Leserstimmen zu
Konklave

Robert Harris

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Ich hege seit jeher eine gewisse Faszination für den Vatikan und die Art und Weise wie dieser funktioniert und lebt. Als ich das Hörbuch bei Random House entdeckt habe, wollte ich es unbedingt haben. Mein erstes, großes Lob geht an Frank Arnold, der einen als Kardinal Lomeli so mitreißend in die Welt des Vatikans entführt, dass ich mehr als nur einmal das Gefühl hatte, daneben zu stehen, wenn sich die Kardinäle zum nächsten Wahlgang in die sixtinische Kapelle aufmachen, oder Lomeli ein vertrautes Gespräch mit einem anderen Kardinal führt. Das Buch ist unglaublich unaufgeregt, was mir sehr gefällt. Man lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, die dem Konklave beiwohnen, oder anderweitig im Umfeld der Wahl eine Rolle spielen. Ich habe meine Sympathien und Antipathien schnell verteilt gehabt und am Ende hatte ich auch mit meiner Vermutung recht, wer die „Guten“ und wer die „Bösen sind“ aber Harris schafft es, die Geschichte auf so subtile Weise zu erzählen und aufzubauen, dass ich nie das Gefühl hatte, ja sowieso schon zu wissen, wie es ausgeht. Das Wichtigste und für mich das, was mich an diesem Buch am Meisten fasziniert hat, ist, dass Robert Harris es geschafft hat, den Vatikan, der nach wie vor eine Art Mysterium in unserer Welt ist, für mich als Leserin menschlich zu machen. Die Kardinäle und auch der Papst, egal ob der verstorbene oder der, er am Ende das Konklave als Sieger verlässt, sind menschlich, sie begehen Fehler, oft so schwere, dass man nicht nur außerhalb der Mauern einer „heiligen Stadt“ Schwierigkeiten hätte, sie einem zu verzeihen. Ich war unglaublich fasziniert von dieser Art und Weise, wie Harris es geschafft hat, diesen Zwiespalt darzustellen, zwischen der Liebe zu Gott, die sie irgendwie alle in sich tragen und dem Ehrgeiz und dem Stolz, der sie zu ihren Handlungen antreibt. Ich war mir von Beginn an recht sicher, wer am Ende als neuer Papst hervorgehen würde und ich hatte recht. Allerdings hat mich das keineswegs enttäuscht, sondern gefreut, denn der Weg war authentisch und ehrlich. Mit zwei Ereignissen in diesem Buch habe ich nicht gerechnet, beide haben mich zum Nachdenken gebracht, beide haben mich absolut kalt erwischt, weil ich sie nicht im Ansatz vorausahnen konnte, weil sie mich erschreckt haben und mich auch mit den betreffenden Personen haben mitleiden lassen. Ich habe mich beim Hören so gefühlt, als würden sie wirklich geschehen und wen ein Autor und ein Sprecher das schaffen, dann ist das Buch ein außergewöhnliches Werk, das von mir darum auch 5 von 5 Sternen bekommt.

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Wie ein Krimi

Von: wal.li

02.10.2017

Der Papst ist tot. Er erlag einem Herzinfarkt, sehr plötzlich kam es. Der Dekan ist entsetzt und betrübt. Einige Wochen vergehen, die Bestattung, die Zeit der Anreise der Kardinäle. Es naht das Konklave, ein neuer Papst muss gewählt werden. Wird es eine schnelle Abstimmung sein? Oder wird sich die Entscheidung hinziehen. Nach dem ersten Wahlgang gibt es noch keinen Favoriten, doch bald zeichnet sich ab, wer gute Chancen hat, zum Kirchenoberhaupt gewählt zu werden. Doch der Dekan findet heraus, dass der sich abzeichnende Kandidat nicht immer so kirchentreu war wie es sich geziemt. Liest man den Klappentext dieses Buches, kann man sich nicht vorstellen, wie aus dieser Thematik ein Thriller entstehen soll. Die Kirchenmänner sollen doch allem Weltlichen entrückt sein und sich an die zehn Gebote halten. Wahrscheinlich tun sie das auch, grundsätzlich jedenfalls. Zumindest aber ist man zuversichtlich, dass Robert Harris einen guten Roman abliefern wird, schließlich ist er als Schreiber intelligenter und spannender Bücher bekannt. Und tatsächlich schafft es Robert Harris aus einer Papstwahl ein packendes Intrigenspiel mit ungewissem Ausgang zu machen. Je weiter man liest, desto mehr Untiefen tun sich zwischen den Akteuren auf. Wer kann wem trauen und wem gegenüber sollte man besser misstrauisch sein? Die 118 Teilnehmer des Konklave, alle Kardinäle unter achtzig, versuchen aus ihrer Mitte, den Besten heraus zu picken. Dabei werden zunächst ein paar Nieten gezogen, denen man allerdings in keiner Weise zugetraut hätte, dass sie überhaupt ein Wässerchen trüben könnten. Die Teilnehmer werden immer unsicherer, wer die Aufgabe überhaupt erfüllen könnte. Wer kann die Last, die Bürde des Amtes tragen? Welche Ränke sich entspinnen ist schon genial. Gefesselt klebt man an den Seiten. Mit Erstaunen liest man von den unbekannten Abläufen und dankt dem Autor für seine akribische Recherche, die einen ungeahnten Einblick in die Vorgänge hinter verschlossenen Türen zulässt. Ein interessantes Thema, von dem man nie angenommen hätte, das es sich zu einem so packenden Thriller verarbeiten lässt.

