. Hier wäre viel Geduld beim Lesen angeraten. Exakt in dem Moment, wenn eine Person ein Stück weit greifbar scheint, zieht die Geschichte sie einem unter den Fingern weg. Möglicherweise ein sehr beabsichtigter und geschickter Schachzug der Autoren. Das große Showdown ist die Schlacht an der Grenzfeste. Und selbst als der Ausgang endlich klar vor einem liegt, ist immer noch alles offen. Ich habe den einzelnen Gegnern, Verbündeten samt Parteien zugesehen, wie sie ihre Stellungen eingenommen haben. Wer neben den Machthabern von Berun die weiteren Fäden zieht, bleibt im Dunkel der Geschichte. Nur der kommende Krieg ist gewiß. Alles Andere ist offen. <strong>Fazit:</strong> Sehr viel politisches Glatteis. Komplexe Handlungsabläufe, die sich nicht 'mal eben so' greifen lassen. Das Lesen stellt einen vor ziemliche Herausforderungen. Ich gehe davon aus, dass mich Band 2 und 3 ähnlich fordern werden.

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Auf den Inhalt des Beginns der ‚Blausteinkriege‘ möchte ich gar nicht so sehr eingehen, denn der knappe Klappentext selbst lässt schon vieles an Geschehen erahnen, dass in dieser Romanreihe an Brisanz und Wichtigkeit gewinnen wird. Daher werde ich Euch einfach mal nur sagen, was mich an der Geschichte und ihrer Ausarbeitung so überzeugt hat. Der Auftakt des neuen Fantasy-Epos der Orgelbrüder glänzt in seiner detaillierten Ausarbeitung und wunderbaren Komplexität. Der Roman überzeugt durch fein gezeichnete, plastisch wirkende Bilder um die Welt(en) des Blausteins und deren Macht, die sich beim Lesen visualisieren. Das in Blautönen gehaltene Cover mit seinem Schloss und den Heerscharen, die passend zum Titel schon die Idee des Buches vermitteln, mutet in einem matten und samtigen Touch zu großem Lesevergnügen an. Ein großer Bonus in diesem dicken Wälzer von knapp 600 fantastischen Seiten, der das Ganze vervollkommnet, ist die Landkarte samt Glossar, die einem die Gänze dieses einzigartig gelungenen Epos verdeutlichen und einem jederzeit die Möglichkeit der Nachvollziehbarkeit und des Erkundens dieses Abenteuers ermöglichen. Die Autoren selbst sind sehr herzlich und lesernah. Ich hatte im Rahmen der #FBM2015 kurz die Möglichkeit mit dem Autorenduo ins Gespräch zu kommen und konnte so vieles über ihren Arbeitsalltag und ihr Schreiben erfahren. Sehr charmant, informativ und liebenswert. Mit ihrem aktuellen Roman ‚Die Blausteinkriege I.‘ schafften sie es, mich vor allem durch ihre kontrastreiche und visuelle Sprache sowie das Schaffen echter und fantastischer, herausfordernder Figuren zu überzeugen. Ebenso vielfältig sind auch die Charaktere. Es gibt welche, die liebevoll und hart zugleich anmuten. Dann sind da auch die charakterlich hässlichen, dafür aber umso ehrlicheren und greifbarer wirkende Figuren. Es sind Charaktere, die erst um die Sympathie der Leser kämpfen müssen und jene, die sich darum nicht scheren. Das macht sie haptisch und echt und liefert dem Roman auch in seiner an sich fantastischen Grundlage authentische Strukturen. Ein weiterer Vorteil dabei sind auch die kapitelweisen Perspektivenwechsel, die einen den Fortgang der Geschichte aus den Augen der ca. fünf Hauptpersonen erfahren lassen. Welche das sind, gilt es für Euch durch das Lesen selbst zu ergründen. An dieser Stelle meinerseits ein kleiner Kritikpunkt. Ich persönlich hätte die recht kurzen Kapitel an manchen Stellen gerne etwas ausgeweiteter gesehen, bzw. generell eine gleichbleibendere Kapitellänge begrüßt. