Leserstimmen zu
Paradies

Amelie Fried

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"Paradies" der Autorin Amelie Fried sprang mir direkt durch das farbenfrohe Cover ins Auge. Es strahlt eine gewisse Harmonie aus und macht Lust auf Sommer, Sonne und Erholung. Der Einstieg in den Roman beginnt gleich spannend, da eine Leiche geborgen wird und der Tod in das Paradies Einkehr hält, wobei nicht klar ist, um wen es sich handelt. Es ist auch völlig überraschend und dennoch passend inszeniert zum Ende hin. Mir hat es gefallen, dass im Roman einige Protagonisten zu Wort kommen, um ihr Denken und Handeln zu verstehen, gleich zu Beginn oder auch erst im Nachhinein. Die Story ist definitiv nicht blass, sondern dem Cover angemessen. Meinen freien Tag verbrachte ich mit Lesen, denn diese mitunter chaotische Story packte mich und ich war einfach sehr gespannt darauf, immer tiefer in die Emotionen der Protagonisten einzutauchen. Einmal abschalten und die Seele baumeln lassen, dass wäre auch mein Traum. Dem Alltag einfach entfliehen, obwohl ich sagen muss, dass ich in meinem Urlaub bitte auf diverse Unannehmlichkeiten wie hier im Roman auftretend, komplett verzichten möchte. Den Menschen im Roman wird mitunter übel mitgespielt, wobei manches selbstverschuldet ist und anderes eine Laune der Natur ist. Hier und da macht sich in mir auch Schadenfreude breit, da manches entstandene Chaos nicht fremd verschuldet ist, sondern dem Charakter des Menschen entsprungen. Was harmonisch beginnt endet in einem Drama, denn die Geheimnisse, die einige Protagonisten mit sich herumtragen lassen sich leicht durch Google identifizieren oder auch Handynachrichten dienen der Wahrheitsfindung. Manches kommt für mich überraschend, manches ist vorhersehbar und dennoch gelungen präsentiert. "Paradies" ist definitiv nicht das Paradies, was sich die Teilnehmer der Reise erhofft haben. Es führt zu Veränderungen und für einige entwickelt sich die Reise zu einem Alptraum. Die Päckchen, die die beschriebenen Frauen mit sich herumtragen, werden im Verlauf der Story ausgepackt und der Inhalt ist nicht immer schön, sondern dient dazu, die Lebendigkeit des Geschehens aufrecht zu erhalten. Es sind nicht nur die Probleme der Frauen, sondern auch aktuelles Zeitgeschehen im Roman zu finden, daher kommt auch eine gewisse Authentizität ins Spiel. Mir hat "Paradies" wirklich sehr gefallen, denn Drama, Situationskomik oder auch Tantra lassen schmunzeln oder auch Mitleid empfinden. Insgesamt ein sehr gelungener Roman, den ich mir auch verfilmt sehr gut vorstellen könnte und daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung an alle, die einfach mal abtauchen möchten in ein Paradies, welches sich im Nachhinein nicht als solches präsentiert.