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Ich liebe Hörbücher fast jeglichen Genres 😉 Aber dieses hier hat mich im ersten Moment besonders angesprochen. Selber bin ich evangelisch getauft, habe aber in eine katholische Familie eingeheiratet und dadurch auch das eine oder andere über den Vatikan mitbekommen. Durchaus ein interessantes Thema für einen Roman. Thomas Harris ist mir kein unbekannter, ich habe mich bereits von dem einen oder anderen Titel aus seiner Feder unterhalten lassen. Hier kommt dann Frank Arnold als Sprecher noch obendrauf. Ich mag die ruhige und angenehme Stimme. Das Cover ist schlicht und eindeutig. Und nun zu meinem Eindruck. So richtig begeistert hat mich das Hörbuch nun leider nicht. Grundsätzlich hätte ich mir dann doch noch ein wenig mehr Informationen zum Konklave an sich gewünscht. Auch empfand ich die Geschichte an sich sehr gezogen. Klar in so einem Konklave passiert halt eigentlich nicht wirklich viel aufregendes, Alle versuchen sich eben auf einen neuen Papst zu einigen. Klar das dies mit unter Tage dauert. Aber irgendwie hatte ich mir doch ein wenig mehr ? erhofft. Ja was mehr? Spannung oder vielleicht einfach mal das eine oder andere Detail aus Gesprächen der Kardinäle. Mir ist bewusst das das Konklave der Geheimhaltung unterliegt, aber wenn man einen Roman darum bastelt, erwarte ich eben auch ein wenig Informationen. So im mittleren Teil habe ich für mich gemerkt, das meine Aufmerksamkeit leider ein wenig abflachte, ich spürte wie meine Gedanken trotz der schönen Stimme immer wieder auf Abwege gingen. Schade. Der Schluss soll dann wohl noch etwas herauskitzeln…aber da war bei mir die Große Lust leider schon verrauscht. Grundsätzlich ist es bestimmt nicht das schlechteste Hörbuch, aber mehrmaliges Hören? Nö, ich glaube damit wird es dann auch nicht besser. In meinen Augen hätte das Thema einiges an Potential geboten, was leider nicht eingebaut wurde.

