Leserstimmen zu
Die Flamme erlischt

George R.R. Martin

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Die Welt Worlorn liegt im Sterben, die meisten Bewohner haben ihr den Rücken gekehrt, nur noch wenige sind geblieben. Als Dirk t’Larien einen Hilferuf seiner Jugendliebe Gwen erhält, die sich auf Worlorn aufhält, zögert er nicht lange und begibt sich auf den verlassenen Planeten. Doch leider fällt das Wiedersehen anders aus, als Dirk erwartet hätte - Gwen hat das Mitglied eines frauenfeindlichen Klans geheiratet. Dirk kann sie zur Flucht überreden, aber damit fangen die Probleme erst an. „Die Flamme erlischt“ ist der erste Roman von George R. R. Martin und das merkt man. Sein Schreibstil ist zwar sehr eloquent, allerdings sind die Sätze sehr verschachtelt und zum Teil überflüssig. Oft habe ich mir gedacht „Muss diese Beschreibung jetzt wirklich sein? Was bringt mir das für den weiteren Verlauf des Buches?“ Mir kam es vor, als habe er sich zu sehr verkünstelt. Einige Elemente des Buches findet man in seiner „Ein Lied von Eis und Feuer“-Reihe wieder. Ich muss gestehen, ich habe das Buch letztendlich weniger als eigenständigen Roman, sondern vielmehr als Übung des Autors angesehen, was das Erschaffen von Welten betrifft. Das World Building ist unfassbar komplex. Es handelt sich um einen Science Fiction-Roman, auch wenn das Szenario sich auch auf der Erde oder irgendwo anders hätte abspielen können. Mir persönlich war es zu viel des Guten. Das Buch könnte halb so dünn sein, wenn man die vielen unnötigen Beschreibungen von Planeten und Kulturen gestrichen hätte, die ich meistens nicht wirklich verstanden habe. Versteht mich nicht falsch, ich finde es klasse, wenn Wert auf Geschichte und Plausibilität gelegt wird, aber hier war es zu viel des Guten und nach der zehnten Beschreibung des Sternensystems mit seinen sieben Sonnen und dreimal so vielen Bezeichnungen hatte ich leider die Schnauze voll. Irgendwann wollte ich auch nicht mehr zum 18-seitigen Glossar blättern und habe mich dabei ertappt, wie ich Seiten übersprungen habe, bis ich zum nächsten Dialog gekommen bin, damit endlich etwas passiert. Dadurch schreitet die eigentliche Geschichte sehr langsam voran. Im ersten Drittel passiert kaum etwas, außer dass Dirk auf Worlorn landet und dort Gwen trifft und ihren Ehemann Jaan, seinen teyn* Garse und Gwens Arbeitskollegen Arkin kennenlernt. Wir erfahren viel über die Kultur der Kavalaren, denen Jaan und Garse zugehörig sind. Erst 150 Seiten vor Schluss kam richtig Spannung auf und ich hatte sogar Spaß am Lesen, weil nun endlich etwas passiert ist. Das Volk der Kavalaren ist unfassbar frauenfeindlich, was mich sehr abgeschreckt hat. Frauen werden dort als Sklavinnen und Konkubinen gehalten, Rechte haben sie keine. Das wird damit gerechtfertigt, dass die von anderen Völkern/Stämmen beschützt werden. Es gibt zwar Männer unter ihnen, die diese Behandlung nicht gutheißen, aber leider ist das Thema stark untergegangen im Verlauf des Buches. Es wurde irgendwann einfach als selbstverständlich hingenommen und das fand ich nicht in Ordnung. Die wohl größte Schwäche des Buches sind die Charaktere. Es soll ja eine Sci Fi-Liebesgeschichte sein, aber ich konnte mit den beiden Hauptcharakteren Dirk und Gwen nicht mitfiebern, weil beide einfach so unsympathisch