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Inhalt: Petra, Anka, Suse und Jenny lernen sich auf ihrer "Wellnessreise" kennen. 4 Frauen die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie haben alle ihre kleinen Geheimnisse die der Leser zusammen mit ihnen in diesem Buch entdeckt. Was aber feststeht...nach diesem Urlaub werden sie nie mehr so sein wie vorher..... Rezension: 4 Frauen, ein Hotel und noch viele andere Personen begleiten uns in diesem Buch. Es sollte nur eine Woche Wellness Urlaub sein und es entpuppt sich als Reise ihres Lebens. Alle Personen lernen sich untereinander kennen und schon zu Beginn entstehen einige Diskrepanzen. Im Laufe der ersten Tage spitzt sich die Lage zu und einige Frauen würden am liebsten wieder die Heimreise antreten, aber es kommt anders als geplant.... Vorurteile spielen in diesem Buch ein sehr wichtige Rolle, vor allem wie jede der Frauen damit umgeht und was durch Diskussionen und Einsicht am Ende herauskommt. Ich möchte dieser Geschichte nicht zu viel voraus nehmen, denn das würde diesem wunderbaren Roman alles vorwegnehmen. Ein Buch von über 400 Seiten und ich war nach 2 Tage damit durch..... weil ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Es tun sich in dieser Geschichte so viele Dinge auf die einen mitreißen und obendrein ist es ist mit kleinen Denkanstößen gespickt, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt. Alle Charaktere wirken so real und glaubhaft, so etwas habe ich selten erlebt in einem Roman. Dies ist wie eine kleine Homage an das Leben und fühlte sich beim Lesen an als wäre man mitten im Geschehen. Dadurch realisiert man wie schnell doch alles vorbei sein kann. Das man jeden Augenblick bewusst wahrnehmen und genießen, aber auch das heutige Weltgeschehen nicht aus den Augen verlieren sollte. Ich denke das dieses Buch sehr viel Aufmerksamkeit verdient hat....ich lieeeebe es.

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Auch für Männer geeignet..

Von: Edwin Bopp aus Pirmasens

11.10.2018

Ja, es ist ein Frauenbuch. Es ist ein eher feminines Thema und es handelt hauptsächlich von Frauen. Und ja, es ist das erste Buch von Amelie Fried, das ich gelesen habe. Es ist nach längerer Zeit, mal wieder ein "richtiges" Buch gewesen, kein eBook. Es hat eine angenehme Größe und die Schrift lässt sich gut lesen, also kein Grund, den Schmöker gleich wieder aus der Hand zu legen. Zugegeben, es ist der gelungene Kunstkniff, der einem bei der Stange hält, das Buch mit dem Bergen einer Frauenleiche zu beginnen und dann ohne diese zu benennen, eine Woche zurück zu springen, wenn die Autorin beginnt ihre Protagonistinnen vorzustellen. Nicht, dass dies langweilig wäre, aber Amelie ist eine Frau, die Frauen beschreibt. Trotzdem, es ist ein gutes Gefühl, bei der Geschichte zu bleiben und diese Frauen kennen zu lernen, mit ihnen in die Selbsterfahrungswoche einzutauchen und in Turbulenzen zu geraten, die in Summe für mehrere Inselurlaube reichen. Die beteiligten Männer auf der Insel bleiben ein wenig flach, quasi von außen beschrieben, sei es der geläuterte Ex-Ehemann Günther, der bedauernswerte Witwer Manfred, der nicht ganz so coole Seminarleiter Jan oder der schmierige Zimmervermieter Juan. Die Auflösung ist überraschender als manche Komplikation zwischen den Frauen, die sich schon bei der Zimmerverteilung abzeichnen. Der Epilog ist tröstlich, meines Erachtens aber unnötig. Fazit: Das Buch ist gut geschrieben, kurzweilig, spannend und wenn man will, lehrreich mit seinen Einblicken in das Seelenleben verschiedenster Frauen und deren Reaktionen auf äußere Ereignisse. Die einzelnen Anwendungen, Stationen der Selbsterfahrung werden augenzwinkernd beschrieben, ebenso wie der Blick hinter die Türen der Urlaubshotellerie und die Schwierigkeiten eines außersaisonalen Urlaubs auf einer Insel ohne Flugplatz.