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Das Konklave endet, wenn sich die wahlberechtigten Kardinäle mit einer Zweidrittelmehrheit für einen Kandidaten entschieden haben. Dann steigt weißer Rauch auf und vom Balkon des Petersdoms tönt der Ruf: Habemus Papam. Was genau bei der Papstwahl hinter den Kulissen vorgefallen ist und wer die Kontrahenten des neuen Papstes waren, das ist Geheimsache. Wenn etwas davon an die Öffentlichkeit dringt, dann meist nur auf zweifelhaftem Wege. Der britische Thriller-Autor Robert Harris knöpft sich nun dieses Geheimnis der katholischen Kirche vor. In „Konklave“ erzählt er einen Kirchenthriller par excellence. Eine Hollywood-Dramatik mit Geheimbünden à la „Illuminati“ von Dan Brown hat Harris, der auch schon mit „Pompeji“ zu überzeugen wusste, nicht nötig. Der Vorgang der Papstwahl allein gibt bereits genug Stoff für einen Thriller her. Dabei ist der Roman nicht nur etwas für eingefleischte Katholiken. Wenn ein mächtiges Oberhaupt stirbt, beginnt unweigerlich der Kampf um die Macht. Beim Amt des Papstes geht es schließlich um nichts weiter als die Vertretung des Herren auf Erden. Der Vatikan versteht sich nicht umsonst als Gemeinschaft der Diener Gottes. Doch auch dort geht es um handfeste Politik. Traditionalisten kämpfen gegen Modernisten. Außerdem ist da noch die Dominanz der Europäer im Konklave – und die Frage, wann es den ersten Papst aus Afrika geben wird. Harris inszeniert seine Geschichte über weite Strecken gezielt als klassische antike Heldenerzählung. Nur sollten sich die Leser nicht zu sicher sein, wer dieser Held wirklich ist. Die katholische Kirche ist zu Beginn des Romans gespalten. Je mehr die Gläubigen der Welt den amtierenden Papst lieben, desto größer wurde der Widerstand und auch der Hass auf den Papst in der Kurie. Harris betont zwar in seiner Vorbemerkung: „Trotz gewisser vordergründiger Übereinstimmungen soll der verstorbene Heilige Vater in Konklave kein Porträt des gegenwärtigen Papstes sein.“ Doch die Werte seines fiktiven Papstes liegen sehr nahe bei denen von Papst Franziskus: Armut und Demut – und der Verzicht auf Prunk. Mit diesen Werten ist der fiktive Papst in Harris Thriller vielen Mitgliedern der Kurie auf die Füße getreten. Sie alle sind heilige Männer, doch wenn sie im Roman im Jahr 2018 zum Konklave zusammenkommen, ist jeder von ihnen von irdischem Ehrgeiz angetrieben. Da ist Kardinal Lomeli, der als Leiter des Konklaves nur ein Ziel hat: Alles richtig und nach Recht und Gesetz mit der gebotenen Neutralität über die Bühne zu bringen. Da ist der Bischof von Bagdad, vom verstorbenen Papst im Geheimen zum Kardinal ernannt. Keiner kennt ihn. Keiner kennt seine Pläne. Da ist aber auch der Kardinal von Venedig, der als Traditionalist auf die alten Werte – inklusive der Messen in Latein – pocht. Und auch ein Kardinal aus Afrika mit vielen Unterstützern. Gekonnt verwebt Robert Harris im Laufe des Romans„Konklave“ die Geschichten, Motivationen und Laster dieser Männer zu einer packenden und informativen Geschichte. Ganz ohne Mord, Gift oder Action entsteht bei der Lektüre des Romans eine Neugierde, die den Leser vorwärts treibt. Zu keiner Zeit kommt dabei der fade Beigeschmack eines Hollywood-Thrillers auf. Harris weiß, wie er die Plattitüden der Traumfabrik vermeidet. Am Ende ist es bei Harris der Mensch, der im Konklave die wichtigste Rolle spielt.

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Konklave

Von: Crazyb00ks

30.01.2017

Meiner Meinung nach ist Konklave weitaus informativer als spannend. Wer sich für die katholische Religion und den damit einhergehenden Ablauf der Papstwahlen interessiert, wird seine helle Freude am Buch haben. Robert Harris erklärt detailgetreu jeden einzelnen Teil des heiligen Prozedere und lässt die Leser daran teilhaben. Zusammengefasst geht es die ganze Zeit darum, einen würdigen Nachfolger für den verstorbenen Pontifex zu finden, wobei einige ungeahnte Wendungen und schockierende Enthüllungen an der Tagesordnung stehen, während die favorisierten Kardinäle sich einen Wettkampf leisten. Der Schreibstil war mir ein bisschen zu trocken, die Fakten zu…informativ. Ich hatte teils den Eindruck ein Sachbuch vor mir liegen zu haben. Interessant war es allemal und die letzte Wendungen kam wirklich völlig überraschend. Ein gutes Buch für Leser, die sich für heilige Bräuche und alte Tradiotionen interessieren. Fazit: Interessant und voller Überraschungen – nicht allzu spannend. Trocken. Wahrscheinlich eher für ältere Leser bestimmt.