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt, der der Kraft und Aussage des Romans keinen Abbruch tut. Es hat mich eine Weile gedauert, dieses Epos in seiner Fülle zu verschlingen. Ich wollte ihm einfach die Zeit geben, derer es bedarf, um seinen Zauber und sein Abenteuer vollends entfalten zu können. Und genau das ist dieses Buch: voller Zauber, Abenteuer und dem Spiel um die Macht. Ein Spiel dessen Fäden durch einen Puppenspieler im Hintergrund gezogen werden, während jeder Bereich, jede Schicht dieser Welt seine Kämpfer bekommt. Kämpfer in einem Kampf um die Oberhand und einer Verflechtung vieler Einzelschicksale, die – ob sie es wollen oder nicht – unwiderruflich miteinander in Verbindung stehen. In Verbindung in einem Kampf um Erhalt und Zerfall. Um Widerstand und Sieg. Um das Bekunden, dass sich zu manchen Zeiten Religion, Herrschaft und Dekadenz vor der Vernunft verbeugen (sollten). Imperien fallen, doch der Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Es ist ein Epos über den Zerfall von einst so festen Strukturen einer Gesellschaft, und den Chancen und Risiken, die daraus erwachsen. Es stehen sich Welten von Herrschern gegenüber, die ein jeder für sich, die zerstörerische Macht des Blausteines beanspruchen und zugleich verfluchen. Schicksale werden verworfen und neu gebildet. Einstige Helden zerbrechen an ihren Taten und neue steigen empor. Allem aber liegt ein unerschütterliches Wissen zugrunde, das viele einfach nicht wahrhaben wollen: Magie hat immer ihren Preis und das Spiel mit ihr ist stets gefährlich. Ob die Wenigen, die sich dieser Tatsache bewusst sind, das Schicksal der Welt zum Guten wenden können, bleibt Euch durch Lesen dieses Auftaktes selbst zu erfahren. Es lohnt sich. Es ist ein Abtauchen aus unserer Welt in das Unbekannte und dennoch fallen einem Parallelen zum Geschick unserer eigenen Welt auf. Lasst Euch begeistern und erlebt die ‚Blausteinkriege‘ selbst. Eure Jil Aimée

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der Autor: Hinter dem Pseudonym T. S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel. In einem anderen Leben sind sie als Grafikdesigner und Werbetexter beziehungsweise Verlagskaufmann beschäftigt, doch wenn beide zur Feder greifen, geht es in phantastische Welten. Nach einer Reihe von Kurzgeschichten und elektronischen Veröffentlichungen erschien 2012 ihr erster gemeinsamer Roman Orks vs. Zwerge, für den sie im Oktober 2013 den Deutschen Phantastik Preis für das beste deutschsprachige Debüt erhielten. Klappentext: Magie ist ein gefährliches Spiel … Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen – ein Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist. Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen … Zitate: "Wenn man den Seeleuten glaubte, hatte man die beste Chance, in Veycari eine Jungfrau zu finden, wenn man sich unter Hühnern und Enten umsah. Sehr jungen Hühnern und Enten." Seite 59 "Und langsam, Schlag für Schlag, wurde Marten zum ersten Mal wirklich klar, dass er sich mit jedem Zug von seinem bisherigen Leben entfernte. Ihm wurde schlecht." Seite 139 "Schmerz und Tod sind unsere Last. Wir tragen sie mit Dankbarkeit, denn die Wege der Reisenden sind unergründlich. Er weinte, vielleicht lachte er auch. Es machte keinen Unterschied. Seite 261 Charaktere: Im von ihrer Heimat entfernten Berun lebt Sara. Sie hat wahrlich kein leichtes Leben, denn von den Einwohnern wird sie aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe verachtet, außerdem gilt sie als verflucht. Sie ist gezwungen ihrem "Ziehvater" Feyst zu dienen, der schrecklich und jähzornig nicht nur sie, sondern sowohl andere Kinder als auch