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„Wenn jemand sie gesundlieben kann, dann du.“ 📖 In dem Buch „Paradies“ von Amelie Fried geht es um 4 Protagonisten (die unterschiedlicher nicht sein könnten) die eine Woche auf einer Selbstfindungsreise sind, wo es am Ende auch noch eine Leiche gibt. Mich hat dieses Buch sehr gepackt, denn der Schreibstil der Autorin lässt dich tief in die Gefühle der Protagonisten blicken. Während ich das Buch gelesen habe habe ich gelacht und sogar die ein oder andere Träne vergossen. Die Wendung am Ende hat mich sehr überrascht! Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Authentisch und lebensnah

Von: Gilda Laske aus Limburg

05.10.2018

Vier Frauen, vier Charaktere, in jeder ein Stück vom eigenen Ich Eine Wellnesswoche auf einer Insel, Sommer Sonne, Entspannung und ein Guru. Hat es doch alles schon gegeben, denkt die geneigte Leserin und beginnt nicht gerade engagiert zu lesen. Die einzelnen Damen kennenzulernen weckt dann aber doch erstaunlich schnell die Neugier und die Erwartungshaltung, was denn nun wohl passieren wird. Amelie Fried hat es verstanden, durch das sehr geschickt gewählte Vorwort einen Spannungsbogen zu erzeugen, der bis zum Schluss anhält. Sie beschreibt, wie eine weiß gekleidete Frauenleiche aus dem spanischen Meer gezogen wird. Jede der vier Frauen hat eine sehr eigene Motivation, diese Wellnesswoche zu buchen. Wir haben die engagierte und nicht zu Kompromissen bereite Aktivistin. Es gibt die Schönheit, die natürlich unglücklich ist, die Ausrangierte und vom Leben gebeutelte und selbstverständlich die Angepasste, die immer nur über Jahrzehnte für ihre Familie da war. Und doch steckt in jeder Frau ein bisschen von einem selbst und man kann nicht anders, als sich mit jeder einzelnen Persönlichkeit zu identifizieren. Man möchte ihnen während des Lesens Rat geben, ihnen zurufen, wie blöd sie doch sind, weil sie nicht bemerken, was der Leser weiß. Man möchte sie schütteln, damit sie aufwachen und man möchte ihnen Mut zusprechen. Es wäre eine perfekte Woche, wenn nicht plötzlich alles schiefginge. Die Aktivistin mischt sich in das Inselleben ein, das Personal verschwindet, ein Sturm entfacht die Naturgewalten, die Versorgung bricht zusammen. Nun zeigt sich die wahre Stärke der Gruppe. Sie müssen sich arrangieren und es ist Schluss mit Wellness und Luxus. Am Ende dieser Woche ist wirklich nichts mehr wie es war. Die Starken lernen ihre Schwächen kennen, die Schwachen überbieten sich selbst und die Angepassten werden renitent. Der Guru erweist sich als gewöhnlicher Mensch und die Gruppe wächst zusammen. Alles in allem hat dieses Buch Spaß gemacht. Ich habe gerätselt und war lange Zeit ziemlich sicher, wer die Frauenleiche war, aber das hat Amelie Fried sehr geschickt ausgehebelt. Ich war geneigt, Petras Mann anzurufen und ihm zu sagen, dass er ein Idiot ist, gleichwohl wollte ich Petra das Gleiche sagen. Und Anka, der schönen und unglücklichen Frau wollte ich unbedingt sagen, dass sie sich darauf besinnen soll, etwas für sich zu tun und nicht auf ihre Außenwirkung fixiert zu sein. Und Suse, die strenge Suse, jung und unnachgiebig, hätte ich am liebsten geschüttelt, damit sie gelassener wird. Und Jenny? Jenny hätte ich am umarmt und ihr gesagt, sie soll die Vergangenheit vergessen und im Hier und Jetzt leben und nehmen, was ihr angeboten wird. Ich habe inmitten der Yogagruppe gestanden, habe den Guru verspottet, habe in den Zimmern der Frauen auf der Bettkante gesessen und ihren Gesprächen gelauscht, habe zugehört, wie sie geplant und gefeiert haben. Habe miterlebt, wie sie sich verändert haben. Packend, authentisch und lebensnah. Schade, dass ich nur ein Wochenende gebraucht habe, um dieses Buch durchzulesen. Gerne hätte ich mehr Zeit mit den Charakteren verbracht.