waren. Dirk ist naiv und trottelig, egoistisch und vollkommen unverantwortlich. Er baut Mist, schiebt es aber auf andere. Und das meiner Meinung nach Schlimmste: Er macht sein Glück davon abhängig, dass er Gwen wieder für sich gewinnt. Er ist auch absolut dagegen, wie Gwen, die einen Kavalaren „geheiratet“ hat, behandelt wird, will sie aber nicht deswegen befreien, sondern nur, weil er sie wieder für sich möchte. Also aus völlig falschen Beweggründen. Er macht zum Glück gegen Ende eine Wandlung durch und findet zu sich selbst, aber letzten Endes war es mir egal, was mit ihm passiert. Gwen ist sehr flatterhaft und weiß einfach nicht, was sie will. Will sie bei Jaan und eine „Sklavin“ bleiben oder will sie lieber mit Dirk fliehen? Aber sie liebt Jaan doch so sehr! Aber, aber, aber,… Insgesamt wird sie von 3-4 Kerlen geliebt. Aber wie man so eine Person lieben kann, ist mir schleierhaft. Auch sie macht eine Veränderung durch, bleibt aber trotzdem leblos und kühl. Da waren die beiden Anti-Helden Jaan und Garse doch um einiges interessanter. Beide waren lebendig und haben aus Überzeugung gehandelt (wenn es zum Teil auch sehr falsche Überzeugungen sind), wodurch ich mehr mit den beiden sympathisiert habe. Und das, obwohl einer der beiden der frauenfeindlichste Charakter ist, der mir je untergekommen ist. Alles in allem ist das Buch eine Sci Fi-Romanze mit vielen ausschweifenden (meiner Meinung nach unnötigen) Beschreibungen, unsympathischen Hauptcharakteren und philosophischen Ansätzen. Da es zum Ende hin spannend wurde, gebe ich dem Buch doch noch 2½ Sterne. Wer komplex konstruierte Welten mag und weniger Wert auf einen ausgereiften Plot legt, sollte hier zugreifen. *Die Eigenbegriffe des Romans werde ich jetzt nicht ausführlich erläutern, das würde den Rahmen sprengen. Ein teyn ist sowas ähnliches wie ein Blutsbruder, würde ich sagen, mit dem man die engste Verbindung hat, die es gibt. Vergleichbar mit einem Parabatai, wer die „Mortal Instruments“-Bücher kennt.

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George R.R.Martins erster Roman ist sicher ganz anders als man es erwartet. Das der Roman im Sciene Fiction Genre angesiedelt ist, hat mich zuerst verwundert. Ich bin nicht so der Fan davon, aber die Flamme erlischt hat mir dennoch ganz gut gefallen. Dirk bekommt einen Anhänger seiner ehemaligen Liebe Gwen. Daraufhin bricht er sofort von seinem Heimatplaneten auf um nach Worlorn, einen eher düsteren Planeten zu reisen. Dort angekommen ist Gwen eher verhalten, freut sich aber ihn wiederzusehen. Dirk, der nicht wusste das Gwen inzwischen verheiratet ist, lernt Jaan schliesslich kennen. Einen Mann der so ganz anders als er selbst ist. Jaan lebt nach einem strengen Kodex, der Frauen wie ein Stück Dreck behandelt. Etwas das Dirk zwar schockiert, Aber den Mut etwas dagegen zu unternehmen hat er nicht. Dirk lernt Jaan und dessen Einstellung immer besser kennen und er will Gwen wieder für sich gewinnen. Noch dazu weil er von ihr erfahren hat, das sie sich nicht mit Garse, Jaans "Teyn", gut versteht. Für Dirk zählt jedoch nur eines; Gwen, die er wieder haben will. Dabei ist ihr eigener Wille das ganze Buch hindurch eher wankelmütig. Dirk an sich hat mich als Protagonist leider nicht für sich gewinnen können. Er ist teilweise zu naiv, sehr egoistisch und manchmal