seine eigenen Söhne zu seinen unlauteren Zwecken einsetzt. Trotz ihrem harten Leben versucht sie sich selbst treu zu bleiben. Sie ist mutig, hat ein gutes Herz und manchmal bringt ihre vorlaute Klappe ihr leider Probleme ein. Marten ist, wie sein Freund Danil, der geborene Schürzenjäger und Lebemann, der auch mal sein Leben riskiert, indem er sich an Schwestern von Edelmänner ranmacht ;) Er trinkt gerne und treibt sich regelmäßig in freizügigen, einschlägigen Etablissements rum. In seiner Familie ist er nicht besonders hoch angesehen, da er nicht zum Ordensritter wurde. Doch wie das Leben so spielt, hat er ausgerechnet bei Feyst Spielschulden, was ihn in eine dumme Zwickmühle bringt. Ehe er sich versieht, ist er dem Gutwillen anderer ausgeliefert und befindet sich bereits mitten im Spiel... Henrey der Puppenspieler ist ein fairer aber dennoch gefährlicher Mann. Auch wenn zu Beginn der Geschichte nicht so recht klar ist, wen er darstellt und was seine Rolle ist, merkt man doch gleich, dass er sich zu einem gefährlichen Gegner entwickeln kann. Seine oberste Prämisse ist es, seine Ziele zu verfolgen, hierbei stellt er sich als durchtrieben und clever heraus. Der Puppenspieler ist definitiv kein Mann, den man gegen sich wissen möchte. Meinung: Wer ab und zu bei mir vorbeischaut, weiß, dass ich in der Regel meine Rezensionen mit einer kurzen Zusammenfassung der ersten Seiten beginne. Heute werde ich mal eine Ausnahme machen und dies mit den Charakterbeschreibungen verweben. Warum? "Das Erbe von Berun" ist einfach zu komplex, zu umfassend und hat zu viele Charaktere, um dem in einer Zusammenfassung gerecht zu werden. Da wüsste man ja gar nicht, wo man anfangen und aufhören soll :D Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass das Buch nichts für Zwischendurch ist. Ein Lesen auf mehrere Wochen ist auf Grund der Komplexität des Buches eher nicht zu empfehlen. Aber dafür ist auch die Neugier, die beim Lesen entsteht, zu groß ;) Und wer jetzt denkt "Oha, höre ich da eine gewisse Begeisterung heraus?", dem kann ich nur sagen: "DEFINITIV"! Von Anfang an werden wir Zeuge einer umwerfenden Welt. Pflanzen, Tiere (nein, ich möchte keiner Ralld-Spinne oder ihrem Netz begegnen), Landschaften, Gebäude... Der Fantasie der Autoren scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Der Leser kann dies alles und noch mehr geradezu vor Augen sehen. Obwohl manche vielleicht, gerade bei den blutigen Szenen, eventuell darauf verzichten könnten. Wobei... Vielleicht lieber nicht ;) Aber überzeugt euch selbst! Der Schreibstil ist überaus fantasie- und detailreich, was uns immer tiefer in das Geschehen hineintauchen lässt. Er umfasst sowohl raue Umgangsformen, blutige Kämpfe als auch einen schön gesponnenen Faden, der die drei Schicksale von Sara, Marten und Henrey langsam aber unwiderruflich miteinander verbindet. Dazu kommen die ständigen Perspektivenwechsel, die nach und nach alle Protagonisten (sowie den ein oder anderen Antagonisten) zum Leben erwecken. Wobei mir persönlich die etwas schrägeren so richtig gut gefallen haben! Durch das kreierte Setting voller Geheimnisse, Mythen, Aberglauben, Magie, Politik und Intrigen, kann man gar nicht anders, als durchgehend mit den Charakteren mitzufiebern, zu leiden und zu lachen, wenn sich bei ihnen wieder eine Wendung auftut. Spannung, Abenteuer, Humor... Hier kommt kein Freund der hohen Fantasy zu kurz! Alles in allem bleibt mir eigentlich nur zu sagen: "ein gigantischer Auftakt!! Aber wo bleibt bitte Band 2 nur???" ;) Vielen herzlichen Dank an Heyne für dieses Rezensionsexemplar!