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Wenn aus dem Erholungsurlaub ein Höllentrip wird… wow, was für ein Buch! Dieser Pageturner hat mich das ganze vergangene Wochenende gepackt und mich auch danach nicht mehr losgelassen. Vier sehr unterschiedliche Frauen treffen sich zufällig auf einer spanischen Insel zum Wellness-Urlaub: Petra, 46, Lehrerin, verheiratet, drei Kinder; Anka, 36, Kosmetikvertreterin und Geliebte eines verheirateten Mannes; Suse, 28, Sozialarbeiterin in einer Flüchtlingsunterkunft, und Jenny, 58, Kioskbesitzerin. Sie alle haben eine Woche im Hotel Paraíso gebucht, mit Yoga, Meditation, Achtsamkeitstraining und vielem anderen mehr. „Sie werden am Ende nicht mehr der Mensch sein, als der Sie angekommen sind“, verspricht der Reiseprospekt. Die vier Frauen haben keine Ahnung, wie sehr sich dieses Versprechen bewahrheiten soll. Schon bald prallen die verschiedenen Charaktere aufeinander, innerhalb der Gruppe gibt es Streit und Animositäten. Jede der vier Frauen und natürlich auch die übrigen Reiseteilnehmer haben ihre ganz eigenen Probleme, die sie nicht so ohne Weiteres zurücklassen können, ganz im Gegenteil: Mit der Zeit kommen etliche Geheimnisse ans Licht, die die Beziehung der Frauen zueinander nachhaltig verändern. Vorzeitig abreisen ist allerdings keine Option, denn nach den ersten sonnigen Tagen schlägt das Wetter um, ein Sturm unterbricht den Fährverkehr, so dass die Reiseteilnehmer auf der Insel festsitzen. Dann verschwindet nach einem unschönen Vorfall auch noch das Hotelpersonal. Schon in der Buchbeschreibung und im Prolog wird verraten, dass am Ende eine Frauenleiche aus dem Meer geborgen wird, es ist also kein Spoiler, wenn ich das hier schreibe. Die ganze Lektüre über rätselt man, wer das Opfer sein könnte – Spannungen zwischen den Frauen (und auch den Männern!) gibt es ja genug. Sehr geschickt führt die Autorin den Leser immer wieder auf falsche Fährten, immer wieder endet ein Kapitel mit einem Cliffhanger und man fragt sich beim Lesen: Passiert jetzt ein Mord? Ein Selbstmord? Ein Unfall? Am Ende ist das Geschehen dann doch vollkommen überraschend und gerade mit diesem Opfer hätte ich bis kurz vor Schluss überhaupt nicht gerechnet, umso betroffener hat mich das Gelesene dann auch gemacht. Auf den letzten Seiten hatte ich beim Lesen Tränen in den Augen, ich habe richtig mitgetrauert. Denn die Figuren im Roman sind so einfühlsam beschrieben, dass ich mich in jede von ihnen ein Stück weit hineinversetzen konnte, sie alle wurden mir trotz ihrer verschiedenen Macken mit der Zeit sympathisch – naja, fast alle, aber ein paar Unsympathen gibt es ja auch im echten Leben bei jeder Reisegesellschaft, oder? Auf alle Fälle hat mich das Buch sehr, sehr nachdenklich zurückgelassen: Das Leben ist so kurz und kann so schnell und unerwartet enden, dass man gut daran tut, das Hier und Jetzt bewusst zu leben, dringend fällige Entscheidungen nicht auf die lange Bank zu schieben und sich darüber klar zu werden, was man wirklich vom Leben will. Fazit: Ein unglaublich spannender Roman, den man kaum mehr aus der Hand legen kann, sehr, sehr packend und einfühlsam geschrieben. Absolute Leseempfehlung!

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