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Der Papst ist tot – Habemus Papam. Die ist die Zeitspanne, in der Robert Harris seinen Roman um die fiktive Wahl eines Papstes ansiedelt. Die Zeit ist unbenannt und auch für die Handlung nicht ausschlaggebend. Wichtig allein ist das Prozedere an sich. Wie oft vermutet, gibt es hinter den Mauern des Vatikans Intrigen, Verschwörungen, Klüngeleien. So beschreibt Harris gekonnt, wie die Fäden gezogen und Allianzen geschlossen werden. Dabei erklärt er Beweggründe, Erwartungen und nicht zuletzt auch die persönlichen Konflikte und Verpflichtungen sowie die Zweifel der Kardinäle. In der Realität findet all das hinter verschlossenen Türen statt, Robert Harris öffnet diese für seinen Leser einen Spalt breit und zeigt wie es hinter den Mauern des Vatikans zugehen könnte, aber keinesfalls muss. Denn „Konklave“ ist ein Roman der vom Autor erdacht wurde, dem aber fundierte Sachkenntnis zugrunde liegt.

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Lesenswert!

Von: Herba

21.01.2017

Für mich ist 'Konklave' ein echtes Highlight! Gut geschrieben, informativ und spannend!

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Klappentext: Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner … Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt ... ( Quelle: Random House ) Zusammenfassung: Der Papst ist tot. Wohl eines natürlichen Todes gestorben hinterlässt er seinem Sekretär, Kardinal Lomeli, die Aufgabe die nun folgende Wahl des neuen Pontifex Maximus zu leiten. Das Prozedere ist seit Jahrhunderten bekannt. Die wahlberechtigten Kardinäle werden zusammengerufen und verbringen die Zeit der Wahl in der Sixtinischen Kapelle, abgeschottet von der Außenwelt. 117 Kardinäle treffen ein und zu aller Überraschung schließt sich ihnen ein weiterer Kardinal an. Pater Benitez wurde erst kürzlich, im Geheimen zum Kardinal ernannt und außer Benitez und dem verstorbenen Papst war darüber keiner im Bilde. Lomeli beschließt den Neuankömmling, dem Gesetz der Konklave folgend, zur Wahl zuzulassen. Nun sind 118 Kardinäle eingeschlossen. Es folgen einige Wahlgänge in der die Kirchenmänner mit allzu menschlichen Strategien versuchen Papst zu werden, oder vielleicht nicht Papst zu werden oder ihren Favoriten zu unterstützen. Es werden Intrigen geschmiedet um einen Kandidaten aus dem Rennen zu werfen und die Intriganten drohen an ihren Machenschaften zu scheitern. Die Welt in der Sixtinischen Kapelle, in der die Kardinäle den neuen Papst suchen und die Welt außen haben in dieser Zeit eigentlich keine Berührungspunkte. Doch hier sucht sich die Außenwelt einen Weg in die Kapelle. Auf dem Petersplatz explodiert eine Autobombe, Fenster der Sixtinischen Kapelle werden zerstört, in Roms Kirchen werden Gläubige angegriffen .... doch Lomeli beschließt Wahlgang um Wahlgang die Sedis Vakanz zu einem erfolgreichen Ende zu bringen..... Fazit: Ich habe Konklave nicht gelesen, sondern gehört. Dies war mein allererstes Hörbuch überhaupt. Wie kommt das? Ich lese unheimlich gerne, ich häkel aber auch unheimlich gerne und bisher musste ich mich immer entscheiden, was ich nun tue: häkeln oder lesen. Beides gleichzeitig geht nicht. Doch ... geht... zwar nicht häkeln und lesen, aber häkeln und ein Hörbuch genießen. Genial, warum bin ich da nicht früher darauf gekommen. Zum Glück konnte ich auch mit einem wirklich tollen Hörbuch starten. Frank Arnold hat dieses Buch gelesen und ich war von seinem Vorlesen wirklich begeistert. Er hat eine warme und wandelbare Stimme, die wunderbar durch das Buch trägt. Er schafft es den verschiedenen Personen eine Stimme zu geben, ohne das man als Hörer das Gefühl von Überzeichnung bekommt. Er arbeitet so fein mit den verschiedenen Nuancen seiner Stimme, dass man auch Gesprächen gut folgen kann, sowie auch die verschiedenen Protagonisten zuordnen kann. Das Buch selbst kommt ohne Blut, Mord und Totschlag aus und hat trotzdem einiges an Spannung zu bieten. Diese Spannung baut sich langsam auf, für mich als Katholikin, war die Spannung allerdings sofort da. Robert Harris hat das Gefühl der Sedis Vakanz sehr gut eingefangen und den Leser einen Blick hinter die Tür der Sixtinischen Kapeller werfen lassen, die ansonsten während des Konklave fest verschlossen ist. Ich fand das Hörbuch toll, Geschichte und Stimme passten hier für mich wirklich gut zusammen und haben mir angenehme, "häkelreiche" Hör-Lesestunden beschert.

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