gerade zu dumm. Bringt sich und andere in Gefahr und denkt dabei nur an sein eigenes Wohl. Offen gegenüber Neuem ist er auch nicht. Gwen war mir auch nicht sonderlich sympathisch. Einmal liebte sie Jaan, dann sogar Garse dann hatte sie Gefühle für Dirk. Also nein, das war mir zu schwammig. Verwunderlich fand ich das ich mehr Sympathien für die beiden Antagonisten Jaan und Garse aufbringen konnte. Jaan ist ein Ehrenmann und hat Gwen trotz seines strengen Kodex, gut behandelt. Garse, stellte sie unter seinen Schutz obwohl er sie nicht sehr mochte. Das Erklärt sich aus dem besonderen Verhaltenskodex der Kavalaren, denen Jaan und Garse angehören. Sie sind als Mann und Mann in einem Art eheähnlichen Verhältnis und Gwen ist der Besitz der unter beiden geteilt wird. Genauer gesagt; Jaan bevorzugt Garse mehr, da Gwen seiner Kultur nach nur eine Frau ist und damit nichts Wert. Obwohl mir hier die Hauptfiguren nicht gefallen haben, war das Buch echt auf seine eigene Art und Weise toll. Mir hat es gut gefallen wie Martin die Kulturen aufgebaut und beschrieben hat. Das Einzige was mich aber tierisch genervt hat waren die wahnsinnig vielen Planten,-Sonnensystem-namen. also ohne Anhang ist man da echt verloren. Reinen Fantasyfans wird das Buch nicht gefallen. ich bin froh das Martin zur Fantasy gewechselt ist. Die Flamme erlischt erhält 3 von 5 Sternen

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Persönliche Meinung: Das Cover: Die Buchgestaltung der Neuauflage des Romans fand ich genial. Vor allem gefällt mir die Darstellung des Planeten, der in den unendlichkeiten des Weltalls in Flammen aufzugehen scheint, was ja den Buchtitel ganz genau somit wiedergibt. Die Handlung: Der Einstieg gelang mir hier recht leicht, da der Leser erst mal den Hauptcharakter Dirk kennen lernt und wie es dazu kam, dass er sich zu der sterbenden Welt Worlorn aufmacht. Geschickt beschreibt der Autor hier die tragische Dreiecksgeschichte zwischen Dirk, seiner Jugendliebe Gwen und deren Ehemann Jaan, ohne dabei zu kitschig oder aufdringlich zu wirken. Dirk gelingt es, Gwen schließlich doch zur Flucht zu überreden, und das Abenteuer und eine actionreiche Flucht nehmen ihren Lauf. Wer hier bei dem Buch dachte, es handele sich um eine typische Geschichte des Genres Urban-Fantasy, wie man es von „“Das Lied von Eis und Feuer“ gewohnt ist, den muss ich hier leider enttäuschen. Vielmehr handelt es sich hier um eine sehr gut gelungene Sci-Fi Geschichte, die manchmal auf den Leser etwas verwirrend wirkt. Jedoch wer den Schreibstil des Autors gewohnt ist, der wird sich in der Handlung und mit den Charakteren sehr gut zurecht finden. In der Mitte des Buches wird klar, dass es sich um ein großes Abenteuer handelt, dass teilweise recht düster und auch trostlos wirkt. Doch das tut der Spannung der Handlung keinen Abbruch. Gerade die Darstellung der Braith, einer menschenjagenden Spezies, fand ich hier sehr authentisch und richtig gut umgesetzt. Zwischendurch tauchen noch kleine Nebengeschichten auf, die zwar manchmal etwas in die Irre führten, jedoch auch einfach mit dazu gehörten, um die Geschichte an sich besser zu begreifen. Der Autor schaffte es, mich als Leserin wieder mit so einigen unvorhersehbaren Wendungen in Atem zu halten. Hätte ich nicht schon vorher gewusst, dass dieses Werk schon