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Viele Menschen haben verborgenen Talente

Von: Buchreisender

10.11.2015

Ein brilliantes Feuerwerk aus Wort- und Bildgewalt gefesselt von der Macht der Blausteine, beeindrucken und faszinierend . Absolut gelungener Start einer fantastischen Trilogie Viele Menschen haben verborgenen Talente. Talente, die durch den Blaustein hervor gehoben werden. Allerdings ist der Blaustein Berun verboten. Die Macht des Reiches war einst unter dem “ Löwen von Berun“ sehr groß. Der alte Kaiser regierte mit Überzeugungskraft und gekonnte Diplomatie , gestärkt durch ein schlagkräftiges Heer. Doch nun ist er tot. Berun hat einen Erben. Jedoch ist der junge Kaiser eher den schönen Dingen zu getan. Keine der Attribute seines mächtigen Vaters hat er geerbt. Die Kaisermutter versucht die politischen Geschicke im Reich zu lenken. und gerät eine Falle. Das Reich droht auseinander zu fallen, an vielen Stellen wird intrigiert und Aufstand geplant. Die Kaisermutter versucht mit ihren Vertrauten zu retten, was zu retten ist, doch auch sie gerät in eine Falle.daDoch in Zeiten der ersten Unruhen und Intrigen gerät sie in eine Falle. Mit ihren Vertrauten versucht sie das Kaiserreich zu retten, aber Berun’s Feinde scharen sich in der Ferne… Zu Beginn des Buches gibt es ein Inhaltsverzeichnis, so habe ich auch gleich das Personenverzeichnis am Ende gefunden. Welches wirklich sehr hilfreich war, ich kann nicht sagen, wie oft ich nach hinten geblättert habe, aber es war sehr oft. Fast genau so oft habe ich nach vorne geschaut, dort findet man nämlich eine Karte. Sie ist auf alt getrimmt und schaut richtig toll aus. Sie hat mir oft geholfen den räumlichen Weg besser zu begreifen. Und auch dabei, mir die Welt besser Vorstellen zu können. Aus der Sicht von fünf wichtigen Charaktere werden die Geschehnisse in den Kapiteln beschrieben werden. Messer , ein Auftragsmörder und Vertrauter der Kaiserin mit einem sehr merkwürdigen Geschmack, was Essen angeht. Sein optisches Erscheinungsbild sorgt dafür, dass man ihn den Vogelmann nennt. Seine Aufträge führt er ohne viel Aufhebens aus, schnell und präzise. Sarah, ein kleines Mädchen. Sie kommt aus dem fernen Macouban. Nicht nur ihre dunkle Hautfarbe, auch ein Talent, was ihr zu eigen ist, zeichnet sie aus. Der Puppenspieler -Henrey Thoren-. Er setzt sich für den Adel ein. Bei einer Diskussion mit dem örtlichen Bäcker steht er Sarah bei und dafür sorgt, dass sie etwas zu essen erhält. Bei einen Auftrag kann sie ihn nicht in eine Falle locken, was dazu führt, dass die beiden fortan zusammenarbeiten. Danil und Marten sind sehr gute Freunde. Ihre Wege trennen sich durch einen Verrat. Danil arbeitet weiter für die kaiserliche Krone und erwärmt sich ebenso wie Der Puppenspieler für Sarah. Marten hingegen gerät in einen Twist, welcher ihm fast das Leben kostet. Die vielen weiteren Charaktere in Die Blausteinkriege 1 – Das Erbe von Berun können aufgrund des Personenverzeichn sehr gut zuordnet werden. Der Leser verliert nie die Übersicht, genauso wenig besteht die Gefahr sich im Land Tertys. Eine wundervoll gezeichnete Karte zeigt dem Leser seinen jeweiligen Ort und weisen ihm den Weg.