vor ca. 30 Jahren der Feder von Martin entsprungen ist, hätte ich es tatsächlich für ein komplett neues Buch gehalten, da die Charaktere auf mich sehr futuristisch wirkten. Die Charaktere: Dirk war mir zu gleich sehr sympathisch, er ist sehr realistisch beschrieben, ein junger Mann eben, der keine Gefahr scheut, seine Jugendliebe zu retten. Gwen mochte ich anfangs nicht so, sie kam mir zu Beginn etwas farblos vor, auch war ich genervt, dass sie am Anfang so feige und unterürfig rüber kam. Aber im Laufe des Buches mochte ich sie doch immer mehr. Fazit: Für mich war dieses Buch wieder mal ein gelungenes Abenteuer aus der Feder eines grandiosen Autors. Zwar hat es in der Mitte hin und wieder kleinere Längen, jedoch fand ich die Grundidee sehr gut umgesetzt. Ich kann das Buch jedem Sci-Fi-Fan empfehlen, aber ist es für mich auch ein absolutes MUSS für eingeschworene Martin-Fans. Ich vergebe hier 4 von 5 möglichen Büchersternchen.

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Zusammen mit Dirk t'Larien landen wir auf Worloorn, einer "Festivalwelt" am Rande des Universums. Diese Welt wurde erschaffen von den Völkern dieses Randes und nach ihren Geschmäckern umgebildet und geformt. Jedes Volk war für etwas anderes zuständig, so wurden fremdartige Städte in der Tradition der verschiedenen Planeten errichtet und Flora und Fauna aus den unterschiedlichsten Welten geholt, um für die Zeit des Festivals einen üppigen Planeten zu bilden. Nun, nachdem das Fest vorüber ist und Worloorn sich langsam wieder von der Sonne und damit von Licht und Wärme entfernt, ist die Welt fast unbewohnt...fast, denn Dirks Ex-Freundin lebt dort zusammen mit ihren beiden Kavalaaren, mit denen sie einen Bund eingegangen war. Doch Dirk schickte sie ein Zeichen aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit...Eine Geschichte über neue und alte Liebe, Verrat, Bündnisse und einen wunderbar vielfältigen Planeten. Das erste Buch George R. R. Martins und auch das erste Buch, das ich von diesem Autor las. Und obwohl ich daher nicht wirklich die Vergleichmöglichkeiten habe, finde ich, dass man merkt, dass es ein erstes Buch ist. Jedoch wird der Schreibstil bereits IM Buch besser, ausgereifter, die Charaktere erhalten mehr Schliff. Daher möchte ich gerne mehr lesen, um zu sehen, wohin sich der Schreibstil entwickelt. Die Grundzüge, die riesige Welt bzw. WeltEN, die Martin hier schafft, mitsamt verschiedenen Kulturen, Sonnen, einer Geschichte, einer Sprache und uns fremden Regeln des Zusammenlebens haben mir sehr gut gefallen. Die Handlung selbst hätte ich dabei zugunsten dieses Hintergrundes manchmal gerne beiseite gewischt, da vor allem die beiden Hauptcharaktere Dirk und Gwen nicht sehr aussagekräftig, dafür aber unsympathisch waren, ihre Liebesgeschichte unreif und ein schlechtes Gefühl zurücklassend. Glücklicherweise nimmt die Geschichte jedoch an Spannung zu und verschiebt den Fokus später von dieser Liebesgeschichte hin zu den Kavalaaren und deren Zusammenleben, sodass Gwen und Dirk nicht mehr so viel Gewicht haben. Ich würde dieses Buch Leser_innen empfehlen, die komplex konstruierte Welten (mit Geschichte, Traditionen, Sprache und allem Drum und Dran) erkunden wollen und dabei auch etwas für Sci-Fi Romance übrig haben.

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