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Auf den Start dieser Trilogie war ich sehr gespannt. Der Einstieg gestaltete sich als recht einfach. Im Zentrum des ersten Teils liegen verschiedene Charaktere , die wir kennenlernen. Sie sind dabei mit viel Liebe zum Detail gezeichnet. Sara mochte ich gleich, bisher musste sie immer sehen wie sie durchkommt. Doch nun sieht sie sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert und hat einiges zu bewältigen. Dann wäre da noch der Schwertkämpfer Marten. Er ist bisher recht leichtlebig gewesen, dafür muss er nun einen Preis bezahlen, aber auch er steht vor einigen Herausforderungen und all seine Kraft wird gefordert. Thoren ist eine weitere Person der im Dienste der Kaisermutter steht, ihn empfand ich als recht undurchsichtig, aber auch er sticht für mich heraus. Dann hätte wir auch noch Meister Messer, er handelt im Dienste eines Mannes, als mein sein Vorhaben durchschaut ist es allerdings schon zu spät. Langsam aber sicher geht man immer mehr darauf zu und begreift worum es hier im eigentlichen Sinne geht. Die Feinde nähern sich immer mehr und gewaltiges kommt auf Berun zu. Denn das Kaiserreich Berun ist längst nicht mehr das was es einmal war. Dabei wird uns das auf recht eindringliche Weise offenbart. Es steht ein Krieg bevor und die Handlung ist dabei sehr actionreich und auch etwas blutig gestaltet. Dennoch kann man sehr gut mit den einzelnen Charakteren mitfiebern, einfach weil sie schon eine gewisse Tiefe erreicht haben und man eine Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Der Verlauf ist zunächst undurchschaubar und entwickelt immer wieder neue Ansätze, die doch die ein oder andere Überraschung bereithalten. Durch die guten Beschreibungen, kann man sich Berun gut vorstellen, dadurch wird es nach und nach immer lebendiger. Faszinierend fand ich die Wesen im Wasser und ihre Bedeutung. Aber auch die Magie des Blausteins wurde recht gut erklärt und verdeutlicht. Hier geht es vordergründig um Verrat, Intrigen und viele Kämpfe, die es in sich haben. Der Start ist eine recht komplexe Geschichte, die man jedoch recht gut verfolgen kann, mitunter entstanden für mich jedoch auch ein paar Längen. Der Showdown ist nochmal recht explosiv und gewaltig . Der Abschluss hat mir recht gut gefallen. Ich bin nun sehr gespannt, wie es weitergeht. Die Charaktere wirken recht klar und liebevoll gestaltet. Dabei sind sie auch sehr facettenreich und unterschiedlich. Ihre Handlungen und Gedanken sind meist recht nachvollziehbar gestaltet. Die Handlung ist gut durchstrukturiert und entwickelt immer neue Dimensionen die alles recht komplex erscheinen lassen. Hierbei erfahren wir verschiedene Perspektiven, am meisten jedoch die von Sara und Marten, was ihnen mehr Tiefe und Leben verleiht. Die einzelnen Kapitel sind kurz bis normal gehalten. Die Überschriften hierbei haben mir recht gut gefallen. Der Schreibstil der Autoren ist fließend, aber auch bildgewaltig und mitreißend. Dieser Aspekt macht es recht leicht, dieses Buch zu lesen. Man merkt gar nicht wie schnell die Seiten an einem vorüberfliegen. Das Cover und auch der Titel sind passend zum Buch gewählt. Fazit: Ein gelungener Auftakt der Blaustein Trilogie, sehr actionreich und emotionsgeladen. Vielschichtige und interessante Charaktere sowie ein flüssig lesbarer Schreibstil machen es unmöglich dieses Buch aus der Hand zu legen. Eine klare Leseempfehlung. Ich vergebe 4 von 5 Punkten.

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